Julia Seeliger



7 Responses to “Politcamp: Wie wollen wir arbeiten?”

  1. Danke für die beiden inhaltlichen Blogbeiträge zum Politcamp – macht es für mich deutlich attraktiver als einige der Organisatorenrückschauen.

    Inhaltlich zu dem hier: ich streite mich grade u.a. mit einem SPD-ler darüber, ob es denn zeitgemäß ist, wenn die SPD sich das Ziel “Vollzeitjobs für alle” setzt. Und was Alternativen sein könnten.

  2. Wie Nico auf dem Panel sagte: Wer freibestimmt arbeiten will, muss selber die Initiative ergreifen und nicht nur darauf warten, dass Andere die Rahmenbedingungen dazu schaffen.

    Seit dem Buch “Wir nennen es Arbeit” ist ja schon einige Zeit vergangen und es hat sich so manches getan. Coworking Spaces bieten inzwischen den Raum für selbstbestimmtes arbeiten, man muss also nicht mehr den ganzen Tag in Cafe sitzen. Vielleicht bieten die ja auch irgendwann mal Dienste wie Steuerberatung oder ähnliches an.

    Wir basteln hier mit einigen Freiberuflern aus der BarCamp Szene seit einiger Zeit an einer Marke, unter der wir gemeinsam auftreten werden (ANTSwithFRIENDS). Als Geschäftsform haben wir die Genossenschaft gewählt (in 2-3 Wochen gründen wir). Wir haben eine Menge Ideen und probieren das jetzt einfach mal aus.

    Nächstes Jahr geben wir dann eine Session darüber, was daraus geworden ist.

  3. Ich finde das ganze Cafehausmantra auch reichlich dekadent und fragwürdig. Irgendwie wird immer suggeriert, die Digitale Boheme würde den ganzen Tag nur teure Moccaccinos schlürfen und die Arbeit – Design, Knöpfe drücken oder “was die da so tun” – würde sich magisch von selbst erledigen. Das mag für Sascha Lobo gelten, ich persönlich komme aus dem Webentwicklerumfeld und habe da einen anderen Ereignishorizont, der durch viel Bildschirmarbeit am Heim-PC definiert ist. Von daher ein wichtiges Thema, insofern man sich von der Klischeedenke mehr in eine zeitgemäße Zustandsanalyse begibt. Die Gedanken zu Gewerkschaften, gemeinsamer Steuerabrechnung und Co. fand ich allerdings sehr inspiririerend..

  4. PS: “Wir nennen es Blase” hat mich übrigens neulich laut auflachen lassen. Großartiger Titel!

  5. Ich habe dazu auch keine Pauschallösung anzubieten (logisch irgendwie).

    Deine Kritik an Künstlersozialkasse und Grundeinkommen teile ich indessen. Die Künstlersozialkasse heißt ja nicht umsonst so, wie sie heißt. Und ein Grundeinkommen ist für mich generell nicht vorstellbar.

    Wichtig fände ich, Behördengänge zu vereinfachen: Gründen einer Firma, Steuererklärung, Rechtsberatung, etc. Da gäbe es viel zu tun.

    Aber natürlich ist klar: freiberuflich bzw. selbstständig zu sein bedeutet mehr Risiko.

    Bessere Lösungen für Rentenvorsorge fände ich außerdem wichtig. Dazu wurde schon was getan, aber noch nicht genug.

  6. Wenn die Künstlersozialkasse so wäre, wie sie hiesse, würden glatt die Hlfte der Versicherten rausfallen. Ganz klasse finde ich immer, dass diejenigen, die im Internet ihre eigene Freiberuflichkeit und das selbstbestimmte Arbeiten feiern, in der Regel in der KSK versichert sind und vergessen, dass sie indirekt über den Schutz der KSK vom Staat jeden Monat 300-500 Euro sich ersparen. Das nenne ich nicht wirklich selbstbestimmt – und eine Benachteiligung andere Freiberufler zu Gunsten der “Kreativen”.

  7. Politcamp – Tag 2…

    Der zweite Tag des Politcamp fing für mich wie für so viele an. Erst einmal Ausschlafen. Was sonst nach einer arbeitsreichen Woche Samstagsmorgen geschieht musste verschoben werden. So kam ich typisch für berliner Barcampgänger p…