Julia Seeliger
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik

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    10. February 2008 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Zwei große Themen haben wir bei der BAG Frauen diskutiert: Gestern stand “Frauen und Rechtsextremismus” auf dem Programm, ein Thema, welches wir auch im Berliner Landesverband mit der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen- und Geschlechterpolitik bearbeiten wollen.

    Nazi FrauWürden Sie dieser Frau einen Raum vermieten?

    Wichtigste These aus meiner Sicht in dieser Debatte war, dass Frauen nicht richtig abgenommen wird, politisch agierende Subjekte zu sein. Das hat dann zur Folge, dass Nazi-Gewalt von Frauen als “Rangelei zwischen Mädchen” abgetan wird. Auch ist zu beobachten, dass Nazi-Aktivistinnen es wesentlich einfacher haben, zB Räume für Veranstaltungen zu mieten oder Demos anzumelden. Man nimmt Frauen schlicht und einfach nicht richtig ab, dass sie auch Nazis sein können. Wirksame Strategien sollten dies aber auch mit einbeziehen! Ich finde es deswegen sehr richtig, dass wir Grüne da weiter dran bleiben und das Thema auch beim Bundesfrauenrat im April wieder aufnehmen, dann soll auch ein Papier zum Thema beschlossen werden.


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38 Responses to “Bundesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik”

  1. Ich hoffe doch stark, dass ich mit der Unterstützung der BAG Frauen rechnen kann, wenn ich für unser nächstes Bundestagswahlprogramm ganz sicher daraufhin arbeiten werde, dass konsequent gegendert wird. Also: “Rechtsextremistinnen und -extremisten”, “Rechtspopulistinnen und -populisten”, “Terroristinnen und Terroristen”, “Nationalistinnen und Nationalisten” etc. etc.
    Wenn schon, denn schon! :-)

  2. Wie gendert man “Nazi”?
    Der Nazi…
    Die Nazi…?

  3. “Der Nationalsozialist”
    “Die Nationalsozialistin”

    Die Abkürzung ist natürlich schwierig…

    Wenn man sie unbedingt benutzen will, dann wäre aus Genderperspektive doch “Das Nazi” das Mittel der Wahl :-).

  4. Martin, ich bitte dich doch sehr, sachlich zu bleiben.

  5. Juhu… Liebe Genossinnen und Genossen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vertreterinnen und Vertreter der Presse, wir müssen alle gemeinsam die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten bekämpfen und ihrem Chauvinismus das geschlechtergerechte Reden entgegensetzen.

  6. Okay, dann bin ich mal sachlich:
    Zitat:
    “Wirksame Strategien sollten dies aber auch mit einbeziehen!”
    Wenn ich das schon höre… immer wenn von Genderpolitik die Rede ist kommt die “Einbeziehung” dieses Aspektes in “Strategien”. Na, toll!
    Und wie sieht das konkret aus? Was hat die BAG Frauen für Vorschläge, wie man den Genderaspekt in den Umgang mit Rechtsextremismus einbeziehen kann?
    Vorschlag für eine Kampagne: “Auch Frauen können Nazis sein.” Oder wie wäre es mit dem Info-Flugblatt “Frauen, hütet euch vor der den Nazi-Männern!” Oder der Aufkleber “Ich bremse nicht für Nazis, auch wenn es Frauen sind.”

    Meiner persönlichen vollkommen unfachmännischen Auffassung nach ist das Geschlecht da völlig egal. Natürlich gibt es rechtes Gedankengut bei Frauen genauso wie bei Männern. Sollte man da beide Gruppen differenziert ansprechen? Oder sollte man nicht besser auf die Konsequenzen und die Fehlerhaftigkeit einer menschenverachtenden Ideologie hinweisen, ganz egal welches Geschlecht man nunmal biologisch zugewiesen bekommen hat???

    Nein?

    Okay, dann aber bitte auch die BAG Schwule einbeziehen: “Homo und Nazi – Die Anziehung von Leni Riefenstahls Filmen auf schwule Männer”
    Und natürlich die BAG Migranten: “Ausländer und Nazi – arische Migranten in der NPD”
    BAG Soziales: “Armut – Der Weg zum Nazi?”
    BAG Kultur: “Wagner verbieten!”
    BAG Christinnen: “Christen in der NPD – Koalitionsoptionen mit der CDU?”

    Mamma mia. Ich frage mich echt, ob es nicht schon an Ausbeutung grenzt, welche Ressourcen so arbeitende grüne BAGen und Mitarbeiter von Fraktionen, Frauenbeauftragte etc. abziehen.

    Aber, ey, “bleibt dran”, der Bundesfrauenrat beschließt ein Papier. Supi!

  7. Bitte entscheiden:

    Nationalsozialistinnen
    NationalsozialistInnen
    Nationalsozialist/innen
    Nationalsozialist (m/w)
    Nationalsozialist

    Wobei ich den letzten Ausdruck für diskriminierend halte, siehe Richtlinien für Stellenausschreibungen.

  8. Hallo,

    ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch Männer mal Gedanken über Geschlechterpolitik machen würden. Was hier stattfindet, nervt – anstatt sich auf den Artikel zu beziehen (dort wurden auch Thesen zu Frauen und Rechtsextremismus genannt) wird nur an Hand geschlechtergerechter Sprache rumgeprollt.

    Wirklich armselig!

  9. Martin, du hast wirklich keine Ahnung.

    Schon mal dran gedacht. dass es ein Unterschied ist, ob in dieser Subkultur Frauen vorkommen oder nicht? Schon mal dran gedacht, dass die meisten Nazis irgendwie heterosexuell leben und dass es früher Gründe gab, auszusteigen, weil man Familie gründete etc.

    Mit Frauen in der Nazi-Szene bilden sich dann richtige Neonazi-Familien, die Nazis bleiben länger an die Szeme gebunden, haben keinen Grund auszusteigen.

    Das ist eine veränderte Entwicklung.

    Martin, an dieser Stelle muss ich wirklich harsch werden:

    Nachdenken oder Fresse halten!

  10. 1.) Das ist eben keine veränderte Entwicklung, weil es Frauen in der Nazi-Szene schon viel länger gibt und nicht erst seitdem es der BAG Frauen aufgefallen ist.
    2.) Schonmal dran gedacht, dass es auch möglich ist als männlicher Nazi in einer Familie zu leben, wo die Frau selber kein radikaler Nazi ist, aber das toleriert? Denke sogar, dass das gar nicht so selten ist. Genauso wenig wie die Möglichkeit, dass einer der Partner erst durch den Partner in die Szene gerät.

    Da können diejenigen, die es interessiert (mich nicht), ganz viel darüber diskutieren und argumentieren.

    Nur, liebe Julia: Was ist die politische Konsequenz??? Was soll in dem Papier der BAG Frauen stehen als wirksame Strategie gegen Rechtsextremismus, die diesen Aspekt mit einbezieht???

    Nur mal, warum ich da eben nicht die Fresse halte, wenn ich von sowas höre: Die Aufgabe einer BAG ist nicht die sozialpsychologische Forschung inkl. zugehöriger Laien-Mutmaßungen über Gott und die Welt, sondern die Entwicklung konkreter Strategien und Vorschläge. Wenn die BAG Frauen jetzt ganz stolz ist, das Thema “Frauen und Rechtsextremismus” aufgenommen zu haben, dann kann ich nach deinen letzten Äußerungen prophezeien: Das wird ein Papier für den entsprechenden Korb und spart es euch gleich, außer ihr müsst euch als BAG-Mitglieder irgendwie innerparteilich profilieren, aber dann gebt euch wenigstens Mühe, etwas Vernünftiges zu machen.

  11. Martin,

    aus deinen Bemerkungen spricht die pure Ignoranz. Leider kommt das auch manchmal bei den grünen Männern vor. Fakt ist – so kommen wir bestimmt nicht weiter mit der Öffnung der Frauenpolitik für Geschlechterpolitik. Denn so lange es noch Typen wie dich gibt, die derart argumentieren und denken, ist das Problem auch noch nicht gelöst.

    Natürlich ist auch denjenigen Frauen, die schon zum Thema “Frauen und Rechtsextremismus” gearbeitet haben, klar, dass es schon länger (90er Jahre) Frauen in der Nazi-Szene gibt, wie die Nazi-Szene selbst hat sich die Rolle der Frauen dort aber auch gewandelt.

    Vielleicht äußerst du dich mal inhaltlich und bringst Zahlen. Was konkret stört dich überdies daran, dass die BAG das macht?

    Ich persönlich finde das Thema “Frauen und rechtsextreme Szene” zum einen spannend, weil da sehr viele unterschiedliche Frauenrollen deutlich werden. Ich finde es interessant, wie Frauen und eine sexistische Ideologie zusammengehen. Und drittens, weil da in echt Probleme sind: Es IST der Tat so, dass Frauen eben Räume leichter vermietet werden – während bei Männern (insbesondere in einschlägigen Regionen) natürlich nachgefragt wird, wofür jemand einen Raum mieten möchte, wird bei Frauen nicht nachgefragt. Nie. Es gibt Untersuchungen, wo Nazi-Frauen interviewt wurden und durch die Bank sagten: “Nein, mich fragte keiner, wofür ich den Raum mieten möchte.

    Also, Martin. Was ist dein Problem?

  12. Es gibt Untersuchungen, wo Nazi-Frauen interviewt wurden und durch die Bank sagten: “Nein, mich fragte keiner, wofür ich den Raum mieten möchte.

    Für mich ist das einfach Ausdruck von latentem Sexismus in der Mitte der Gesellschaft. Die Ausnutzung dieser Umstände ist erstmal auch nicht anders zu bewerten als wenn Lieschen Müller heute mal einen tieferen Ausschnitt trägt im Unterricht.

    Dass die sich freiwillig in spezifische “niedere” Geschlechterrollen begeben, naja – phänomenologisch interessant ist das sicher, aber mich würde eher interessieren, warum Leute so etwas tun; mir ist all das so total fremd. Wirksame Gegenstrategien schließen sicher auch das Verständnis des Gegners ein – also gibt es da vllt. Untersuchungen zu den Motiven weiblicher Neonazis ?

  13. Die Aufgabe einer BAG ist nicht die sozialpsychologische Forschung inkl. zugehöriger Laien-Mutmaßungen über Gott und die Welt, sondern die Entwicklung konkreter Strategien und Vorschläge.

    Ich finde das schon richtig: Wenn du gegen irgendetwas vorgehen willst, musst du es verstehen. Und da Nazis Frauen nun einmal eine “Sonderrolle” zuschreiben (ob das jetzt positiv oder negativ besetzt ist, überlasse ich dem Leser), ist es meiner Meinung nach auch legitim, dieses Thema geschlechtsspezifisch zu untersuchen.

  14. Julia, man sollte Kritik nicht mit Ignoranz verwechseln… da liegt schon logisch ein Unterschied drin…

    Auf die Frage, was mein Problem sei, verweise ich auf mich selbst:
    “Die Aufgabe einer BAG ist nicht die sozialpsychologische Forschung inkl. zugehöriger Laien-Mutmaßungen über Gott und die Welt, sondern die Entwicklung konkreter Strategien und Vorschläge.”

    Also: Das sind ja (für manche) wirklich supertolle “interessante” bzw. “spannende” Gesprächsthemen, nur wie nützt das der Arbeit der Grünen? Bitte überzeuge mich!

    Und, achja: Das Ziel der grünen Frauen- und Geschlechterpolitik sollte nicht ihre Öffnung sein (alles betrachten wir unter dem Geschlechteraspekt), sondern gute Arbeit.

    Inhaltlich: Das mit dem Räume vermieten, mag ja ein Problem sein. Nur ist es vollkommen uninteressant. Ist es die Strategie der BAG Frauen gegen Rechtsextremismus, potenzielle Vermieter darauf hinzuweisen, dass auch Frauen Nazis sein können? Im Übrigen habe ich wie gesagt ein Problem mit dem Gesellschaftsbild, was aus deinen Äußerungen spricht. Denn als ob es früher so gewesen wäre, dass die Nazis als junge Männer ein paar wilde Jahre hatten, dann eine liberale Frau trafen, sich verliebten, heirateten, Kinder bekamen und aus der Szene ausstiegen… Denn damit es heute anders sein könnte, müsste es früher so gewesen sein, wie eben geschildert. Das bezweifele ich aber stark.

  15. @ehrlemann
    Du schreibst:
    “also gibt es da vllt. Untersuchungen zu den Motiven weiblicher Neonazis ?”

    Hmm, Moment! Sind diese Frauen andere Nazis? Haben die andere Motive als die Männer? Oder sind sie nicht einfach genauso Faschisten, Rassisten, Arschlöcher und deshalb rechtsradikal?

    MUSS denn immer ein Geschlechterunterschied da sein?

    Julia, was sind deine Motive, bei den Grünen zu sein?! Es müssen ja andere als meine sein, denn du bist eine Frau!

  16. Meiner persönlichen vollkommen unfachmännischen Auffassung nach ist das Geschlecht da völlig egal. Natürlich gibt es rechtes Gedankengut bei Frauen genauso wie bei Männern.

    Es lässt sich aber nicht bestreiten, dass Nationalsozialismus eine offen sexistische Ideologie ist – was soll daran, derartige Phänomene geschlechtsspezifisch zu untersuchen, nicht legitim sein ?

    Ginge es um eine Ideologie, in der das Geschlecht nichts bedeutet, könnte ich dir zustimmen; so nicht.

  17. Also eigentlich wollte ich das Trollen damit abschließen (im Sinne von beenden und zum Höhepunkt treiben). Ich glaube nämlich, ich habe alle Möglichkeiten genannt. 😉

  18. Der aktuelle radikale Nationalsozialismus ist eben keine sexistische Ideologie. Zwar gibt es noch die “Frauen an den Herd”-Aussagen auch bei der NPD, aber daraus spricht keine Geringschätzung für die Frau. Und es gibt nunmal genug Frauen, die mit Kinder und Küche glücklich sind, ist ja auch eine freie individuelle Entscheidung.

  19. Hmm, Moment! Sind diese Frauen andere Nazis? Haben die andere Motive als die Männer? Oder sind sie nicht einfach genauso Faschisten, Rassisten, Arschlöcher und deshalb rechtsradikal?

    Nein, das nicht, aber wenn man davon ausgeht, dass auch Geschlechterrollen unser Selbst prägen – wovon ich auch bei mir ausgehe, auch wenn ich mit Teddys und Staudämmen anstatt mit Barbiepuppen aufwuchs – dann kann es doch sinnvoll sein, diese auch im Sinne der Auseinandersetzung mit Nazis zu untersuchen, denn sowohl diejenigen, die mit Nazis zu tun haben (Räumevermieter, Polizei, AntifaschistInnen) als auch die Nazis selbst sind doch von ihnen geprägt.

    Julia, was sind deine Motive, bei den Grünen zu sein?! Es müssen ja andere als meine sein, denn du bist eine Frau!

    Nein, Martin, aber auch innerhalb unserer Partei – vielleicht durch die Querschnittsaufgabe Geschlechterdemokratie noch mehr als anderswo – ist doch meine Rolle als biologisch weiblicher Mensch nicht unerheblich.

    Es geht nicht um die Motive, sondern um die Auswirkungen der Geschlechterrollen in der Lebensrealität. Dass es derartige Auswirkungen gibt, kann man doch einfach anerkennen.

  20. […] zweiten Tag der BAG-Stzung (hier der Bericht über den ersten Tag) sprach Barbara Steffens aus dem NRW-Landtag über Pflegepolitik. Stichwort […]

  21. Zwar gibt es noch die “Frauen an den Herd”-Aussagen auch bei der NPD, aber daraus spricht keine Geringschätzung für die Frau.

    Ob man die Frau an sich nun als Erhalterin des Volkes hochhält oder an den Herd verdammt und inwiefern das positiv oder negativ konnotiert ist, ist erst einmal egal. Fakt ist, die Aussage ist geschlechtsspezifisch.

  22. MUSS denn immer ein Geschlechterunterschied da sein?e

    Nö – z.B. sind die Hacker, die ich getroffen habe, angenehm geschlechtsunspezifisch gewesen. Da handelt es sich aber auch um eine Kultur, in der der Einzelne eben nicht nach solchen Kriterien bewertet wird.

  23. Christine Wübbena

    Auf die Frage, was mein Problem sei, verweise ich auf mich selbst:
    “Die Aufgabe einer BAG ist nicht die sozialpsychologische Forschung inkl. zugehöriger Laien-Mutmaßungen über Gott und die Welt, sondern die Entwicklung konkreter Strategien und Vorschläge.”

    Also: Das sind ja (für manche) wirklich supertolle “interessante” bzw. “spannende” Gesprächsthemen, nur wie nützt das der Arbeit der Grünen? Bitte überzeuge mich!

    Das ist ja schön, dass du der Superprofi in effizienter Politik zu sein meinst. Deiner Meinung nach müssen wir in den BAGen also nicht mehr diskutieren, bevor wir Strategien entwickeln und Vorschläge erarbeiten. Oder sollen wir nur noch Themen behandeln, die einen geringen Komplexitätsgrad aufweisen und einfache Lösungen implizieren? Ich dachte immer, es wäre eine Stärke grüner Politik, sich auch unbequemen und schwierigen Themen zuzuwenden und auf komplexe Probleme ebenso komplexe und vielfältige Lösungsstrategien zu entwickeln!

  24. Dass Nazis nicht nur Männer sind, sondern auch Frauen, ist eine Erkenntnis, die so alt ist wie der Nationalsozialismus selbst.
    Es sind heute auch nicht proportional mehr Frauen, die sich ideologisch damit identifizieren als vor 10 oder 20 Jahren, viele nehmen aber ihre Rolle in der rechtsextremen Szene anders wahr.

    Interessant ist die Frage, wie sich die gesellschaftliche Entwicklung hin zu mehr Gleichberechtigung dort niederschlägt. Sind Frauen dort heute maßgeblicher als noch vor Jahren? Welches Spannungsfeld besteht zwischen dem traditionell nationalsozialistischen Frauenbild (das ja schon auf eine Leni Riefenstahl oder auf KZ-Wächterinnen nicht zutraf) und dem Selbstverständnis heute aktiver rechtsextremer Frauen?

    Wobei diese Frage sicherlich im Prinzip auch für Männer zu stellen ist.

    Es kommt hier darauf an, welche Impulse die BAG Frauenpolitik dazu liefert. Auch im Hinblick auf Martins Befürchtung, es komme nur irgendein Blabla heraus, weil das Thema gerade in Mode ist.

  25. Das Problem ist, dass man in grünen BAGen bzw. in grünen Gremien überhaupt allzu oft auf der Diskussionsebene stecken bleibt und dann irgendein Papier verabschiedet und dann kommt nix mehr. Dabei spielt die Frage nach der Komplexität überhaupt keine Rolle, sondern eher die Frage, was man aus dem Thema macht. Deshalb sage ich: Sinn einer BAG ist nicht die Diskussion, sondern die Entwicklung von konkreten Strategien und Vorschlägen. Die Diskussion ist ein MITTEL, nicht der Zweck.
    Nur, wenn der Zweck schon ominös daherkommt, dann kann man auch die Diskussion schon kritisieren.

  26. Zitat von gruene.de:

    Die Bundesarbeitsgemeinschaften (BAGen) bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind eine Einrichtung der Bundespartei. Neudeutsch könnte man sie vermutlich am besten “Thinktanks” bezeichnen.

    Aufgabe

    Die Bundesarbeitsgemeinschaften haben das Ziel, die inhaltliche und politische Arbeit in der Partei und ihren verschiedenen Gremien zu entwickeln, zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit (Fach-) Verbänden, Initiativen und wissenschaftlichen Institutionen zu koordinieren.

    Angesichts dieser Aufgabenbeschreibung bleibt mir völlig schleierhaft, woher Martin die feste Überzeugung nimmt, dass nur handfeste Aktionen oder Handlungsanweisungen Aufgabe einer BAG seien. Im Gegenteil, BAGen sind genau dazu da, auch mal Themen anzuschneiden, die vielleicht nicht allen Mitgliedern präsent sind, also nach innen (und dann nach außen) Bildungsarbeit zu leisten, auf dieser aufbauend Probleme zu identifizieren und Lösungsvorschläge sowohl für die Politik als auch für die Zivilgesellschaft zu erarbeiten. Das muss nicht an einem Wochenende passieren und auch nicht auf die BAG beschränkt sein, sondern kann gerne auch in Zusammenarbeit mit bspw. der Rechtsextremismuskommission oder einer BDK geschehen.

    Wichtig ist doch an Themen wir Frauen und Rechtsextremismus oder weiblicher Jugendgewalt oder auch weiblichem politischen Fanatismus, dass erst die Erkenntnis, das Frauen ihre Geschlechterrollen eben nicht nur in politisch und gesellschaftlich erwünschten Bereichen sprengen, sondern auch in unerwünschten. Und dass darauf wieder reagiert werden muss, zum Beispiel durch veränderte Bildungs- und Freizeitangebote, durch andere Beratungsangebote, aber auch strafrechtlich, in den Medien etc.

  27. Habe eindeutig klargestellt, dass ich Diskussionen als notwendig erachte, wenn sie einem konkreten Ziel dienen. Diskussion um der Diskussion willen hingegen sehe ich nicht als Aufgabe einer BAG.

    Aber Katja, du hast es ja als erste geschafft, zumindest mal ein paar Ziele zu definieren. Z.B. die veränderten Bildungs- und Freizeitangebote, andere Beratungsangebote, das Strafrecht. Immerhin, das ist ja schonmal so etwas wie ein Ziel.

    Inhaltlich: Was Bildungsangebote angeht, so denke ich nicht, dass dort eine Differenzierung nach Geschlecht notwendig ist. Freizeitangebote und Beratungsangebote (gerade präventive Arbeit gegen Rechtsextreme und Aussteiger), da könnte man sicherlich eher auf Frauen eingehen. Das hieße dann (als blödes Beispiel): Nicht nur Fußballvereine gegen Nazis, sondern auch Yoga gegen Nazis. (jaja, haut jetzt drauf, ist ja nur ein Beispiel :-) ). Was das Strafrecht angeht, da sehe ich ehrlich gesagt wenig Möglichkeiten, den “Geschlechterblick” da drauf zu haben? Oder werden weibliche Nazis für Straftaten weniger hart verurteilt?! Ich weiß es nicht… dann wäre es eher eine Angelegenheit für das Justizministerium… Und die Medien – naja, ob eine grüne BAG da irgendwelche Forderungen aufstellen sollte, welche die Medien betreffen?!

    Kann man überall drüber diskutieren, okay. Aber wie gesagt: Das ist ja schonmal ein Ziel für eine solche Diskussion…

  28. Ergänzung:
    So wie man es nicht machen sollte, zeigte die LAG Frauen mit ihrem Antrag “Genderperspektiven in der Klimapolitik” oder so ähnlich. Da wurde über Seiten mit fragwürdigen Zahlen über die Geschlechterdimension des Klimawandels herumschwadroniert und der Antrag lautete dann, dass dieser Aspekt von allen Grünen Gremien in ihre Strategien (!) einbezogen werden müsse. Punkt. Ohne irgendwelchen konkreten Vorschläge oder sonstwas. Zum Glück hat das die LDK damals abgelehnt.

    Ein Gegenbeispiel wäre, wenn man sich mal konkret die Rechtsextremismus-Präventionsprojekte, welche durch den Bundeshaushalt oder auch durch Länder gefördert werden, anguckt und bezüglich Zielgruppenansprache analysiert. Das wäre bestimmt lohnend für die BAG Frauen.

  29. Lieber Martin,

    Lesetipp: Genanet “Themen”

  30. Tut mir leid, aber die Seite ist doch lächerlich. “Gender und Biodiversität”, ja richtig, das hat noch keiner bemerkt! :-) :-) :-)
    Wie krampfhaft diese Gender-Religion versucht, alles mit ihrem Thema zu durchsetzen – was ja auch Arbeitsplätze für diese Menschen bedeutet, gelle?! Das ist Lobbyismus in Reinkultur: Überall Probleme identifizieren, dann die Studien darüber anbieten und zigtausend Euro dafür kassieren…

  31. …was er zu diesem LDK Antrag unterschlägt ist dass er dazu die fulminante Gegenrede gehalten hat.
    Ob das jetzt so richtig war ist mir nach der allseitigen Dresche durch grüne Frauen auch nicht mehr ganz klar… aber Martin war schon phänomenal.

    “Schornsteine sind ja auch Phallussymbole”
    Das nur mal so als Detail.

  32. Ich sehe diese Frage der Genderpolitik – die hier ja eigentlich nicht diskutiert werden soll – eigentlich als eine ur-linke Frage.

    Wenn es um Klimaschutz geht, was ist uns dann der wichtigere Aspekt: Arm und Reich oder Frau und Mann?
    Wenn es um Sozialpolitik geht, wofür sollen wir Geld ausgeben: Hartz IV oder Studien zu Gender Mainstreaming im Nationalpark Eifel?

    Weitere Infos: Stern.de

    Nur mal so zur Info: Mit dem Geld, das die Studie “Gender im Wald” in NRW gekostet hat, könnte man ca. 2 Jahre lang einen Streetworker / eine Streetworkerin in einem Hochhaus-Ghetto bezahlen.
    Aber wir setzen halt Prioritäten.

    Ich hoffe nicht, dass die BAG Frauen fordern wird, man solle doch eine Studie “Frauen und Rechtsextremismus” in Auftrag geben, am besten an eine Soziologin, die Bekannte von irgendwem aus der BAG ist…

    Stattdessen muss – wenn man schon überall den “Gender-Blick” draufhaben will – ganz knallhart geguckt werden, was wichtig ist und was nicht. Das heißt, Gender-Aspekte müssen auf den tatsächlich interessanten Teil konzentriert bleiben und es darf nicht dazu kommen, dass alles und jedes unter dem Gender-Aspekt betrachtet wird. Das wäre nämlich nicht nur blödsinnig und Ressourcenverschwendung, sondern würde andere wichtige Gender-Themen in den Dreck ziehen.

    Vollkommener Blödsinn wären z.B. Fragen danach, ob männliche oder weibliche Nazis unterschiedlich ernst genommen werden. Das wäre nur spekulativ und würde in der Konsequenz überhaupt nix bringen, weil was sollte man dagegen tun? Kampagne “Frauen können auch Nazis sein” oder was…? Also, dann lieber (wie gesagt) angucken, welche Zielgruppen Präventionsprojekte ansprechen. Das wäre mal wirklich interessant und dann könnte man sehen, ob man woanders nicht auch noch Geld reinstecken müsste oder auch nicht. Oder auch nicht! Ich möchte einmal erleben, dass eine BAG Frauen o.ä. feststellt, dass es zu einem bestimmten Thema einfach keine vernünftige zielführende Genderperspektive gibt. Das ist aber m.W. noch nie geschehen und spricht eigentlich Bände.

    Da verweist man dann (wie Julia) auf genanet, die einem erzählen wollen, dass überall im Detail der Gender-Teufel steckt. So z.B. bei den Themen Biodiversität oder sogar Wasser (Zitat genanet: “Von Wasser-Interventionen und Wasserpolitiken, die auf dem Wissen aufbauen, wie und warum Menschen ihre Entscheidungen über die Nutzung von Wasser zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse treffen. Frauen und Männer haben unterschiedlichen Zugang zu Macht und Ressourcen Arme Frauen benutzen häufiger als Männer oder besser gestellte Frauen gemeinschaftliches Eigentum wie Flüsse oder Seen.”) Aha.

  33. Martin,

    bin hocherfreut zu lesen, dass sogar Du schon
    feststellst dass es wichtige Gender-Themen gibt.

    “Das heißt, Gender-Aspekte müssen auf den tatsächlich interessanten Teil konzentriert bleiben und es darf nicht dazu kommen, dass alles und jedes unter dem Gender-Aspekt betrachtet wird. Das wäre nämlich nicht nur blödsinnig und Ressourcenverschwendung, sondern würde andere wichtige Gender-Themen in den Dreck ziehen ”

    Was ich nur mal gerne von Dir wüsste, ist, was Du als “tatsächlich interessant” definierst und welche Kriterien in Deinen Augen dann wichtige Gender-Themen von unwichtigen unterscheiden helfen.

  34. Wenn jemand Skins haßt, ist das verständlich.

    Wenn jemand Nationalsozialisten, also soziale Nationalisten nicht mag, auch ok.

    Aber jetzt hat man schon Angst vor weiblichen Nationalsozialistinnen?

    Also Bitte.
    Ist ja lächerlich.

    Würden Sie dieser Frau einen Raum vermieten?
    Ja, warum denn nicht?

    Die ist doch echt hübsch.

    http://julia-seeliger.de/wp-content/uploads/2008/02/nazi_frau.png

    Also wenn ich da an die Merkel oder an eine verkokste Punkerin denke…..*schauder*

    Da wüßte ich schon, wer draußen bliebe.

    XD

  35. Würden Sie diesem Herrn einen Raum geben?

    http://www.newspiritualbible.com/sitebuilder/images/Lama_Nazi_2-381×415.jpg

    ODer denen?

    http://www.riehle.org/living-places/berlin/gallery/2005/2005-06-05-a/subway-05.jpg

  36. Und mal ehrlich, wenn man die Wahl zwischen einer nationalen Sozialistin und einer Punkerin hätte, so kann nun jeder für sich beantworten welche er selbst oder ich nun zB zur Frau nehmen würde.

    Eine ns Frau

    gepflegtes Äußeres
    gesund
    gebildet
    heimattreu
    kokst und sauft nicht
    mag Kinder und zieht sie auf
    steht zu ihrem Mann
    ist gegen Globalisierung und Umvolkung

    Eine Punkerin

    schmutzig und verwildert
    krank, verkokst und versoffen
    stiehlt und brandstiftet
    primitiv und brutal – genau wie Skins
    Nestbeschmutzerin
    mag keine Kinder – deutsche Kinder schon gar nicht
    läßt die eignenen Kinder während ihrem Rausch in der Wohnung verhungern
    steht lieber zu ihrem Dealer und kennt den Vater ihrer eigenen Kinder nicht
    Hat politisch nur Umvolkung, Afrika, Israel und das Ausbomben von Dresden durch Bomber Harris im Sinn

    usw. usv.

  37. Um’s “zur Frau nehmen” geht’s ja in diesem Kontext nicht. Ansonsten solltest du wissen, dass du diese Frauen auch noch fragen solltest, ob sie dich “zum Manne nehmen” wollen.

  38. @Julia

    Um’s “zur Frau nehmen” geht’s ja in diesem Kontext nicht.

    Stimmt.

    Aber nach der Frage, ob man dieser Frau einen Raum geben würde, wäre dies die nächst zu folgernde Frage gewesen.

    Ansonsten solltest du wissen, dass du diese Frauen auch noch fragen solltest, ob sie dich “zum Manne nehmen” wollen.

    Ja. Das ist selbstverständlich.
    Eine Partnerschaft kann nur funktionieren, wenn beide Partner miteinander harmonieren.

    ps

    Da der 1. Link in meinem 2. Beitrag nicht funktioniert, will ich allen mitteilen, daß darin der Dalai Lama mit ganz bösen Symbolen zu sehen gewesen wäre.