Julia Seeliger



37 Responses to ““Grüne Marktwirtschaft” – Das tut einfach nur noch weh!”

  1. Ausbeutung hat bei den Neoliberalen doch System. Nicht nur Discoutner, siehe PIN.

  2. Alles eine Frage der arbeitsrechtlichen Standards und der Stärkung der Mitspracherechte der Beschäftigten bzw. der innerbetrieblichen Demokratie.

    Tja – aber manche raffen es einfach nicht.

  3. Da kann ich ja nur hoffen, dass arbeitsrechtliche Standards nicht noch weiter herunter geschraubt werden.

  4. warum leute da einkaufen? weil’s billig ist und es das ein oder andere markenprodukt gibt, dass es bei aldi nicht gibt.
    warum da leute arbeiten? weil die bezahlung bei den anderen discountern noch schlechter ist.

  5. Ich denke auch, dass Boykottaufrufe nicht viel taugen. Vielmehr müssen einfach gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, in denen Mitarbeiter besser geschützt sind.

  6. Liebe Julia. Sachlich teile ich deine Einschätzung, dass die Forderung nach einem Boykott nur eine populistische Forderung in Bild-Zeitungsmanier ist. Um desto weniger kann ich allerdings verstehen, dass Du allen Ernstes der Meinung bist, das Oswald Metzger bei den Grünen hätte bleiben sollen. Jemand der in einer solch perfiden Art und Weise auf Hartz-IV Empfänger eintritt passt für mich bestens in die CDU – abgesehen von neoliberalen Anwandlungen die in unserer Gesellschaft zum System LIDL/ Aldi etc. geführt haben…

  7. Warum man da arbeitet? Wegen Hartz4, “Zumutbarkeitsregelungs”dingsbums, weil man gezwungen ist, jeden Job anzunehmen, weil man nicht eloquent und weltgewandt und gebildet ist. Warum man da einkauft? Vielleicht, weil Deutschland mittlerweile das EU-Land mit den geringsten Löhnen und Lohnzuwächsen ist? Weil man sich Supermärkte nicht leisten kann, wo die Leute ordentlich und ethisch behandelt werden, weil das mehr kostet? (Das sind übrigens alles Dinge, die Oswald Metzger (ex-Grüne) gestern in der BILD ausdrücklich nochmal gefordert hat. Ihm sind Löhne und Hartz4 wohl noch zu hoch.). Tja, erst kommt das Fressen, dann die Moral.

    Was den Boykott angeht, bin ich zwiegespalten. Jenseits von staatlichen Eingriffen und dem kurzen PR-Gau wäre es das einzige, was die Leute, die das alles ganz bewusst zu verantworten habe, vielleicht treffen würde: Rote Zahlen. Oder ein richtiger wochenlanger Streik, der weh tut, aber nicht der Konsumenten, sondern der Arbeitnehmer bei Lidl. Aber dafür ist Verdi wohl zu zahm, und zu ängstlich und zerstritten, und die Lidl-Leute lesen dann in der Bild, dass ein Streik nix bringt, sondern schadet, und lassen es dann lieber. Und ja, auch bei Schlecker siehts wohl nicht sehr viel anders aus, oder bei Aldi, und wen schert das denn schon. Die Chefs schaffen Arbeitsplätze: Supi! Fördern auch mal dies und das, Businessuni hier, Stiftung da: Bravo! Und wir haben nun mal die Globalisierung, da müssen die halt mal den Menschenwürde-Gürtel bischen enger schnallen, diese Lidl-Kassierer.

    Aber es können sich eben viele gar nicht leisten, zu boykottieren, und die paar ekligen Lohas, die immer von der “Macht des Konsumenten” fabulieren, gehen da ja wohl sowieso schon nicht shoppen. Passt nicht zu ihrem Wohlfühl-Lifestyle, die traurigen Gesichter an der Kasse.

    Was die staatlichen Eingriffe betrifft: Wir haben eine CDU-Regierung, und “sozial ist, was Arbeit schafft”, und überhaupt, “was müssen diese dummen Prols denn auch immer Zigarretten rauchen und Tätowierungen haben, selber schuld”, sowas kommt doch bei manchen Neugrünen insgeheim ganz gut an, oder? Es wird immer hässlicher hier.

  8. Ausbeutung hat bei den Neoliberalen doch System. Nicht nur Discoutner, siehe PIN.

    Aber mehr als Hetze hast Du schon drauf?

    Der einzige, der bei PIN wirklich ausgebeutet hat, das ist der Staat. Und zum Dank gibt’s dann noch ein arbeitsplatzvernichtenden, marktfeindlichen Mindestlohn, der schnell mal zehntausende Jobs vernichtet. Aber da ist natürlich der böse Kapitalismus dran schuld. Mann, in welcher Welt lebt ihr nur?

  9. Hallo Mankel,

    derartige Einstellungen gibt es leider überall. Aus diesem Grund wurde die “menschenfeindliche Einstellung gegenüber sozial Unterprivelegierten” auch in die Liste der Einstellungen, welche unter “Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit” geführt werden, aufgenommen.

    Praktisch zu Metzger: Wie sich jetzt zeigt, sind meine Bewertungen, dass es der Mann in der CDU nicht leicht haben wird, eingetreten. Ich bin überhaupt keine Freundin der CDU, aber rein neoliberal ist die auch nicht. Obgleich: Die Gründe, warum Metzger da nicht so gut ankommt, sind wohl noch andere, das mit den Hartz-IV-Empfänger/innen wird von einigen vielleicht auch nur vordergründig angeführt von den Freund/innen derjeniger, die selbst für den Bundestag im Wahlkreis Biberach kandidieren wollen.

    Metzgers Meinungen und seine Anträge hatten nach meiner Einschätzung wenig Auswirkungen auf die Politik der grünen Partei. Insofern wäre es aus meiner Sicht unwichtig gewesen, ob er Mitglied bleibt oder nicht. Der Wind, der um ihn gemacht wird, ist übertrieben.

    Metzger aber am besten im Metzger-Thread diskutieren.

  10. Aber ihr könnt euch das Phrasengedresche ja leisten. Gerade Grüne gehören ja der Ober- bzw. oberen Mittelschicht an und haben vom Leben am Existenzminimum soviel Ahnung wie der Fisch vom Atmen. Papa und Mama sind schließlich immer da, gell?

  11. Tja, dieser Boykottaufruf ist doch scheinheilig. Dass LIDL so mit seinen Mitarbeitern umgeht ist seit dem Schwarzbuch LIDL bekannt, z.B. das mit den Stirnbändern … hat es da jemanden von der grünen Führungsriege gestört? Nein!

    Es waren unsere eigenen Gesetze, aufgrund derer sich Nokia mit Subventionen füttern lassen konnte und es ist das Versagen der Politik dass Zustände wie bei LIDL (und genug anderen Arbeitgebern!) bestehen.

  12. Warum man da arbeitet? Wegen Hartz4, “Zumutbarkeitsregelungs”dingsbums, weil man gezwungen ist, jeden Job anzunehmen, weil man nicht eloquent und weltgewandt und gebildet ist. Warum man da einkauft? Vielleicht, weil Deutschland mittlerweile das EU-Land mit den geringsten Löhnen und Lohnzuwächsen ist? Weil man sich Supermärkte nicht leisten kann, wo die Leute ordentlich und ethisch behandelt werden, weil das mehr kostet?

    Ja – sag das mal der Kerstin.

    Aber dafür ist Verdi wohl zu zahm, und zu ängstlich und zerstritten, und die Lidl-Leute lesen dann in der Bild, dass ein Streik nix bringt, sondern schadet, und lassen es dann lieber.

    Dafür braucht’s demokratische Mitbestimmung im Betrieb. Die Gründung von Betriebsräten wird aber – wie bekannt – systematisch verhindert.

  13. PS: Das Schwarz-Buch LIDL kam am 10. Dezember 2004 raus – eine Reaktion darauf habe ich weder auf gruene.de noch auf gruene-bundestag.de gefunden …

  14. Uff, den Metzger-Thread will ich mir jetzt aber nicht antun. Aber noch ein kurzer Kommentar: Ich hab mal bei SPON das Disk-Forum zu schwarzgrün angeschaut, und da gabs schon ganz ganz viele angebliche oder echte Grünenwähler, die über seinen “Rausschmiss” sehr “enttäuscht” waren, weil er ja so ein “pragmatischer”§ “Realist” mit “Sachverstand” sei, und so “nachhaltig”, und jetzt ja die “Weltverbesserer” wieder das Sagen hätten, etc. Also intern mag er vielleicht wenig zu sagen gehabt haben, aber nach außen hat er wohl schon ein neues grünes Image mit geprägt. Gab es eigentlich jemals Diskussionen zur INSM bei den Grünen?

  15. Das ist Schwachsinn. Ich bin ARM seit geburt und trotzdem Grüner.
    Und PIN war ein Schrottunternehmen welches miesen Lohn gezahlt und unzuverlässig Post zugestellt hat.

  16. Boykott ist das was die BürgerInnen machen können – wenn sie denn wollen.
    Gesetze bzw. Gesetzesinitiativen sind das was PolitikerInnen machen können – wenn sie denn wollen.

    Wenn eine Politikerin zum Boykott aufruft ohne zugleich….na ihr wisst schon… passt irgendwie nicht.

  17. Genau – unpolitisch.

  18. Das Trackbacken scheint nicht mehr zu funktionieren, sonst würde hier stehen, dass ich deine Boykottboykott-Idee aufgenommen habe. Finde das, was Du oben als Punkte nennst, ziemlich genau richtig.

  19. Das Trackbacken scheint nicht mehr zu funktionieren

    Das ist mir auch schon aufgefallen, dass keine Trackbacks mehr kommen. Liegt wohl an Bad Behavoir oder anderen, restriktiven, Spamschutz-Servereinstellungen.

    Finde das, was Du oben als Punkte nennst, ziemlich genau richtig.

    Danke – und auch für die Weiterverbreitung der Kritik. Das muss ja mal diskutiert werden. Manche wundern sich ja, warum uns Grünen häufig wenig wirtschaftspolitische Kompetenz zugeschrieben wird. Mich wundert das angesichts einer solchen Politik gar nicht.

  20. marco, tut mir leid, du hast echt wenig ahnung. fische atmen und genug grüne wissen wie das leben am existenzminimum sich an fühlt. grüne gehen damit vielleicht anders um. ein fisch atmet übrigens bloß anders als du.
    außerdem, was willst du denn eigentlich? schon mal überlegt, wie oft man sich in 2 aufeinanderfolgenden kommentaren widersprechen kann?

  21. Don’t feed the Troll.

    😉

  22. Ich hab mal bei SPON das Disk-Forum zu schwarzgrün angeschaut, und da gabs schon ganz ganz viele angebliche oder echte Grünenwähler, die über seinen “Rausschmiss” sehr “enttäuscht” waren, weil er ja so ein “pragmatischer”§ “Realist” mit “Sachverstand” sei, und so “nachhaltig”, und jetzt ja die “Weltverbesserer” wieder das Sagen hätten, etc.

    Alles klar – danke für den Tipp!

  23. Don’t feed a politician.

  24. tihi :-) Mjam, lecker!

  25. Gibt es irgendeinen Boykott-Aufrauf, der wirklich Wirkung gezeigt hätte? Außer Awareness für den Aufrufer, vielleicht? 5 Minuten-Beachtung?

    Nachhaltig geht anders.

    Warum Leute da einkaufen? Nun, geh mal dahin und mach den Einkaufskorb voll und geh woanders hin und beobachte den Inhalt des Geldbeutel.

    Und: Man könnte durchaus einmal Arbeitsbedingungen im Einzelhandel sich ansehen. Ja. Vor allem der nicht – ver.di-Mitglieder, weil Teilzeitkräfte. All die armen 1Euro, 3Euro, 400Euro Jobber.

    Wär’ mal ein Politikfeld. Ein Grünes, ohne ideologische jutentaschen-erschrecktes Zugehen auf vielleicht Drangsalierte.

  26. “Warum Leute da einkaufen? Nun, geh mal dahin und mach den Einkaufskorb voll und geh woanders hin und beobachte den Inhalt des Geldbeutel.”

    Es stimmt leider, dass viele Grüne von dieser Lebensrealität keine Ahnung haben. Denn geht man nicht zu Lidl, dann geht man zu anderen Discountern und da gehts den Angestellten nicht unbedingt besser. Schlussfolgerungen aus dieser (permanenten) Sachlage:
    1.) Der Staat muss Rahmenbedingungen schaffen, dass abseits von Privatklagen gegen den Arbeitgeber, welche immer für Zoff sorgen und riskant sind, ein staatliches Einschreiten bei solchen Angelegenheiten möglich ist.
    2.) Die Gewerkschaften sind nach wie vor wichtig, wenn es darum geht, die Interessen der wirklich Malochenden (SupermarktkassiererInnen, PflegerInnen, MüllwerkerInnen, FließbandarbeiterInnen) zu vertreten.
    3.) Wir Grünen haben nicht dadurch ein soziales Profil, dass wir einfach nur “Mehr Hartz IV!” fordern. Wir müssen unser Augenmerk auch auf die legen, die einfache Arbeiten verrichten und immer häufiger von Arbeitgebern geknebelt werden. Es ist doch ein Witz: Permanent kümmern wir uns um “Fair Trade” etc. und sind ganz stolz, dass der Kaffeebauer ja ordentlich was vom Gewinn abbekommt und hier zu Hause kaufen die Leute dieses und anderes Zeug in Läden, die ihre Mitarbeiter knebeln und bespitzeln.

    Und, gehört nicht wirklich hier herein: Ceterum Censeo, der staatliche Mindestlohn muss her!

  27. Äh, der “staatlich festgesetzte Mindestlohn”, sonst gelte ich nachher noch als Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens :-).

  28. Martn, wir sind uns einig (abgesehen von der Abqualifizierung der ausgebeuteten Kaffee-Bauern, aber das war ja nur ein Nebenaspekt)!

  29. da stimme ich dir nicht ganz zu. boykott kann eine sehr gute methode sein, um wirtschaftunternehmen die grenzen ihrer machenschaften aufzuzeigen. erinnere da z.b. an die brent spar. abgesehen davon, dass ich eh nicht bei lidl einkaufen gehe, bringt der ganze öffentliche druck auf lidl dieses unternehmen dazu, damit aufzuhören. die masse der menschen hat daovn jedenfalls nichts gewusst.
    Um als fazit das konzept grüne marktwirtschaft durch den kakao zu ziehen: da haust du schon mit dem ganz großen hammer zu.

  30. Das Meiste ist ja schon gesagt zum Thema, deswegen kann ich mir ausschwafelndes Gelaber dazu sparen. Dennoch: Man kauft bei Lidl und Aldi ein, weil man muss, denn das Geld reicht einfach nicht für den Einkauf beim “Basic” oder im Reformhaus. (Wobei: Bei den angestiegenen Käse- und Milchpreisen muss ich immer noch schlucken bisweilen.)
    Das ist halt eines der Dinge, die man mit einem Budget von 347 Euro: Wie komme ich am Besten bis zum Ende des Monats hin? Da fällt dann sowas wie der Wochenmarkt oder das Reformhaus automatisch flach und andere Supermärkte haben bisweilen nun auch nicht das billigste Angebot bei ihren Eigenmarken. Insofern: Wenn man keine andere Wahl hat… (Klar, man kann auch bei den Tafel-Läden einkaufen gehen oder sich da anstellen. Da greift aber die Schwellenangst…)
    Und um First Technician Arnold J. Rimmer zu zitieren: “Every culture is only three meals away from revolution.” (Nein, das schlagt selbst in der Wikipedia nach, wer das ist. ;-))
    Ad Astra

  31. Äh, der “staatlich festgesetzte Mindestlohn”, sonst gelte ich nachher noch als Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens :-).

    Genau. Damit sich in Ostdeutschland die Leute endlich wieder selbst die Haare schneiden müssen. Und die Leute nicht mehr Arbeitgeber “unterdrückt” werden, sondern von der ARGE, die dann die Wohnung inspiziert.

    da stimme ich dir nicht ganz zu. boykott kann eine sehr gute methode sein, um wirtschaftunternehmen die grenzen ihrer machenschaften aufzuzeigen. erinnere da z.b. an die brent spar.

    Vor allem ein Lehrstück über die Machenschaften von Greenpeace und wie einfach Leute zu gewalttätigen Aktionen gegen ein Unternehmen aufgehetzt werden können. Ich bin der Letzte, der grundsätzlich Shell verteidigen würde, aber bei dem Thema hat Greenpeace mit falschen Karten gespielt.

  32. Wie Christoph weiter unten schreibt, ist das Brent-Spar-Beispiel nicht ganz gut.

    Vier Wochen Boykott sind schon etwas lächerlich, findest du nicht?

    Und wenn du meinst, dass die meisten Menschen das nicht wussten, wäre es da nicht besser, auch gesetzliche Regelungen zu fordern (und darüber nachzudenken, wie diese einzuhalten sind), um wirklich die Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen?

    Drittens: Wo zieh ich das Konzept der Grünen Marktwirtschaft durch den Kakao? Ich kritisiere zwei derjenigen, die das Ursprungspapier geschrieben haben – wir wir alle wissen, ist das Papier aber in der Zeit bis zum Parteitag, und auch noch auf dem Parteitag, massiv verändert worden. Das Konzep der “Grünen Marktwirtschaft” kommt auch nur in der Überschrift vor. Meine Kritik geht eher dahin, dass Boykottaufrufe für eine “kompetente, moderne, grüne Wirtschaftspolitik” nicht ausreichend sind.

    Vor allem würde ich auch gerne mal wissen, was in der Fraktion mit dem Papier gemacht wird, wenn das, was von dem Beschluss an die Öffentlichkeit gerät, Boykottaufrufe sind.

  33. Der Boykott ist ein ganz einfaches Widerstandswerkzeug für den mündigen Bürger, insofern will ich diesen nicht ganz in Bausch und Bogen verdammen. Der Effekt von Boykotten lässt sich für jeden einzelnen auch genau beziffern => nämlich genau die Summe welche man in dem betreffenden Unternehmen ausgibt. Soviel zum Thema Wirkung.

    Wirkungs und m.E. nach allerdings witzlos sind Boykottaufrufe von PolitikerInnen welche zugleich eigentlich ganz andere Möglichkeiten bei der Hand hätten gegen die zu beklagenden Umstände vorzugehen.
    Das ist z.B. im Fall “LIDL” der Fall.

    Der Fall “Nokia” hingegen war noch eine Spur abstruser. Die Globalisierung als eine Art Herausforderung zu sehen der man sich optimistisch stellen sollte und zugleich globalisiertes Verhalten eines multinationalen Konzerns mit Boykottaufrufen zu begegnen – ist absurd und beschädigt m.E. nach sogar das Instrument des Boykotts.

    Was das einkaufen angeht: Wer nur noch die Wahl zwischen Pest oder Cholera hat der sollte es (vorsichtig gesagt) bei ALDI versuchen. Meine Verlobte hat dort lange gearbeitet und berichtete zumindest über eine vergleichsweise hohe Vergütung. Ansonsten sollten wir vielleicht einmal (als Zwischenschritt) über ein partielles Grundeinkommen diskutieren welches sich auf Lebensmittel bezieht. Mal so als spontane Idee.

  34. Gesetzliche Regelungen tun hier auf jeden Fall Not, nur sie müssen auch eingehalten werden. Das Bespitzeln von MitarbeiterInnen ist ja jetzt schon verboten. Insofern hat der Skandal auch etwas Gutes: Andere Unternehmen werden sich hüten, in nächster Zeit ähnliche Praktiken einzusetzen und die Menschen achten hoffentlich wieder mehr auf ihre persönlichen Freiheitsrechte. Lidl ist ja wirklich mächtig unter Druck.

  35. […] schaut man zum Thema am besten nicht nur in “Lidls schöne blaue Augen” (weshalb mehrere Grüne sich zurecht gegen populistische Boykotte ausgesprochen haben), sondern gleich auf Spiegel […]

  36. […] Julia Seeliger weist nun darauf hin, dass unsere Bundestagsabgeordnete – und wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion – Kerstin Andreae einen Vier-Wochen-Boykott von Lidl fordert. Und Julia hat völlig recht damit, dieses zurückzuweisen. Auf den ersten Blick mag der Vorschlag logisch erscheinen: ein Wirtschaftsunternehmen hält sich nicht an den ordnungspolitischen Rahmen, wird a. juristisch belangt und b. symbolisch auch von VerbraucherInnen-Seite mit Missachtung – sprich: Kaufboykott – bestraft. Danach gelobt es Besserung und alles ist wieder grün und sozial in der Marktwirtschaft. Wenn es denn so wäre, und wenn derartiges der einzige Grund für einen Boykott wäre. Nur passieren fast jede Woche bei den großen Billighändlern Dinge, die hart an der Grenze zum Illegalen liegen: das zeigen die gewerkschaftlichen Schwarzbücher ebenso wie die entsprechenden Pressemeldungen. (Mal ganz abgesehen von den Bedingungen bei Zulieferer-Firmen in anderen Ländern oder der ökologischen und gesundheitlichen Qualität von billig hergestellten Produkten). […]

  37. […] auch Rechte von Arbeitnehmer/innen gegenüber ihren Arbeitgeber/innen. Das wird bei uns Grünen gerne mal vergessen, jetzt kommt aber langsam Schwung in die […]