Julia Seeliger



69 Responses to “Metzger: E.ON-Verschwörung”

  1. Und jetzt noch die Gewissensfreiheit der Abgeordneten hochgehalten und super!

  2. Ja ja.

    Ich hab das ausreichend als Verschwörungstheorie gekennzeichnet. Warum die Sozen es nicht hinkriegen, vernünftige Internetseiten zu gestalten und diese sicher laufen zu lassen, kann ich dir auch nicht sagen.

  3. ..warum kannst du nicht zu dem stehen, was du denkst Julia, diese unsaegliche Metzger ist nicht nur eine Germanin erster Guete, sie ist auch eine Frau, die anderen Frauen in den Ruecken faellt, sie ist rechts, pressegeil und wie diese Betrachtung zu allem Ueberfluss zeigt, eine Geld- und einflussgeile Unternehmerin mit ‘Atomkraftspin’. Wegen solcher Leute werden Menschen von der SPD direkt zur Linkspartei getrieben, ich zum Beispiel.

  4. ..warum kannst du einfach nicht zu dem stehen, was du denkst Julia, diese unsaegliche Metzger ist nicht nur eine Germanin erster Guete, sie ist auch eine Frau, die anderen Frauen in den Ruecken faellt, sie ist rechts, pressegeil und wie diese Betrachtung zu allem Ueberfluss zeigt, eine Geld- und einflussgeile Unternehmerin mit ‘Atomkraftspin’. Wegen solcher Leute werden Menschen von der SPD direkt zur Linkspartei getrieben, ich zum Beispiel.

  5. Nun ja, Andreas K,

    Das schöne ist, dass du nur selbst wissen kannst, was du selbst denkst – wobei ich da bei dir auch nicht so sicher bin.

    Ich denke: Metzger ist eine “Kommunistenfresserin”, eine rechte SPDlerin, sie und andere diesen Schlags werden eventuell dazu beitragen, dass Koch wieder Ministerpräsident wird.

    Ansonsten denk ich da – bezüglich E.ON – erstmal gar nichts. Ich denke, die Sozen sind zu doof, um schnell Web-Probleme zu lösen. Ich meine nicht, dass die E.ON-Verbindung vertuscht werden soll. So etwas hätte sie eh vor der Presse nicht verstecken können.

  6. Wie häufig muss das jetzt noch sein, blöder Spammer?

  7. Ich finde das gar nicht so unrealistisch, seit ich den Spiegel-TV Beitrag zu den Energielobbyverstrickungen vieler SPDler gesehen habe. Da ist anscheinend einiges im Gange derzeit.

  8. Wir werden sehen.

    Frage mich, warum die Seite nun wirklich offline ist. Vielleicht kann das mal ein/e Mitarbeiter/in von Dagmar Metzger hier hineinkommentieren, dann hätten wir mehr Klarheit.

    Wie gesagt, ich denke aber, dass das schon bekannt war, dass sie dort drin sitzt und dass sie die Webseite nicht deswegen offline genommen hat, sondern, dass die Seite kollabiert ist.

  9. Ich bitte Dich. Meinst Du wirklich, dass die hier reinschreiben würde: “Wir wollten während des Medienrummels Metzgers Engagement im Energiesektor aus der Schussline nehmen?“, wenn es Wahrheit wäre? Tse.

  10. Es wäre netter, als mich abzumahnen.

  11. Und was ist mit dem Nachrücker? Ist der etwa auch gekauft? Es gibt sicher viele gute Gründe, die Ypsilanti nicht zur Ministerpräsidentin zu wählen.

  12. Wie ich schon geschrieben habe: Ich vermute Dilettantismus beim Umgang mit einer großen Zahl von Serverzugriffen.

  13. Danke Julia für die sachliche Analyse.

    Wobei, das hier kann ich nicht so unterschreiben.

    “Metzger ist eine “Kommunistenfresserin”, eine rechte SPDlerin, sie und andere dieses Schlags werden eventuell dazu beitragen, dass Koch wieder Ministerpräsident wird.”

    Vielmehr zeugt ihr Verhalten doch von einer ungemeinen Aufrichtigkeit. Sie hätte auch in der geheimen Abstimmung ganz einfach gegen Ypsilanti votieren und damit eine zweiten “Fall Simonis” schaffen können… Stattdessen bringt Sie in Ihrer Begründung ein klares Beispiel worum es geht. Das ist nämlich nicht die Frage “rechts” oder “links”. Vielmehr gilt es, endlich die “Doppelmoral” in der Politik zu beenden und mit zweierlei Maß zu messen!

    Politik bedeutet nun mal nicht die Macht (und den entsprechenden Einfluss) um jeden Preis zu gewinnen, sondern eine klare (nicht verwechseln mit unverrückbar) Linie zu fahren.

  14. Ok. Da hast du natürlich auch wieder recht. [Politik. Überall Politik.]

  15. Ich denke das mit der Kommunistenfresserin und der rechten SPD eben. Kann ich mir nicht verdenken, das drängt sich auf!

    Ich finde aber, man sollte an ihrer Stelle schon in die Gewissensentscheidung mit einbeziehen, dass so etwas (im schlimmsten Fall Neuwahlen!) Koch wohl wieder auf den Ministerpräsidentensessel heben wird.

    Inhaltlich kann ich wenig finden, was besser passt als rot-rot-grün in Hessen. Leg mal die Wahlprogramme nebeneinander. Schau den Wahlkampf an (bis auf die Koalitionsaussagen). Mindestlohn, Bildung, Ökologie, gegen Studiengebühren, Hermann Scheer … Deswegen erklär doch mal genauer, was du mit Macht meinst!

  16. Das ist unwidersprochen, aber (ich zitiere hier einen sehr guten Post aus einem anderen Forum):

    “der Fehler liegt doch bei Frau Ypsilanti. Für den ihr vorgeworfenen Wortbruch ist weniger relevant, was sie VOR der Wahl gesagt hat, sondern ihr Versprechen, NACH der Wahl, nicht mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Sie hätte am Wahlabend folgendes sagen können: “Die poltische Realität in Deutschland hat sich heute verändert. Es gibt die Linken als politische Kraft in Deutschland, und man muss mit ihnen reden, vor allem wir Sozialdemokraten. Aber bevor wir das tun, müssen die Linken in der Realpolitik ankommen und sich vom Kommunismus verabschieden und die soziale Marktwirtschaft unterstützen! Mit wirren Ideen (wie sie später von Christel Wegner oder Marjana Schacht geäußert wurden), ist keine konstruktive, sinnvolle Politik zu machen”. Aber das hat sie nicht gesagt, das hat Herr Beck nicht gesagt. Diese pragmatische Gradlinigkeit fehlt der SPD. Und deshalb bedurfte es der Gradlinigkeit von Frau Metzger um noch irgendeine Integrität der SPD in Hessen und bundesweit zu sichern.”

    Wenn Koch dann dieses “Theather” Ypsilantis ausnutzen kann, ist das zu bedauern, aber nicht der Fehler von Frau Metzger…

  17. Christian, es gibt auch andere Lesarten, die Metzger nicht ganz so heroisch wirken lassen.

    PS: Wobei Deine Lesart zugegebener Maßen die derzeit medial anerkannte ist. Die Heldengeschichte Metzger hat sich etabliert und ich habe die Befürchtungen, dass selbst wenn gegenteilige Beweise zu Tage treten, sich kaum ein Medium selbst in den Rücken fallen wird. Vor allem nicht dann, wenn es gegen den gemeinsamen Feind, die Sowjets LINKE, geht.

  18. Ich find’s auch komisch, dass jetzt plötzlich von unserer Seite kritisiert wird, dass Druck auf Abgeordnete gemacht wird.

  19. Hmmja. Ich möchte die Elegien des Herrn Spiegelfechter gar nicht in Abrede stellen. Aber was er schreibt, tut nix zur Sache (er wirft gerne mit Rauchbomben). Er erklärt nämlich nicht, warum Frau Metzger das öffentlich gemacht hat. Der bessere Weg um das unterstellte Ziel zu erreichen wäre immer noch die anonyme Ablehnung gewesen. Frau Metzgers Handeln war nicht nur qua Verfassung geboten, aus ihrer Biografie ergibt sich auch eine äußerst plausible Erklärung dafür. Was auch immer machtpolitische Interessen gewesen sein mögen, daran ändert sich nichts.
    Im Übrigen: Eines verwundert mich doch sehr. In dieser Sache scheinen die Gegner von Parteienoligarchie ihre üblichen Basis(Blogger?-)demokratischen Ideale über Bord zu werfen. Auf diesem Blog, beim Spiegelfechter und anderswo wird auf einmal Fraktionsdisziplin gepredigt. Getreu dem Motto: Der “Diener” (Frau Metzger) meines Feindes (Roland Koch) ist mein Feind. Klingt für mich ein bisschen zu sehr nach George Bush, als dass es hier stehen sollte.

  20. siehe oben ^^^^

  21. Im Übrigen: Eines verwundert mich doch sehr. In dieser Sache scheinen die Gegner von Parteienoligarchie ihre üblichen Basis(Blogger?-)demokratischen Ideale über Bord zu werfen. Auf diesem Blog, beim Spiegelfechter und anderswo wird auf einmal Fraktionsdisziplin gepredigt. Getreu dem Motto: Der “Diener” (Frau Metzger) meines Feindes (Roland Koch) ist mein Feind. Klingt für mich ein bisschen zu sehr nach George Bush, als dass es hier stehen sollte.

    Ich hab meine Meinung zu der Gewissensentscheidung oben schon gesagt. Ich verstehe überdies das Problem nicht ganz, das Frau Metzger mit der “Linken” hat, aber das ist ja ihr eigenes Bier.

    Die SPD ist in dem gesamten Vorgang sehr unprofessionell vorgegangen. Das alles wäre nicht passiert, wenn Klarheit darüber geherrscht hätte, wie die einzelnen Abgeordneten nun über die geplante Duldung durch die “Linke” denken. Diese Klarheit wurde offenbar nicht organisiert, sprich – es wurde offenbar nicht bei allen nachgefragt, bevor man mit den Verhandlungen begann.

  22. “Ich verstehe überdies das Problem nicht ganz, das Frau Metzger mit der “Linken” hat, aber das ist ja ihr eigenes Bier.”

    Frau Metzger hat doch ihr Problem mit der Linken auf der Pressekonferenz in aller Deutlichkeit geäußert!

  23. Hi,

    darf ich als langjähriger Grünen-Wähler, der hier hereingestolpert ist, mal zwei Fragen stellen?

    Erstens: warum ist es eine ,,Verschwörungstheorie” um Frau Metzger, wenn man aufzeigt, wie sie ,,eingebettet” ist? Weil das Gewissen dann ein Gschmäckle bekommt?

    Zweitens: wie kommt Herr Büttikofer auf die Idee von Mobbing gegen Frau Metzger zu sprechen?

    Ich frage, weil ich Lehrer von Schülern bin, die sich im Wahlkampf engagiert hatten – gegen Studiengebühren. Jetzt hat diese Position eine klare Mehrheit im Landtag, eigentlich, theoretisch…

  24. Die Seite ist natürlich nicht “zusammengebrochen”. Der Server ist ein Shared-Hosting-Server von Host Europe, der läuft noch hervorragend: Von der dort gehosteten Seite der Bonner Theaternacht 2007 grinst einem z.B. immer noch Bärbel Dieckmann entgegen.

    Es wäre natürlich denkbar, daß Host Europe die Seite abgeschaltet hat, weil das Traffickontingent verbraucht ist, allerdings wäre dann eine etwas professionellere und schickere Fehlerseite wahrschinlich. Überhaupt wäre es unüblich, nicht einfach die Seite online zu lassen und den Übertraffic in Rechnung zu stellen.

    Wenn Dagmar Metzger bestimmte Informationen über sich nicht verbreitet sehen möchte, dann könnte sie übrigens diese Informationen einfach von ihrer Website entfernen, das wäre viel weniger auffällig als die Seite abzuschalten.

    Irgendeine Art von Angriff auf die Seite ist vielleicht denkbar, allerdings wäre in dem Fall wohl eher ein Defacement dort zu sehen. Andererseits könnte das genau so gewesen sein und jemand hat in großer Hast die Peinlichkeit entfernen wollen und dazu gleich alles gelöscht.

    Schließlich könnte das auch alles nur ein technischer Fehler oder ein Versehen sein, und mangels Sachverstand war bisher keine Abhilfe möglich.

  25. Ich meine, dass die E.ON-Unterfirma-Aufsichtsratstätigkeit jetzt nicht so sehr viel zur Sache tut für ihre Position zur “Linken”. Aber, Michael, du hast schon recht – es hat ein G’schmäckle – Metzger (… natürlich auch gegen den Atomausstieg …) hat durch diese Verflechtung mit E.On hat klar anders gelagerte Interessen als zB Hermann Scheer, Ypsilanti, die Grünen und die inhaltlich hierzu passende hessische “Linke”.

    Ob Metzger ihre Meinung zur “Linken” erst in den letzten Wochen geändert hat oder schon früher, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass Ypsilantis Koalitionsaussage war, dass es keine Koalition mit der “Linken” geben wird. Aus Metzgers Biografie könnte sie schon – wenn sie aus Ost-Berlin stammt, bei West-Berlin wäre das an den Haaren herbeigezogen – eine Ablehnung der Zusammenarbeit mit der “Linken” ableiten – ich persönlich finde das angesichts der Zusammensetzung der hessischen “Linke”-Fraktion nicht angemessen, aber es ist Metzgers Gewissen, nicht meines.

    Mein letzter Stand ist, dass Metzger bei der Probeabstimmung, als die bei der SPD das mal abgestimmt haben, ob sie es mit der “Linken” versuchen wollen, nicht da war. Und der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion – dessen Aufgabe es gewesen wäre, sich dann mal telefonisch bei ihr zu erkundigen – hat dann wohl nicht (richtig?) nachgefragt.

    Bütikofer kommt wohl auf die Idee, von “Mobbing” zu sprechen, weil Druck ausgeübt wurde, das Mandat zurückzugeben. Ich finde das nicht sehr überzeugend angesichts des Drucks, der auch auf Grüne – kann man zum Beispiel in Christian Simmerts Buch “Die Lobby regiert das Land” nachlesen – in Zeiten von Rot-Grün ausgeübt wurde.

  26. Ich war nicht da. Berlin als Argument reicht mir persönlich nicht. Es sollte schon Ost-Berlin sein. Aber ich hab in deren Gewissen eh nix reinzureden. Ist nur so meine Meinung.

    Und was hat sie nun konkret gesagt?

  27. Ich denke das mit der Kommunistenfresserin und der rechten SPD eben. Kann ich mir nicht verdenken, das drängt sich auf!

    Ich weiß nicht so ganz, was an der Gegnerschaft zum totalitären Ostzonen-Regime rechts sein soll.

    Aus Metzgers Biografie könnte sie schon – wenn sie aus Ost-Berlin stammt, bei West-Berlin wäre das an den Haaren herbeigezogen

    Man darf offenbar in Berlin wohnen, ohne historische Kenntnisse über diese Stadt zu haben 😉
    Stichworte: Berlin-Blockade, Berlin-Krise, Mauerbau, Mauer. Davon waren die West-BerlinerInnen ja nicht weniger betroffen. Frau Metzger hat in ihrer Kindheit jedenfalls nicht immer zu Weihnachten all ihre Verwandten treffen können, um es auf den vermeintlich banalen Alltag herunterzubrechen. Und sie wird sehr einprägsame Erinnerungen haben, wie denn ihre späteren Besuche im Ostteil abliefen.

    Ich kenne die Dame nicht und kann mich nicht umfassend zu ihrer Motivation äußern. Aber ihre Darstellung ist politisch und emotional absolut nachvollziehbar.

  28. Äh ja.

    Diese Kenntnisse haben sämtliche Menschen, die das Internet bedienen können, Historiendokus kucken oder mal ein Geschichtsbuch gelesen haben. Ich konnte meine Verwandten im Osten übrigens auch nicht besuchen, und meine Familie hat wie unzählige andere auch “Westpakete” geschickt.

    Insofern verstehe ich Metzgers Alleinstellungsmerkmal nicht ganz.

    Wie ich schon angeführt habe, halte ich das Argument für die hessische Landtagsfraktion nicht unbedingt für stichhaltig. Schwieriger finde ich übrigens die Hardcore-DKPisten.

    Emotionalität – okay, wenn du das mit Gewissensentscheidung meinst. Ich kann aber inzwischen auch rationale Argumente verstehen, wie man Metzgers Liebe zur Markt- und Atomwirtschaft mit ihrem Aufsichtsratsplatz in einer Linie sehen kann.

    Oder ist das doch nur eine Verschwörung? Ich kann nicht in Metzger hineinschauen und will es auch nicht.

    Der Diskurs in diesem Blog lässt mich aber zumindest auch ein wenig an Metzgers Glaubwürdigkeit zweifeln – auch wenn sie ehrlicherweise nicht die Gelegenheit hatte, ihre emotional offenbar vorhandenen Vorbehalte in der Probeabstimung deutlich zu machen. Aber “Deutschlands ehrlichste Politikerin”, wie Springer titelte … ich weiß ja nicht.

  29. Ich würde in den Aufsichtsratsposten nicht zu viel hineininterpretieren. M.W. sitzt sie doch als Vertreterin der Kommunen auf diesem Posten, und diese Posten werden im Normalfall nach Proporz unter den Mandatsträgern verteilt. Ein guter Freund von mir, saß beispielsweise als Ratsherr, der über eine Bürgerliste gewählt wurde, ebenfalls im Aufsichtsrat des lokalen Energieversorgers, der auch zu signifikanten Teilen der Thüga gehörte. Im Aufsichtsrat setzte er sich für ökologische Alternativen zur konservativen Energiepolitik des Versorgers ein. Aus dem bloßen Aufsichtsratsposten auf eine energiepolitische Nähe zu einem der Aktionäre oder Gesellschafter zu schließen, ist nicht zielführend. Die Metzgerin als Marionette der Energiewirtschaft darzustellen, ist m.E. sogar abstrus … zumindest nach dem momentanen Kenntnisstand.

  30. Vielleicht ist die E.ON-Verbindung gar nicht die entscheidende. Wobei es ja schon kurios ist, dass sie im Aufsichtsrat der HSE ja neben diversen E.ON-Leuten sitzt. Als ob die kein Interesse daran hätten, bei der lieben Kollegin mal nachzufragen.
    Aber vielleicht ist folgende Story näher dran am wahren Grund:
    Hermann Scheer will am Beispiel des Unternehmens, in dessen Aufsichtsrat Frau Metzger sitzt, seine Öko-Pläne demonstrativ umsetzen.

    Aber just dieses Unternehmen hat sich die Kohle verschrieben. Hierzu gibt es etliche Artikel im Netz (einfach mal “Kohlekraftwerk” und “HSE” googlen). Ein Beispiel:

    Aber achtung! Die Vorfreude vieler, dass die HSE aus dem Kraftwerksbau aussteigt – sie hat sich als falsch herausgestellt. “Über die Hintertür” will man sehr wohl an den Kohlestrom.
    Dagegen sprach sich auch die SPD Darmstadt aus und richtet sich sogar an die (eigenen?) Aufsichtsräte der HSE:
    “Der SPD-Ortsverein Gervinus fordert die Vertreter der Politik in den Aufsichtsräten von HSE und HEAG auf, sich klar und deutlich gegen Lieferverträge mit dem Betreiber des neuen Kohlekraftwerks auszusprechen.”

    Interessant sind auch die Kommentare von HSE-Aufsichtsrat Feuchtinger, der immer wieder betont, dass man von Atom UND Kohle nicht gleichzeitig weg kann. Also klar im Widerspruch zu Scheers Plänen.
    Noch ein lustiges Statement aus diesem Themenbereich: „Ein Aufsichtsrat ist nicht den Bürgern verpflichtet“

    Ach, und so könnte man immer weitererzählen über die Dinge, die man im Netz finden kann. Eine Sache muss aber noch sein, um den Fall Metzger zu verstehen:
    Was ist wohl ihr wichtigstes Thema (laut HR-Online)? Ja, die Bildungspolitik. Na sowas. Eine ausgewiesene Energie-Expertin, die in der Materie “drin” ist – und zum Thema Energiepolitik hat sie keine Meinung? Oder verheimlicht sie diese? Gibt es gar einen Widerspruch zu den Plänen Ypsilantis und Scheers?

    Auf viele Fragen (und noch viele mehr) erhält man derzeit keinerlei Antworten. Und das ist der eigentliche Skandal. Wir als Bürger dieses Landes sollten doch ein Recht haben, dass zumindest mal ein Journalist diese ganze Story unter die Lupe nimmt. Denn eines ist klar: In Metzgers Pressekonferenz war jedenfalls verlogener als alles was die SPD jemals gemacht haben soll. Nur ein Beispiel zum Abschluss:
    Die arme Dagmar leidet so sehr unter der schlimmen Entscheidung der SED (in welchem Zusammenhang steht die eigentlich ganz genau zur jetzigen und künftigen Politik Hessens?), dass sie aus Gewissensgründen nicht ihre eigenen SPD-Parteivorsitzende wählen kann. Aber die Entscheidung der SED, eine Mauer zu bauen, das war für die Dagmar eine ganz schlimme Erfahrung. Sie war an dem Tag exakt zwei Jahre alt.

  31. Hm, aber ich würde diese Kontakte dennoch mal offenlegen. Schadet nicht. Dass man als Kommunalo / Kommunala zahlreiche derartige Posten hat, ist mir bekannt (Sparkassenbeirat, Aufsichtsrat Stadtwerke, etc.)

    Okay, ich schrieb: Schadet nicht. Nicht ganz richtig, könnte die Story halt mit E.ON vernebeln und dann weiß man gar nicht mehr, warum wer was in Hessen gegen die Linke sagt. Ob das jetzt an der Mauer liegt oder an der Energiepolitik.

  32. @Julia

    Ich verstehe überdies das Problem nicht ganz, das Frau Metzger mit der “Linken” hat, …

    Mir kommt da einiges in den Sinn. Etwa die Leute, die von Modrow und Gysie auf dem Gründungsparteitag der LINKEN gegrüßt wurden. Da war dann auch der weißrussische Präsident dabei oder eben der olle Fidel. Welch illustrer Kreis! Welch feinen Freunde, die menschenrechtsbewegten Linken da haben. Kein Fünkchen Protest von irgendwem aus den alternativen Reihen.

    Oder auch solche Aussagen wie diese, nicht etwa von Hinterbänklern, sondern von einem Landesvorsitzenden, Dieter Dehm, geschrieben (http://tinyurl.com/38ta8t):

    „eine allzu gedankenlose Distanzierung vom Mauerbau könnte in Zukunft das Verständnis dahin dogmatisch versperren, wo eine ökonomisch unterentwickelte Region – um mehr Demokratie, mehr Ökologie, mehr Kulturausgaben, mehr Soziales zu wagen – sich abschottet oder etwa die Abwerbung der vom Monopolkapital bevorzugten Kräftigen, Jungen, teuer Ausgebildeten verhindern wollte“.

    Von der Geschichte der SED/LINKEN und ihren personellen Altlasten mal ganz zu Schweigen. Wenn Du das nächste Mal gegen Steuertrickser agitiertst, dann frag doch auch mal bei Gysi an, wo die Millarden der SED hin sind als er deren Voritzender war.
    Würde doch auch ein tolles Pressefoto geben, wenn Du vor der SED/LINKEN-Zentrale posieren würdest, statt nur vorm Kanzlerinnenamt. Soll auch hübsch sein dort.

    Für dich scheinen das alles olle Kamellen und nicht der Rede wert zu sein. So Kram mit dem so Kommunistenfresser -was ein Ausdruck, gibts auch Nazifresser?- halt immer nerven.

    Was ich nicht verstehe, ist, dass Du mit all dem nicht mal ansatzweise ein Problem zu haben scheinst. Wo Ihr euch immer noch auch Bündnis 90 nennt.

  33. So Kram mit dem so Kommunistenfresser -was ein Ausdruck, gibts auch Nazifresser?- halt immer nerven.

    Diese Gleichsetzung finde ich unangemessen. Das weißt du auch.

  34. Das weiß ich, ich seh nur nicht wieso. Stalin, Mao, Pol Pot, Fidel, Ulbricht, Mielke. Wenn die Liste nicht ausreicht, den Kommunismus zu diskreditieren, und eine Kommunistenfresserin zu werden, was brauchst Du noch mehr? Nirgends von Kommunismus ausprobiert wurde sind Demokratie, Freiheit oder Wohlstand gewachsen. Überall Diktatur, Bespitzelung und wirtschaftlicher Niedergang.

    Aber schön abgelenkt. Mir gings ja weniger um den Vergleich, als mehr um die Freundsekreise und Gednkenwelten, in denen sich die heutigen SEDler/LINKEN aufhalten. Und die Frage, wo die Millarden der SED gelandet sind. Vielleicht sogar in Lichtenstein?

  35. Und die Frage, wo die Millarden der SED gelandet sind. Vielleicht sogar in Lichtenstein?

    Man munkelt ja: In Österreich.

  36. Die realsozialistischen Systeme mit dem Nazisystem zu vergleichen bringt das Problem mit sich, dass man damit dem weltgeschichtlich einzigartig Verbrechen des industriell organisierten Massenmordes seine grauenhafte EInzigartigkeit abspricht und es damit relativiert.

    Ich dachte, so weit wären wir hier schon….

    Ansonsten ist das Thema einfach zu umfangreich für eine Blogkommentarfunktion. Ich denke man darf sich durchaus das Recht nehmen die LINKE differenziert zu betrachten. Ein Gebot der Vernunft.

  37. Die realsozialistischen Systeme mit dem Nazisystem zu vergleichen bringt das Problem mit sich, dass man damit dem weltgeschichtlich einzigartig Verbrechen des industriell organisierten Massenmordes seine grauenhafte EInzigartigkeit abspricht und es damit relativiert.

    Ich dachte, so weit wären wir hier schon….

    Das haben wir hier schon siebzehnmal diskutiert. Ohne Ergebnis. Verhärtete Fronten – Weißte doch!

    😉

  38. Der Vergleich spricht dem Massenmord an den Juden keineswegs seine Einzigartigkeit ab. So weit waren wir noch nicht, falsch gedacht.

    Ich kann sagen Nazis und Kommunisten kommen aus der gleichen Ecke, haben beide totalitäre Gesellschaften aufgebaut, kann auf die hunderete von Millionen durch Kommunisten Ermordeter hinweisen und gleichzeitig die Einzigartikeit des Hollocausts betonen.

  39. BTW, Julia. Mein erster Kommentar war keine Kritik, sondern Zustimmung.

  40. Der Allererste? Weiß ich doch!

    :)

    Aber dass die das nicht hinkriegen, da eine funktionierende Website hinzustellen … unprofessionell, unprofessionell … aber das scheint in der hessischen SPD ja Programm zu haben.

  41. Danke an alle,

    besonders durch den Beitrag von Anmerker ist der Thread wirklich ergiebig geworden. Eine Homepage in dieser (!) Weise vom Netz zu nehmen macht man, wenn man ihre Inhalte nicht ändern kann, weil das auch ein Signal wäre. Sie verhält sich, offenbar in Verabredung mit Jürgen Walter, wie Jemand, der unbedingt Hermann Scheer verhindern will. Ich kann nicht verstehen, dass Jemand wie Kahrs, der öffentlch dazu aufruft, die eigene Kandidatin nicht zu wählen, kein Parteiausschluß- verfahren am Hals hat. Daher sieht das für mich mehr denn je nach einer Intrige des rechten Flügels aus. Nicht zuletzt durch das Timing und die Inszenierung mit Hilfe der Medien. Das Medienstahlgewitter, an dem sich auch Büttikofer beteiligte, erinnert doch fatal an den Kultartikel ,,Arschlochalarm” von Schimmeck 1 Tag vor der letzten Bundestagswahl.

    Mit der Linken braucht man ja nicht zu koalieren – feste Absprachen zu bestimmten Themen würden wohl auch reichen. Gerade wenn ihr Schwerpunkt die Bildungspolitik ist vermag diese Überbetonung des Gewissens schon gar nicht zu überzeugen. Im Zweifelsfall ist das Programm, auf dessen Basis man kandidiert hat, auch ethisch gewiß verpflichtender als eine Koalitionsaussage (die z.B. Koch schon nach ca. 2 Stunden gebrochen hat, als er eine Große Koalition andeutete – kein Wortbruch?). Und wenn man, wie Frau Metzger, feststellen muß, dass man die Programmatik nicht umsetzen will, dann gibt man eben das Mandat zurück. Das gilt erst recht für ihren Nachrücker!

    So wird auch Politikverdrossenheit Demokratiever- drossenheit. Die Willensbildung in einer Partei wird in unglaublicher Weise mißachtet. Und das paßt zu 100% zu den Interessen mächtiger Eliten. Welchen Schluß muß man daraus ziehen?

  42. Selbst wenn es “nur” eine Intrige des Seeheimer Kreises ist, so wäre das immer noch etwas anderes als uns die Medien erzählen. Immerhin erfahren wir, dass SPD-Veteran Günther Metzger Mit-Begründer des Seeeheimer Kreises ist.
    Aber das war ja bereits die investigative Bestleistung der versammelten Journalisten-Schar. Mehr gab es nicht. Dabei gibt es doch soviele Anhaltspunkte dafür, dass viel mehr hinter dem Fall Metzger steckt. Warum macht hier keiner was? Ich bin entsetzt.
    Man müsste doch einfach mal diese Frau fragen, was ihre politische Position beim Thema Energie ist! Raus aus Kohle und Atom – JA oder NEIN?! Und schon hat man sie. Aber das will offensichtlich keiner!
    Und ich bin auch über die Grünen in der Hinsicht entsetzt, dass man sich nicht kritisch diesem medialen Spuk entgegenstellt, sondern wie Bütikofer auch noch mitmacht. Es muss doch mal klar auf diese ganzen Widersprüche hingewiesen werden. Frau Metzger wird zur Heldin stilisiert, weil sie ihrem Gewissen folgt, aus Überzeugung einer in ihren Augen guten Sache dient und sich gegen den Fraktionszwang richtet. Weiß keiner mehr, was mit einem Grünen passiert, der SEINEM Gewissen folgen will? Ein Ströbele wird doch in der Öffentlichkeit regelrecht gegrillt, wenn er sagt als freier, seinen Wählern verpflichteter Abgeordnete muss er nicht zwingend einen Kriegseinsatz in Afghanistan befürworten.
    Es macht einfach nur noch wütend.

  43. @fpk
    Is okay. Du darfst gerne darauf hinweisen dass die stalinistischen/maoistischen Systeme totalitäre Massenmördersysteme waren. Tue ich auch. Und in diesem möglichweiser dem nazisystem ähnelten. Wenn gleich übrigens mit einem viel höheren Blutzoll.
    Wenn du zugleich die Einzigartigkeit des Holocaustes betonst.
    Kam nur bei dem Beitrag der mir aufgestoßen ist in dieser notwendigen präzision leider nicht vor.

    Geschenkt. 😉

    So, ich bitte um Entschuldigung für diesen neuerlichen Ausflug ins Offtopic.

    Zu Frau Metzger: Ich möchte noch daran erinnern das den handlungen von Frau Metzger noch etwas vorausging. Eine mißglückte Attacke von herrn Clement. Energielobby.

    Das ist das Problem an Verschwörungstheorien. Sie scheinen immer so logisch? Aber ist auch immer gleich das was logisch erscheint eine Verschwörungstheorie?

  44. Dennis, was soll das? Musst du fpk immer provozieren?

  45. Insofern verstehe ich Metzgers Alleinstellungsmerkmal nicht ganz.

    Es ist ja auch kein Alleinstellungsmerkmal, das haben viele miterlebt oder haben enge biographische Verknüpfungen damit.
    BerlinerInnen in der Regel aber viel intensiver.

  46. so oft wie noetig, dumme Nuss.

  47. Andreas, das ist aber mal wieder nicht sehr freundlich.

  48. muss mal kurz etwas erheiterndes aus Lottmanns blog zitieren, als er naemlich vor kurzem mit Judith etwas verquollen beim Fruehstueck in einem Koelner Cafe sass, geschah folgendes:

    ‘..Ich las weiter im Express. So hieß die Bild Zeitung in Köln. Die Headline des Tages lautete: ‘Dies ist die anständigste Politikerin Deutschlands’, und ein Pfeil zeigte auf eine abgehärmte böse alte Tante mit Dutt-Frisur. Ich erschrak fast bei dem Bild. Aber es war tatsächlich eine Politikerin, und sie war ‘erst’ 49 Jahre alt, angeblich eine neue Parlamentarierin, erst vor Wochen gewählt, eine junge Wilde, eine Rebellin der Hessen-SPD. SIE war es, die die Ypsilanti gestürzt hatte. Und den Kurt Beck dazu. Meine Fresse!
    “Ein Kölsch!” rief ich, wie in Not, und es kam sofort. Man war in Köln. Kein Schreck war zu groß, als daß man ihn nicht schnell mit einem dieser schmalen Gläschen vertreiben konnte…’

  49. Hi,

    ,,Das ist das Problem an Verschwörungstheorien. Sie scheinen immer so logisch? Aber ist auch immer gleich das was logisch erscheint eine Verschwörungstheorie?”

    Nicht solange wir bei nachprüfbaren Fakten bleiben. Dann ist jeder Verweis auf Verschwörungstheorie ein abgefeimter demagogischer Manipulationstrick.

    ,,Man müsste doch einfach mal diese Frau fragen, was ihre politische Position beim Thema Energie ist! Raus aus Kohle und Atom – JA oder NEIN?! Und schon hat man sie. Aber das will offensichtlich keiner!”

    Sehr richtig. Man sehe mal hier (nachdenkseten) nach, da kriegen auch einige Grüne ihr Fett weg.

    Die o.g. Frage könnten doch auch die hessischen Grünen stellen, nicht wahr? Dann wäre Licht im Keller.

    Was mich als Lehrer wirklich fassungslos macht ist die fast perfekte Gleichschaltung der Medien (nein, keine Verschwörungstheorie: die würde abzielen auf den Mechanismus, wie’s gemacht wird. Mich interessiert nur das Ergebnis – und darauf zielt der Begriff ,,Gleichschaltung”!). Offenbar haben wir keine Medien im Wortsinne mehr. Vor 3 Wochen die Geschichte mit der naiven DKP-Tussie (die eben nicht das gesagt hat was fast Alle draus gemacht haben!) mußte schon zu denken geben. Und jetzt das hier!

  50. Hi,

    so, das Thema dieses Threads scheint vorerst beendet.

    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/dagmar-metzger-bleibt-doch/?src=MT&cHash=d646fe81e4&type=98

    ,,Gerüchte, wonach Metzger, die als Justiziarin einer Sparkasse in Darmstadt im Aufsichtsrat eines regionalen Energieversorgers sitzt, ihre Counterstrategie mit dem Ypsilanti-Kritiker Wolfgang Clement (RWE) abgestimmt habe, gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft, wies Michael Metzger zurück. Seine Schwägerin stehe ganz im Gegensatz zu Clement zu der von Ypsilanti und Hermann Scheer propagierten Energiewende für Hessen inklusive Atomausstieg.”

    Das heißt also: sie ist für die Energiewende und macht sie gleichzeitig unmöglich. Weil sie eine handlungsfähige Regierung rot-rot-grün nicht zuläßt. Dafür freut sie sich über die enorme Unterstützung, die sie in diesen Tagen erfahren hat, auch von der vox populi in Gestalt der BILD-Zeitung. Hat sie eigentlich schon Post von Wagner erhalten?

    Und nachdem ich von Anfang bis heute, mal aus Überzeugung, mal aus Gewohnheit, mal als kleineres Übel, immer grün gewählt habe könnte das auch vorbei sein:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-540851,00.html

    ,,Zudem sei ungewiss, was die Grünen machen. Noch stehen sie an der Seite der SPD, aber wie lange noch? Irgendwann könnten sie den Verlockungen einer Jamaika-Koalition ohne Koch erlegen. Auch dieser Tabubruch ist in Wiesbaden nicht mehr unvorstellbar. Schließlich hat die FDP bereits Lunte gerochen: Heftig bezirzt Partei-Chef Jörg-Uwe Hahn seit Freitag seine alten Erzfeinde.”

    Wenn das passiert kann ich den ,,vorsorgenden Staatskarrieristen” (Franz Walter) nur viel Glück wünschen – aber ohne mich!

    Gruß,

    Michael

  51. Nein, die Grünen machen kein Jamaika.

  52. Man kann also vergleichen. Wenn man präzisiert. Danke Dennis. Dieses Kriterium kam in deiner Kritik allerdings auch nicht in der notwendigen Präzision vor.

    Aber geschenkt.

    Und um Offtopic zu bleiben: Sie ähneln sich nicht nur möglicherweise. Sie haben eine grundlegende Gemeinsamkeit. Sie stellen das Kollektiv über das Idividuum (ob das jetzt Volxgemeinschaft oder Klasse oder wie auch immer genannt wird), während die liberale Demokratie vom Idividuum her denkt. Daher kann Dieter Dehm eine “allzu gedankenlose Distanzierung vom Mauerbau” auch ohne große Probleme wenig empfehelenswert finden. Es geht halt um was größeres als die Freizügigkeit irgendeines unbedeutenden Einzelnen.

  53. Jamaika ist auf Bundesebene sogar unmöglich für die Grünen. Dazu bastel ich derzeit an einem Blogbeitrag, reingucken in den nächsten Tagen lohnt sich.

    @Julia
    Ich provoziere fpk eigentlich sehr selten und dieses Mal überhaupt nicht. Du meinst boche, aber mit dem kam ich auch klar. Der kommt wegen dir nicht mehr
    😉

  54. trüffelnfüralle

    Das schönste an der ganzen Sache finde ich die Neuentdeckung der Freiheit des Abgeordneten. Denn so neu ist das ja nicht. Nur fällt mir da der Basta-Gazprom-Gerd ein und die krötenschluckende Claudia, und da fallen mir Kriegseinsätze ein, und Hartz4, und SPD-Abgeordnete, die Merkel zur Kanzlerin wählten, und es fällt mir dann noch ein, dass ja auch die grünen Abgeordneten in Hamburg – ganz theoretisch, rein hypothetisch – eigentlich an keine Fraktionsdisziplin gebunden sind. Wird das jetzt spannend? Sind das dann Deutschlands zweitmutigste Politiker? SPON-Bild, bitte dranbleiben.

    Julia Seeliger wird mir sympathischer, obwohl ich diese “Reformer” immer noch als eine obskure Angelegenheit empfinde. Kannst du nicht mit paar Gleichgesinnten mal diese dickgewordene Führungsriege der Grünen hinwegputschen? Hessen war reif für rot-rot-grün, ja, und alte Politiker des letzten Jahrtausends haben es – noch ein letztes mal- verhindert, zusammen mit den Spin-Spon-Doktoren, und Bütikofer hängt sich da dann auch noch dran, ausgerechnet er. Zeit also für frischen Wind und neue Gesichter und Rezepte. (Und ein neues Nachrichtenmagazin.)

  55. obwohl ich diese “Reformer” immer noch als eine obskure Angelegenheit empfinde.

    Die REFORMER sind nicht zu verwechseln mit den Reformern, die Omid und Anja betreiben. Ein Zitat aus dem Artikel zur Gründung der REFORMER:


    “Es geht ja das Gerücht, dass sich die Realos schon vor Jahren in ‘Reformer’ umbenannt hätten”, erzählt Seeliger. Diese Info sei jedoch in der grünen Basis so gut wie nicht bekannt. Und eigentlich sei das ja auch nicht so wichtig; denn: “Ein Patent auf den Begriff ‘Reformer’ darf es nicht geben!”

    Keine obskure Angelegenheit – kreativer Umgang mit innerparteilichen Pseudo-Fakten.

  56. Lieber Michael.
    Langsam. Das Thema ist nicht beendet? Es hat (in der medialen Diskussion) bisher noch gar nicht stattgefunden!

    “Gerüchte, wonach Metzger … ihre Counterstrategie mit dem Ypsilanti-Kritiker Wolfgang Clement (RWE) abgestimmt habe”

    Wer hat das denn behauptet? In meinen Augen ist das ein klarer Popanz. Und noch was: Wer hat denn diese “Gerüchte” thematisiert? Keiner! Die TAZ ist die einzige Online-Zeitung! Man gebe mal bei Google “Dagmar Metzger Gerüchte Clement” ein.
    Ich würde mal gerne wissen, wer die Frage gestellt haben soll auf die Metzgers Mann hier antwortet. Auf jeden Fall kein mir bekannter Journalist.

    “Seine Schwägerin stehe ganz im Gegensatz zu Clement zu der von Ypsilanti und Hermann Scheer propagierten Energiewende für Hessen inklusive Atomausstieg.”

    Metzgers Mann widerlegt ja gar nicht die entscheidene Grundproblematik: Dagmar Metzger ist im Aufsichtsrat eines Unternehmens, welches weiterhin auf Kohle setzen will und somit GEGEN die Energiepolitik von Ypsilanti & Scheer sowie gegen ein mögliches Rot-Rot-Grün positioniert ist, wonach es den Komplettausstieg geben soll. Und zwar – laut Scheer – insbesondere bei der HSE!
    Zudem wissen wir, dass manch einer in der SPD das Wahlprogramm von Ypsilanti in Sachen Energie für überambitioniert hält. Mich sollte es nicht wundern, wenn ein Herr Kahrs es genauso sieht. Mag sein, dass die in Darmstadt einen wie auch immer gearteten Energiewechsel wollen. Aber der komplette Ausstieg aus Atom UND Kohle – das ist nicht nur für das Unternehmen HSE, in dessen Aufsichtsrat Dagmar Metzger sitzt, zuviel. Gäbe es Rot-Rot-Grün würde Scheer alles durchsetzen, was er sich vorgenommen hat. Zumindest würde er es versuchen wollen. Damit konnte man aber vorher nicht rechnen. Wahrscheinlich wäre Dagmar sowieso eine große Koalition lieber (wie ja allen Seeheimern). Diese Koaltion mit der CDU, aber auch eine mit der FDP hätte nicht mit Scheer stattgefunden. Daher haben wohl viele gedacht “lass die Ypsilanti mal machen…”. Nun ist die “Gefahr” da, und demnach muss gehandelt, sprich Ypsilanti & Scheer verhindert werden. Genau das geschieht.
    Wenn ich noch einmal etwas lese von Mauerbau und so…

    Mir passt der Begriff Verschwörungstheorie im übrigen überhaupt nicht. Gut, vieles ist spekulativ. Aber was soll man machen, wenn Deutschlands Journalisten sich bewußt ihrer Aufgaben verweigern.

    Fakt aber ist:
    1. Die HSE will nicht komplett raus aus Atom und Kohle – zumindest nicht in der Schnelligkeit die Scheer anstrebt
    2. Dagmar Metzger sitzt im Aufsichtsrat dieser HSE
    3. Sie hat sich nirgendwo klar zu dem Vorhaben von Scheer bekannt, aus Atom und Kohle komplett auszusteigen
    4. Scheer-skeptisch sind zudem die Seeheimer, denen sie zuzuordnen ist
    5. Seeheimer wollen im Zweifelsfall lieber Juniorpartner der Union sein, als selber zu regieren mit Rot-Rot-Grün
    5. Dagmar Metzger hat die verlogenste Pressekonferenz seit Barschel abgegeben
    6. Die Medien stört das nicht, sie machen stattdessen aus Metzger eine Heldenfigur
    7. In keiner einzigen Zeitung Deutschlands wurde auch nur einmal auf Metzgers Beziehungen in die Energiewirtschaft eingegangen – kein einziges mal fallen die drei Buchstaben HSE in Zusammenhang mit Metzger.

    Das ist keine Verschwörung, es ist eine Aufzählung von Sachverhalten und Fakten.

  57. Ich stelle den Artikel dann noch mal nach oben. Das dumme ist aber, dass Journalist/innen lieber angerufen werden als mein Blog zu lesen. Und sooo heiße Tipps hab ich dann doch nicht.

    Wie Du, Anmerker, sehe ich die Fakten, denen man – unabhängig davon, dass es in der Kommunalpolitik Usus ist, in irgendwelchen Aufsichtsräten zu sitzen – ja mal Aufmerksamkeit und Rechercheenergie schenken könnte.

    Frage mich wirlich, warum da niemand nach HSE fragt. Kann man die Frau ja mal fragen, ob auch ihre energiepolitischen Positionen – genauso wie bei anderen Seeheimern, in meinen Augen ist dieses Netzwerk ein großes Übel! – etwas mit ihrem Nein zu Ypsilanti zu tun haben.

    Eine Gewissensentscheidung derart zu pervertieren, das wäre nämlich nicht gerade ehrenhaft. Mauertote als Vorwand zu nehmen, das ginge gar nicht. Ich unterstell Metzger das aber nicht, wie könnte ich! Das ist halt das Problem mit Gewissensentscheidungen – kennen wir Grüne ja aus unterschiedlichsten Zusammenhängen gut, die Probleme, die sich hier ergeben.

    Man kann und soll nicht reinschauen. Aber die Frau mal zu ihren energiepolitischen Positionen in die Mangel nehmen, das ist möglich.

  58. Anmerker,

    ich stimme Dir zu. Aber: welche Medien, die öffentlich wahrgenommen werden, sollten diese Diskussion jetzt führen? Das für mich Erschütternde ist doch, dass praktisch Alle die
    ,,…die verlogenste Pressekonferenz seit Barschel …” als Musterbeispiel für Zivilcourage verkaufen. Büttikofer gleich mit; er zieht für mich in eine ähnliche Richtung wie Schröder (Gazprom) oder noch krasser Träger (Hamburg => Bertelsmann).

    Im Übrigen vermute ich dass es außer Metzger noch mehr rechte SPDler im Landtag gibt, die lieber in einer Großen Koalition Juniorpartner wären als dem Ypsilanti-Scheer-Kurs zustimmen zu müssen. Es wurde ja noch nicht ernst; nur ein Bäuerchen aufzufahren hat ja bisher genügt. Ob nun Walter der Spiritus rector war oder ein Anderer ist mir egal. Die Tatsache, dass der rechte Parteiflügel sich das Recht herausnimmt (Kahrs) zur Abstimmung gegen die Kandidatin der eigenen Partei aufzurufen, ohne deshalb vom Parteiausschluss bedroht zu sein (Kahrs, nicht Metzger!) sagt Alles.
    @ Julia Seeliger: ,,Reform” war vor 20 Jahren ein positiv besetzter Begriff. Heute ist es ein Killer-Wort, das für Alles steht, was ein freiheitlich und solidarisch denkender Mensch verabscheuen muß. Es ist sinnvoll ,,Reform”, ,,Ranking”, ,,Qualitätssicherung”, ,,Akkreditierung” und ähnliche geschrottete Begriffe als von Neoliberalen verdorben zu vermeiden. Wo es den Grünen nicht gelingt sich von solchen Kräften hinreichend sichtbar zu lösen werden sie Substanz verlieren. Wähler bringt es wohl kaum. Die würden dann lieber das Original wählen.
    Natürlich soll die grüne Partei auch professionell sein; wenn aber Diejenigen, die an dieser Partei ein vorwiegend biographisches Interesse haben, zu sehr dominieren, wie es im Moment der Fall ist, wird es den Grünen bald genauso gehen wie heute der SPD.

  59. In meinen Augen handelt ein Bütikofer einfach nur opportunistisch. Er müsste ja nicht gleich zur Medienschelte ausholen, oder gar Ypsilanti in Schutz nehmen (damit kann man sich wohl heutzutage nur die Finger verbrennen), aber die Klappe zu halten hätte ja gereicht.

    Tja. Welche Medien? Es würde ja ausreichen, wenn ein einziger Journalist diese Frau einfach mal befragen würde. Und nicht so lächerlich oberflächlich wie bei Report am Montag. “Wieviele Mails haben Sie denn bekommen… bla bla”

    Die Widersprüche ihres Handelns liegen doch auf der Hand.
    Ein weiteres Beispiel für den Konflikt zwischen dem Unternehmen, in dessen Aufsichtsrat sie sitzt, und der Position von Ypsilanti und Scheer: Letzterer schreibt auf seiner Homepage folgendes.

    “Nach der Vorlage unseres Programms mit dem Nachweis seiner wirtschaftlich-technischen Realisierbarkeit wurde die Planung eines 820 MW Steinkohlekraftwerkes der Kraftwerksgesellschaft Main-Wiesbaden (…) spruchreif. Auch diese lehnt die SPD Hessen ab, weil wir Hessen sowohl aus der Atomfalle wie auch aus der Klimafalle herausführen wollen.”

    Die Frage ist: Lehnt auch Frau Metzger dies ab? Die HSE jedenfalls tut es nicht. Das Unternehmen hat sich zwar aus dem Bau dieses Kraftwerks zurückgezogen, aber den Kohle-Strom will es sehr wohl beziehen.

    “Allerdings bleibt der Konzern interessiert an einem Liefervertrag über eine Strommenge von 120 Megawatt aus Mainz. Und genau dagegen richtete sich der Protest der Umweltschützer. Mit dieser Lieferung beteilige sich die HSE weiterhin am klimaschädlichen Kraftwerk. Noch, so Filbert, gebe es aber zu der Lieferung keine Alternative.”

    Filbert ist der Chef der HSE. Ihm gegenüber steht Scheer mit seinen Plänen, wie er im Darmstädter Echo bekundet. Er hat andere Vorstellungen über die Politik von HSE.

    “ECHO: Dann sollte die Heag Südhessische Energie AG (HSE) in Darmstadt jetzt Windräder bauen?
    Scheer: Ja, das sollte sie tun.”

    Windräder als Ersatz für den Kohle-Strom? Das sieht die HSE anders.

    “Wir werden nicht den Odenwald oder die Bergstraße mit Windkraftanlagen pflastern”, sagte Filbert.

    Und für diese HSE sitzt die gewissensbewußte Dagmar im Aufsichtsrat. Wen vertritt sie? Ypsilantis und Scheers Energie-Pläne oder die HSE-Pläne. Ein glasklarer Konflikt.

    Es ist wirklich skandalös, dass man mit ein bißchen Internet-Recherche mehr über den Hintergrund der derzeit wichtigsten Person Deutschlands herausfindet als die versammelte Journaille bis dato zustande gebracht hat bzw. zustande bringen wollte. Man kann sich fast nur wünschen, dass es sich hierbei lediglich um allgemeine Arbeitsverweigerung handelt…

  60. Sie vertritt in erster Linie die Stadt Darmstadt als Besitzer dieser Stadtwerke. Also wer sich hier so riesig über den Aufsichtsrat aufregt, sollte überlegen, wie man es mit der Vergesellschaftung von Energiebetreieben und auch der Mitbestimmung hält.

    Womöglich haben Journalisten diesen Zusammenhang auch durchaus erkannt, aber wittern nicht sofort die böse Energiewirtschaft, die hier jemanden zu Fall bringen will, sondern betrachten den Aufsichtsrat als das was er ist: Ein Kontrollgremium.

  61. Bleib mal auf dem Teppich Patrick.
    Die Vergesellschaftung von Energiebetrieben jetzt hier in argumentative Geiselhaft zu nehmen halte ich für unangemessen. Die Vergesellschaftung von Energiebetrieben soll ja bekanntlich auch nicht so aussehen, Stadträte in die Aufsichtsräte von profitorientierten Privatunternehmen zu setzen.

    Somit vergleichst du gerade Äpfel und Birnen.

  62. Mag sein, aber momentan vertreten sie eben die Gesellschaft und sind nicht einfach gleichzusetzen mit der Unternehmensführung.

    Es geht mir aber auch nicht darum, sondern einfach darum den Aufsichtsrat nicht so hoch zu hängen, wie er hier ein wenig gehangen wird. Eine Diskussion über die richtige Form der Vergesellschaftung wollte ich keineswegs lostreten 😉

  63. Schade :)
    Aber dafür haben wir ja den Stammtisch!

  64. Ganz herzlichen Dank, A.!

    Für die beispielhafte Recherche. Es geht hier ja um die Frage, ob es eine ,,Verschwörungstheorie um Dagmar Metzger” gibt oder nicht, also warum sie so gehandelt haben könnte. Und da sieht man sich ihren Hintergrund an, wie das hier geschehen ist. Ob sie jetzt wegen ihrer Aufsichtsratstätigkeit ihr Gewissen bemüht hat oder aus anderen Gründen ist m.E. unerheblich: wer die Person sieht und ihre ,,Einbettung” hat jetzt ein klareres Bild als vorher. Wolfgang Storz, früher Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, beschreibt das im Freitag meiner Ansicht nach sehr gut:

    http://www.freitag.de/2008/11/08110101.php

    Und da die SPD, wenn sie in eine Große Koalition einträte, mindestens im gleichem Umfang wortbrüchig wäre wie bei einer Duldung durch die Linkspartei (die CDU auch, aber die haben, siehe Storz, eh kein Gewissen) und da die Partei von Frau Metzger ua. in Berlin mit der Linken koaliert bleibt für ihren Appell ans Gewissen kein Platz.
    Und darum dies zu prüfen ging es doch wohl?

  65. Wirklich bemerkenswert, was manche in die Position von Dagmar Metzger hinzuinterpretieren versuchen. Der Kern des Themas ist doch viel simpler: Die SPD besteht traditionell aus einem sehr breiten Mix von Linken mit teils reinrassig-sozialistischen Positionen und einem eher bürgerlichen Lager. Wann immer eines dieser Lager zu sehr in seine Richtung “zerrt”, gibt es eine Gegenbewegung. Dagmar Metzger und Andrea Ypsilanti sind einfach nur zwei Personen, an denen sich dieser Konflikt in Hessen gerade manifestiert.

  66. Hi,

    ,,Der Kern des Themas ist doch viel simpler” – ich denke nicht dass dies der Kern ist. Eine Reihe von politischen Forderungen, z.B. die Abschaffung der Studiengebühren, um nur eine zu nennen, hat eine klare Mehrheit im neuen Hessischen Landtag, aber sie wird zur Zeit nicht realitätsstiftend. Wie das sein kann und welche Hintergründe das hat – darum geht es hier wohl.

    Deine Namenszeile verlinkt auf einen Blog ,,SPD-watch”, der eine leicht erkennbare Tendenz hat. Deshalb wüßte man gerne wer ,,wir” ist und, wenn Du Deinen Namen hier einbringst, wer Du bist.

    Gruß,

    Michael

  67. Ach so,
    dann muß man selbst auch etwas über sich sagen:
    ich bin Lehrer in Hessen und habe Schüler (die sich teilweise aktiv im Wahlkampf gegen Studiengebühren engagiert hatten) auf diesen Blog von Julia aufmerksam gemacht.
    Ziel: die Hintergründe eines politischen Skandals auszuloten…

    Gruß,

    Michael

  68. Hallo Michael

    Aber gerne, bin auch dafür, mit “offenem Visier” zu argumentieren. Zunächst zu Deiner Frage, wer “wir” sind: Wir sind insgesamt fünf Freunde (jaja, welch ein Klischee), die sich für Politik interessieren und über vieles, was in Deutschland (und speziell Hessen, wo wir wohnen) passiert, den Kopf schütteln. Mehr zu unseren Motiven und der Frage, warum wir speziell die SPD auf’s Korn nehmen, haben wir unter http://www.spd-watch.de/2008/03/spd-watch-intern-reaktionen-aus-der-blogosphere-und-mehr/ kommentiert. Vielleicht noch soviel: Wenn inhaltlich passend, schließt unsere Kritik gerne auch mal andere Parteien mit ein, siehe z.B. http://www.spd-watch.de/2008/03/heftige-kritik-an-geplanter-rentenerhoehung/

    Noch eine spezielle Anmerkung zu Hessen: Themen wie Studiengebühren haben bei der Wahl in Hessen ohne Zweifel eine Rolle gespielt. Aber: Viele Hessen (auch aus dem “bürgerlichen Lager”) haben gegen die Person Roland Koch votiert – nicht zuletzt wegen des unsäglichen Wahlkampfs. Und Stimmen, die in Richtung DIE LINKE gehen sind – das zeigen alle Analysen – im Westen zu einem relevanten Teil Proteststimmen. Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es wirklich legitim ist, von einer “klaren Mehrheit” z.B. für die Abschaffung von Studiengebühren zu reden.

    Nota bene: Meine persönliche Meinung zu Studiengebühren ist etwas differenzierter. Ich bin – ganz kurz gesagt – FÜR Studiengebühren, aber auch FÜR eine stärkere Unterstützung von Studenten aus einkommenschwachen Familien aus Staatsmitteln sowie FÜR wesentliche Reformen der Unis. Aber das ist ein Thema für sich und würde den Rahmen hier leicht sprengen. :o)

    Viele Grüße
    Stefan

  69. Michael Bischof

    Sorry,
    ich dachte da käme keine Antwort mehr – deshalb meine Antwort erst jetzt. Ihr fahrt eine klare neoliberale Linie in all Euren Äußerungen. Und Ihr wißt natürlich auch,dass die Anhänger dieser nach meiner Auffassung quasireligiösen Ideologie in diesem Land nirgendwo einer Mehrheit soweit entgegen gekommen sind dass sie diese am Horizont sehen können. Deshalb bemüht sich kein politisches Lager so wie die Neoliberalen darum, andere, scheinbar ,,unabhängige” Menschen vorzuschicken. Und das setzt die wirklich unabhängigen Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft nun einmal diversem Argwohn aus, gerade weil er jeden Tag drastisch bestätigt wird.

    Eure Begründung für den Argwohn gegenüber der SPD kann man nicht teilen. Primäres Versprechen einer Partei, die sich zur Wahl stellt, ist nun einmal deren Programm: was verspricht sie zu tun, falls sie gewählt wird. Und dann erst kommen die taktischen Versprechen, mit wem, mit wem nicht usw.usf. Dieses taktische Versprechen muß von mindestens 2 Parteien gebrochen werden, weil es sonst keine Lösung in Hessen geben kann. Koch hatte kein Problem mit dem Brechen dieses Versprechens, die CDU und die Grünen in Hamburg hatten es nicht – aber gegen die hessische SPD muß ein ,,Gewissen” ins Feld geführt werden?
    Ehrlich gesagt: nach langer Lektüre Eures Blogs habe ich eher den Eindruck, Ihr seid aus dem Lager derer, die Koch weiter regieren lassen wollen, weil das aus der Sicht der von Euch formulierten Linie das Rationalste ist. Das macht aber ,,SPD-Watch” als Titel hohl und, mit Verlaub, verlogen, wie Istvan Nagel das trefflich vorgeführt hat. Ein wirklicher SPD-Watch würde sich um die politische Identität der Sozialdemokratie als solcher sorgen. Ihr wollt dass sie schnell und gründlich davon wegkommt.

    Als Lehrer bin ich strikt für eine allgemeine, freie und öffentliche Bildung und lehne deshalb Studiengebühren und jede minimale Bewegung in Richtung einer Privatisierung der Bildung prinzipiell ab. Da die Grünen in Hamburg sie letztlich akzeptiert haben muß ich jetzt mit jahrzehntelangen Wahlgewohnheiten brechen. Sie sind für mich nicht mehr wählbar. Wenn sie die Bertelsmann-Stiftung für übermächtig halten müssen sie es sagen. Man wüßte dann dass sie so etwas nicht wollen. Im Moment wollen sie es. Schade.

    Gruß,

    Michael Bischof