Julia Seeliger



11 Responses to “Lichterketten gegen Nazis”

  1. Ich glaube “deeskalierend” ist das falsche wort. Das kann ja nur die Polizei sein, oder? Sicher sind Kerzen und Händchen halten nicht aggressiv – aber die Menschenkette war ja auch weit weg vom Geschehen.

    Und nicht zuletzt: Das Gedenken als solches ist auch ein Problem. Bzw. die Motivation dahinter.

  2. Ich meine “deeskalierend” im Sinne von “dass der Polizei die ganze Zeit bewusst war, dass auch die anderen dadrüben die Nazis irgedwie auch nicht wollen und auch keine verkloppten friedlichen Menschen”.

    Da ich aber weder vor Ort war noch aus Dresden bin, kann ich das nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Ich vermutete das halt, so wie die Veranstaltung wahrgenommen habe.

    Deswegen habe ich es auch zur Diskussion in diesem Blog gestellt.

    Zum Gedenken: Da, finde ich, muss man die alten Leute verstehen, gerade, wenn sie die Bombardierung mitgemacht haben. Aber, und: in diesem Artikel hatte ich einen nicht so schlechten Eindruck von den Dresdnern, aber vielleicht hat Andreas Speit auch nur die Guten getroffen.

    Aber, okay, kannst auch recht haben mit deinem Einwand.

    Ich weiß es nicht. Aber ich will es nicht ausschließen, dass diese Menschenkette nicht doch irgendeinen Sinn hatte.

  3. man muss die dinge wohl trennen. Jedem Zeitzeugen gestehe ich sein persönliches Trauma zu und hat auch mein Mitgefühl. Staatlich organisierte Trauer finde ich aber per se dubios. 99,9% der Trauernden haben keinen Grund zu trauern. Das ist mehr dieses “mahnen” – aber was wird da angemahnt? Im Kern doch die Aussage das der Bombenkrieg unrecht war und sich nicht wiederholen darf? Wenn das wenigstens mit einer konsequenten Verweigerung einer Militarisierung der Gesellschaft verbunden wäre…

  4. Was die Verhinderung des Aufmarsches letztendlich möglich gemacht hat, war Konsens über breite Schichten der Gesellschaft – und ausgerechnet die Oberbürgermeisterin der betroffenen Stadt merkt das nicht und stellt dieses Engagement pauschal in die linksextreme Ecke.

    Das ist schon sehr ärgerlich!

  5. “Was die Verhinderung des Aufmarsches letztendlich möglich gemacht hat, war Konsens über breite Schichten der Gesellschaft”

    Wo? In Dresden?

  6. Das ist die Frage hier.

    Nehme an, mit den “breiten Schichten” ist gemeint, dass da noch andere waren als ausschließlich “die Antifa”.

  7. Aber die kamen doch größtenteils von anderswo. Die Dresdner wollten doch vor allem, dass “weder Links- noch Rechtsextreme” – wie das so schön heißt – “Gedenken missbrauchen”.

    Alles andere ist doch für die allermeisten in Dresden zweitrangig.

  8. Wo? Sozusagen physisch in Dresden – aber auch deutschlandweit in den Köpfen weiter Teile der Gesellschaft.

  9. Sorry für die Frage, aber: Warst du schon mal in Dresden?

  10. Ich war leider nicht am Samstag in Dresden, hatte es aber vor. Ich war zuvor schon in Dresden, ja. Warum die Frage?

  11. Ich bin nie in Dresden gewesen, darum bin ich wie die allermeisten Menschen auf Berichte angewiesen. Wenn man sich im Netz dazu umliest, dann wird das scheinbar Einfache komplex.

    Dresden ist ein Puzzleteil im großen Gesamtbild ‘Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur im 20. und 21. Jahrhundert’: 1918, 1933, 1945, 1989, 2010. Als Linksdemokrat versuche ich aus der deutschen Geschichte zu lernen. Die BRD des 21. Jahrhunderts kommt mir inzwischen quasi als Weimarer Republik II vor.

    Der große Kontext ist, dass sich die Gesellschaft, die Politik, die Wirtschaft und die Medienlandschaft im 21. Jahrhundert wieder mehr in Richtung Sozialdarwinismus bewegen. Das Ganze bildet schon ein systematisches Muster.

    Kontraproduktiv finde ich, wenn sich die verschiedenen Seiten, die sich gegen das Nazitum bzw. den Rechtsextremismus engagieren, gegenseitig beharken. Der Erfolg kommt doch vom breitgefächerten Bündnis. Da haben sowohl die Blockierenden, wie die Menschen in der Kette, wie die dahinterstehenden Logistiker der verschiedenen Organisationen Anteil.