Julia Seeliger
  • Funknetzfreie Zonen: Ein großes Problem!

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    28. April 2009 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Dass Grüne in den 80ern gegen ISDN waren und sich gegen den Einsatz von Computern gesperrt haben, ist ja bekannt. Doch auch heutzutage lässt sich in unserer Partei bisweilen Technik-Kritik beobachten, die nicht immer von Klugheit geprägt ist.

    Schöne Beispiele finden sich in den Änderungsanträgen zur BDK. Den ersten Streich machte der KV Fürth mit seinem Antrag, aus dieser Passage (Seite 66 Zeile 10)

    Eine lückenlose Breitbandversorgung ist ebenso wie ein öffentlicher WLAN-Zugang wesentlicher Bestandteil öffentlicher Daseinsvorsorge

    das W-Lan zu streichen.

    Nun gut, dachte ich mir, das ist der obligatorische Anti-Strahlungs-Antrag, wie wir ihn kennen und lieben. Flankiert wird der KV Fürth nun allerdings von der Initiative der – von mir eigentlich sehr geschätzten – umweltpolitischen Sprecherin im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl.

    Einen vermeintlichen Mittelweg bietet Jörg Rupp mit seiner Forderung nach “funknetzfreien Zonen” (PDF) an.

    Der Antrag zu funknetzfreien Zonen:

    einfügen nach nach Seite 66 Zeile 10

    Wir treten jedoch dafür ein, dass in allen Gemeinden funknetzfreie Zonen geschaffen werden. Die Haftungsfrage bei Netznutzung ist dabei so zu regeln, dass künftig der Nutzer haftet, nicht derjenige, der Inhaber eines Zugangs ist. Damit verschwindet der Zwang für jeden, sich einen eigenen Zugang zuzulegen, wodurch sich gerade in eng besiedelten Wohngebieten Zugänge überlappen und die Strahlenexposition sich potenziert. Wenn sich WLANs öffnen, brauchen wir weniger Hotspots = weniger Strahlenbelastung bei gleichem, öffentlichen Zugang zu Information. Die Grenzwerte bei der Strahlungsaussendung sind zu senken, aber gleichzeitig soll man den Netzbetreibern zugestehen, engere Netze zu flechten. Es sollte nur jeweils ein Frequenzband für Funknetze geben.

    Auszug aus der Begründung:

    Gleichzeitig kann man bei kleineren Funkzellen erreichen, dass für elektrosensitive Personen eine Zone der Strahlungsfreiheit belassen wird. Dies können auch für Nichtsensitive attraktive Orte sein, um dort zu wohnen oder sich zurückzuziehen. Eine Mischung aus Wohn- und Freizeitgebiet käme dafür in Betracht.

    Wie man sich denken kann, finde ich keinen der Anträge akzeptabel.

    (Funk)netzfreie Zonen sind zwar in der Tat ein großes Problem – aber auf einer ganz anderen Ebene. Nämlich im ländlichen Raum.


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52 Responses to “Funknetzfreie Zonen: Ein großes Problem!”

  1. “elektrosensitive Personen”, gibts das wirklich? Oder ist das nur ein neues Wort für “Esospinner”?

  2. Das gibt es wirklich. Aber eher nicht im Kontext “W-Lan”.

  3. “Eine Mischung aus Wohn- und Freizeitgebiet käme dafür in Betracht.”

    Ich will doch das Netz gerade im Park haben, damit ich nicht den ganzen Tag in der blöden Unibibliothek/Büro sitzen muss!

    Handys strahlen auch, trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass sich ernsthaft jemand über Funklöcher freut. Und mal ehrlich: davon wird es (auch wenn freies WLAN kommt) in den nächsten Jahren noch mehr geben, als wir uns wünschen.

    Damit verschwindet der Zwang für jeden, sich einen eigenen Zugang zuzulegen, wodurch sich gerade in eng besiedelten Wohngebieten Zugänge überlappen und die Strahlenexposition sich potenziert.

    Das Argument spricht doch eher gegen den Antrag! Statt einen eigenen Anschluss zu haben (der inzwischen fast immer auch ein eigenes WLAN bereitstellt) teile ich mir einen mit 5 Nachbarn, die vorher auch jeder einen eigenen hatten. Habe also nurnoch 1 WLAN statt 6 – wieso potenziert sich da die “Strahlenexplosion”?

  4. In mittelfristiger Zukunft wird Basisdemokratie ja nun hauptsächlich über wie auch immer geartetet Funknetze stattfinden. Insofern schließt man sich dann mit funknetzfreien Zonen von zukünftiger Basisdemokratie aus.

    Bei oberflächlicher Suche bzgl. Elektrosensitivität habe ich als Symptome jetzt zum Beispiel Burn-Out-Syndrom und Fybromyalgie (allgemeine Schmerzen und Erschöpfung). Hm naja…

    Klingt mir persönlich alles was sehr esoterisch.

  5. Das Argument spricht doch eher gegen den Antrag!

    Ich stelle mir auch einige Fragen, Gregor. Deswegen bin ich ja gegen diese Anträge.

    Man sollte noch mehr die unterschiedlichen Stärken unterschiedlicher Strahlungen recherchieren. Und natürlich deutlich machen, welche Strahlung noch so in der Welt herumschwirrt. Und herausarbeiten, was für Infrastrukturen (zB Bleiplatten, wie dick?) für die strahlungsfreien Zonen installiert werden müssten.

    Außerdem sollten sich die Leute mal vorstellen, dass sie wohl noch innerhalb der kommenden Legislaturperiode allesamt W-Lan-Handys haben werden.

    Die von dir genannten Argumente sind aber auch schon sehr gut!

  6. das erinnert mich immer an die Leute, die ganz ganz deutlich die Auswirkungen eines Handysendemasten spüren konnten.
    Dummerweise war ebenjener Mast nie in Betrieb genommen worden.
    Ich reiche den link nach, wenn ich ihn endlich finde.

  7. @w
    Nun ja der Placebo-Effekt funktioniert natürlich auch in die andere Richtung.

  8. der Placebo-Effekt funktioniert natürlich auch in die andere Richtung.

    Wie – ich stelle mir vor, ich hätte W-Lan, und dann ist es auch da?

  9. @Julia

    Ich stelle mir vor W-LAN macht Kopfschmerzen und dann kriege ich auch Kopfschmerzen.

  10. Ich stelle mir vor W-LAN macht Kopfschmerzen und dann kriege ich auch Kopfschmerzen.

    Das ist nicht umgekehrt. Das ist das gleiche wie “Ich stelle mir vor, der Handy-Mast strahlt und dann spüre ich ihn auch”

    /pedanteriemodus aus

    Allerdings nehme ich erst einmal an, dass es diese Sensitivität in irgend einer Erscheinungsform durchaus gibt. Was aber dennoch nicht für die Anträge spricht.

  11. verstehe den ganzen antrag von jörg rupp nicht… was bedeutet in dem zusammenhang “haftungsfrage” nutzer vs. “haftungsfrage” besitzer. und wie sollen 10 leute, die alle gleichzeitig germanys next topmodel gucken wollen, gleichzeitig dies tun ohne dass ihre leitung langsam wird? oder anders gefragt, hat die strahlung was mit der zahl der hotspots oder mit der bandbreite, sprich dem abgerufenen content zutun? wäre es in der logik des antrags also gesünder eine mega leitung zu haben (beispiel fu wo alle rein gehen) als wenn 10 leute eine “kleine” leitung haben?

  12. Ario, die Antragsteller/innen schauen doch nicht GNT!

    By the way: Das Netz auf der BDK ist auch viel zu langsam. Man sollte da mal die Leistung erhöhen, damit alle online sein können, und nicht nur die, die sich privelegiert ein Passwort erschlichen haben 😛

  13. /pedanteriemodus ein

    Placebo-Effekte sind aber immer positiv, darum “umgekehrt”.

    Den negativen Placebo-Effekt nennt man Nocebo-Effeḱt.

    /pedanteriemodus aus

    😉

  14. Den negativen Placebo-Effekt nennt man Nocebo-Effeḱt.

    Ah, so meintest du das – wieder was gelernt, danke!

  15. Kotting-Uhl? War das nicht die mit der steuerfinanzierten Afrika-Reise?

    Und übrigens: “Elektrosensibilität” ist mit absoluter Sicherheit reiner Esoterik-Müll, genauso wie Angst vor Handystrahlen oder Angst für grüner Gentechnik.

  16. Und übrigens: “Elektrosensibilität” ist mit absoluter Sicherheit reiner Esoterik-Müll, genauso wie Angst vor Handystrahlen oder Angst für grüner Gentechnik.

    Damit hast du dein Argument leider selbst entwertet.

    Grüne Gentechnik mag evtl. unschädlich für den Menschen sein (wenn er genetisch manipuliertes Gemüse isst) das räume ich ja ein – wobei das auch nicht bewiesen ist – aber für die Ökosysteme ist grüne Gentechnik auf jeden Fall schädlich, das haben Studien in den USA, zB zur Biodiversität (die ständig zitierten Schmetterlinge) gezeigt.

    Die ökonomischen Auswirkungen (Patente) mal ganz nebenbei gelassen.

  17. Moin,

    kurze Argumentesammlung:

    http://www.bag.admin.ch/themen/strahlung/00053/00673/03570/index.html warnt zwar vor WLANS, hat aber vor allem untendran einen ganzen haufen physikalischer Infos darüber.

    Ausserdem gibt die WHO für die Absorption (SAR) einen Grenzwert von 2,0 W/kg an, laut der liste von dem link liegt der maximale wert für ein access point der mit maximaler datenrate arbeiten fast einen faktor 10 darunter, und die strahlung von wlankarten sogar ein faktor 100.
    Soweit zumindest für die thermische erwärmung, die man im gewebe nicht mal messen kann.

  18. Uiui, soviel Aufmerksamkeit. Also, ich halte es für richtig, ein öffentliches Funknetz zu haben, für freie, am allerbesten kostenlose WLAN-Zugänge. Und “elektrosensitive” ist halt kein Esoterikmüll, sondern man muss die Menschen und ihre Beschwerden bitte ernst nehmen. Insofern halte ich es für zwingend, hier auch einen Freiraum zu schaffen. Es soll ja nicht jeder Park strahlungsfrei werden, sondern nur gewisse, eng begrenzte Gebiete.
    Mit einfachen Überlappungsmessungen sollte sowas bequem einrichtbar sein, so dass am Ende eben nur 98% Netzabdeckung und in ganz bestimmten Gebieten eben keine Netzabdeckung da wäre. Das sollte nicht die Uni, nicht das Stadtschloss, nicht der tiergarten sein. Aber vielleicht der Zoo und der Park am Rand und entsprechende Wohnräume. Das muss noch nichtmal in jeder Gemeinde sein.
    Und dass sich die Strahlenbelastung erhöht, wenn 6 Funknetze strahlen, wo nur eins notwendig ist, ist ja wohl logisch.

  19. “Und “elektrosensitive” ist halt kein Esoterikmüll, sondern man muss die Menschen und ihre Beschwerden bitte ernst nehmen.”

    Nein, eben nicht. Warum sollte man das tun? Man sollte die Menschen lieber aufklären. Aber in einer Partei, die eine Barbara Rütting in den auf der Bayer. Landesliste hat, tummeln sich halt viele Esoteriker (vor allem: Innen)

  20. Ich bitte doch darum, sachlich zu bleiben.

    Jörg, dich bitte ich, ein paar Quellen zu folgenden Fragen nachzuliefern (da du ja einen Antrag geschrieben hast, wirst du diese ja schon recherchiert haben, nehme ich an)

    • Was ist Elektrosensitivität?
    • Wo tritt dieses Problem gehäuft auf?
    • Welche Strahlung verursacht dieses Problem?
    • Wie kann man den Betroffenen helfen?

    sowie

    • Wie lassen sich funknetzfreie Zonen realisieren?
    • Wo gibt es schon Modellprojekte hierzu?

    Fehlen noch Fragen?

    An die anderen: Bitte seid freundlich zu Jörg und versucht es mit Argumenten. Danke.

  21. So einfach ist das also, wenn man die eigene Bequemlichkeit höher einschätzt als Rücksichtnahme. Es bringt niemanden um, wenn es gewisse, wenige Gebiete gibt, in denen es nicht funkt. Und ich bin weder Barbara Rütting noch sonst irgendwie esoterisch verdächtig.

  22. Sorry, Jörg, aber du bist du am Zug.

    Kannst dich natürlich in die Motz-Ecke zurückziehen, aber wir alle hier würden gerne mehr Konkretes über Elektrosensitivität erfahren.

    Ich habe alle Anwesenden gebeten, höflich zu bleiben.

  23. – nichts
    – nirgends
    – sinnlose frage, es gibt kein problem
    – […]
    – indem man kein funknetz aufstellt
    – in somalia

  24. Hallo zusammen,
    also, ich bin ja nicht so sehr der Mobilfunkfachmann, ich habe mich am Rande während meiner 2-jährigen Sprecherzeit der LAG Ökologie beschäftigt. Ich muss das Zeugs erst wieder raussuchen, weil ich die Boookmarks gelöscht habe. Ich wusste noch, dass es eine interessante Sache von der Swisscom gab:
    http://www.buergerwelle.de/pdf/der_widerstand_lohnt_sich.pdf und das zeigt ja, dass es sogar auf Herstellerseite ein Bewusstsein für die Folgen von elektromagnetischer Strahlung gibt. Darüber hinaus weiß ich auch, dass man alles, was man nicht sieht, auch gerne nicht wahrnimmt.

    Die österreichische Sozialversicherung wehrt sich gegen Persilscheine für Mobilfunk:
    http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20080428_OTS0084&ch=wirtschaft
    Interessante Informationen gibt es auf der
    http://www.diagnose-funk.org, so unter anderem dieser hier:
    http://appelle.diagnose-funk.org/positionen/appell-der-russischen-strahlenschutzkommission.html der aber auch
    http://www.kompetenzinitiative.de/
    http://www.elektrosmog-messen.de/wlan-technik.html

    Ich kenne seit jahren diese Problematik, finde die Leute oft auch ein bißchen anstrengend, aber wer bin ich denn, dass ich sie nicht ernst nähme?
    Es gibt Grenzwertverordnungen und dazu Erkenntnisse und widersprüchliche Informationen. Es ist nicht zweifelsfrei festzustellen, dass von Mobilfunk KEINE Gefährdung ausgeht. Daher bleibt mir als Mensch, der sich immer auch dem Schutz der Bevölkerung vor solchen Sachen verpfichtet gefühlt hat – ich komme aus der Anti-AKW-Bewegung – nichts übrig, als mich dafür einzusetzen, dass es Rückzugsräume IN der Zivilisation für solche Menschen gibt.
    Darüber hinaus finde ich solche Rückzugsräume auch sexy und könnte mir schon vorstellen, dass das für eine ganze Reihe von Menschen auch Orte sind, an denen sie lieber wohnen und da auch bewusst hingehen.
    Wie gesagt, ich halte es für nicht machbar und auch nicht okay, Innenstädte, Unis, große Parks, Stadien etc. funkfrei zu machen und plädiere gleichzeitig für eine Grundversorgung mit einem bundesweiten WLAN, kostenlos, meinetwegen steuerfinanziert (Ertrag aus der Versteigerungen von Frequenzen, den Zahlungen, die man als Funker leisten muss, etc.). Aber einen Rückzugsraum zu schaffen – regional wohlgemerkt – im Rahmen einer Abschaltung des Funktnetzes auf vielleicht 1-3 %, halte ich angesichts der weltweit auftretenden Berichte zu Elektrosnsibilität für druchaus angemessen. Das kann man anders sehen, ich weiß.
    Ich bin kein Mobilfunkgegner, trage mein Handy in der Hosentasche und hab trotzdem schöne Kinder.

  25. @Sebanti

    Reg dich mal ab.
    Lass uns auf die Argumente des KV Fürth – ich maile denen mal den Artikel zu – sowie von Sylvia und Jörg warten.

    Auch wenn uns beiden (Dir und mir) das Anliegen sinnlos, unnötig, ja sogar schädlich erscheint, so kann es doch Argumente geben. Wir sollten die Leute nicht mit ruppigen Worten abbügeln, sondern abwarten, was noch für Argumente kommen.

    Das wird im schlimmsten Fall lustig. Im besten lehrreich.

  26. Ario:

    was bedeutet in dem zusammenhang “haftungsfrage” nutzer vs. “haftungsfrage” besitzer.

    Wenn ich mein Netz öffnen würde und da jemand illegal auf Kinderpornoseiten Stoppschild-Seiten rumsurft, dann wird dort meine IP-Adresse gespeichert und ich werde als Anschlussinhaber ermittelt. Wenn das Gericht davon ausgeht, dass ich demnach auch Täter (oder Komplize) bin, hafte ich als “Besitzer”. Deswegen öffne ich mein WLAN natürlich nicht. Wenn das geändert wird, könnte ich mir ein Netz mit meinen Nachbarn teilen, wodurch in meinem Empfangsbereich 8 Netze wegfallen würden!

  27. Vergleich mit Atomkraft finde ich unpassend.

    Anderes Maß, schon allein, weil es hier nicht um die Verseuchung von Lebensräumen über mehrere (hunderte) Generationen geht.

  28. ok – wir warten

  29. Das einzige was ich an dem Antrag gut finde ist der Passus mit der Haftungsfrage. Wenn die vernünftiger geregelt wäre hierzulande, dann hätte ich schon längst was freigegeben.

    Aber gerade jetzt angesichts jüngster Entscheidungen ist man damit leider nicht nur mit einem Bein im Knast.

  30. Bei der Atomkraft geht es nicht um “die Verseuchung von Lebensräumen über mehrere (hunderte) Generationen”, sondern um die herstellung billiger und im Prinzip sauberer Energie. Allerdings sind die Risiken, insbesondere was die Endlagerung betrifft, viel zu groß und vor allem sind sie eines: Unabwägbar.

    Deshalb muss ich Dir in Deiner Ablehnung der Atomkraft Recht geben (auch wenns schade um die eigentlich sehr coole Technik ist).

  31. also, angesichts der KIK-Studie http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,522113,00.html
    sind Vergleiche zwischen Atomkraft und Mobilfunk schon angebracht, wenn man nur den Aspekt Strahlung & Folgen betrachtet.
    Und selbstverständlich gehts bei Atomkraft – neben Strahlung – auch und vor allem um den über viele, viele Generationen strahlenden Müll.

  32. also ich möchte hier mal etwas Sachlichkeit reinbringen. IM Anhang die Mail eines bekannten, der selbst elektrosensibel ist. Anonymisiert, versteht sich.


    Hi Julian,

    Ich helfe gerne, soweit ich kann.

    Am Dienstag 28 April 2009 13:14:47 schrieb Julian Finn:
    > > a) Wo find ich infos zum Thema?

    Uh… Google? :)
    Darüber habe ich immer geguckt. :)

    Aber immer physikalisch gegenchecken: Wenn das Handy noch Empfang hat und
    trotzdem die Beschwerden weg sind (und es nicht nur zum Körper hin abgeschirmt
    wurde), dann waren nicht die elektromagnetischen Strahlen in den zur
    Übertragung genutzten Frequenzen das Problem…

    > > b) Wie wirkt sich das bei dir aus?

    Ich bekomme, wenn ich zu lange zu nahe bei nicht abgeschirmten (laufenden)
    Rechnern bin, erst Erkältungssymptome (Hals wird rau, Ich kann schlechter
    denken, Gelenke schmerzen), und wenn ich dann davor bleibe, eitert mir über
    die nächsten Stunden der Hals zu (hatte ich bisher zweimal und habe beide Male
    nur durch Antibiotika überlebt – das zweite Mal habe ich erst im prallen
    Sonnenschein gezittert und dadurch deutlich gemerkt, dass es zu viel war –
    deswegen bin ich da etwas vorsichtig geworden :) ).

    Ich habe gemerkt, dass mir der 400Mhz Prozessor im OLPC weitaus weniger
    Probleme macht als der in einem alten iBook (mit dem hat es bei mir
    angefangen. Ich hatte es einen Monat lang jeden Tag 8h in der Schule an und
    irgendwann hatte ich dann Schmerzen in den Gelenken, wenn ich nur zu nah ran
    bin – habe zwischenzeitlich eine externe Tastatur genutzt und es irgendwann an
    Apple zurückgeschickt. Die haben damals sogar das Geld erstattet…).

    Mein eigener Rechner steht hinter 6mm Stahl, und das hilft.

    Was ich auch gemerkt habe ist, dass es sich zu akkumulieren scheint. Jede
    Woche eine Stunde am unabgeschirmten Rechner geht nicht, weil die Auswirkungen
    jede Woche etwas schlimmer werden.

    > > c) bist du auch sensibel gegenüber wlan-netzen?

    Deutlich schwächer als gegen Rechner. WLAN merke ich auf sehr kurze Entfernung
    irgendwann, und da bin ich mir nicht sicher, ob es psychosomatisch ist (bin
    vorsichtig mit Tests geworden).

    Auf jeden Fall steht hier eineinhalb Meter von mir ein WLAN Router und stört
    mich nicht merklich :)
    (allerdings überträgt der meistens nichts – ich habe gerade nicht im Kopf, wie
    das Protokoll da läuft und wann wer wieviel sendet, daher kann ich nicht
    sagen, was das die Übertragungsleistung in Sachen Belastung ausmacht).


    Um das zusammen zu fassen: Mein Bekannter ist stark elektrosensibel. Computer, die sich dauerhaft in seiner Nähe befinden, können ihn schwer krank machen, möglicherweise sogar umbringen. WLAN hingegen macht ihm nur bei direktem Kontakt eines Gerätes Probleme, es besteht _kein_ Zusammenhang zwishcen seinen Beschwerden und irgendwelchen Funknetzen in seiner Umgebung!

  33. @Jens
    @ Gregor
    bei der Haftungsfrage geht es nicht um Kinderpornos, da strafrechtlich gesehen die “Haftung” eigentlich ziemlich klar geklärt ist. Daher ist man nicht mit einem Bein im Knast, wenn man sein Netzwerk öffnet und dieses von Dritten missbraucht wird.
    Problem ist vielmehr die zivilrechtliche Haftung, hier vor allem bei Urheberrechtsverletzungen, sprich “Tauschbörsen”. Das ist aber nirgends kodifizert, sondern von der Rechtssprechung entwickelt. Doch hier ist die Rechtsprechung noch recht uneinheitlich. Das LG Hamburg hat vor einiger Zeit entschieden, dass es eine Störerhaftung des Anschlussinhabers gibt (Hamburg entscheidet aber oftmals etwas… sagen wir skuril). Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass es eine solche Störerhaftung in der Regel nicht gibt. Das ganze liegt m.W. zur Zeit dem BGH zur Entscheidung vor. In nicht allzu langer Zeit haben wir also eine klare Regelung. Ich kann natürlich nicht hellsehen, ich gehe aber davon aus, dass der BGH eine bedingungslose Störerhaftung ablehnen wird, sondern eine Art “Stufenhaftung” schaffen wird. Kurzgefasst, bei Anhaltspunkten für einen Missbrauch müssen Schutzmaßnahmen geschaffen werden, vorher nicht.

  34. @Philipp Du hast Recht, das Bsp war falsch. Generell unterscheidet es sich aber nicht von deinem Beispiel: Wenn jemand aus dem Netz Straftaten oÄ begeht, haftet ggf. der/die AnschlussinahberIn.

    @Julian Ich will deinen Freund nicht als Hypochonder darstellen oder so, aber ist das eine ärztliche Diagnose, dass das an den Rechnern liegt? Ich hätte dazu gerne lieber wissenschaftliche Untersuchungen statt Selbstdiagnosen und vermutete Ursachen. Wie gesagt, nichts gegen deinen Freund…

  35. @Gregor Ich will dir ja nicht unterstellen, das Interview nicht richtig gelesen zu haben, aber ich finde, es ist eher ein Beleg dafür, dass man unterschiedliche Strahlungen unterschiedlich bewerten sollte und dass das, was für Computerstrahlung gilt, nicht für W-Lan-Strahlung gelten muss.

    Ich zumindest fand mich in meiner Ablehnung der W-Lan-Anträge gestärkt. Werde mich aber noch weiter informieren und warte auch noch auf Argumente der Befürworter/innen.

    Das von Jörg surfe ich morgen mal ab.

  36. Bei der Atomkraft geht es nicht um “die Verseuchung von Lebensräumen über mehrere (hunderte) Generationen”, sondern um die herstellung billiger und im Prinzip sauberer Energie. Allerdings sind die Risiken, insbesondere was die Endlagerung betrifft, viel zu groß

    Ja, wie bei der Asse. Die ist jetzt verseucht, so meinte ich das. Und ein Risiko.

  37. @gregor ich kenne den Menschen gut genug um dir zu sagen, dass das kaum Hypochondrie ist. Der ist Informatiker und leidet ziemlich, unter anderem hat er mich gebeten, diese Mail nur anonymisiert ins Netz zu stellen, weil er mögliche Probleme auf dem Arbeitsmarkt befürchtet, wenn seine Krankheit bekannt wird. Ich wollte aber mit dem Post nur darauf hinweisen (wie Julia schon sagt), dass WLAN-Netze wohl kaum Elektrosensibilität auslösen können, selbst bei einem sehr krassen Fall wie diesem tut’s das nicht.

  38. @Sebanti:

    Bei der Atomkraft geht es nicht um “die Verseuchung von Lebensräumen über mehrere (hunderte) Generationen”, sondern um die herstellung billiger und im Prinzip sauberer Energie. Allerdings sind die Risiken, insbesondere was die Endlagerung betrifft, viel zu groß

    Was bitte ist an der Atomkraft billig. Billig wird sie doch nur dadurch, daß der Steuerzahler alle Risiken übernimmt, also der Bau von Kraftwerken subventioniert wird, die Kontrolle der Staat bezahlt und Entsorgung und Rückbau sowieso. Würde das alles auf den Preis für Atomstrom geschlagen, dann würden wir ein vielfaches für den Strom bezahlen… jedenfalls über die Stromrechnung.
    Und was bedeutet “im Prinzip sauber”? Weil man Strahlung nicht sieht? Okay, dann ist Strom aus fossilen Brennstoffen ja auch sauber. Das Kohlendioxid sehe ich ja auch nicht.

  39. Obs uns passt oder nicht – den Preis bestimmt der Markt. Und das Ergebnis ist: Atomstrom ist relativ billig.

    Das Argument, dass früher die Forsching pro Atomstrom subeventioniert wurde (welches gleich kommen wird :-), ist zwar faktisch richtig, ändert aber nunmal nix an der Tatsache, dass dieses Geld eh schon verbraten wurde. Sprich: jetzt ist Atomstrom halt trotzdem billig. Auch wenn Du mir nicht glauben wirst – deshalb beende ich die Diskussion vorzeitig und überlasse Dir das letzte Wort. Schönen Tag noch!

  40. Bitte jetzt keine Atomkraft-Debatte hier. Ihr seid zwar frei zu kommentieren, ich kann euch das nicht verwehren und ich werde natürlich auch nicht löschen – aber hier geht es doch eigentlich um eine eventuelle Gefährlichkeit von Funknetzen.

    Atomkraft könnt ihr doch noch eher in dem RWE-Artikel diskutieren. Oder aber ich schreibe demnächst nochmal einen eigenen zu Atomkraft, das wird sicherlich auch sehr interessant und aktuell.

    Besser wäre es, die Argumente der W-Lan-Kritiker/innen zu prüfen und noch etwas Material zu sammeln. Das wäre mir auch eine Hilfe für meine Gegenrede gegen die oben genannten Artikel auf dem Parteitag (wenn ich drankomme).

    Danke!

  41. Puh,

    scheint ja große Politik auf der BDK zu geben.

  42. scheint ja große Politik auf der BDK zu geben.

    Gute Reden allemal!
    Ich recherchiere!

    😉

  43. @Gregor Ich will dir ja nicht unterstellen, das Interview nicht richtig gelesen zu haben, aber ich finde, es ist eher ein Beleg dafür, dass man unterschiedliche Strahlungen unterschiedlich bewerten sollte und dass das, was für Computerstrahlung gilt, nicht für W-Lan-Strahlung gelten muss.

    So hab ich es auch gelesen. Die frage ist: empfindet er das so, oder hat sein Arzt ihm das erklärt. Wollte wissen, ob er von seinem Arzt wissenschaftliche Fakten dazu bekommen hat.

    @Julian: wie gesagt, wollte dem keine Hypochondrie unterstellen! War nur die Frage nach Diagnose vom Arzt.

  44. Doch auch heutzutage lässt sich in unserer Partei bisweilen Technik-Kritik beobachten, die nicht immer von Klugheit geprägt ist.

    Understatement pur. Du hast die Ironietags vergessen, Julia.

    Aber zu Thema:

    @Julia @Jörg Rupp

    Elektrosensible gibt es genauso wie Leute die von Aliens entführt wurden. Beide Gruppen leiden unter etwas, das nur in ihrer Einbildung existiert. Dabei steht außer Frage, dass dieses Leiden extreme Ausmaße annehmen kann. Was aber kein Beweis für die angenommene Ursache ist. Diese Leute muss man ernst nehmen, wie man jeden psychisch kranken Menschen ernst nehmen mus. Indem man ihm psychologische oder psychatrische Hilfe zukommen lässt.

    Sie noch darin zu bestärken, indem man Gesetzte darauf begründet, ist sicherlich nicht der richtige Weg.

    Zum Thema empfehle ich wie zu allem aus der Eso, para- und pseudowissenschaftlichen Ecke die Skepitker:
    http://www.gwup.org/component/content/article/66-gesundheit/633-elektrosmog

    Allerdings konnte bisher in keinem Frequenzbereich ein Nachweis für eine spezielle Elektrosensibilität erbracht werden. Auch für Gesundheitsstörungen oder Krankheiten bis hin zu Krebserkrankungen konnte bisher in zahlreichen Studien kein Zusammenhang mit Elektrosmog, insbesondere im Mobilfunkbereich, gesichert werden. Das ist auch das Ergebnis des 2008 veröffentlichten Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, das vom Bundesamt für Strahlenschutz durchgeführt wurde und als eines der weltweit größten Studienprojekte zum Thema Mobilfunk und Gesundheit gilt.

  45. @fbk (ausnahmsweise) sehr gut und Du hast meine volle Zustimmung!!!

  46. Ganz interessant ist vielleicht auch noch dieser Wiki-Link:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrosensibilit%C3%A4t

  47. @Philipp – Danke für den Link – finde den Artikel leider nicht sonderlich aufschlussreich für dieses konkrete Problem, denn er differenziert nicht zwischen W-Lan und anderen (stärkeren) Strahlungen. Zudem werden zahlreiche Studien angeführt, auch welche, bei denen Elektrosensible auch bei Abwesenheit von Strahlung reagierten.

    Was tun? Bekomme ich noch verwertbare Informationen der Antrags-Fürsprecher/innen-Seite, oder muss ich mir deren Argumente selbst recherchieren?

    Oder ist genau das der perfide Trick, um meine Gegenrede zu schwächen – man hält die eigenen Argumente bis zur Antragseinbringung geheim …

  48. ich hatte versprochen einen link nachzureichen.
    bittesehr:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,273793,00.html

    jetzt bräuchte man nur noch eine seriöse Untersuchung, daß versteckte Sendemasten trotz gleicher Abstrahlung keinerlei Beschwerden verursachen und gut is, oder?

  49. Gute Rede heute… Das fehlende Wissen der Menschen ueber die technischen Zusammenhaenge ist ein grosses Problem fuer die Demokratie im Zeitalter des Internets.

  50. Nicht nur das fehlende Wissen ist ein Problem, sondern auch der Glaube, dass das Wissen zutreffend ist – (sind wir doch auch gerade dabei die Evolutionstheorie in Frage zu stellen). Wenn man in die Quatenphysik “abtaucht” zerfällt alles in Strahlung und Wellen. Wir klassifizieren recht grobmaschig Sonnenstrahlen = gut, Radiowellen = gute Musik = auch gut, Magnetwellen in der Medizin = nicht unbedingt gut, aber hilfreich, radioaktive Strahlung = ganz schlecht. Dabei übersehen wir, dass wir täglich nicht nur mit einzelnen Frequenzen (W-LAN, D-, E-, UMTS Netz) sondern mit einem ganzen Frequenzspektum täglich beaufschlagt werden, das von natürlicher Radioaktivität und kosmischer Strahlung, bis hinunter zur Wärmestrahlung reicht. Allen gemeinsam ist, dass sie ein statistisches Risiko auf den Körper ausüben, der diese Strahlen absorbiert. Wir haben es also nicht mit einer Risikoschwelle, sondern mit einer Risikowahrscheinlichkeit zu tun. Dabei treffen sich die statistischen Risiken von energiereicher Strahlung bei geringer Exposition (Röntgenuntersuchung beim Zahnarzt) mit denen von energiearmen Strahlen und hoher Exposition (Sonnenbad).

    Das macht die Diskussion um Risiken, verbunden mit der Tatsache dass es sich um einen “unsichtbaren Feind” handelt ungleich schwieriger.

    Statistische Risiken kann ich aber nur dadurch verringern, dass ich die Expositionsdauer, also die Häufigkeit der Belastung und/oder deren Stärke verringere.

    Was bleibt ist trotzdem ein “Restrisiko”, dass ich bei einmaligem Lottospiel einen Sechser mit Zusatzzahl tippe – oder, bei der Strahlung, mir bereits bei einmaligem Sonnenbrand einen Hautkrebs hole.

    Dies könnte ich nur dadurch reduzieren, dass ich die Strahlungsquellen abschalte.

    Bei W-LAN und Funknetzen geht das – bei der Sonne und der kosmischen Strahlung wird es schon schwieriger 😉 Also müssen wir uns darüber einig werden und vereinbaren, welche “Risiko” jeder von uns für sich selbst tragen möchte. Wir müssen aber im gleichen Atemzug erklären können, wie man sich der Exposition entziehen kann (Strahlungsfreie Räume, etc.).

    Deshalb fand ich Jörg Rupps Vorstoß für einen Beginn nicht schlecht.

    Dort wo ein W-LAN Funknetz ausreicht, müssen nicht 5 andere dazwischen funken. (über den Datendurchsatz müßte man sich in der Tat unterhalten). Hiermit reduzieren wir die “Strahlungsdichte”. Diesen Lösungsweg können wir aber derzeit aus haftungstechnischen Gründen nicht beschreiten.

    Silvias Vorschlag war von einem gewissen “Unwissen” gekennzeichnet. Was ich ihr nicht übel nehme, da sie sich des Themas zunächst mal angahm und dabei Argumente nach “bestem Gewissen” übernahm, ohne selbst fachkundig zu sein. Diese fehlende Sachkunde müssen wir ihr (und uns) aber liefern. Deshalb:

    Wir sollten uns aufmachen und Fakten und Wissen sammeln, damit wir für eine qulifizierte Diskussion besser gerüstet sind.

  51. Hartmut Lindner

    Es ist keine Frage, dass es Menschen gibt, die unter der Funkbelastung leiden. Ich kenne zwei unter finde den Antrag unterstützenswert.
    Es gibt übrigens Gebiete, in denen kein Handyempfang möglich ist.
    Z.B. das Biosphärenreservat Val Grande am Ufer des Logo Maggiore –
    ich habe mirt schon überlegt, dort
    Exkursionen für Manager anzubieten, weil es dort absolut keinen Handy-Empfang gibt. Es hilft ihnen also auch nichts – im Gegensatz zum Klosterwochenende, wenn sie das Zweit- oder Dritthandy im Strumpf
    verstecken.
    Dafür sollte ein Manager schon 500.- Euro pro Tag bezahlen, allerdings gibt es keine Komfort im Biosphärenreservat. Man muss alles selbst tragen und schläft auf hartem Holzboden. Das Waschwasser ist kalt. Aber das sage ich, das ist ein seltengewordener Luxus.
    Und garantiert null Elektrosmog.

  52. Es ist keine Frage, dass es Menschen gibt, die unter der Funkbelastung leiden.

    Das habe ich auch nicht bezweifelt.