Julia Seeliger
  • Böll Wahlblog: Piratenpartei WTF??

    146
    1. September 2009 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Für das Böll Wahlblog schreibe ich demnächst einen Artikel über die Piratenpartei. Ich habe schon ein wenig recherchiert, zB im Piratenwiki, bei Twitter, bei Wikipedia und in meinem Blog, aber vielleicht habt ihr ja noch Lust, für diesen Artikel einige Anmerkungen und Zahlen beizusteuern.

    Piraterie für alle!

    Piraterie für alle!

    Wichtige Fragen

    • Wie ist der Frauenanteil?
    • Welche prominenten Mitglieder (zB Tauss, Rusche) gibt es?
    • Was gab es für interessante Aktionen der Piraten?
    • Ist die Piratenpartei als “Linksliberal” zu verstehen?

    Mir fällt bestimmt noch mehr ein. Danke für Eure Mithilfe.


    Einsortiert: andere parteien, überwachung, wissen
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        Es gibt keine ähnlichen Artikel - dieser ist ganz und gar einzigartig!



146 Responses to “Böll Wahlblog: Piratenpartei WTF??”

  1. [...] gebloggt: "Böll Wahlblog: Piratenpartei WTF??" http://julia-seeliger.de/boll-wahlblog-piratenpartei-wtf/ [...]

  2. [...] http://julia-seeliger.de/boll-wahlblog-piratenpartei-wtf/ a few seconds ago from Gwibber [...]

  3. warum ist die frage nach dem frauenanteil wichtig? sollte nicht genau ein solche frage heutzutage gar keine rolle mehr spielen? aber diese diskussion hatten wir ja glaube ich schonmal…

    mit regeln und quoten wirst du die ewig gestrigen nicht ueberzeugen, aber warte noch mal eine generation, dann wird sich das ganz von selbst erledigt haben und die geschlechterfrage hoffentlich wirklich keine rolle mehr spielen…

    ich denke wenn man heutzutage permanent auf den unterschied zwischen den geschlechtern hinweisst schadet man einer gleichstellung geradezu… stattdessen sollte man die geschlechterfrage ganz einfach mal in ruhe lassen. denn nur wenn das geschlecht keine rolle mehr spielt kann es zur wirklichen gleichstellung kommen…. so, das waren meine 2 cents…

  4. So weit ich weiß, liegt der Frauenanteil zwischen 5 und 10 Prozent, habe dazu aber keine genauen Zahlen parat. Ich würde meinem Vorredner ja grundsätzlich zustimmen, aber angesichts des riesigen Unterschieds zwischen Frauen- und Männeranteil bei den Piraten finde ich als Piratin diesen Punkt schon schade und durchaus diskussionswürdig.

    Julia

  5. Auf der Landesparteitag BaWue gab es eine anonyme Umfrage.

    Hier das Ergebnis:
    http://wiki.piratenpartei.de/Landesverband_Baden-W%C3%BCrttemberg/Landesparteitag_2009/Ergebnis_Piratenumfrage

  6. hallo julia,
    ich möchte mich nur kurz zu deinem 4. Punkt äußern bzw. eine gegenfrage stellen.
    Was bedeutet “links” in der heutigen politik? Das die piraten liberal sind, steht außer frage. allerdings ist die aufteilung in linke und rechte lager, in meinen augen, schnee von gestern.
    um die utopie nicht ausufern zu lassen, muss ich dazu sagen, dass die interessen der piraten bei den christdemokraten auf ehrheblich mehr widerstand stoßen würde, als bei den übrigen bundestagsparteien.

    schönen gruß aus dem wendland
    oli voigt

  7. 1.
    Frauenanteil: heute was von 15% gelesen, in den Kommentaren zu: http://danilola.wordpress.com/2009/09/01/warum-ich-keine-piratenpartei-wahlen-werde-aber-im-herzen-ein_e-pirat_in-bin/
    Da geht mehr.
    Gleichberechtigung ist erreicht, wenn Geschlechterfragen keine Rolle mehr spielen. Quote oder Benachteiligungen von wem auch immer aufgrund des Geschlechts kann ich jedenfalls nicht bei den Piraten erkennen, ist irgendwie irrelevant.

    2.
    (Fach-)Prominenz Medien:
    Agentur Crossmedia: Thomas Koch
    http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=7500&hilit=koch

    Ich denke, mancher hält sich da noch bedeckt aufgrund des doch teilweise noch vorhandenen falschen Bildes offline.
    Zählen auch Sympathisanten (Nichtmitglieder)? Da gäbs wohl welche (am aktuellsten Dr.Motte?).

    3.
    interessant ist relativ :D
    - Freifunk, Verein Musikpiraten, zig weitere Offline-Aktionen

    4.
    hmm, jein, ist zum Glück nicht in bisheriges Schema einzuordnen. Es gibt kein links-rechts, was auch immer, aber dafür viele Fragen und viel hinterfragen. Wanted: fachbezogene Politik, die beste Lösung und weg von irgendwelcher Ideologie.

  8. * Wie ist der Frauenanteil?

    Es geht nicht um Frauen oder Männer – es geht um Piraten.

    Was soll diese Frage eigentlich bewirken? Sollen die Piraten etwa die Frauen an den Haaren zu ihren Anmeldeformularen schleifen?
    Stell den Frauen die Frage warum sie sich in fast allen Parteien so rar machen!

  9. Hi,

    wieso fragst du denn nicht einfach den Vorstand an oder die Geschäftsstelle? Die können dir doch den Frauen-Anteil direkt auslesen?!

  10. @Thomas Na, weil die Männer sie mit solchen Aussagen abschrecken. Bei so nem Männerverein würde ich als Frau auch nicht mitmachen wollen, vor allen Dingen nicht, wenn mir komplette Schuld in die Schuhe geschoben wird, anstatt dass “die Männer” mal die eigene, privilegierte Position hinterfragen!

  11. frauenanteil? ich mag doch viel mehr gruppen, bei denen die binäre geschlechtsselbstzuschreibung garnicht abgefragt wird.

  12. @schreinerstift:
    hier ist ja nicht gefragt nach “links” sondern linksliberal. Unter linksliberal verstehe ich, dass der Fokus der Grundrechte-Verteidigung bei den persönlichen Grundrechten liegt. Und dass man ein Stück weit alternativ und kritisch ist gegenüber den traditionellen Vorstellungen der Gesellschaft ist.
    Der Rechts- oder wirtschaftsliberale legt seinen Fokus mehr auf die Freiheit des Marktes (den Linksliberale aber genauso gut fördern können). Und er wird eher behaupten, dass die Besserverdienenden auch mehr leisten und dass diese Form der Leistungsgerechtigkeit die Richtige ist.

  13. @sv
    Männerverein? Was für ein Totschlagargument. Die Mittleidsnummer zieht bei mir nicht. Frauen dieses Landes (besonders in den sogenannten alten Bundesländern) verstecken sich hinter genau dieser Ausrede seit Jahren. Sie würden behindert, müssten sich um die Kinder kümmern, hätten es doppelt so schwer ect. wie Männer. Wenn man/n sie aber versucht zu mobilisieren bzw. zu integrieren sieht es auf einmal anders aus. Kein Interesse….. Meine Erfahrung ist das gerade im Bereich Politik Frauen schwerer zu mobilisieren sind.

  14. Der höchste Frauenanteil bei einer der etablierten Parteien liegt bei 37,2% (http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen, mit einem deutlich auf weibliches Zielpublikum zielendem Programm – eigentlich erstaunlich wenig mMn), die “natürliche” Zielgruppe einer internetaffinen Partei zeichnet sich ebenfalls durch eine deutliche Unterrepräsentierung aus (Quelle: frag einen x-beliebigen Informatikstudenten ;-) , grobe Schätzung 40%), bei 64% Internetnutzern in DE insgesamt (http://de.wikipedia.org/wiki/Internet) macht dies ein Potential von 10% Frauenanteil in der Piratenpartei. Und dieses Potential haben wir definitiv abgerufen, bei den Aktiven sogar überschritten!

    Die prominenten Mitglieder sind mir egal – und ich denke, vielen anderen Piraten auch. (mir ist bewusst, dass das keine Antwort auf die Frage ist, aber die Frage ist mMn irrelevant)

    Da ich nicht weiß, welcher Art Aktionen du interessant finden könntest, überlasse ich diesen Teil der Recherchearbeit dir – alles öffentlich abrufbar.

    Linksliberal trifft zwar auf eine Menge Piraten zu (eigentlich eher libertär als liberal), aber eine Einsortierung in die alten Schemata funktioniert nicht. Ich finde diese Charakterisierung ganz gut: http://www.baynado.de/blog/ueber-die-werteorientierung-der-piratenpartei/ Wir sind nicht links oder rechts sondern progressiv!

  15. Ähm, Hallo? Erstmal steht da nur die Frage nach dem Frauenanteil. Die finde ich durchaus berechtigt, weil beim Mutmaßen darüber (5%-10%?) doch Vorurteile über die PiratInnen eine viel größere Rolle spielen als tatsächliche Verhältnisse.

    Welche Konsequenzen sich daraus ergeben kann erst diskutiert werden, wenn es belastbare Zahlen gibt.

  16. [...] Julia Seelinger bashed ja nicht das erste mal in richtung Piratenpartei. Das macht sie ja öfters, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Auch in Twitter Tweets kann sie es nicht lassen, wie sie es mehrfach eindrucksvoll niederschrieb. [...]

  17. Mensch darf also gar nicht über Geschlechterunterschiede reden. Tatsachen wie dass Frauen noch immer über 20% weniger verdienen als Männer, und dass die Dax-Unternehmen keine einzige Frau in der Geschäftsführungsebene haben sollen also einfach ausgeblendet werden, indem wir sagen “aber die sind doch gleich”?

  18. Zu 4.: Nein.
    Progressiv-liberal (=humanistisch).

    Guckstu mal hier:
    http://www.baynado.de/blog/ueber-die-werteorientierung-der-piratenpartei/

    Und auch ich will mir den Vorwurf nicht gefallen lassen, wenn sich die Frauen weniger engagieren.
    Die Grundrechte sollten jeden angehen, egal welchen Geschlechts sie ist. ;-)
    Ich kämpfe zumindest dafür.
    Aber ein bißchen muß sich auch jeder selbst anstrengen.
    Wenn die Frauen sich zu gut dafür sind, demokratisch mitzuarbeiten, müssen sie sich selbst den Vorwurf gefallen lassen: Warum?

    Die Themen Bildung, Grundrechte, Datenschutz, Transparenz, Mitbestimmung, … sind keineswegs “männlich” geeicht.

    Wenn Dir irgendwelche Themen fehlen, dann bring Dich ein und fülle die Lücken.

  19. Ad4: Vielleicht helfen Anleihen hier: http://www.politicalcompass.org/ um sich etwas besser über die rechts-links vs. Linksliberal Einordnung im Klaren zu sein.

    Generell liegt es wohl in der Natur der Parteibasis, dass sich Piraten nicht gerne in eine Schublade stecken lassen wollen. Vermutlich weil keine Uniformität nötig ist um aktuellen Missständen zu begegnen (im Gegensatz zur eher idealistischen, zukunftsgerichteten Denkweise der Grünen in ihrer Gründungszeit).

    Dennoch mag der Begriff Sozialliberal (kein Oxymoron) wohl am ehesten Bestand haben. Schließlich würden z.B. die Verwertungsgesellschaften nach einer Urheberrechts-Reform dem freien Markt überlassen. Andererseits aber stellt der “Kodex” (siehe Wiki) und das Parteiprogramm die Grundrechte an höchste Stelle – und damit auch das Recht auf eine freie Wahl der Tätigkeit, etc.

  20. zu: linksliberal? Habe kürzlich das Wort “hyperbürgerlich” im Zusammenhang mit Piraten gelesen (Quelle leider unauffindbar). Trifft’s m.E. eher. Also primär: bürgerliche Grundrechte werden verteidigt. Nicht mehr, nicht weniger, aber das dafür radikal. Sekundär: Ausrichtung im Parteienspektrum.

    Soweit ich das als Nichtmitglied beurteilen kann, fand ich das charakteristisch.

  21. Es ist verdammt zynisch zu fordern, dass Frauen sich gefälligs mehr engagieren sollten, wenn man nicht die strukturellen ‘Steine’ erkennt, die ihnen in den Weg gelegt werden.

  22. Ich würde uns als weder linksliberal noch als rechtskonservativ bezeichnen, wir sind eher “changeaffin” ;-)

    Die Frage mit dem Frauenanteil: Frauen sind bei uns sehr willkommen. Männer auch. Schwule auch. Heteros auch. Ausländer auch. etc…….. Spielt alles eigentlich gar keine Rolle.

    Menschen finden sich hier zusammen, die was verändern wollen. Mir gefällt auch nicht jeder Punkt von unserem Wahlprogramm, aber die Richtung stimmt und deshalb bin ich dabei.

    Suche übrigens noch Mitstreiter aus der Region Landsberg am Lech.

    LG Rogo

  23. Vorbemerkung: Ich schreibe das als deutlicher Sympathisant der Piraten und bisheriger grüner Stammwähler. Was mich von den Grünen gerade weg treibt, ist vor allem das Gequatsche über Schwarz-Grün. Ich hab keine Lust, dass am Ende mit meiner Stimme Frau Merkel wiedergewählt wird.

    1. Frauenanteil? Ist leider mies. Einerseits, wie schon gesagt, kann man die Frauen nicht mit Gewalt an die Anmeldeformulare treiben. Andererseits sind es wohl die Themen, die für Frauen nicht so anziehend sind. Sind wohl doch ein wenig nerdig. Wenn ich allerdings die Vermutung äußere, Männer theoretisierten eben gerne, Frauen wären dagegen mehr an konkretem interessiert, und ließen sich eher über persönlicher Betroffenheit engagieren, protestiert meine Frau immer und meint, das wär zu pauschal. Wie auch immer, ich halte es trotzdem für einen Erklärungsansatz.

    2. Außer den beiden kenne ich auch keine.

    3. Das Brutalo-Schachspiel mit Kunstblut neulich fand ich recht witzig. Wobei ich nicht ganz glaube, dass die Botschaft rüber gekommen ist.

    4. Linksliberal? Ich finde eher linkslibertär. Eher Panne finde ich, wenn die Piraten den alten Handkäs der Grünen von wegen “nicht links, nicht rechts, sondern vorne” wiederkäuen. Und manche wissen anscheinend noch nicht mal, dass den die Grünen auch schon gebracht und vor zwanzig Jahren entsorgt haben.

  24. Wow, Volltreffer!

    Frauen und Männer? Kennen wir nicht. Also zumindest Frauen. Aber das liegt bestimmt an denen, weil wir achten ja nicht auf Geschlechter. Muss Mann ja auch nicht bei Quoten wie in der DDR die Wahlergebnisse waren.

    Links und Rechts? Nee, damit verbinden die Leute ernsthafte Politik, das können wir nicht gebrauchen. Außerden könnten sich ja eventuell einige dann nicht mehr mit uns identifizieren, und da es ja mehr um das Etikett als um den Inhalt geht wäre das echt doof.

    Danke Julia, dass du diese verachtenswerten Positionen so überzeugend aus den Kommentatoren herausgekitzelt hast.

  25. Hallo,

    mein Vorschlag hinsichtlich Deiner Fragen:

    zu 1.) Wende Dich doch an den Bundesvorstand, die haben die aktuellen Mitgliederzahlen immer im Blick und können Dir auch eine Info dazu geben. Mein persönliches Empfinden hier in Sachsen ist, dass die Frauen sich bei uns in der Piratenpartei sehr stark engagieren, das sieht man alleine schon an den Bewerberinnen für die Posten auf unserem kommenden Landesparteitag am Samstag.

    Hier ist also der Geekfaktor offenbar geringer auch unsere Themen sind nicht ganz so IT-lastig.

    zu 2 und 3 kann Dir wohl auch der Bundesvorstand am meisten Informationen mitteilen und

    zu 4. möchte ich sagen, dass es schwierig ist, die Piraten in eine feste Ecke zu drängen. In letzter Zeit fällt immer wieder der Begriff “libertär”, mit dem ich persönlich bislang noch nicht konfrontiert wurde. Wir haben viele unterschiedliche Meinungen und Tendenzen in unser Partei, das geht von konservativ bis ultralinks. Nur Rechte habe ich bislang noch nicht gesehen.

    Viele Grüße

    therook

  26. Julia,

    falls keine harten Zahlen zum Frauenanteil aufzutreiben sind, so liefert dieser Bericht vom Bundesparteitag zumindest ein wenig empirische Evidenz:

    http://www.tagesschau.de/inland/piratenpartei126.html

    ”Ein Piratenpartei-Parteitag sieht anders aus als andere: Viele haben Laptops vor sich stehen. Viele tragen stolz schwarze oder orangene Partei-T-Shirts. Wenige sind älter als 30 Jahre alt. Und Frauen gibt es noch weniger.”

    ”Kristina Haupt aus dem niedersächsischen Buchholz ist trotz der mäandernden Debatten sehr zufrieden. [...] Nur eines störe sie: dass so wenige Frauen dabei seien. ‘Aber ich hoffe, dass hier bald mehr Weiblichkeit zum Tragen kommt.’”

    ”Das fällt zumindest bei den Vorstandswahlen aus. Jens Seipenbusch setzt sich mit 148 Stimmen gegen Andreas Popp durch, der 94 Stimmen erhält. Die einzige Kandidatin, Nicole Hornung, erhält nur 18 Stimmen.”

    Meine Meinung hierzu kann ich mir nicht verkneifen: Dass die einzige weibliche Vorstandskandidatin nicht gewählt wird, ist von der Signalwirkung verheerend. Die Piratenpartei leistet sich hier ohne Not eine offene Flanke, nämlich geschlechterpolitisch von vorgestern zu sein. Da ist ja die CDU moderner, ist man geneigt zu polemisieren.

    Ich denke dass der niedrige Frauenanteil ein großes Problem für die Piratenpartei ist, ein Imageproblem vor allem. Die Partei wird eher als männlich wahrgenommen, ein Stück weit ähnlich wie die NPD, deren Frauenanteil ebenfalls auf niedrigem Niveau dümpelt. Zwischen 15% und 27%, sagt die BPB, und auch dort werden Frauen kaum in verantwortungsvolle Führungspositionen gewählt:

    http://www.bpb.de/themen/IBRVIE,0,0,Wichtig_f%FCr_den_Stimmenfang.html

    Insoweit ist es fahrlässig, wie einige Diskutanten hier Geschlechtergleichstellung zur “non-issue” erklären.

  27. Zu Herbert Rusche und den Grünen bzw Piraten verweise ich auf das Interview auf YouTube:
    http://www.youtube.com/watch?v=_JFh5VKRpJE

    Es sind wenig Frauen unter den Aktiven wie auch wenig Frauen unter den Mitgliedern sind. Beim Landesparteitag hielt auch nur eine Frau (Mela nämlich) eine Rede – aber es ist nicht so, dass jemand die anderen Frauen hindern würde, oder dass die Piraten nicht die Frauen die sie kennen versuchen würden zu motivieren, mitzuwirken. Viele Frauen, auch unter den Freundinnen der Piraten, haben aber eben andere Schwerpunkte als Piratenpolitik, manch eine wählt, wie mir berichtet wurde, sogar aus Überzeugung und eigener Informiertheit grün.

    Dass es bisher keine RechtsLinks-Zuordnung geben kann liegt wie bei den frühen Grünen daran, dass man sich hier bewusst einer thematischen Zuspitzung verweigert, die eine Zuordnung ermöglichen oder erzwingen – aber einen Teil der Wählerschaft verschrecken und einen Teil der Neumitglieder zum Austritt bewegen – würde.

    Wenn eine solche Zuspitzung im Rahmen thematischer Erweiterungen kommt, werden die Piraten bei linksliberal einzuordnen sein – irgendwo zwischen Julis und GJ – und vermutlich immernoch verschreckt von der Political Correctness und Genderdebatte, die sie mit der Generation ihrer Eltern verbinden.

    Trotzdem ein lustiger Haufen und was Netzpolitik und andere Gemeinsamkeiten angeht stehe ich zu meinem den Piraten entgegengerufenen Motto: “Getrennt segeln, gemeinsam ändern!”

    Mit Gruß aus Tübingen,
    Wolfgang

  28. Zu 3.) Zu den Aktionen ist noch die Veröffentlichung des Bayerntrojaners zu zählen welcher auch zu einer Hausdurchsuchung beim Pressesprecher geführt hatte.

    Zu 4.) Die Piraten sind staatsliberaler als andere Parteien (inkl. der FDP). Das liegt m.E. daran, das die Kernforderungen eine Zurückhaltung des Staates in diesen Bereichen beinhalten.Die übrige Interpretation was “links/rechts” angeht lässt das Programm als solches nicht zu, denn es lässt sich nahezu für jede Richtung interpretieren. Während liberale beispielsweise einen breiteren Markt schaffen (und ein Monopol abschaffen) wollen stören sich sog. “Linke” eher daran das aus der Monopolisierung den Kunden Gelder entzogen werden. Es ist jedoch imho unschädlich dies in Kombination auch als “konservativ” durchgehen zu lassen.

    Ich bin recht vorsichtig mit Äußerungen was die Ausrichtung angeht, wobei mich interessieren würde was z.B. konservative Wirtschaftspolitik überhaupt markantes anzubieten hätte bzw. ausmacht. Gefühlsmäßig gibt es (wirtschaftlich) viele tendenziell liberale und viele tendenziell linke in der Partei. Doch das ist m.E. eher der Abwesenheit einer soliden Definition von “konservativ” geschuldet. Da das Links/Rechts-Schema häufig beim Thema Wirtschaft festgemacht wird ist das also nicht gerade zielführend. In anderen Fragen wie z.B. Krieg besteht imho eher ein uneinheitliches Bild.

    Vielleicht also wirtschaftlich linksliberal weil es keine leicht identifizierbare konservative Variante gibt. Ich würde aber nicht darauf wetten. ;)

    ALOA

  29. Richtig prominent ist Joschka durch die Bombardierungen im ehem. Jugoslawien geworden. Wünscht Du solche A-Promis bei den Piraten?

  30. Hallo, ich bin Mitgliedin bei den Piraten und Frau ;-)

    Ich persönlich habe im privaten Umfeld (enge Freundinnen) keinen Rückhalt für politische Themen. Nunja, das liegt an den Freundinnen und deren persönlicher Situation. Meine Freundinnen bemühen sich ausschließlich darum, die eigene Familie zu beglücken. Es ist bereits zuviel, sich um Dinge wie die Elternvertretung in Schule oder Kindergarten zu kümmern. Erst recht, sich mit den Vor- oder Nachteilen von Kundenkarten oder dem persönlichen Datenschutz, etc. zu beschäftigen.

    Tatsächlich ist ein Grund für unpolitische Frauen die alte Rollenverteilung, die durch andauernde Überforderung zementiert wird. Lass’ deine Frau allein mit Kind, Haushalt und Beruf, und du kriegst eine, die übermüdet vor dem Fernseher einschläft, statt sich über die Tagesthemen aufzuregen.

  31. krypt0n aka pirate0ne

    Ahoi Julia!
    Kommen wir mal zu den Fragen:

    * Wie ist der Frauenanteil?
    Der aktiven oder allgemeinen Mitgliedern? Meinen Schätzungen nach, dürfte der Anteil bei 10% liegen, genauere Zahlen gibt es vom Bundesvorstand.

    * Welche prominenten Mitglieder (zB Tauss, Rusche) gibt es?
    Ab wann gilt man als prominent? Aber neben den beiden fällt mir keiner ein. Als prominenten Unterstützer würde mir noch Dr. Motte einfallen.

    * Was gab es für interessante Aktionen der Piraten?
    Offline oder online? ;) Und was stellst du dir unter “interessant” vor? Der eine findet x, der andere y interessant.

    * Ist die Piratenpartei als “Linksliberal” zu verstehen?
    Versuchst du uns da in eine Schublade zu stecken? Frag uns nach Themen und wir geben dir die Antworten, du kannst nicht meinen nur weil du uns in einer Schublade hast, weißt du die Antworten bereits ;) Aber es wäre natürlich falsch zu behaupten, dass wir ganz weit weg von linkliberalen Positionen sind.

    Ansonsten würde ich mir spezifizierte Fragestellungen wünschen.

    Grüße
    krypt0n aka pirate0ne

  32. Finde die Bemerkungen zum Frauenanteil interessant. Zur Kenntnis: Ich habe in der Pressestelle angerufen, da sagte man mir, dazu keine Daten zu haben.

    Ich danke allen, die mir sachlich geantwortet haben und ich werde die unsachlichen Kommentare nicht verwenden, da mir ja klar ist, dass das keine Mitglieder/Anhänger der Piratenpartei sein müssen. Gleichwohl macht das keinen tollen Eindruck, finde ich – aber nun gut.

    Ich wollte nicht diskutieren, sondern diese und andere interessante Aspekte für den Artikel sammeln.

  33. [...] http://julia-seeliger.de/boll-wahlblog-piratenpartei-wtf/ a few seconds ago from Gwibber [...]

  34. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los das das nicht objektiv werden wird.

    Frauenanteil? Wozu? Warum? Und wie hoch ist der Anteil der Gebissträger in der CSU?

    Lnksliberal? Schubladen? Ich persönlich glaube das die Piratenpartei z.B. auch gut von CDU-Anhängern mit der Zweitstimme wählbar ist.

    Prominente Mitglieder? Sind wir bei Brisant oder der Gala?

    Aktionen der Piraten kann man prima in den Wikis nachlesen. Zu verbergen gibt es da nichts. Die Frage ob das interessant ist oder nicht, musst Du Dir selbst beantworten. Wenn die FDP Einkaufschips verteilt ist das z.B. lustig, aber interessant?

    Sieh es mal von der anderen Seite. Das schöne ist doch, das jeder seine Meinung sagen darf und sagt. Hättest Du dieselbe Aktion bei CDU/SPD/FDP gestartet, wärst Du über die Pressestelle nihct hinaus gekommen. Eine messerscharfe Abgrenzung der Piratenpartei kann man mit Sicherheit jetzt noch nicht geben. Da reden wir in 2-3 Jahren mal drüber.

  35. @marcuhlig – du schreibst “warum ist die frage nach dem frauenanteil wichtig? sollte nicht genau ein solche frage heutzutage gar keine rolle mehr spielen? aber diese diskussion hatten wir ja glaube ich schonmal…”

    ja, die Diskussion ist alt. Deine Haltung wird mehrheitlich von viele Piraten geteilt nach meinem Eindruck. Das ist die Auffassung des – “wir haben die negative Diskriminierung der Frauen längst überwunden” – oder eines “wenn wir so tun, als wenn es keine geschlechterproblematik gäbe, dann existiert sie auch nicht” . Also eigentlich eine Vogel Strauß-Politik.

    Fakt ist, dass der Frauenanteil sehr gering ist. Das liegt an vielen Dingen. Der Frauenanteil ist so gering, weil die Piraten alles dafür getan haben, dass es so ist. Sie haben z.B. beschlossen, das Frauen auch nur “Pirat” sind – also das es nur eine männliche Bezeichnung gibt. Das setzt hinter jahrzehntelanger Frauenforschung und Erfolgen einen Umkehr-Schlusspunkt. Wenn Du Mich fragst: Ein Haufen Geeks meint die ganze Frauenbewegung ausklammern zu können – mit all dem, was die Gesellschaft daraus gelernt hat. Am Anfang standen Zustände, in denen Frauen als Eigentum der Männer begriffen wurden. Das Bewusstsein für die derzeitigen Benachteiligungen ond Vorurteile ist irgendwann in den 90er Jahren wieder gesunken. D.h. Diskussionen, die man damals abgeschlossen hat werden von vielen Frauen und Männern negiert und alles wieder auf Null gestellt. Wie Adrian Lang auch schrieb glauben Pirtaen vor allem, dass sie eigentlich über allem schweben. Sie halten es auch für besonders fortschrittlich und demokratisch, wenn Sie überhaupt keine Abgrenzungen vornehmen – politisch wie gesellschaftlich.

    Die Piraten entspringen denke ich keiner klassischen politischen Richtung. Am ehesten beobachte ich hier einen gewissen Verfassungspatriotismus – aber mit einem Defizit bei dem Bewusstsein, das Bürgerrechte erkämpft werden müssen. Wer eine Partei gründet versucht ja den von den GRÜNEN vorgemachten Weg durch die Institutionen. Im Gegensatz zu manchen Bürgerrechtlern, die sich im Umkreis von Foebud, CCC oder AK Vorrat bewegen und NICHT Piraten sind, versuchen sie eher den politischen Diskurs mit den entablierten Parteien aufzunehmen. Dabei sind sie ein Symptom für die Tatsache, das Positionen der Piraten bislang kaum in anderen Parteien zu finden sind. Es herrscht da auch ein gewisses Kompetenzgefälle. Dies führt zu einer Arroganz der Piraten gegenüber anderen Parteien. Damit fallen sie nun immer öfter auf die Nase, da viele gute Ideen eben noch nicht vollendet durchdacht sind. Aber wer antritt seine Ideen in Gesetzesform gießen zu wollen, sollte eben auch Dinge zu Ende denken.

    Für mich ist die Piratenpartei u.a. wegen ihrer Positionen zur rückwärtsgewandten Frauenpolitik nicht wählbar. Ich vertrete viele Positionen der Piratenpartei schon länger als es die PP gibt und habe ihre Gründung und ihren Erfolg auch begrüßt, weil es eine gewisse Bewegung in die Diskussion gebracht hat um Urheberrecht und Überwachung (weniger bei Freier Software). Aber die PP ist zum einen vielfach auch naiv in ihrem Streben und zum anderen die schon erwähnte Arroganz macht sie aus meiner Sicht genau so unattraktiv wie viele andere Parteien.

    Ich bin der Meinung, dass eine starke Netzbewegung Ausgangspunkt der PP war und weiterhin wichtig bleibt – und das die PP auch eine gewisse Gefahr der Spaltung der Bewegung darstellt. Wir sollten uns nicht darüber streiten für welche Partei wir kämpfen, sondern wenn schon Streit dann um Inhalte und Positionen.

  36. krypt0n aka pirate0ne

    @thilo pfennig
    Was bitte ist los?
    ”Für mich ist die Piratenpartei u.a. wegen ihrer Positionen zur rückwärtsgewandten Frauenpolitik nicht wählbar.”

    Welche rückwärtsgewandte Frauenpolitik? Nur weil wir weibliche Piraten nicht Piratinnen nennen? Ob du es glaubst oder nicht, bei den weiblich Mitgliedern besteht Konsens, dass sie keine extra Wurst wollen und “Pirat” genannt werden wollen. Du brauchst hier bitte nicht einen auf Frauenbeauftragter zu machen, nur weil sich die Schreiberin des Blogs in diesem Bereich bewegt. Und natürlich werden Rechte erkämpft, oder denkst wir sind aus Spaß und Langweile in der Partei? Tut mir leid, aber ich verstehe deine Kritik einfach nicht.

    Ahja, die Grünen sind übrigens unwählbar, weil sie in den Krieg gezogen sind *ironieModusOff* ;)

  37. Julia recherchiert also, um im Anschluss ganz unvoreingenommen über die Piraten zu informieren. Als unwählbare Ein-Themen-Partei der pickeligen IT-Nerds. Und weiter mit dem unvoreingenommenen Wahlkampf für die Grünen. SCNR.

    Fakten recherchieren ist löblich. Sinn der Sache ist aber eben nicht, den eigenen Horizont zu erweitern.. Wer glaubt, die Grünen könnten die “Partei der digitalen Avantgarde” werden, der kennt sie nicht oder blendet irgendwas aus.

    Idealisten bei den Grünen? Fehlanzeige. Da ist mir eine junge aufstrebende Kraft viel lieber, mit echten Kompetenzen, statt einer mit viel Worthülsen um nichts. Frauenrechte einself.

  38. Im Mitgliedsantrag wird das Geschlecht nicht abgefragt (was ich gut finde, es spielt für die Mitgliedschaft ja keine Rolle).
    Daher kann Pressestelle dazu auch keine Aussagen machen und alle hier genannten Zahlen sind einfach hoch spekulativ.

  39. Zum Thema “prominente Piraten”:
    Nach der Definition von Prominenz auf Wikipedia zählen alle aktiven Mitglieder dazu, die in Presse, Rundfunk und allgemein öffentlich auftreten oder zum journalistischen Inhalt werden. Dazu passend fallen mir außer Tauss und Rusche noch ein paar andere ein: Jens Seipenbusch, Thorsten Wirth, Dirk Hillbrecht, Nicole Hornung, Aaron Koenig und seit ein paar Tagen auch Marco Langenfeld und Thomas Gerger.

    @thilo pfennig: “Der Frauenanteil ist so gering, weil die Piraten alles dafür getan haben, dass es so ist. Sie haben z.B. beschlossen, das Frauen auch nur “Pirat” sind – also das es nur eine männliche Bezeichnung gibt.”

    Natürlich, das machen englischsprachige Länder im Wandel zu einer emanzipierten Gesellschaft schon seit einigen Jahren vor. Warum die Frauenbewegung in Deutschland eine verbale Geschlechtertrennung auch weiterhin einer Gleichberechtigung (Emanzipation) vorzieht, ist zumindest mir (und vielen anderen Leuten, die ich kenne) schleierhaft.

    Zum Thema “interessante Aktionen”:
    Ich persönlich finde unter anderem die folgenden Aktionen nennenswert:
    - das bereits angesprochene Killerschach,
    - die Bootstour vorm Kanzleramt mit Lesung aus dem Grundgesetz,
    - die häufige Präsenz bei Auftritten anderer Parteien,
    - das allgemeine öffentliche Hinterfragen politischer Trends anderer Parteien,
    - den innovativen Wahlkampf und die über Internetstrukturen durchgeführte Basisdemokratie,
    - öffentlich zugängliche Stammtische und das entgegenkommende Verhalten bzw. teils familiäre Verhalten der dortigen Piraten,
    - den bundesweit anstehenden OptOutDay 2009.
    Was davon interessant ist und/oder als “Aktion” bezeichnet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Am interessantesten erachte ich die Tatsache der “Mitmachdemokratie” ohne Mitgliedszwang.

    Zum Thema “linksliberal”:
    Was soll das sein?
    Oder anders hinterfragt: Wie sind andere Parteien einzuordnen?
    In meinen Augen ist eine solche Kategorisierung in einem Begriff eher sinnlos. Die Piraten haben zwar nicht viele Themen, lassen sich jedoch nur schwer auf einen einzigen Begriff reduzieren. Sie sind unter anderem basisdemokratisch und heben sich allein dadurch in meinen Augen von der restlichen Parteienlandschaft ab, was eine Kategorisierung weiter erschwert. Ich denke, wenn es unbedingt notwendig ist, jede Partei in eine Schublade zu stecken, wird man schon sehr bald den Schrank erweitern müssen.
    Wenn man das so interpretiert, dass die Piratenpartei über allem anderen schwebt, dann ist das natürlich auch eine Meinung, die ich zwar nicht nachvollziehen aber durchaus respektieren kann.

  40. linksliberal?

    ist die Piraten”partei” nicht eher eine Interessenvereinigung von Menschen, die einfach kostenlos urheberrechtlich geschützte Inhalte downloaden wollen?

    nicht mehr und nicht weniger.

  41. Wir stellen fest: Geschlechterpolitik kann ein Minenfeld sein. Man lese nur mal den Wikipedia-Artikel zum Generischen Maskulinum, in dem diverse verschiedene Ansätze umherschwirren. Und doch machen es sich die Piraten etwas sehr leicht, wenn sie diese Fragen einfach umschiffen. In der oben verlinkten Umfrage aus BaWü nimmt “Sexualpolitik” nur 0,8% ein.

    Sprachlich gibt es verschiedene Ansätze zum Gender-Mainstreaming. Ich bin da weder belesen noch besonders engagiert. Aber eins ist doch deutlich: Wenn sich eine Frau hinstellt und zu ihrem Beruf sagt “Ich bin Lehrer”, wenn in einem Film-Vorspann steht “Produzent: Anna Meyer”, wenn in einem Piratenpartei-Spot eine Frau sagt “Ich bin Pirat” – dann klingt das für mich komisch.

    Und wenn in der Partei dann das hier die Lösung ist:

    Ob du es glaubst oder nicht, bei den weiblich Mitgliedern besteht Konsens, dass sie keine extra Wurst wollen

    dann ist für mich der Fall klar: Hier macht man es sich leicht, die Frauen ordnen sich unter. Bloß keinen Stress machen.

    Der geringe Frauenanteil bei den Piraten entspricht der Benachteiligung von Frauen in Ingenieursberufen. Daran sind die Piraten nicht schuld. Aber sie wären dazu aufgerufen, etwas zu ändern.

    (@julia: Sorry, dass dein Rechercheartikel von dieser Diskussion gekapert wurde..)

  42. krypt0n aka pirate0ne

    @partikelfernsteuerung
    Du machst es dir aber auch einfach, nur zu sagen:
    ”Hier macht man es sich leicht, die Frauen ordnen sich unter. Bloß keinen Stress machen.”

    Das ist doch Unsinn. Vllt. finden auch Frauen die Diskussion um bestimmte Begrifflichkeiten komisch, aber daraus zu schließen sie würden sich unterordnen? Gewagte These.
    Nicht, dass wir uns falsch verstehen … ich hätte nichts dagegen, wenn man Pirat und Piratinnen sagen würde, aber wäre es dann nicht auch eine Benachteiligung, weil die “Piratinnen” erst an zweiter Stelle kommen? Ja Erbsenzählerei, aber darauf läuft es doch hinaus. Egal wie mans macht, man machts falsch. Und wo wir grade dabei sind, ist “man” nicht auch diskriminierend? Stammt immerhin von “Mann”.

    Der Standpunkt vieler Piratinnen ist einfach, dass man gleichberechtigt ist und sein möchte und deshalb unter EINEM Begriff geführt wird, in dem Fall handelt es sich um Pirat. Schonmal das Wort “Raub”kopiererinn gehört? Ich auch nicht.

    Aber wenn sich die Frauen dazu entschließen, dass sie ein “in” dranhaben möchten, dann habe ich nichts dagegen! Da richte ich mich ganz nach den Piratinnen.

  43. Zur “Frauenfrage” hat unser Bundesvorstandsmitglied Nicole Hornung hier was geschrieben:
    http://www.abgeordnetenwatch.de/nicole_hornung-180-26307.html

  44. hallo julia,

    der frauenanteil wird bei uns statistisch nicht erfasst. ich könnte mir aber vorstellen das manche die in der mitgliederverwaltung der länder verantwortlich sind anhand der vornamen ne grobe ahnung haben könnten, wie hoch der frauenanteil in etwa sein mag.

    für berlin wäre das zb: amon: generalsekretaer ät berlin.piratenpartei.de
    für brandenburg dürfte das der richtige kontakt sein: mitglieder ät piratenbrandenburg.de

    es gibt von juni ne übersicht über die altersstruktur, aber da haben wir in der zwischenzeit schon rund 6000 neue mitglieder dazu bekommen, deswegen kann das auch nur nen wagen anhaltspunkt geben.

    http://wiki.piratenpartei.de/images/e/ee/Mitgliederstatistik_2009-06-11.pdf

    die schweden haben sehr schöne statistiken, auch zum frauenanteil:

    http://www.piratpartiet.se/partiet/medlemsstatistik
    http://www.piratpartiet.se/storlek

    die seiten wirst du schon kennen, nehme ich an:

    http://www.piratenpartei.de/presse/fakten
    http://www.piratenpartei.de/node/389

    bisher finde ich die piraten angenehm VIP frei, oder sie verhalten sich zumindest nicht so. es gibt aber ne ganze reihe von unterstützern und sympathisanten, IT-unternehmer, blogger, musiker (dr. motte?) in wieweit die auch mitglieder sind entzieht sich meiner kenntnis.

    es gibt den piraten newsletter http://service.piratenpartei.de/mailman/listinfo/newsletter der nen schönen bundesweiten wochenrückblick gibt und ansonsten soviel das ich den überblick verloren habe. aber warum schaust du heute abend nicht einfach mal in der c-base vorbei und macht dir nen eigenes bild?

    schwierig, ich habe mal irgendwo gelesen sie sei radikal liberal, was auch immer das sein mag. aber ich denke du wirst der piratenbewegung nicht gerecht wenn du sie irgendwo einordnen möchtest, dafür kömmen ihre mitstreiter wirklich aus allen politischen lagern und gesellschaftlichen schichten. wir sind alle induvidien. ;-)

    hoffe ich konnte dir weiterhelfen, grüße – toljok.^^

  45. @svantje “Echte Kompetenzen” in Bezug auf die Gender-Fragen? Habe die bisherigen Kommentare gelesen und musste an dieser Stelle wirklich herzlichst lachen. Danke dafür!

    Ansonsten: Es ist wirklich erstaunlich, mit wieviel Anfeindungen, Verachtung und Abwehr man so angegriffen wird (ja, ich verwende diese Worte), wenn man die Worte “Frauenpolitik” und “Frauenquote” benutzt.

    Wenn die Piraten bei jeder konstruktiven Kritik so reagieren, klingt das für mich nicht besonders “volks”nah.

    Beste Grüße!

  46. Ich denke, die Kommentare stehen für sich. Nach der Frauenfrage habe ich gefragt, weil ich es als sinnvoll erachte, dies zu beleuchten und weil ich meine, dass ich dem Thema eine zusätzliche Komponente geben kann. Da mir eh unterstellt wird, ich wolle die Piraten “bashen”, muss ich ja jetzt auch nicht mehr versuchen, die vorgebrachten, teilweise doch sehr hassigen Argumente, zu widerlegen. Ich wundere mich auch, dass man nicht lernt und das mal unterlässt. Aber nun gut, nicht mein Problem.

    Linksliberal habe ich gefragt, um die Partei einordnen zu können. Ich halte es für vermessen zu behaupten, dass sich die Piratenpartei “in keine Schublade packen” lässt. Dazu fällt mir auch eine schöne Zeile aus “Soloalbum” von Stuckrad-Barre ein: (sinngemäß) “Die Tapes von denjenigen Bands, die von sich sagen, dass man sie in keine Schublade packen kann, werfe ich gleich weg”.

    Kurzum: Mich interessiert die Einordnung der Piraten in unser Parteiensystem, um sie beurteilen zu können. Ansonsten muss man sich ein neues Koordinatensystem ausdenken, bis auf dieses “hyperbürgerlich” (ich scrolle später nochmal, keine Sorge) ist mir da aber nichts verwertbares geliefert worden. “Nicht links, nicht rechts, sondern vorn” halte ich auch, so wie ein Kommentierender, für historisch überholt und überdies für allzu relativistisch. Wurde dieser Slogan beschlossen? Wohl kaum.

    Die meisten Piraten sind nämlich nicht so verbohrt wie manche Kommentierenden in diesem Blog hier.

  47. Zu “Welche rückwärtsgewandte Frauenpolitik?” – Die Argumente die hier genannt werden gegen eine “Extrawurst” – sind die gleichen, die Männer in den 50er Jahren nannten. Das es eine negative Diskriminierung gibt ist erst mal Fakt. Das die Frauen in den Piraten das “Pirat” aktzeptieren überwiegend ist schon klar – die anderen werden einfach keine Mitglieder.

    @Julia Seeliger: Sinnvoll wäre glaube ich der Versuch alle Parteien mal in verschiedene bereiche einzuteilen – also sowas wie “Wirtschaftspolitik, Frauenpolitik, Umweltpolitik” – und dann in dem jeweiligen Bereich zu verorten. Was Frauenpolitik angeht sind die Piraten auf jeden Fall VIEL konservativer als die CDU. In der Umweltpolitik gibt es Stimmen die auch gegen Atomenergie sind – aber keinen konsens – Was Urheberrechtspolitik angeht so sind die Piraten die progressivsten und mit meinen Ideen 100% deckungsgleich. ich denke wenn man versucht alles in einen Topf zu werfen wird man ihnen nicht gerecht. Wenn man die Piraten einsortiert muss man aber auch alle anderen Parteien da einsortieren um ein realistisches Koordinatensystem zu erhalten. Dabei müssen wir aber auch schauen was in der Realität passiert. Die GRÜNEN sind zwar eindeutig gegen Kernkraft, haben aber defakto dafür gesorgt, das wir jetzt garantierte Laufzeiten haben. Deswegen kritisiere ich auch immer diese Wahlomaten, die immer auf Parteiprogramme oder Antworten schielen. Einordnungen müssten auf externen Beurteilungen passieren.

  48. Hallo Thilo,

    so wie ich die Piraten verstehe, wollen sie sich erstmal auf die Themen, die sich um Wissen drehen (Patente, Urheberrecht, Überwachung, Bildung) kümmern. Die Atomdebatte mag aus grüner Sicht komisch sein, aber zum Glück ist das für die (bisher) nicht wichtig.

    Ich habe auch nicht nach der Frauenpolitik gefragt, sondern nach dem Frauenanteil. Ich kann nichts dafür, dass dieser Artikel durch irgendwelche Maskulinistenspinner und Pseudo-Queers verschratet ist.

    Ja, beleidigt mich weiter! Das verbessert meine Stimmung – jo jo!

    Und ehrlich: Ich treibe mich schon lange auf Mailinglisten herum, da ist das hier … naja, es ist schon recht hart, aber ich komme damit klar. Und ein paar von den Kommentierenden hier haben ja auch ganz sinnvolle Anmerkungen gemacht, die ich verwenden kann.

    Danke nochmal dafür!

  49. Was ist deine Motivation einen Artikel über die Piratenpartei zu schreiben?

  50. Was ist deine Motivation einen Artikel über die Piratenpartei zu schreiben?

    *müde* Ich wurde von der BÖLL-Stiftung darum gebeten.

  51. Zu thilo pfennigs Kommentar:

    Die Parteien in bezug auf unterschiedliche Themen in Kategorien einzuordnen finde ich auch einen guten Ansatz.

    Allerdings verstehe ich nicht warum die Piratenpartei konservativ in der Frauenpolitik sein soll. Ich hoffe Du beziehst dich nicht auf die Kommentare hier. Ansonsten gibt es meines Wissens nämlich keine Entscheidungen zu frauenpolitischen Fragen. Diejenigen, die sich in der Piratenpartei ernsthaft mit Geschlechterrollen oder ähnlichem beschäftigen stehen allerdings eindeutig weit links von der CDU. Die AG SchwuPis macht sich z.B. Gedanken, wie man der LGBTIQ-Szene klar macht, dass die Piratenpartei ihre Interessen vertritt. Die CDU will “solche Menschen” wahrscheinlich am liebsten “heilen”.

    Auch bei der Umweltpolitik gibt es keine Entscheidungen. Hier wird im Wiki und auf der Mailingliste aber sehr schön sachlich diskutiert und so weit ich es beobachtet habe wollen alle möglichst weiteren Atommüll und CO2 Ausstoß vermeiden. Ich würde sagen es zeichnet sich eine progressive Politik ab.

    In den Themen wo es Entscheidungen gibt, bewegt sich die Piratenpartei auch in verschiedenen Bereichen. Meine Einordnungen:

    Bildung, Urheber-, Patentrecht, Infrastruktur: linksliberalutopistisch;

    Bürgerrechte: konservativ;

    Datenschutz: linkskonservativ;

    Wahlrecht, Demokratieauffassung: progressiv (hier passt vielleicht auch hyperbürgerlich);

  52. Bitte alle Kommentare lesen! Es ist doch völlig klar, dass die Piratenpartei keine Frauenpolitik betreibt – und danach habe ich auch nicht gefragt. Es ging mir nur um den Frauenanteil. Das kann mir hier aber niemand beantworten – auch nicht die Pressestelle der Partei, wo ich deswegen angerufen habe – ich werde also die Landeslisten und Vorstände analysieren müssen (*kotz*)

    Nach eigenem Bekunden engagiert sich die Piratenpartei vordringlich zu den Themen der Informationsgesellschaft. Ich werde nichts zu Atomkraft schreiben. Außer, es meldet sich der Piratenpartei-Bundesvorstand und bittet mich darum.

  53. Wenn ich die Kommentare hier lese, weiß ich wieder, warum mir die Lust vergangen ist, Kommentare zu lesen…

    Bei kontroversen Blogeinträgen ist man sowas ja eh gewohnt. Aber sobald das Wort Pirat auftaucht, schaukelt sich das Ganze grundlos auf.

    Anscheinend verstehen einige Piraten nicht, dass sowas nur Wasser auf die Mühlen der schwarzen Wahlkämpfer ist.

  54. Als weiblicher Pirat würde ich auch gerne was dazusagen: Es ist gut, dass es nicht Piratin heißt – und ich würde mir wünschen, dass das allgemein im Deutschen anders ist. “Pirat” ist eben nicht die männliche Form, sondern die geschlechterübergreifende.

    Gleichbehandlung entsteht nicht durch das Anhängen von “Innen” an jedes Nomen… Englischsprachige Länder geben ein gutes Beispiel ab, wie es funktionieren kann, ohne dass sich ein Geschlecht über sprachliche Ungerechtigkeit beschweren muss.

    Viele Grüße
    Eva

  55. Liebe Eva – auch für dich. Es geht mir weder um Quoten noch um geschlechtergerechte Sprache. Ich habe nach dem Frauenanteil gefragt.

  56. Hi, die Piraten sind von der politischen Ausrichtung her links, liberal und konservativ, man kann sie nicht in ein rechts links schema einordnen, auf einer dreidimensionalen skala haben wir damit aber unsere eigene nische gefunden.

    den frauenanteil schätze ich bei 15 bis 20 prozent. man unterschätzt den leicht, weil viele frauen sich nach politischen ämtern nicht so drängeln wie männer. in allen crews die ich kenne sind aber mehrere frauen dabei und auch in allen wichtigen squads sind frauen engagiert.

    tauss ist ja eigentlich in dem sinne kein prominentes mitglied sondern eher ein asylant. er wird bei einer verurteilung wieder rausfliegen, rusche kenne ich nicht. wir haben mehrere forscher und auch professoren, die sich aber normal nicht als solche outen.

    interessante aktionen gibt es viele. da wäre als erstes der von mir und der crew mitte initiierte kiezspaziergang im piratenshirt mit flyer und fahne. mittlerweile müssen wir den sogar als demo anmelden. die intention dahinter ist, das wir mit unserem anliegen zum bürger kommen und nicht er zu uns kommen muss. ich wette die cdu bekommt keinen so lauten jubel ab mit ihren informationsständen. die leute kommen zu uns und verlangen flyer und jubeln laut über die strasse.

    dann hatten wir das piratenschiff, die seetiger machen das rollende sofa. wir plakatieren selbst.

    in neukölln gibt es das piratenfloss, das regelmäßig über die kanäle schippert.

    nicht zu vergessen die von pavel und den prenzlauern erfundenen kaperfrühstücke. da stellen sich piraten in den park und grillen. eine nette angelegenheit zur kontaktaufnahme und zum entspannen für die piraten selbst. das wird mittlerweile auch von anderen crews kopiert.

    was vergessen? vg rik

  57. Liebe Julia, liebe Kommentierende,

    zur FRAUENFRAGE:
    Wir sind die Generation, deren Nicknames den Zwang zum Zweigeschlechtersystem überwunden haben. Deshalb haben wir auch keine Zahlen zu unserem Frauenanteil. Das heißt NICHT, dass Frauenpolitik uns egal wäre. Aus eigener Beobachtung kann ich dir sagen: Der Frauenanteil steigt derzeit stark an. Die Vorstände zu analysieren dürfte dir jedoch ein falsches Bild geben, da in diesen vor allem die erfahrenen “alten Hasen” der Partei sitzen – aus Tagen, in denen die Partei nur aus den Szenen rekrutierte, in denen fast nur Männer saßen (dass immer noch Menschen glauben, Technik sei Männersache, ist allerdings nicht Schuld der Piraten. Der niedrige Frauenanteil im Chaos Computer Club ist ja auch nicht auf deren Frauenfeindlichkeit zurückzuführen.). Unter den neuen Mitgliedern – und wir haben uns seit Juni verfünffacht – ist der prozentuale Frauenanteil wesentlich höher. Das wird sich mittelfristig natürlich auch in Vorstandsanteilen niederschlagen. Du musst nur etwas abwarten.
    Ich halte eine Berichterstattung, die permanent auf dem niedrigen Frauenanteil herumreitet, für sehr gefährlich, da dies Frauen das Bild vermitteln könnte, sie seien in der Piratenpartei möglicherweise nicht willkommen oder netzaffine Politik sei nunmal Jungssache – was kompletter Unsinn ist. Also, liebe Medien, liebe Julia: Bitte überlegen, inwiefern ihr damit auch genau die Tendenz unterstützt, die ihr eigentlich krisitieren wolltet.

    zur EINORDNUNGSFRAGE:
    Du schreibst: “Linksliberal habe ich gefragt, um die Partei einordnen zu können. Ich halte es für vermessen zu behaupten, dass sich die Piratenpartei “in keine Schublade packen” lässt.”
    Ich denke nicht, dass das vermessen ist – wenn du trotz deines sehr guten Einblicks in die Partei diese Frage stellen musst, um uns “einordnen zu können”, so könnte das ein deutlicher Hinweis darauf sein, dass etwas dran ist ;) .
    Wichtig ist, dass selbst wenn sich die Piraten in eine Schublade packen lassen würde, wir das nicht wollen. Sicher ist ein politisches Denken der ideologischen Grabenkämpfe einfacher. Ich habe oft im Gespräch mit Nichtpiraten festgestellt, dass die, statt sich mit unseren Forderungen differenziert auseinandersetzen, gern schnell die Schublade erfahren möchten. Wir möchten aber eine Auseinandersetzung mit den Inhalten, nicht mit deren Labels. Wer uns, wie du, gern einordnen können möchte, sollte unser Wahlprogramm lesen. Dann ist die Einordnung sehr viel fundierter als aufgrund eines Labels. Das ist nicht “vermessen”, sondern einfach ein neuer Stil im politischen Diskurs.

    Herzliche Grüße,
    Lena Rohrbach, Pressesprecherin des LV Berlin der Piratenpartei

  58. Hallo Julia,

    ich bin eben in unserer Berliner Piraten Mailingliste auf deinen Beitrag hier aufmerksam geworden.

    Ohne mich nun in diese ermüdende Frauenblabla Diskussion hereinzusteigern die einige wieder mal vom Zaun brechen, ein kurzes Statement zum Thema Anteil.

    Bei dem Beitritt in die Partei wird im gegensatz zu anderen Parteien nicht das Geschlecht erfragt ;)
    Somit ist eine Auswertung nur in geschätztem Maße möglich und auch keiner unserer Vorstände kann dir dazu eine genaue Hausnummer sagen.
    Dies ist auch gut so, denn wir sind alle Pirat und es zählt das was jeder dazu beiträgt.
    Eine Auswertung über die Namen wäre deshalb auch falsch und würde gegen die geschlechterfreie Aufnahme gehen.

    Da ich selbst als Pirat in Berlin sehr aktiv bin liegt meine persönliche Einschätzung aktuell in Berlin bei ca. 10%. Aber auch das kann sehr täuschen, denn so kann ich das ja nur von denen behaupten die ich regelmäßig sehe:) wer weiß wieviele inaktive weibliche Piraten so in Deutschland noch schlummern.

    Grüße
    Janine

  59. Nur ganz kurz, liebe Kommentierende:

    Wie wäre es denn, erst einmal den Artikel abzuwarten und zu schauen, was drin steht, anstatt hier prophylaktisch zu mutmaßen, was drin stehen wird und sicherheitshalber schon mal drauf zu hauen? Was ist denn das für ein Diskursverständnis?
    Sollte man nicht wenigstens ersteinmal anhören, was der andere zu sagen hat, eh man auf ihn losgeht?

    Ich hoffe doch, daß bei aller Freude über die Möglichkeiten, die eigene Meinung zu sagen, nicht vergessen wird, daß das ohne Zuhören recht wenig Sinn macht.

    Ganz ehrlich: Menschen, denen die Frage nach einem simplen statistischen Wert genügt, einem anderen Menschen pauschal anzugreifen, braucht sich über “Schubladendenken” nicht beschweren.

  60. hi julia,

    bin erst über die Ml auf deine Fragen und gerade über folgenden Artikel gestolpert.

    * Wie ist der Frauenanteil?

    Das Geschlächterverhältnis ist sicherlich nicht repräsentativ aber zumindest für Lünen zutreffend.
    http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/luenen/2009/9/2/news-131717402/detail.html

    * Welche prominenten Mitglieder (zB Tauss, Rusche) gibt es?

    Wer bzw. was ist für dich ein prominentes Mitglied?

    * Was gab es für interessante Aktionen der Piraten?

    Ist ja schon viel genannt worden.
    Sehr gelungen finde ich die Aktion der Piraten in München.

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/772/485201/text/

    * Ist die Piratenpartei als “Linksliberal” zu verstehen?

    nein

  61. @Julia Seeliger: ist schon klar was Du gefragt hast. ich kann lesen. Ich sehe da aber aber einen Zusammenhang zwischen Frauenanteil, Frauenpolitik und geschlechterspezifischer Sprache. Auch wenn das nicht Deine Frage war.

    @Eva: Wenn Du in den Duden schaust, dann findest Du auch, das es sehr wohl eine weibliche Form “Piratin” gibt (http://www.duden-suche.de/suche/trefferliste.php?suchbegriffAND=Piratin&suche=homepage&treffer_pro_seite=10&modus=title&level=125&x=0&y=0) . Was die PP hier betreibt ist klassisches Neusprech ala 1984 – und das von einer Partei die angetreten ist gegen solche Tendenzen anzutreten. Das ist einfach nur peinlich – und das ausgerechnet bei Frauen. Die Piraten machen dadurch unterschwellig deutlich, dass sie Frauen nicht so gerne sehen. Warum sonst, sollten sie ausgerechent dann wenn es Frauen betrifft ein Neusprech etablieren?

    Das es so wenige Frauen bei den Piraten gibt hat eben Ursachen – und ich finds dann schon lustig, wenn Piraten dann das Vorurteil herauskramen, das sich Frauen eben weniger interessieren und SIE selber schuld seien … jaja, von wegen es gäbe da ja eben keinen Unterschied. Wenne s keien Unterschiede gäbe, dann wäre der Frauenanteile ja eben repräsentativ. PP ist keine frauenfreundliche Partei, punktum.

  62. @teresa falsch: den höchsten frauenanteil hat Die Linke mit 39,2 Prozent http://die-linke.de/partei/fakten/frauenanteil/

  63. @ Thilo….

    Als Pirat und Frau kann ich dir da absolut widersprechen. Ich setze mich als Frau gegen die in meinen Augen eben nicht Gleichstellung der Menschen in Deutschland durch neu geformte Wörte wie auch das ständige heranziehen der weiblichen Form ein.
    Dies stellt für mich dar das Frauen (und auch viele Männer) sich lieber mit solchen Dingen aufhalten anstatt eine Zeit anzuerkennen in der man auch mal 5 gerade sein lassen kann.

    Gerade innerhalb der Piraten ist gerade diese Diskussion eine absolut überflüssige und dies ist die letzte Vereinigung der ich Frauenfeindlichkeit vorwerfen würde.

    Ich weiß das wir nicht Frauenfeindlich sind. Dennoch ist für uns eben ein Pirat wie der andere und jeder hat seine Stärken und seine Schwächen von denen die ganze Partei und jedes Mitglied partizipiert.

    Ich gebe dir recht das es faktisch in unserer Welt und auch in unserer Sprachwelt Männerdominiert zugeht. Dennoch halte ich gerade diese Partei der falsche Rücken auf dem dieser Kampf ausgetragen werden sollte.
    Gleichberechtigung heißt eben auch mal nicht für alles ne Extrawurst gebraten zu kriegen und eben gleich zu sein.

    Das es in diesem Prinzip dann aber auch gilt für ein gleiches Lohnniveau für alle deutschen Mitbürger (nicht nur Frauen werden minderwertig bezahlt) wie auch für eine gleiche Lebensgestaltung zu kämpfen erübrigt sich in diese Diskussion dann von ganz von selbst.

    Hierzu ist es dann aber auch nötig sich wirklich näher mit den Piraten auseinanderzusetzen und wie mir erst letztens eine Freundin die deine Sätze hätte sagen können zu mir meinte: Diese verbohrten Emazipations Knüppel einfach mal stecken zu lassen und mal von einer anderen Seite zu kämpfen :)

  64. Zur Einordnungsfrage:
    Ich würde die Piraten als linksliberal bezeichnen – jedenfalls in einem minimalen Sinn des Wortes.sie sind bügerrechtsliberal und bereit, in der Wirtschaft unpoluläre Ziele zu vertreten (die Urheberrechtssache), da ihnen die Recht der Individuen wichtiger sind. Viele haben durchaus einen Blick auf die Situation der Schwachen in dieser Gesellschaft.

    Ich glaube nicht, dass so ein Label, auch als Selbstbezeichnung schon lideologische Grabenkämpfe herauf beschwört.

    Was die Piraten nicht wollen, ist ein fertig geschnürtes Paket an politischen Positionen. von wegen “wenn du dort stehst, dann musst du zu diesem Thema jene Position vertreten”. Die (wahrgenommene?) Existenz solcher vorgefertigter Pakete schreckt sicher viele ab, sich in einer etablierten Partei zu engagieren, auch einige der Piraten. (So mein Eindruck als Sympathisantin.) Mir geht es jedenfalls so, aber auch hier glaube ich nicht, man holt sich mit dem Label gleich das Paket.

    Zum Diskussionsstil & der Frauenpolitik:
    Da habt ihr echt ein paar Sympathiepunkte verspielt bei mir :( Ich habe Julias Nachfragen nur als interessierte Fragen gelesen, nicht als sei sie auf der Suche nach Munition. Und die Behauptung, man sei längst über die Forderungen des Differenzfeminismus hinaus, gepaart mit Beleidigungen, machen sich nicht gut… unklug ist dieser rabiate Stil noch dazu, denn er trägt sicher nicht dazu bei, dass Julias Blogeintrag freundlicher wird. Zum Glück deckt sich dieser Eindruck nicht mit meinem Gesamteindruck…

    Julia, ich bin wirklich neugierig auf deinen Bericht :)

  65. Liebe Julia,

    die Frage nach dem Frauenanteil stelle ich auch schon seit geraumer Zeit. Nur konnte ich noch keine wirklich relevanten Antworten bekommen. Entweder wird gleich eine Riesen-Diskussion daraus oder es kommen sinnlose Scheinargumente wie z. B. “Frauen wollen eben nicht politisch arbeiten und so lassen sie sich auch von der Piratenpartei rekrutieren”. Immer mit einem beleidigt-trotzigem Unterton, denn wieso will ich gerade einer jungen Partei schaden, die sich erst beweisen muss?
    Ich will ihr ja gar nicht schaden. Und die Partei muss nicht mit der Vernachlässigung von Weiblichen Werten beginnen, nur weil es die anderen so tun oder getan haben und weil irgendwann es auch noch mal anders sein soll. Wieso nicht gleich?

    Im Grunde ist mir eine Partei, die so androzentrisch agiert, suspekt.

    http://danilola.wordpress.com/2009/09/01/warum-ich-keine-piratenpartei-wahlen-werde-aber-im-herzen-ein_e-pirat_in-bin/
    Ich empfehle mal den Links zu folgen. Offenbar sind alle Kandidaten männlich und die Piraten orientieren sich speziell an Männern, weil diese sie hauptsächlich wählen.

  66. Tach Alexander :)

    Ja, der Blog wird immer gerne zitiert und was ich daran und eben an dieser Diskussion (auch von vielen Frauen immer schade finde) ist die Tatsache das sie damit Ihre Kraft die sie in die Entwicklung der Partei setzen könnten anders abgeben. Was ich ihnen nicht verwehren mag.
    Aber rechne ich das nun auf die ganzen Frauen, Schwulen, Heteros, Ausländer….Menschen hoch, dann führt das dazu das wir von dieser Seite eben keinen Zuwachs bekommen….und es fehlen eben die Menschen denen diese Themen wichtig sind.

    Natürlich liegt es mit in unsere Aufgabe dem auch Abhilfe zu schaffen, aber auch wir können nur wachsen und weiser werden wenn sich eben die Menschen die sich das wünschen auch bei uns engagieren und uns von Ihrem Wissen und Wünschen ein Stück abgeben.
    Wir sind eine Mitmachpartei, jeder kann mitmachen und soll sich auch einbringen. Es muss keiner einen Vorsitz haben um was sagen zu dürfen. Nur so können wir wachsen und zu dem werden was sich viele Menschen vorstellen und sich wünschen.

    Und so kommt es dann leider auch dazu das alle Spitzenkandidaten in Deutschland nur Männer sind. Dabei wir leider außer Acht gelassen, das z.B. eine Frau in Schlewig-Holstein 1. Vorsitzende ist. Oder das in Berlin an zweiten Listenplatz ebenfalls eine Frau steht ;)
    Auch ist im Bundesvorstand eine Frau vertreten und in Berlin ist 1. Pressesprecherin für Berlin auch eine Frau.

    Nur weil wir vielleicht nicht extrem vertreten sind, sind es dennoch nicht wenige. Aber um auch Frauen wählen zu können müssen auch welche kandidieren. Aber auch dies ist den Frauen selbst überlassen, da schränkt sie keiner ein. Und beurteilt wird eben nicht nach Quote sondern ob derjenige der kandidiert das auch hinkriegt. Dies ist demokratisch und es wird auch in Zukunft mehr Frauen geben wenn diese sich das alles vielleicht etwas mehr zu Herzen nehmen, anstatt zu sagen: Die machen das nicht also sind sie für mich nicht wählbar.

    Und dann zum Ende: Natürlich beschäftigen wir uns mit einer Vielzahl von Themen, aber auch diese müssen erstmal ausgearbeitet werden, ungares Zeug soll ja auch nicht verbreitet werden. Und somit sind Diskussionen was sie sind und Wahlprogramme sind ebenfalls das was sie sind.

    Grüße
    Janine – Pirat
    Landesverband Berlin

  67. Von wegen Extrawurst und Frauen: Es ist eben eine Extrawurst, wenn man Frauen die Piratinnen waren ausblendet. S.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Witwe_Chinghttp://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Bonny,http://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Read . Oder gibt es jetzt bei euch auch nur Pilot, Politiker, Manager, Millionär, Minister, Bürgermeister ? Denn was für Piratinnen gilt, muss man dann ja auch auf alles andere übertragen können – ansonsten wäre ja auch der Begriff “Pirat” eine Extrawurst. Neon, nein, da hat sich die PP ganz gezielt geäußert. Und zwar unnötig – denn “Mitglied” wäre neutral gewesen – aber das wollte man nicht. Man hat sich stattdessen also einen männlichen Begriff gewählt für Mitgliederinnen und dann definiert, dass es dazu keine weibliche Form gibt. man hat z.B. nicht den unbedinklichen Weg gewählt den generischen Feminin zu wählen als männlich inkludiertend – also das jedeR “Piratin” ist. So weit wollten die Männer dann nicht gehen. Es bleibt dabei, dass das ein ganz klares Signal ist. Heute kann niemand mehr behaupten nichts von der ganzen Problematik zu wissen. und wenn die PP solche Neologismen einführt, dann muss sie auch damit rechnen, dass dieser bewusste Akt aufgegriffen und kritisiert wird. Und insbesondere, das dies Auswirkungen auf den Zulauf hat. Deswegen glaube ich auch, dass die PP gar nicht gerne die 5% erreichen will – sie müht sich ja kräftig darum progressiv denkende Menschen zu verschrecken.

  68. hallo julia,

    zu 4) ein guter artikel von parvel, der deine frage zwar nur am rande streift, aber einen möglichen “generationskonflickt” näher beleuchtet, bzw. sich mit der konfliktlinientheorie auseinandersetzt.

    http://aggregat7.ath.cx/2009/07/31/die-internetfeinde

    und noch eine analyse der EU wahl zu wählergruppen der piraten.

    http://www.wortfeld.de/2009/06/auf-piratensuche/

    @ blumentopf: der grund warum nicole horning bei der wahl zum vorsitzenden der piratenpartei sowenig stimmen bekommen hat, hat sicher nichts damit zu tun das sie eine frau ist, sondern das sie kaum jemand gekannt haben dürfte. jens seipenbusch der immer im vorstand war und andreas pop als spitzenkandidat für die europawahl, waren dagegen bekannt. auf dem parteitag waren ja auch sehr viele neupiraten und erst seid ein par wochen dabei. nicole horning ist aber in den erweiterten vorstand gewählt worden und macht dort gute arbeit.

    - toljok.^^

  69. krypt0n aka pirate0ne

    Es tut mir leid Julia, dass ich (und andere) ein bisschen vom Thema abweichen, aber offensichtlich besteht hier noch eine menge Diskussionsbedarf. Ich würde die Diskussion gerne verlagern, aber das ist ja leider nicht so einfach :(

    Mir kommt es so vor, als ob hier einige wirklich der Meinung sind, dass Piraten frauenfeindlich sind und am liebsten keine Frauen in der Partei hätten, besonders der Link (danilola) weiter oben macht mir Sorgen. Da wird doch echt so getan, als ob irgendein Pirat was dafür kann, dass irgendjemand von irgendeiner Männerseite meint, dass die Piraten sich um männerspezifische Dinge kümmern sollten.
    Tut mir leid, aber gerade sowas will nicht in meinen Kopf!
    Mir ist kein Pirat bekannt, der sich nicht über einen größeren Frauenanteil freuen würde! Gerade auf den Stammtischen würde das zu mehr heterogenität führen und das wäre für mich persönlich wirklich eine Bereicherung. Aber wie sollen wir was daran ändern? Wir treffen uns und sind offen für alle, wenn dann keine Frauen kommen, was können wir dagegen machen (konstruktive Vorschläge?)? Wir können niemanden zwingen zu uns zu kommen und da keine Frau kommt, denken sich einfach viele “dann besteht für sie halt kein Interesse”. Natürlich könnte ich jetzt damit kommen, dass unsere Themen vllt. nicht so attraktiv auf Frauen wirken, wie z.B. Umwelt-, Familien- und Sozialpolitik. Ich könnte auch anmerken, dass 99% der Frauen die ich kenne kein Interesse an Politik bzw. politischen Engagement haben, aber dann würden hier wieder einige trollen und meinen “Da seht ihr! Die Piraten wollen keine Frauen in der Partei!”, obwohl ich nur Tatsachen wieder gebe (die keines Falls statistisch nachgewiesen sind).

    Da unser Wiki grade irgendwie nicht funktioniert, kann ich nicht gucken, ob es bereits eine AG für Frauenarbeit/politik/themen/etc. gibt. Aber ich werde mich mal schlau machen und mich da einbringen, denn das Thema liegt mir am Herzen. Vllt. finde ich dabei auch was, was dir bei der Recherche zur Frauenquote helfen könnte :-)

    Grüße
    Daniel (Pirat – NRW)

    ps: Alles meine Meinung und keine offizielle Aussage der Piratenpartei.
    pss: Wer noch was dazu verlieren möchte (Vorschläge z.B.), ich bin auch per Mail erreichbar -> krypt0n [ÄT] web [P0INT] de

  70. Die Piratenpartei dürfte die einzige Partei sein, in der mehr Männer an Männern interessiert sind als Frauen (an Männern). Und das ist doch auch schon mal was. ;)

    Den geringen Frauenanteil und Zitate aus Wiki (Anmerkung: Da steht “..sollten…”) gegen die PP zu verwenden halte ich für zu kurz gegriffen.

    Niemand kritisiert den gringen Ausländeranteil in der NPD oder den hohen Anteil von Jägern in der CSU (Vermutung von mir^^)

  71. FeFe, mit dem Vergleich hast Du ein bisschen daneben gegriffen, meinste nicht?

    Oder sollen wir analog des Ausländeranteils in der NPD nun schlussfolgern, dass die Piratenpartei frauenfeindliche Politik macht?

    Ich glaube nicht, Tim.

  72. [...] und Frauen Da Julia Seeliger in ihrem Blog einige Fragen zum Frauenanteil in der Piratenpartei (und andere) stellte, möchte ich das Ganze noch mal in diesem Blog [...]

  73. @Daniel: Es hilft schon, wenn ihr Vorurteile abbaut wie z.B. das Frauen sich mehr für Frauen und Familienpolitik interessieren. Die PP hat sich sehr bemüht klar zu kommunizieren, das man nicht bereit ist sich feministischen Theorien zu nähern. Zu deiner Aussage “Gerade auf den Stammtischen würde das zu mehr heterogenität führen und das wäre für mich persönlich wirklich eine Bereicherung. Aber wie sollen wir was daran ändern?” …kann ich nur sagen, das mir vollkommen klar ist, warum dem so ist – ihr tut alles dafür, DAS es so ist: Ihr WOLLTET eine Männerpartei – ihr HABT eine Männerpartei (Ausnahmen bestätigen die Regel). Punkt.

  74. @flawed Da hast Du mich leider falsch verstanden. Es geht nicht um die Schlußfolgerung aus meinen beispielen sondern um “Fragen die sich keiner stellt”. Gut noch ein paar Beispiele:

    - Verhältnis von strickenden zu häkelnden Frauen bei den Grünen?
    - Aktive Seeleute in der Piratenpartei?
    - Rothaarige Mitglieder der SPD?

    Vielleicht wird es so deutlicher…

  75. krypt0n aka pirate0ne

    @Thilo
    Du behauptest ziemlich viel, aber ich habe noch nicht EINE Quelle gesehen, die deine Behauptungen untermauern kann.

    Es ist also ein Vorurteil, dass sich Frauen mehr für soziale Themen interessieren? Dann ist es auch ein Vorurteil, dass in den technischen Studiengängen fast nur Männer sind ;) Ich kann nur aus meinem Umfeld berichten, wenn Frauen mir sagen, dass sie die Piraten nicht wählen, weil ihnen die für sie wichtigeren Themen wie z.B. Umwelt- und Sozialpolitik fehlen, dann ist dass keine falsche Behauptung, sondern eine Erfahrung – die übrigens nicht nur ich gemacht habe.

    Zitat von dir:
    ”ihr tut alles dafür, DAS es so ist: Ihr WOLLTET eine Männerpartei – ihr HABT eine Männerpartei (Ausnahmen bestätigen die Regel).”

    Belege dafür bitte. Ich habe bisher nirgendwo gelesen, dass es irgendeine Aussage gibt, dass wir nur Männer wollen und uns nur für sie einsetzen, nicht mal ähnliches habe ich vernommen. Da du offenbar besser als ich informiert bist, möchte ich eindeutige Belege haben.

    Grüße
    Daniel (Pirat – NRW)

  76. @Daniel – Niemand sagt die explizit. Genausowenig wie die FDP sich selbst als die Partei der Besserverdienendend bezeichnet. Ich habe bereits einige Indizien genannt: “Pirat”, geringer Frauenanteil, Ablehnung feministischer Theorien. Das ist mein Eindruck, das ist das, was bei MIR ankommt. Auch auf Anregungen, wie sie sich Frauen mehr öffnen könnten meinerseits habe ich im Piratenforum vor Monaten eher Angriffe erfahren, denn Dankbarkeit für die Anregung. Unter dem Strich herrscht da die Devise: Alles in Butter, es gibt keine Diskriminierung, weiter so wie bisher. Na denn viel Spaß auf eurem weiteren Weg. Die Frauen und viele progressiv denkende Männer werdet ihr dabei nicht mitnehmen. Vielleicht ändert sich das ja noch mal.

  77. @Fefe darf ich aus Deinen neuen Beispielen dann folgern, dass Du die Frage nach der Teilhabe von Frauen an politischen Prozessen für irrelevant hältst?

  78. @flawed Die explizite Frage danach halte ich für irrelevant.

  79. krypt0n aka pirate0ne

    Willst du damit andeuten, dass die PP die Partei der Frauenfeinde ist? Piratin darf jeder benutzen, wüsste nicht warum es verboten sein sollte? Nur wenn man das Plural von PP-Mitgliedern nimmt, benutzt man “Piraten”, weil es in diesem Fall geschlechtsneutral ist, siehe “Grüne” (nicht Grüninnen).
    Welche feministischen Theorien werden abgelehnt? Link? Ich bin es eigentlich leid, dir alles aus der Nase ziehen zu müssen. Hast du auch einen Link zu deinem Thread im PP-Forum?

    ”Die Frauen und viele progressiv denkende Männer werdet ihr dabei nicht mitnehmen.”

    Progressiv ist jemand der sich einbringt und weiterkommen möchte, der nicht mit den “alten” Sachen zufrieden ist und den Fortschritt im Auge hat. Verbesserungen bekommt man nicht durch Vorurteile, Jammern und Anprangern, sondern durch Aktivität, Diskussion und Diplomatie.
    Und wie gesagt, wenn ich heute zuhause bin, werde ich versuchen ein Meinungsbild und einige Statements dazu zu sammeln und im Piratenwiki zu festigen. Wir wollen ja schließlich was von unserer Diskussion hier haben :-)

    Grüße
    Daniel (Pirat – NRW)

  80. Wenn die Politiker meine Bürgerrechte aushöhlen,
    habe ich gar nichts davon, wenn sie sie BürgerInnen-Rechte nennen.

  81. Heute Abend, 19:20 @ zdf kommt der erste Piraten Werbespot zur BTW. Nicht verpassen!

  82. weiblicher Pirat

    Wer heute noch nach einem Frauenanteil fragt, hat den Jarhtausendwechsel irgendwo hinter dem Mond verschlafen.

  83. @weiblicher Pirat: Das erinnert mich irgendwie an den Boom der New Economy – wo Chefs und Angestellte alle auf Du waren – und wer damals warnte, das die Verhältnisse anderes waren als sie schienen, der dahinter stand – der hatte ja keine Ahnung und wurde verlacht. Als dann die Krise kam, hieß es “Du darfst jetzt gehen” – die Chefs blieben.

  84. [...] für den Text „Kann eine Feministin Piraten wählen?“, bei Julia Seeliger für ihre Fragen „Böll Wahlblog: Piratenpartei WTF??“ sowie bei Danilo Vetter für „warum ich keine piratenpartei wählen werde, aber im herzen [...]

  85. scardanelli1685

    @christof und andere:
    Es wird immer vorausgesetzt, dass Frauen, wenn in bestimmten Bereichen weniger Frauen vertreten, dass sie dort “benachteiligt” sind. Frauen werden aber mit keinem Gesetz benachteiligt. Du meinst, man muss sich damit beschäftigen, dass Frauen 20% weniger verdienen, aber keiner meint, man müsse sich damit beschäftigen, dass 80% der Obdachlosen Männer sind (und 80% der Selbstmörder) – im Endeffekt läuft es immer darauf hinaus: Die Männer sind an allem schuld! Egal ob sie selbst “Nachteile” haben oder die Frauen, Schuld sind immer die “bösen Männer”. Sollen die Männer die Frauen zwingen, in politische Parteien einzutreten oder Computerfreaks zu werden? Sie WOLLEN es nicht in dem Maße, sie haben andere Interessen, und das ist wertneutral gemeint. Warum ist es dir so wichtig, Julia, wieviele Frauen in der Partei sind? Wird die Partei besser, wenn mehr Frauen drin sind? Das hieße ja, Frauen sind mehr wert als Männer – für mich sind sie gleich viel wert (und wenn du jetzt mit “gesellschaftlichen Gruppen” kommst, die gleichmäßig vertreten sein sollten, dann fragst du ja auch nicht nach dem Rentner-Anteil, der ist nämlich meilenweit unter dem Frauenanteil) – das ist einfach eine völlig unpolitische Frage!
    ”Gender Mainstreaming” ist eine dem Kommunismus verwandte faschistoide, totalitäre Ideologie, die nicht nur den Naturwissenschaft sondern auch jeglicher menschlicher Erfahrung widerspricht. Und Quoten und Frauenbevorzugungspolitik (“Frauen nach oben”) sind sexistisch, sie benachteiligen Männer und diskriminieren Frauen, in dem sie sie auf eine Stufe mit Gehandicapten stellen, die Quoten brauchen, um wo rein zu kommen. Alle Frauen, die ich kenne, lehnen so etwas als Beleidigung ab. Und wo das hinführt, sieht man bei den Grünen:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article4326058/Gruenen-Frauen-schicken-die-Maenner-vor-die-Tuer.html

  86. “Ich kann nur aus meinem Umfeld berichten, wenn Frauen mir sagen, dass sie die Piraten nicht wählen, weil ihnen die für sie wichtigeren Themen wie z.B. Umwelt- und Sozialpolitik fehlen, dann ist dass keine falsche Behauptung, sondern eine Erfahrung – die übrigens nicht nur ich gemacht habe.”

    Ich habe bisher in Gesprächen mit fast allen Piraten (m/w) den Konsens gefunden, daß wir eine lebenswerte Umwelt, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und einen funktionierenden Solidar- und Sozialstaat als selbstverständlich ansehen… allerdings sollten wir dies wohl auch mal ins Programm reinschreiben. Bei diesen Dingen denken die meisten Piraten langfristig und suchen Lösungen, die auch in 30 Jahren noch sinnvoll sind.

    Soweit jedenfalls meine Erfahrungen.

  87. Man kann es nicht oft genug wiederholen:

    Die Piratenpartei ordnet sich nicht ins bestehende Parteienspektrum ein. Sie ist weder links noch rechts. Sie steht eine Ebene darüber und sagt sich von diesen und ähnlich althergebrachten, viel zu wenig hinterfragten, Denkweisen los.

  88. Strukturelle Steine? Die explizit Frauen in den Weg gelegt werden?
    Sprechen wir von der gleiche Partei?

    Als ich das letzte mal einen Beitrittsantrag gesehen habe war darauf kein Häkchen zum Thema Geschlecht zu setzen.
    Wie ein Frauenanteil in dieser Partei also erfasst werden soll, obwohl die Daten noch nicht einmal innerparteilich erhoben werden(!), ist mir völlig schleierhaft.

    Das schöne an der Piratenpartei ist ihre demokratische Ordnung: wer(/werin?) etwas sagen will, sagt es.
    Wahlweise kann er/sie das via elektronischem Medium(/Mediumin?) umgehend, oder stellt sich vorher in eine Warteschlange(/Warteschlangin?) die für alle Menschen/Menschinnen mit Sprechwunsch gilt.

    Das lustige daran: Demokratie ist nicht diskriminierend, aber heute führt ja schon das Ausbleiben von gezielter Bevorzugung des weiblichen Geschlechts zum Ruf “Diskriminierung”.

    Jetzt ein paar Informationen:
    1. Es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen Mann und Frau, aber: einen Mund zum reden haben, in der Regel, beide.
    2. Der Wikipedia Artikel “Piraterie” schafft es das Wort “Frauen” einmal und das Wort “Piratin” gar nicht zu erwähnen. Der Artikel “Piratin” existiert nicht einmal, sprich er wird nicht wie “Pirat” auf Piraterie weitergeleitet.
    3. Der historische Pirat ist nicht das Vorbild der Piratenpartei, ganz im Gegenteil, der Kino-Pirat (beispielsweise Johny Depp aka Jack Sparrow) bildet mit seinem positiv humoristischen auftreten das Bild an das sich die Piraten halten wollen.

    Wer jetzt etwas gegen den Begriff “Pirat” als neutrale Bezeichnung für weibliche und männliche Mitglieder der Piratenpartei hat möge sich bitte beim eigentlichen Schöpfer dieser Begrifflichkeit beschweren…
    Der Musikindustrie.
    Wobei ich noch keine/n Feminist/in gesehen habe der auf die Bezeichnung “Musikpiratin” bestanden hat.
    Es begehen wohl nur Männer Urheberrechtsverletzungen, bzw. es werden nur die der Männer verfolgt *lol*

    So, ehrlich gesagt hab ich jetzt keinen bock mehr hier weiterzuschreiben.
    Es wird von denen die sowieso meiner Meinung sind verstanden (auch von Frauen die meiner Meinung sind) und von denen die es nicht verstehen wollen wird es eben nicht verstanden.

    Ich werde mich stets gegen eine “Frauenquote” wehren, denn in einer modernen Demokratie hat jeder Mensch genau eine Stimme, und ob diese gehört wird oder nicht entscheidet keine willkürlich festgelegte Zahl mit einem % dahinter, sondern die jeweilige Überzeugungskraft und die dazugehörigen Argumente.

  89. Linksliberal? Wenn man sich die Kommentare zum Ausschlußverfahren gegen Bodo Thiesen im Gästebuch der Piratenhomepage durchliest, könnte man eher den Eindruck gewinnen, daß die NPD neuerdings eine Internet- (pardon: Weltnetz-)AG hat.

  90. [...] harmlose Nachfrage die Blogosphäre zum Kochen gebracht. Julia Seeliger (Grüne) wollte bloß wissen, wie hoch denn der Anteil der Frauen bei den Piraten sei. Das kann ihr nun aber leider niemand [...]

  91. Guck mal auf den Wahl-O-Mat. Die Aussagen der Piratenpartei sind ganz interessant und teilweise auch entlarvend.

    Ablehnend ist die Piratenpartei u.a. bei folgenden Punkten:
    - Die Laufzeit der Atomkraftwerke soll verlängert werden. (Laut diverser Sprecher der Piratenpartei ist sich die Partei darüber aber höchst uneins.)
    - Ausnahmsloses Verbot von Tierversuchen.
    - Handelsbziehungen mit Staaten, die Menschenrechte missachten, sollen eingestellt werden.
    - Jedem Jugendlichen soll ein Ausbildungsplatz gesetzlich garantiert werden.
    - Generelles Tempolimit auf dt. Autobahnen
    - In Deutschland sollen gentechnisch veränderte Lebensmittel produziert werden dürfen.
    - Bildungspolitik soll Ländersache bleiben.
    - Generelles Verbot von Rüstungsexporten deutscher Firmen

    Die Piratenpartei befürwortet danach u.a.:
    - Unternehmen sollen über die Höhe von Managergehältern frei entscheiden dürfen.
    - Die Bahn soll vollständig in staatlicher Hand bleiben.
    - Wenn die Löhne sinken, müssen die gesetzlichen Renten entsprechend gekürzt werden.

    Und neutral ist die Piratenpartei bezüglich:
    - Mindestlohn
    - Sofortiger Abzug aus Afghanistan
    - Kündigungsschutz
    - EU-Beitritt der Türkei
    - Vermögenssteuer
    - Asylrecht
    - Erhöhung ALG II

    Was will ich damit sagen?

    Die Positionen der Piratenpartei (abgesehen von Demokratie- und Gesellschaftspolitik) so als habe man mal eben an drei Tagen ein Online-Voting durchgeführt.

    Man kann diese Partei nicht zuordnen, da sie sich selber nicht zuordnen kann. Liberal ja, aber ob rechts, links, Mitte – das weiß sie selber nicht.

    Das ist ja auch nicht anders zu erwarten bei einer 2-3-Themen-Partei.

    Aber: Jede(r) BürgerIn muss sich halt fragen, ob man Leute ins Parlament wählt, die nicht unwichtige Fragen wie die nach dem Mindestlohn, nach ALG II, Kündigungsschutz, EU-Beitritt der Türkei nicht beantworten können oder wollen.

    Meiner Meinung nach bieten im Bereich Schutz der Bürgerrechte FDP (bei wirtschaftspolitischer Orientierung eher an Leistung und Eigenverantwortung) und Grüne (bei wirtschaftspolitischer Orientierung eher an Solidarität und Chancengerechtigkeit) kompetente Alternativen, die eben alle Politikbereiche abdecken.

  92. @Martin Metz
    ich finde nicht nur die Frage nach dem Frauenanteil, sondern auch die Frage nach der Links-Rechts-Positionierung eine absolut unpolitische. Wer seine politische Einstellung von einer Einordnung in ein EINDIMENSIONALES SCHEMA abhängig macht, tut mir ehrlich gesagt leid. Das ist einfachstes Schubladendenken. Aber ich kann dir trotzdem, ohne Links oder Rechts zu benutzen, eine grobe politische Richtungseinornung bieten, denke ich:
    Die Piratenpartei ist radikalliberal und establishmentkritisch – und da steht sie ganz allein!
    Die Piratenpartei ist die erste postmoderne, postideologische, postfeministische Partei, die erste neue politische Richtung des 21.Jahrhunderts, die die Ideologien des 19. und 20. Jhds hinter sich gelassen hat, ebenso wie das links-rechts-Schema). Besonders wichtig sind ihr: Soviel Freiheit wie möglich, Menschenrechte und – würde, CHANCENgleichheit (nicht wie bei Gleichmacher-Ideologien wie gender-mainstreaming oder Kommunismus Gleichheit als Ergebnisziel, denn das wiederspricht Individualismus und Pluralismus), FAIRE Marktwirtschaft (monopol- und lobbykritisch), Transparenz — also alles in allem keine Themen-, sondern schon eine (wenn auch sehr entideologisierte) Weltanschauungspartei.
    Dass noch nicht in allen Bereichen ein ausgearbeitetes Programm besteht, kannst du von einer Partei, die es erst seit 3 Jahren gibt, und die erst in den letzten 3 Monaten wirklich zu einer wahrnehmbaren Größe geworden ist, nicht erwarten. Aber das war bei den Grünen nicht anders. Bei dieser Wahl geht es darum, bestimmte wichtige Themen, die die anderen Parteien nicht abdecken und den neuen Politikansatz, die neue Richtung (s.o.) zu unterstützen (vergleichbar mit den Grünen um 1980). Abgesehen davon brauchen wir auch noch kein ausgearbeitetes Programm für jeden Bereich, denn selbst wenn wir in den Bundestag einziehen würden, wollte niemand mit uns koalieren (außer vielleicht den Grünen, alle anderen beschimpfen uns ja nur), und selbst wenn wir in eine Koalition kämen, wären wir sicher der kleinste von mindestens 3 Partnern und bekämen nur in ganz, ganz wenigen Bereichen unsere Ziele durch, also da müssten wir uns sowieso auf unsere Kernkompetenzen beschränken. In der Opposition dagegen könnten wir den Fraktionszwang (der auch eigentlich grundgesetzwidirg ist) auflösen. Und zum Thema FDP und Grüne sind “Bürgerrechtsparteien”:
    Die FDP hat dem Telemediengesetz zugestimmt, das Zugriffsrechte für Sicherheitsbehörden und Musikindustrie vorsieht. Wenn die FDP an der Regierung ist, wirkt sie mitunter an Einschränkungen der Bürgerrechte mit. Beispielsweise hat ein FDP-Minister in Nordrhein-Westfalen durchgesetzt, dass der dortige Geheimdienst (Verfassungsschutz) Computer via Internet anzapfen darf.
    Sind die Grünen an einer Regierung beteiligt, sind sie bereit, Kompromissen zuzustimmen, die aus Sicht der Bürgerrechte nicht mehr zu verantworten sind. Die Grünen haben alle Anti-Terror-Gesetze der rot-grünen Bundesregierung mitgetragen:

    * Terrorismusbekämpfungsgesetz (biometrische Merkmale in Pässen und Personalausweisen, erweiterte Kompetenzen für Sicherheitsbehörden, Erweiterung des Datenaustausches, Identitätsfeststellung im Visumverfahren, Rasterfahndung)
    * Geldwäschebekämpfungsgesetz
    * Änderung der Strafprozessordnung (Standortermittlung von Mobiltelefonen)
    * Gesetz zur Änderung des Versammlungsgesetzes und des Strafgesetzbuches (Einschränkung des Versammlungsrechts)
    * Luftsicherheitsgesetz (Abschuss von Passagierflugzeugen, Einsatz der Bundeswehr im Inneren)
    * Wiedereinführung des Großen Lauschangriffs
    * Telekommunikationsgesetz (Kundendaten werden auch bei Prepaid-Karten erhoben)
    * EU-Passagierdaten (Weitergabe von Fluggast-Daten bei Transatlantikflügen)
    * Gesetz zur Änderung des Bundesgrenzschutzgesetzes (verdachtsunabhängige Schleierfahndung im gesamten Inland)

    Darüber hinaus haben die Grünen folgenden Gesetzen zugestimmt, die eine massive Einschränkung der Bürgerrechte mit sich bringen:

    * G10-Gesetz (Beschränkungen des Brief,- Post- und Fernmeldegeheimnisses nicht nur für Angehörige terroristischer Vereinigungen, sondern auch für mutmaßliche Einzeltäter; Ermittlungen ohne konkreten Anfangsverdacht)
    * Finanzmarktförderungsgesetz (Banken müssen Datensätze über alle Kontoaktivitäten bereithalten; BAFin kann darauf unbemerkt zugreifen)
    * Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit (Finanzämter können über BAFin auf alle Kontodaten zugreifen)
    * Gesundheitsmodernisierungsgesetz (Krankenkassen erhalten umfangreiche Informationen über Patienten)
    * Steueränderungsgesetz 2003 (Mit Einführung der Steuernummer erhält Bundesamt für Finanzen ein vollständiges Register aller Einwohner)
    * Alterseinkünftegesetz (Rentenversicherungsträger müssen Daten aller Versicherten an BfA übermitteln)
    * Gesetz zur Einführung der nachträglichen Sicherungsverwahrung (Anordnung auch dann möglich, wenn Verwahrung nicht im ursprünglichen Urteil vorgesehen)

    Die Bilanz der FDP sieht nur vergleichsweise “harmlos” aus, weil sie das “Glück” hatte, dass sie in den letzten 11 Jahren nicht an der Bundesregierung war, sonst hätte sie sicher ähnlich viele Kröten geschluckt wie sie Grünen.

    Westerwelle kündigt schärfere Sicherheitsgesetze an
    Im ZDF-Sommerinterview legt sich der FDP-Vorsitzende auf eine Koalition mit der Union fest. Und Westerwelle hat ja schon angekündigt, dass sie das auch gern in Zukunft machen will:

    ”Im ZDF Sommerinterview gab FDP-Parteichef Guido Westerwelle eine eindeutige Koalitionsaussage zugunsten der Union ab.

    Offenbar als Schritt zur Union hin sagte Westerwelle, dass man zwar Bürgerrechte schützen, sich neuen Sicherheitsgesetzen aber nicht verweigern wolle. Die Aussage dürfte einen in der letzten Woche an die Öffentlichkeit gelangten Wahlkampfleitfaden der FDP einiges an Nutzwert nehmen. Darin werden Jungliberale dazu angewiesen, dass sie auf den Vorwurf, dass der Grundrechtsschutz besser bei der Piratenpartei aufgehoben wäre, unter anderem entgegnen sollten, alte Koalitionszugeständnisse seien Vergangenheit und die Liberalen hätten aus Fehlern wie der Zustimmung zum Großen Lauschangriff gelernt.”

    Also, wer gegen den Überwachungstaat stimmen will, gerade bei dieser Wahl (und da ist es ja fast ein Vorteil, dass die Piratenpartei noch so “einseitig” aufgestellt ist, denn jede Stimme für sie ist ein klarer Protest gegen die Einschränkung der Bürgerrechte, während FDP und Grüne aus ganz verschiedenen Gründen gewählt werden, so wie jede Stimme für die Grünen 1980 oder 1983 ein Protest gegen die Umweltzerstörung und Atomkraft war) kann nur PIRATEN wählen, finde ich …

    Ahoi! ;-)

  93. P.S.: Und noch etwas: Es ist etwas schwierig, komplexe politische Themen mit einem Ja/Nein-Modus wie beim Wahlomaten zu beantworten. Nur ein Beispiel:
    ”- Erhöhung ALG II”
    Wir haben dazu keine Meinung, weil wir in großer Mehrheit (nach allem, was ich weiß) dieses System ablehnen, es geht uns nicht um “Erhöhung”, sondern um einen Systemwechsel: ein großer Teil der Partei sympathisiert mit verschiedenen Konzepten des bedingungslosen Grundeinkommens, ein anderer mit skandinavischen Modellen, FÜR Hartz IV ist praktisch niemand, allein schon wegen der staatlichen Bespitzelung, also auch nicht einfache Erhöhung (nicht die HÖHE des Geld für nicht Erwerbstätige ist für uns das Problem, sondern der Modus)
    Nochmal Ahoi!

  94. [...] von einer Anfrage an die Piratenpartei scheint sich derzeit ein kleines Feminismus-Scharmützel anzubahnen, wie Benni hier berichtet. Ich [...]

  95. Wieso wurde mein Kommentar gelöscht?

    Nochmal in aller kürze. ich kann diesen Blogpost nicht ernst nehmen, solange die Autorin nicht ernsthaft an dieser Frage bei den Piraten mitarbeiten will.

    Die indirekte Kritik über eine angebliche Genderproblematik einer Grünen finde ich unglaubwürdig.

    Es zeugt von Kritikfähigkeit, wenn dieser Kommentar bitte erhalten bleibt.

  96. Sorry Julia, ich habe Dir unrecht getan. Ich habe Leider deinen Blog mit einem anderen Blog verwechselt. *In den Boden versunken und schämt sich*

  97. Zur Beruhigung sollten wir uns alle eine Simpsons Folge zum Thema ansehen. Ihr wisst schon, die wo die Schule in zwei geteilt wird. Da lässt Skinner auch ein interessantes Zitat ab:

    ”It’s the differences of which there are none that make the sameness so exciting”

    Das ist das Problem. Bei dieser Debatte ist es sehr schwierig sich in andere hinein zu versetzen. Eigentlich kann jeder nur für sich selbst sprechen. Deshalb ist es fast unmöglich irgendwelche Positionen zu beziehen ohne Leuten auf den Schlips zu treten.

    Ihr mögt Recht haben, dass wir es uns zu einfach machen wenn wir auf die Piratinnen hören die unisono keine Extrawürste wollen. Es ist möglich, dass das daran liegt, dass wir es da mit den selbstbewusstesten und unabhängigsten Frauen zu tun haben wärend wir alle anderen verschreckt haben und weiter verschrecken wenn wir guten Gewissens auf die wenigen hören, denen das nichts ausmacht.

    Ähnliche Tendenzen konnte ich auch in meinem Ingenieursstudium beobachten.

    Aber jetzt versucht ihr auch doch auch mal in unsere (bezogen auf jung, männlich, Pirat) Lage zu versetzen. Egal was wir machen es ist sowieso falsch.
    Versuchen wir aktiv mehr Frauen zum Eintritt zu begeistern wird Verzweiflung und Notgeilheit unterstellt.
    Bemühen wir uns um Gleichbehandlung (z.B. indem das Geschlecht in den Datenbanken nicht mal erfasst wird) haben wir eine Unterdrückungsstruktur geschaffen und sind selber schuld.
    Schaffen wir AG für Frauenpolitik und achten peinlich auf angehängte -INs wollen die Frauen das nicht (find ich nachvollziehbar, aber wie gesagt vielleicht etwas kurz gedacht)
    Sind keine Frauen auf den Listen wird das uns angekreidet, sind wohl welche da wird erst mal nach Anzeichen gesucht, dass es sich um Quotenfrauen handelt

    Wie wollt ihr euch als 21 jähriger Ingenieursstudent und Pirat denn auf so einem Minenfeld bewegen, das geht doch gar nicht.

    Meine Schlussfolgerung:
    In dieser Debatte gibt es nur Verlierer. Niemand zieht daraus irgendeinen Nutzen. Daher muss man Gleichbehandlung erst mal mit gutem Beispiel voran gehend leben damit sie nach und nach Realität werden kann.

  98. Schade, dass es keine edit Funktion gibt.
    Noch mal zu der gelebten Gleichbehandlung. Das ist unter Umständen wirklich nicht leicht. Wenn in einem Auditorium 20 Frauen und 500 Männer sind musst du dich immer wieder dran erinnern. Eigentlich ist das nur möglich wenn du oft genug aus dem Mikrokosmos ausbrichst und in deinem sonstigen Freundeskreis genug Frauen hast. Ich halte es aber für absolut nötig das zu tun und mir fällt auch keine Alternative ein.

    Zu der Neusprech Debatte. Hier begebe ich mich auf dünnes Eis indem ich als Mann Positionen für Frauen beziehe. Deshalb sage ich nur, dass sich mir gegenüber noch keine Frau geäussert hat, die sich durch Verwendung geschlechtsneutraler oder männlicher Formen ohne explizites INNEN irgendwie benachteiligt fühlt.
    Ich sträube mich doch sehr zu glauben, dass das nur daran liegt, dass wir die alle erfolgreich unterdrückt haben. Das ist auch ein sehr seltsames pessimistisches Selbstbild das ihr da haben würdet wenn ihr euch selbst für so leicht unterdrückbar halten solltet.

    Wenn man einmal anfängt Diskriminierungen im allgemeinen Sprachgebrauch auszumerzen, dann bleibt aber nicht mehr viel übrig. Mein Ansatz wäre da, diese als historisches Überbleibsel ohne grossartigen aktuellen Bezug zu akzeptieren.
    Ich kann verstehen, dass es befremdlich wirkt, wenn eine neue Partei ankommt und für sich beansprucht alte Themen auf einem weissen Blatt neu anzufangen. Das kann man aber auch als Chance sehen. Es muss immer wieder mal Balast abgeworfen werden, wie viel das sein wird bleibt heraus zu finden.

  99. [...] oldschool: danilola, antjeschrupp, genderblog, julia-seeliger, [...]

  100. Nur um Mißverständnisse zu vermeiden, müsste es nicht eigentlich heißen “ich schreibe einen Artikel über die Piratenpartei aus weiblich, feministischer und grüner Sicht”?

  101. Endlich eine feminismusfreie Partei. Es wurde auch höchste Zeit.

  102. Ich finde es schade, wenn manche Leute immer nur in Geschlechterklischees denken können und diese junge und unangepasste Partei auch schon wieder zwangsvergendern wollen. Frauenanteil, Frauenquote, Geschlechterkrampf – NEIN ! Ich kann ja verstehen, wenn die Piraten und besonders ihr Name den feministischen IdeologINNEN und Berufsdiskriminierten ein Riesendorn im Auge sind, aber die Angriffe werden eher zum Gegenteil führen – die Piraten werden, infolge des Ärgers über diese feministischen Attacken, gegen diese Art von Genderwahn dauerhaft immunisiert werden !! Vielleicht färbt das dann sogar auf die anderen Parteien ab… :-)

  103. die kommentare zeigen doch nur, dass diese fragen bitter noetig sind. die piratenpartei als sammelbeckens eines reaktionaeren bodensatzes, der sich auch im internet tummelt. fuer die richtigen inhalte arbeitet man auch wie selbstverstaendlich mit holocaustleugnern zusammen. wie borniert muss der piratenmann eigentlich sein, die frage nach dem frauenanteil fuer ueberfluessig zu halten und hysterisch von ‘quote’ zu faseln?
    ich bin sehr gespannt auf den beitrag von julia seeliger.

  104. @saltzundessick
    So, du “Frauenbeschützer”, da hast du ja was rausgehauen – meine Freundin (übrigens auch Pirat – hab sie übrigens grade gefragt, ob sie’s mit oder ohne -in haben will, sie will’s ohne) sitzt neben mir und weiß nicht, ob sie lachen oder weinen soll. SIE WILL NICHT VON DIR BESCHÜTZT WERDEN! (“Und auch nicht von anderen Gender-Wahnsinnigen” wie sie gerade sagt) – sie möchte als vollwertiger Mensch behnadelt werden und mit Persönlichkeit, Leistung und Menschlichkeit überzeugen und nicht durch falsche Bevorzugung und ein “In” am Ende.
    Aber das nur nebenbei, eigentlich wollte ich dir ja antworten: Marxisten, Gender-IndeologINNEN und andere Anhänger totalitärer geschlossener Weltbilder bezeichnen (das war auch schon bei den Kommunisten immer so), alle, die nicht ihre fanatische Ideologie teilen als “reaktionär” – das ist nicht nur billig, sonder vor allem auch noch falsch. Denn “reaktionär” wäre ein Zurück-wollen in etwas, das es schonmal gab. Wir wollen aber nicht zurück in einen Zustand vor den 70ern, wo Frauen per Gesetz benachteiligt waren. Wir wollen etwas Neues, das erst jetzt möglich ist: Das Akzeptieren von Unterschieden der Geschlechter auf der Basis von völliger GleichbeRECHTigung, GleichbeHANDLUNG (soweit das geht, im persönlichen Verkehr wird ein Mann immer mit einer Frau schonender umgehen als mit einem Mann), ohne bei allen Fragen die Menschen in zwei Gruppen einzuteilen, von denen eine bevorzugt wird, oder beide gegeneinander ausgespielt werden. Das ist neu, und das “diskriminiert” Frauen gar nicht mehr. Es nimmt sie für voll.
    Die Verwandtschaft der “Gender”-Ideologie oder des “Feminismus” mit dem Kommunismus zeigt sich auch daran, dass Kritik an der Ideologie immer als Abneigung gegen die Menschengruppe, die angeblich “befreit” oder erlöst werden soll, umgemünzt wird. Also, der Kommunist bezeichnet den Antikommunisten als “arbeiterfeindlich”, der/die Genderideolog(e)IN den/die GenderkritikerIN (dolle Verhunzung der deutschen Sprache, gelle ;-) )) als “frauenfeindlich” – was beides völliger KäsIN ist. “Frauenfeindlich” (UND männerfeindlich nebenbei, das ist kein Widerspruch) ist der ganze sexistische Quoten- und “Gender”kram.
    ”Borniert” und kleingeistig bist du, denn ich finde es sehr arm, wenn man die Welt in links=gut=sozialistisch=feministisch usw. auf der einen und “rechts”=böse=faschistisch=kapitalistisch=antifeministisch auf der anderen Seite einteilt, statt mal selber zu denken! Solche Ideologien und Schwarz-weiß-Welteinteilungen leisten nämlich vor allem einen Dienst: man muss selber nicht mehr nachdenken und differenzieren – es ist ja schon vorher alles klar.
    Zu deinem “Holocaustleugner” kann ich nur eins sagen. Auch hier: üble Vorurteile durch oberflächlich aufgenschnappte Infos! Erstmal hat Bodo Thiessen den Holocaust nicht geleugnet, er hat aber trotzdem einfach unhaltbare Sachen von sich gegeben (“Hitler wollte den Krieg nicht” – aber ALLES, was mit Nazis usw zu tun hat, als HOlocaustleugnung zu bezeichnen, zeigt auch eine große Beschränkung), und dann ist gegen ihn ein Parteiausschlußverfahren im Gange. Also, man kann es sich auch sehr einfach machen …
    Wir sind wahrscheinlich die toleranteste Bewegung, die es ja gab, und uns mit Nazis(!!!) in einen Topf zu werfen, zeugt von Kleingeistigkeit, Intoleranz und Blindheit!
    Achja, meine Freundin erinnert mich noch gerade daran, dass DU der uns wohl vorwirfst, Männer und Frauen “Piraten” zu nennen, selbst ganz explizit von “Piratenmännern” sprichst, die “die Frage nach dem Frauenanteil für überflüssig halten” – und damit sie und die anderen weiblichen Piraten ausschließt, denn meine Freundin hält das ebenso für überflüssig wie die meisten anderen weiblichen Piraten. – Wer ist hier der “Sexist”, der voraussetzt, dass “nur die Männer entscheiden”????
    Ich würde dir einen Wahlslogan der Piraten ans Herz legen: “Denk! Selbst! Piratenpartei.”

  105. Ach übrigens, ich sprach von den MEISTEN weiblichen Piraten, die kein “in” haben wollen, aber wir sind offen und tolerant in jeder Beziehung, und die Frauen, die “Piratin” genannt werden wollen, nennen wir gern auch so, wenn sie es wünschen ;-)

  106. dann ist doch alles prima, wenn du fuer den schutz ‘deiner’ freundin selbst sorgst. du schreibst dich uebrigens gerade um kopf und kragen, du querfrontler. also nur weiter so!

  107. saltzundessick, als Gentlemen verteidigt man natürlich Frauen, auch wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Frauen können ja leider nicht für sich sprechen. Die nehmen deine Hilfe aber sicherlich dankenswerterweise an.

  108. Gehen wir es mal aufgrund einiger einfacher Punkte im durch:
    Die Piraten
    - haben keine Meinung zum Mindestlohn
    - wissen nicht, ob das Regime die Truppen aus Afghanistan abziehen soll
    - wollen die Manager nicht mehr kontrollieren, obwohl klar ist, wie viel Schaden die bereits angerichtet haben und kein Ende in Sicht
    - wollen Tierversuche nicht verbieten, obwohl die mächtige Pharma-Lobby vermutlich noch gar nicht in eigener, verwerflicher Sache interverniert hat
    - haben etwas gegen die dauerhafte Verstaatlichung von Banken
    - treffen keine Aussage zu den Plänen den Kündigungsschutz zu lockern
    - kann keine klare Aussage zur Vermögenssteuer treffen
    - sind gegen ein Menschenwürdigeres Immigration Management
    - haben nichts gegen Waffenhandel mit Kriegsgerät
    - wollen die Renten kürzen
    - wollen die Sozialhilfe nicht auf ein Niveau anheben, bei dieser die Menschen ein Minimum an einer Existenzgrundlage haben (auch hier wissen sie nicht was sie als Parteimeinung kundtun sollen, was natürlich zu dieser negativen Einschätzung führen muss)
    - sind *gegen* eine Frauenquote in Führungspositionen

    Daraus ist zu entnehmen, dass die Piratenpartei zu vielerlei sehr wichtigen Themen nichts zu sagen vermag. Hier kann man nicht immer nur sagen, ja, die sind eben jung und müssen erstmal diskutieren. Dafür haben sie Zeit genug gehabt, finde ich. Oder die unbekannten Parteiführer haben keine Kompetenz ausserhalb des Überwachungsthemas etwas zu entscheiden.

    Des weiteren entnehme ich den Aussagen, dass die Parteifunktionäre der Piratenpartei bei sozialen Themen (und diese sind leider für viele und immer mehr Menschen in diesem Land brennend interessant) total versagen.

    Aus den Aussagen spricht für mich eine Generation junger Männer, die eigentlich ihre Ruhe hinter ihrem Computerterminal haben wollen, aber sich um politische Dinge kümmern müssen, weil es ja sonst niemand tut.

    Die Piratenpartei hat mich mit ihrem Namen und primären Zielen gelockt, aber näher betrachtet, fehlt mir das Haus hinter der schönen, neuen Fassade.

    Bei werden die Piraten bei mir ganz weit unten angezeigt. Noch weiter unten finden sich nur mehr die rechtsextremen und christlich-konservativen Parteien. Aber die waren für mich auch ohne diese Listung völlig unwählbar.

  109. @ Janine, Piratin vom Landesverband Berlin

    Dear Janine:

    Ich glaube, wenn die Partei in einigen Punkten ansprechender für Frauen gestaltet würde, kämen auch mehr Frauen um sich zu beteiligen. Da fehlt vielleicht der

  110. “Eine Frauenquote in der Führungsetage hat sich bewährt, denn von Frauen geleitete Unternehmen sind stabiler und langfristig erfolgreicher. Es ist zudem ein Fakt, dass Frauen (durchschnittlich betrachtet) Tasks zuverlässiger, schneller und kompetenter erledigen als Männer. Da berufe ich mich nicht auf eine Studie, sondern auf den Arbeitsalltag.”

    Für die Aussagen hast du doch bestimmt Quellen parat oder? Deine persönliche Erfahrung im Arbeitsalltag reicht da nicht aus, auch wenn du deine Erfahrung gerne als absolute Wahrheit verkaufen willst. Wenn Männer so unzuverlässig, langsam und inkompetent sind, warum stellen Unternehmen nicht einfach nur noch Frauen ein? Immerhin könnte ein Unternehmen ja dadurch sogar Lohnkosten einsparen, wenn man den Statistiken zum gender pay gap Glauben schenkt.

  111. Dear Alexander,

    Und als nächstes schlage ich vor du liest meine Beiträge und die der anderen Piraten nochmal…es ist doch in Folge dieser Diskussion immer wieder erstaunlich was vorallem Männer von uns Frauen so zu erwarten scheinen…auch bin ich sehr enttäuscht das das was die Frauen innerhalb der Piraten tun und die Posten die sie bekleiden hier so einfach (von Männlein wie Weiblein) unter den Tisch gewischt werden, und dann wären wir bei der selektiven Wahrnehmung…. gute Nacht neue Welt :)

    Da bleibe ich gerne Pirat ;)

  112. ein bisschen duenne ist euer totschlagargument schon. der logik folgend waere die cdu mit angela merkel die speerspitze des feminismus.

  113. @Adrian Lang:
    Schön, wie jemand, der gegen die Benachteiligung der Frauen kämpft, wenige Kommentare nutzt um sich eine Meinung zu bilden.
    Ich bin generell gegen Quoten (wie auch einige Feministinnen). Aber ich sehe den geringen Frauenanteil als Problem. Dieser ist wohl nicht zuletzt dem bisherigen Spektrum der Betätigungsbereiche der Mitglieder geschuldet. Diese wiederum weisen auch einen (sehr) niedrigen Frauenanteil aus. Liegt das Problem nun in erster Linie bei den Piraten? Ich weiß es nicht.
    Natürlich ist hier aber offensichtlich das Problem, dass aus welchem Grund auch immer Frauen die technischen Berufe meiden und auch alle bisherigen Programme daran nichts ändern konnten. Da ich mich mit den sozialen Hintergründen nicht so auskenne, weiß ich aber auch nicht, wie man das weiter beheben kann.

    Falsch finde ich es aber dennoch, den Piraten allein aus dem Frauenanteil einen Strick drehen zu wollen. Ich kenne fast niemanden (in meinem Alter), der wirklich sexistisch wäre und eine Frau auf Grund ihres Geschlechts benachteiligen würde. Genau aus dieser Perspektive muss man auch die ganzen Kommentare sehen, die eine vorsätzliche Bevorteilung von Frauen ablehnen. Warum bevorteilen, wenn man _selbst_ sie doch gar nicht benachtiligt, sich selbst also benachteiligen?
    Zu guter Letzt lest doch bitte die Einladung zur Mitwirkung nicht grundsätzlich als ein selbst Schuld. Offensichtlich gilt aber doch (s. Frauenanteil bei den Grünen), dass Frauen weniger Interesse an Politik haben. Dies wird wohl ähnliche Gründe haben wie die geringen Anteile von Frauen in der Informatik – ich als Laie verorte vieles in der Gesellschaft und Erziehung. Aber dass Frauen dort keinen Platz haben und es keine Frauenarbeit ist, wird sich erst durch konsequentes dort-arbeiten in der Wahrnehmung ändern, auch wenn es ein Henne-Ei-Problem ist.

  114. @Alexander Arent:
    Du hast dir offensichtlich nicht die Antworten dazu durchgelesen und polemisierst einfach ein wenig:

    ”- wissen nicht, ob das Regime die Truppen aus Afghanistan abziehen soll”
    Die Kritik am Einsatz wird doch formuliert. Ein sofortiger Abzug, wie in der Frage gefordert, ist allerdings nicht nur dort umstritten. Die Grünen z.B. lehnen ihn vollständig ab. Es geht also eher um die Frage des Wie als des Ob.

    ”- wollen Tierversuche nicht verbieten, obwohl die mächtige Pharma-Lobby vermutlich noch gar nicht in eigener, verwerflicher Sache interverniert hat”
    Sie wollen die Tierversuche einschränken. Tierversuche vollständig und pauschal abzulehnen halte ich für falsch, wenn als einzige Alternative die Forschung am Menschen steht.

    ”- haben etwas gegen die dauerhafte Verstaatlichung von Banken”
    Hier haben sie wohl eher eine andere Auffassung der Frage: Sie finden, dass eine Unterstützung der Banken mit Finanzmitteln generell keine Aufgabe des Staats sein kann (btw. wieder im Einklang mit den Grünen)

    ”- haben nichts gegen Waffenhandel mit Kriegsgerät”
    Sie vertreten die Position, dass das Verbot innerhalb eines Staats keine wirkliche Wirkung haben kann. Sie sind aber für eine Einschränkung des Handels mit menschenverachtenden Regimen.

    ”- wollen die Renten kürzen”
    …wenn die Löhne sinken. Also wie alle Parteien bis auf die SPD, die ihre Rentengarantie wollte. Renten kürzen ist schon wieder herrlich pauschal und soll wohl Ressentiments aktivieren.

    ”- sind *gegen* eine Frauenquote in Führungspositionen”
    Sind aber offensichtlich für die Antidiskriminierungsgesetze, bei denen das Geschlecht keine Rolle spielen darf.

    Zu den Punkten:

    - haben keine Meinung zum Mindestlohn
    - wollen die Manager nicht mehr kontrollieren, obwohl klar ist, wie viel Schaden die bereits angerichtet haben und kein Ende in Sicht
    - treffen keine Aussage zu den Plänen den Kündigungsschutz zu lockern
    - kann keine klare Aussage zur Vermögenssteuer treffen
    - sind gegen ein Menschenwürdigeres Immigration Management
    - wollen die Sozialhilfe nicht auf ein Niveau anheben, bei dieser die Menschen ein Minimum an einer Existenzgrundlage haben (auch hier wissen sie nicht was sie als Parteimeinung kundtun sollen, was natürlich zu dieser negativen Einschätzung führen muss)

    gibt es tatsächlich keine Aussage. Wie dir auffallen könnte, ist ein Großteil davon eine recht klare Zuordnung zu einem Wirtschaftsverständnis. Innerhalb der kurzen Zeitspanne seit der Europawahl und dem daraus resultierenden Wachstum war es noch nicht möglich, hier einen Konsens innerhalb der Partei zu finden.
    Bei der Asylpolitik wurden sie letzten Endes auf dem falschen Fuß erwischt. Die war schlicht und einfach noch kein Thema, aber wenn meine Einschätzung nicht falsch ist, wird sie hier eine Lockerung der Regeln verfolgen.

  115. Entschuldigt den dritten Post in Folge: Ich habe leider nicht alle Posts gelesen, weil es einfach zu viele sind. Eine Art Thread-Struktur wäre hilfreich, um die für einen wichtigen leichter herauszufiltern.
    Von daher ist mir die andere Analyse der Standpunkte auch nicht aufgefallen.

  116. Linksliberal?

    Ich (mit meinem mitunter närrischen Interesse an Linksliberalismus und politischer Theorie…) würde sagen:

    Piraten => zwischen linkslibertär und linksliberal

    Wobei der vorfindbare Linksliberalismus für mich, und das ziemlich deutlich, in Richtung Linksliberalismus 2.0 geht.

    (soll ich das jetzt mal ausführlicher begründen, Julia?)

  117. @”salzundessick”:
    Keine Ahnung was ein “Querfrontler” sein soll, aber ich bin ja auch kein verbohrter Ideologe, der dauernd Kampfbegriffe benutzt – wäre schön gewesen, nebenbei zu sagen, warum ich mich “um Kopf und Kragen” geschrieben habe, denn Beschimpfungen/Behauptungen ohne Substanz sind ziemlich billig – ich hab dir sehr ausführlich geschrieben, und du bist auf nichts eingegangen.

    Außerdem brauchst du bei meiner Freundin nichts Anführungsstriche zu setzen, und ich habe auch nicht für “ihren Schutz” gesorgt (WER hat hier nur Klischees im Kopf???), es hat sie ja niemand angegriffen, aber sie saß nunmal im Sessel und ich hab ihr vorgelesen, auf was ich gerade antworten will, und da wollte sie auch noch ein paar Sachen loswerden, weil sie sich auch immer über Sexisten wie dich aufregt…

    Zu einigen Kommentaren hier: es darf in keinem Artikel über technische Berufe fehlen, dass Frauen weniger dazu neigen (was ja stimmt), immer mit dem Zusatz, dass das schlimm wäre, dass man das “beheben” müsse, usw. – ich verstehe nicht warum – 99,9% der Geburtshelfer (Hebammen) sind Frauen, keiner meint, das wäre schlimm, ich weiß nicht genau, wie der Anteil bei Sozialpädagogik-Studenten aussieht (wahrscheinlich 80-90%), bei den Studenten insgesamt (klar mehr Frauen, ich glaub mittlerweile über 60%) … da meint keiner, das müsse geändert werden. Die Feminstinnen und Feministen schüren den Hass auf alles Weibliche, denn hinter dieser Argumentation steht ja eigentlich, dass die eher männlichen Interessen und Neigungen MEHR wert sind, das sollte man sich mal überlegen …

    Und zu dem bescheuerten Vorschlag, die Partei in Piratinnenpartei umzubennen, weil “die weibliche Form die männliche einschließe”:
    1. wenn Frauen nur wegen des Namens und Sprechregelungen nicht in eine Partei eintreten, kann ihr politisches Interesse nicht sehr groß sein – DIE paar Verbohrten, die DESWEGEN kämen, brauchen wir wirklich nicht. Ich finde die Qualität unserer Frauen absolut super, die Quantität ist nicht alles
    2. Das ist sprachlich falsch, das maskulinum ist in der germanischen Sprachen näher am Neutrum und deswegen die ALLGEMEINE Form, also schließt alles ein: Wenn man von den Österreichern spricht oder den Schweden, dann meint man alle, Männer und Frauen, spricht man von den Österreicherinnen und Schwedinnen, meint man nur die Frauen, für die männliche Bevölkerung braucht man ein Adjektiv als Zusatz. Dieses “Anhängsel” (-innen) kam erst relativ spät, im Englischen existiert es gar nicht, da gibt es nur teacher, manager, usw. (deshalb ist sogar im Deutschen “Managerinnen” zweifelhaft, eigentlich müsste man “weibliche Manager” sagen). Das “politisch korrekte” “-Innen” für alle ist sprachlich äußerst unkorrekt und nur ein ideologisch bedingtes Neusprech, kein Deutsch. Zu welchen Verwirrungen das führt, merkt man z.B. daran, dass einem jetzt gerne mal etwas wie “MitgliederInnen” präsentiert wird, aus dem Gefühl heraus, auf jedes “er” ein “Innen” anhängen zu müssen, aber DAS Mitglied ist ein neutrum (Maskulinum und Neutrum leigen nah beieinander). Auch benutzt praktisch jeder das Maskulinum, wenn man nicht weiß, um welches Geschlecht es sich handelt (“Kommt da noch einer?”, “Wenn da einer Stress macht…” usw.), da das Neutrum auf Menschen angwendet einfach abartig ist.
    Und selbst die GrünInnen, die immer alles gendern (ja außer “VerbrecherInnen, VergewaltigerInnen” – die bösen sind immer die Männer, ja;-)), sagen auch “Bürgerrechte”, und da sollen wir uns “Piratinnenpartei” nennen? ;-)

  118. P.S.@salzundessick:
    Übrigens, ich brauch meine Freundin auch nicht (zumindest nicht verbal) zu “verteidigen”, das kann sie sehr gut selber (wenn sie denn angegriffen wird), du Möchtegern-Ritter in Gestalt eines bekifften Wolle Petri ;-)

  119. 2.P.S.@salzundessick: Hab jetzt mal nachgeschaut, was “Querfrontler” sind, und ich möchte dich bitten, trotz deines offensichtlich beschränkten Verstands, erstmal nachzudenken, bevor du Leute beschimpfst, sowas ist nämlich üble Nachrede: wo habe ich irgendetwas Nationalistisches geäußert? Oder nur irgendeine in die Richtung zu deutende Aussage getroffen? Also, wenn du mich einfach als Nazi beschimpfen kannst ohne Grund, kann ich dich auch einfach so als Nazi, Stalinisten oder was weiß ich beschimpfen, das müsste selbst deinem Pseudo-Hirn, das nur zwei Schubladen, links und rechts kennt, einleuchten!
    Wegen solcher armer Idioten wie dir, die nur Schwarz und Weiß kennen gab es Hitler, Stalin, Mao!!! Nicht wegen Differenzierer wie mir!

  120. na siehste, da hast du doch wenigstens was gelernt. du weisst jetzt so ungefaehr, was ein querfrontler ist.

  121. Ach, es gibt Leute, die nicht wissen, was “Querfront” ist? Gut, dass das mal jemand erklärt hat. Danke!

  122. Ich dachte es geht um die Piraten?
    Was haben die Eierköppe, aus dem den rechten Aussenfeld, damit zu tun?
    Abgesehen davon das einige Querschläger auftauchen wohl nicht allzuviel.

    * Wie ist der Frauenanteil?
    Bin auch Pirat und um ehrlich zu sein die Geschlechtsfrage stellt sich mir nie.
    Immer, wenn die Frage ‘m oder w’ irgendwo gefragt wurde habe ich mich ausgeloggt :> Partnerbörsen gibts auch anderswo.

    * Welche prominenten Mitglieder (zB Tauss, Rusche) gibt es?
    Aeron König vllt. noch

    * Was gab es für interessante Aktionen der Piraten?

    Killerschach, Gläsernes Mobil, Gläsernes Haus, das erstellen der Wahlkampfplakate mit der ganzen Partei auf freiwilliger Basis, übrhaupt die massiven Parteigründungen auf der ganzen Welt…usw.

    * Ist die Piratenpartei als “Linksliberal” zu verstehen?

    höchstens als sozial-liberal ansonsten Problemorientiert und Basisdemokratisch und da kann man nie wissen was am ende rauskommt :D (im guten wie im schlechten)

  123. na siehste, da hast du doch wenigstens was gelernt. du weisst jetzt so ungefaehr, was ein querfrontler ist….

  124. der hohe frauenanteil in der piratenpartei spiegelt sich bei den kandidaten zur bundestagswahl allerdings noch nicht ganz so gut wieder. man will ja nicht meckern, it-berufe sind ja auch ueberdurchschnittlich vertreten. eventuell gibt es da auch einen zusammenhang.

    http://web.piratenpartei.de/node/833/23992

  125. Nicht nur evtl. sollte die Piratenpartei aber weiter so wachsen ist es nur eine Frage der Zeit bis auch mehr Frauen zu uns stoßen und dann natürlich auch Posten besetzen, wobei bei dem Vorsatz der Basisdemokratie, welchen die Piraten haben, diese Posten nicht die gleiche Wertigkeit haben wie es vllt. in anderen Parteien der Fall ist.

  126. Schon sehr bezeichnend, dass auf meine Argumente gar nicht eingegangen wird, stattdessen nur auf meine Kenntnisse über irgendwelche extremistischen Spilttergruppen, die im politischen Diskurs keine Rolle spielen, aber das scheint in der linken Szene wohl so eine Art Selbstbespaßung zu sein, damit man nicht über Inhalte diskutieren muss, unterhält man sich über Rechtsradikale und versucht Leute, die davon so weit wie nur möglich entfernt sind, rhetorisch mit da hinein
    und @julia: nein, es wurde mir nicht “erklärt”, sondern ich wurde ohen jede Begründung so bezeichnet und musste es selbst nachschlagen ;-)

    @saltzundessick: Erstmal sind das nur die Spitzenkandidaten, da hätte man bei den Grünen wohl eine reine “Frauenriege” (bei 37% weiblichen Mitgliedern)- auf Platz 2 in Berlin ist z.B. ein Frau. Dann zum Zweiten sind die Listen fast alle VOR dem großen Wachstumsschub aufgestellt worden, als die Partei noch eine fast reine IT-ler-Partei war, seitdem sind breitere Bevölkerungsgruppen dazugekommen, auch z.B. mehr Frauen, aber auch überhaupt mehr Leute, die nicht ITler sind —- und zum dritten kann ich nur Seth zustimmen:
    1. ist es uns Piraten einfach nicht so wichtig, nach Geschlecht zu unterscheiden, und wie ich schon gesagt habe, ist das für mich auch völlig unpolitisch, denn ich mache es niocht vom Geschlecht abhängig, sondern von Persönlichkeit, Kompetenz und politischem Inhalt, wen ich wähle, und ich habe einfach keine Lust, mich unter Druck setzen zu lassen mit dem Hintergedanken: Wähl ich lieber die Frau, auch wenn ich den Mann etwas besser finde, das ist gut für unser Image. Umgekehrt schon gar nicht.
    2. haben bei uns Piraten die Vorstandsleute und Listenkandidaten mehr Arbeit als zusätzliche Macht, da wir sehr basisdemokratisch organisiert sind.

    Aber ich habe hier sowieso den Eindruck, dass gezielt von den Grünen hier eine Kampagne gefahren und versucht wird, uns in eine Ecke zu schieben, wo wir uns nichts vorzuwerfen haben (Nichtmal eine “Diskrimierung” auf dem Beitrittsformular findet statt, ich denke wir sind da weiter als alle andere in Sachen Gleichbehandlung), um von den wirklichen politischen Themen und dem eigenen Sündenregister in Punkto Datenschutz und Bürgerrechte abzulenken:

    Die Grünen haben alle Anti-Terror-Gesetze der rot-grünen Bundesregierung mitgetragen:

    * Terrorismusbekämpfungsgesetz (biometrische Merkmale in Pässen und Personalausweisen, erweiterte Kompetenzen für Sicherheitsbehörden, Erweiterung des Datenaustausches, Identitätsfeststellung im Visumverfahren, Rasterfahndung)
    * Geldwäschebekämpfungsgesetz
    * Änderung der Strafprozessordnung (Standortermittlung von Mobiltelefonen)
    * Gesetz zur Änderung des Versammlungsgesetzes und des Strafgesetzbuches (Einschränkung des Versammlungsrechts)
    * Luftsicherheitsgesetz (Abschuss von Passagierflugzeugen, Einsatz der Bundeswehr im Inneren)
    * Wiedereinführung des Großen Lauschangriffs
    * Telekommunikationsgesetz (Kundendaten werden auch bei Prepaid-Karten erhoben)
    * EU-Passagierdaten (Weitergabe von Fluggast-Daten bei Transatlantikflügen)
    * Gesetz zur Änderung des Bundesgrenzschutzgesetzes (verdachtsunabhängige Schleierfahndung im gesamten Inland)

    Darüber hinaus haben die Grünen folgenden Gesetzen zugestimmt, die eine massive Einschränkung der Bürgerrechte mit sich bringen:

    * G10-Gesetz (Beschränkungen des Brief,- Post- und Fernmeldegeheimnisses nicht nur für Angehörige terroristischer Vereinigungen, sondern auch für mutmaßliche Einzeltäter; Ermittlungen ohne konkreten Anfangsverdacht)
    * Finanzmarktförderungsgesetz (Banken müssen Datensätze über alle Kontoaktivitäten bereithalten; BAFin kann darauf unbemerkt zugreifen)
    * Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit (Finanzämter können über BAFin auf alle Kontodaten zugreifen)
    * Gesundheitsmodernisierungsgesetz (Krankenkassen erhalten umfangreiche Informationen über Patienten)
    * Steueränderungsgesetz 2003 (Mit Einführung der Steuernummer erhält Bundesamt für Finanzen ein vollständiges Register aller Einwohner)
    * Alterseinkünftegesetz (Rentenversicherungsträger müssen Daten aller Versicherten an BfA übermitteln)
    * Gesetz zur Einführung der nachträglichen Sicherungsverwahrung (Anordnung auch dann möglich, wenn Verwahrung nicht im ursprünglichen Urteil vorgesehen)

    und wenn Grünen politisch nichts mehr einfällt, bezeichnen sie halt ihre Gegner gern als “frauenfeindlich” oder “rechts” oder was weiß ich, was man den Piraten aber beides nicht vorwerfen kann …

  127. sorry, hab gerade bemerkt, dass ich die “grünen Sünden” hier schonmal reinkopiert hatte – jetzt ist’s zu spät, aber ist vielleicht nicht schlecht, das immer vor Augen zu haben ;-)

    Ich verstehe den Sinn der ganzen “Diskussion” hier nicht ganz, was aber vielleicht auch an den unpolitischen Fragen der Blogbetreiberin liegt … naja, ich glaube, neue Bewegungen sind immer sehr spannend, und etwas, dass nur ansatzweise in die “piratige” Richtung geht, hat es noch nie gegeben – aber wenn selbst die Medien es mittlerweile aufgegeben haben, uns in bisherige ideologische Schubladen zu packen, dann werden es irgendwann auch die CDUler, die uns teilweise immer noch als “neue linke Splittergruppe” abtun oder die Grünen, die uns als “reaktionär” bezeichnen (während wir nichts weniger sind, sondern absolut neu), irgendwann lernen …
    Und die Legende “reine Männerpartei”, die schon jetzt sehr seltsam daherkommt, wo z.B. zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein eine Frau auf Listenplatz 1 steht (OHNE dass sie mit ihrem Geschlecht “geworben” hätte), wird auch bald der Vergangenheit angehören – außerdem, da geb ich PinkPueppi recht – ist das eine Beleidigung der Frauen, die in dieser Partei etwas geleistet haben und leisten!

  128. hi julia!

    * Wie ist der Frauenanteil?
    suboptimal! wie wär’s, komm doch an bord…;)

    * Welche prominenten Mitglieder (zB Tauss, Rusche) gibt es?

    bist du prominent? egal!

    * Was gab es für interessante Aktionen der Piraten?

    die einfahrt ins europäische parlament fand ich schonmal nicht uninteressant…

    * Ist die Piratenpartei als “Linksliberal” zu verstehen?

    viele verstehen sie noch gar nicht!
    ich meine, das kann jedes selbst entscheiden, wo es die piraten einordnen mag. wichtig ist doch, daß wir frei bleiben, mental!

    lg°sg

  129. [...] im Ton und ernsthaft im Inhalt. Da ist es in den Diskussionen bei Danilo, bei Antje Schrupp und Julia Seeliger sowie im Mädchenblog bisweilen ganz anders [...]

  130. wenn das geschlecht keine rolle bei der kandidatenauswahl spielt, dann stellt doch gefaelligst nur frauen auf.
    und es ist doch schlichtweg unsinn, dass von den gruenen gezielt eine kampagne gegen die piratenpartei gefahren wird. immerhin rennt stroebele mit der piratenfahne rum. das ist auch nur eine schutzbehauptung. eine kraehe hackt der anderen schliesslich kein auge aus.
    wer zuhause bleibt hat uebrigens mehr vom wahlsonntag.

  131. Dear Janine:

    Ich erwarte von

  132. @saltzundessick

    Neeee gar nicht. Informiere dich. Grüne Tassen mit Piratenflaggen und “das original ist grün” gab es ja nie und is auch keine Kampagne^^

    Eigtl. passt diese Überwachungskamera da oben perfekt. Von welcher Partei kam nochmal Schilly? Oder Moment wer hat sich denn beim Zensurgesetz enthalten?^^ Billiger Versuch Wähler zu fangen.

  133. schily schreibt sich mit einem l und ist in der spd. von einer unter 1%-partei waehler zu fangen halte ich fuer relativ sinnlos. es macht eine splitterpartei auch nicht wichtiger, wenn sie angebliche kampagnen gegen sich erfindet.

  134. echt witzig als ich frau seeliger vor ein paar monaten nach ihrer politischen (selbst)einordnung gefragt habe (stichwirt: nolan-diagramm), wurde sie sofort giftig.

    und jetzt macht sie selbst genau das gleiche mit den piraten lol

  135. @saltzundessick auch wenn Otto Schily sich mit einem l schreibt, so kommt er doch als Mitbegründer der Grünen von den Grünen. (falls das eine Antwort auf x3902f werden sollte) Jetzt ist er natürlich auf der Reise zur CDU? (zur FDP zu seinem Bruder? wohl ehr nicht.) bei der SPD. ;)

  136. @salzundessick: bist du wirklich der samariter aller frauen? rufst du wirklich zur nichtwahl in deinem blog auf? bist du wirklich antideutsch since 1989? verlinkst du gerne unkommentiert irgendwelche “news” weil es ja soviel einfacher ist sich keinen kopf darum zu machen, weil andere das vielleicht besser können? und wenn ja, woher kommt dieser plötzliche wandel dann doch im großen haifischbecken mitzuschwimmen? und abschliessend: glaubst du eigentlich selber was du da von dir gibst?

    ich dachte ja erst, dein blog wäre satire…aber nach ner stunde hab ich immer noch keinen hinweis darauf gefunden.

    wie gut, dass meine freundinnen für sich selber sprechen können, mich aber jetzt fragen, warum es männer wie dich gibt, die sich für wirklich wichtige themen nicht interessieren aber denken im sinne der frauen zu handeln?

    die kommen auch ohne dein pseudo chauvinistische getue ganz gut aus.

    du bist echt keinen deut besser als alice schwarzer. und das war jetzt mal kein kompliment.

  137. @wattewerfer Mit diesem Vergleich tust du Alice Schwarzer unrecht. Sie hat was bewegt und sie steht für sich selbst. Ich habe vor dieser Frau Hochachtung, auch wenn ich mit ihren Inhalten und ihren Vorstellungen oft nicht übereinstimme.
    Der Vergleich geht gar nicht. Nicht einmal als Kompliment für saltzundessick. Für was auch? ;)

  138. [...] ich denke das reicht nicht. Und ich denke, dass die momentanen Strukturen der Piratenpartei ihr über Kurz oder Lang zum Verhängnis werden. Dazu muss man sich nur mal die Plakate in einigen [...]

  139. [...] zeitrafferin: Piraten und Frauen II [...]

  140. [...] zeitrafferin: Piraten und Frauen II [...]

  141. och, bitte holt nicht noch die lineale raus. dieser furchtbare vorwurf wuerde noch fehlen.

  142. [...] danilola mit seinen Schlussfolgerungen wohl so falsch nicht liegt (am gleichen Tag fragte übrigens Julia Seeliger nach dem Frauenanteil bei den [...]

  143. [...] zeitrafferin: Piraten und Frauen II [...]

  144. [...] Julia Seeliger den 1 september skrivit ett mycket kort blogginlägg med titeln ”Piratenpartei WTF??”, bröt en intensiv debatt ut i den tyska bloggosfären. Kritiken mot Piratenpartei [...]

  145. [...] die ich schon seit längerem in den Blick genommen hatte, aktuell steht. Man erinnere sich kurz an die Fragen, die ich der Partei im vergangenen Jahr [...]

  146. [...] ich denke das reicht nicht. Und ich denke, dass die momentanen Strukturen der Piratenpartei ihr über Kurz oder Lang zum Verhängnis werden. Dazu muss man sich nur mal die Plakate in einigen [...]