Julia Seeliger
  • (Neo)liberale Anti-Prohibitionisten

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    27. December 2006 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Auf dem liberalen Portal “Die Achse des Guten” findet sich auch eine Kolumne zur Prohibition (veröffentlicht am 17.12.2006). Dort wird die Überideologisierung von Drogenpolitik kritisiert.

    Doch leider gehören Drogen zu den Themen, mit denen ein ehrlicher und rationaler Umgang offenbar strengstens verboten ist. Wie bei den Sexualnormen des Vatikans darf Vernunft nur durch die Hintertür eingelassen werden. Erst wenn die Fakten längst über das offizielle Trugbild hinweggerollt sind – wie beim Cannabis-Konsum – lässt man Lockerungen zögerlich zu.

    Natürlich – wie sollte es bei diesem Portal anders sein – kommt auch Milton Friedman “zu Wort”.

    … wir haben in den USA die Erfahrung der Prohibition, als selbst der Alkoholkonsum verboten war. Niemand zweifelt heute daran, dass die Prohibition ein Fehler war.

    Die US-amerikanische Drogenpolitik sei “irrsinnig”. Am Beispiel des Opiumanbaus in Afghanistan wird im folgenden klar gemacht, dass der “War on Drugs” eben eine ganze mehr Drogentote verursacht als die Zahl, die alljährlich in den Statistiken auftaucht.

    Aber vielleicht ist sie nun – Ironie der Geschichte – ausgerechnet durch die frommen Taliban an ihre Grenzen gestoßen. Kein General wird sich der Illusion hingeben, gleichzeitig den Krieg gegen den Terror und einen Anti-Drogen-Krieg führen zu können. Und keine Konferenz westlicher Geberländer wird die Agrarsubventionen aufbringen, mit denen man afghanische Bauern vom Gemüseanbau überzeugen könnte.

    Sicherlich ein nicht ganz unzweifelhaftes Vergnügen, politisch Seite an Seite mit Friedman und Co. zu stehen, in der Frage der Drogenpolitik muss ich denen jedoch beipflichten: Die Prohibition ist gescheitert. Zeit für eine andere, eine moderne Drogenpolitik!


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62 Responses to “(Neo)liberale Anti-Prohibitionisten”

  1. Kürzlich gab es einen interessanten Bericht in der TAZ (Fr. 22.12.2006) zum Thema “War on Drugs”.
    Darin wird die amerikanische Drogenpolitik kritisiert und aufgezeigt, dass der 1981 von der Reagan/Bush-Regierung erklärte “War on Drugs” in den USA gescheitert ist. Aufmacher ist der für 2005 geschätzte Umsatz von 35 Mrd. Dollar mit Cannabisprodukten. Mit diesen Zahlen ist Cannabis noch vor Weizen das umsatzstärkste Agrarprodukt der USA.
    Es wird erwähnt, dass in den USA, trotz der harten Strafen für Drogenkonsumenten (mehr als eine Million Menschen in den USA sitzt nur wegen Cannabiskonsum im Gefängnis), 50% der weltweit produzierten illegalen Drogen konsumiert werden. 78% der Konsumenten illegaler Drogen (in den USA) nehmen Cannabisprodukte zu sich. Trotz des enormen Umsatzes mit Cannabis werden aber nur 12% des Gesamtumsatzes damit erreicht. 88% werden mit Heroin und Kokain erzielt. Der jährliche Gesamtumsatz mit illegalen Drogen in den USA wird auf 200 Mrd. Dollar geschätzt.
    Auserdem wird beschrieben, wie die amerikanische Drogenpolitik gescheitert ist, da der Konsum durch stärkere Strafen und Verbote nicht eingeschränkt werden kann und der “Bedarf” an harten Drogen durch diese Null-Toleranz-Politik steigt.
    Als Beleg werden die niederländische Drogenpolitik und eine europäische Studie genannt, die die o.g. Kausalität bestätigen.

    “Jenseits von Dope und Medizin” weist die TAZ auf die vielfältige Verwendbarkeit von Cannabis als universeller Rohstoff. Dabei wird besonders darauf hingewiesen, dass Hanf in Form von Biomasse unser Energieträger von Morgen werden könnte. Das schnelle Wachstum, die Widerstandskraft gegen Schädlinge und die damit verbundene Möglichkeit der Nutzung der zur Zeit 20 Millionen Hektar stillgelegter Landwirtschaftsflächen in der EU werden gelobt.

    MfG Krisse

  2. > die vielfältige Verwendbarkeit von Cannabis als universeller Rohstoff. Dabei wird besonders darauf hingewiesen, dass Hanf in Form von Biomasse unser Energieträger von Morgen werden könnte.

    Die Cannabis-Prohibition hat eine Ursache in der erfolgreichen Lobbyarbeit der Papier- und der Ölindustrie.

    > Sicherlich ein nicht ganz unzweifelhaftes Vergnügen, politisch Seite an Seite mit Friedman und Co. zu stehen

    Der Gesellschaftsentwurf von Friedman ist in seiner Gänze sicherlich respektabler als die Verengung auf nur jene Elemente, die im Rahmen des Neoliberalismus-Modetrends durch die Welt geschwappt sind.

  3. Hallo,

    hab die Frage schon mal anderer Stelle gefragt.
    Wofür sollen Drogen gut sein? Außer in der Medizin!

    Ich meine dabei nicht wie man Cannabis/Hanf als Rohstoff verwenden kann!

    MfG Markus B.

  4. Wie soll denn nun das Gegenteil zu der ‘Drogen-Prohibition’ aussehen? Koks im 250g Beutel bei Aldi aufm Wühltisch?

    Wie Markus schon schrieb “Wofür sollen Drogen gut sein?”.
    Ich sehe keinen vernünftigen Grund in einer Legalisierung. Soll jede Droge legalisiert werden oder soll sich die Erlaubnis nur auf ‘ausgewählte’ Drogen beschränken?

  5. Nein, ein kontrollierter Markt. Den gibts nämlich gerade nicht. Sascha, bist du für den freien Drogen(schwarz)markt oder für blutige Verfolgung con KonsumentInnen? Oder gar für den Status quo, also beides zusammen?

    Wofür Drogen gut sind? In Maßen genossen, wird aus dem Gift eine gute Sache. Ich hörte, man müsse “es” einfach bewusst tun…

  6. > hab die Frage schon mal anderer Stelle gefragt.
    Wofür sollen Drogen gut sein? Außer in der Medizin!

    Wirkstoffe wirken, ob nun vom Arzt verordnet oder gänzlich selbständig konsumiert. Man kann sich aus zahlreichen allgemein zugänglichen Quellen über Wirkungen jeder Droge informieren.

    Außerdem ist völlig egal, ob du findest, ob sie zu etwas taugen. Ich werde mich auch nicht für das Verbot von Flachbildschirmfernsehern einsetzen, nur weil sich ihr Nutzen mir nicht wirklich erschließt.

    > Ich sehe keinen vernünftigen Grund in einer Legalisierung.

    Der gedankliche Ansatz ist falsch. Ein Verbot muss gute Gründe haben, nicht aber die Nicht-Existenz eines Verbots. Die muss selbstverständlich sein, sofern ein Verbot nicht gerechtfertigt ist.

    Gründe für Aufhebung des Verbots: Prohibition führt zu weniger Freiheit, mehr Kriminalität und diversen unerwünschten Nebenwirkungen. Im Falle der Heroinprohibition etwa: Beschaffungskriminalität, Verelendung, HIV-/Hepatitis-Übertragung, Milliardenkosten für Polizei und Justiz, Stärkung internationaler mafiöser Strukturen bis zur Destabilisierung ganzer Länder.

  7. Danke erstmal für die Antwort(en), aber wie soll dieser kontrollierte Drogenmarkt aussehen? Koks gegen Rezept oder wie es schon bei anderen Medikamente Gang und Gebe ist, über ebay.de?

    Von welchen Drogen sprechen wir hier überhaupt? Nur von Cannabis oder auch von Kokain, Heroin, Morphium,Amphetamine, Crack, Extacy,Phencyclidin, LSD und was es sonst noch so gibt.

    Und darf sich jeder diese Drogen besorgen oder gibt es wie bei den anderen Drogen – Alkohol und Nikotin irgendwelche Altersgrenzen?

    Zum Thema ‘Beschaffungskriminalität’ möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:

    Meine Mutter arbeitet beim Deichmann und vor einem Monat konnte ich dort einen Junkie überwältigen, der für seine Heroinsucht Schuhe im Wert von 20€ klauen wollte. Glaubt ihr wirklich, dass sich etwas an seinem kriminellen Verhalten ändert, wenn Heroin plötzlich legalisiert wird?
    Anderes Beispiel – Meine Tante ist alkoholabhängig und sie hat schon mehrmals gestohlen um sich die legale Droge Alkohol zu besorgen.
    Wer kein Geld für Drogen hat, muss es sich irgendwo besorgen und daran ändert der Status (legal/verboten) nichts…

    Noch was zum Thema ‘HIV-/Hepatitis-Übertragung’:

    Von welcher Gefahr sprichst du eigentlich? Dass sich Kinder aufm Spielplatz an gebrauchten Spritzen verletzen?
    Ich denke, dass eine Legalisierung den Drogenkonsum an öffentlichen Plätzen um ein vielfaches erhöhen wurde… (ist ja nicht mehr verboten) Das wiederum würde die Gefahr sich zu infizieren um einiges steigern lassen.

    “In Maßen genossen, wird aus dem Gift eine gute Sache. Ich hörte, man müsse “es” einfach bewusst tun…”

  8. “Die Lust am Rausch ist eine anthropologische Konstante, fast so mächtig wie die Sexualität. Will man sie unterdrücken, fördert man Kriminalität und soziales Elend.” Und das heißt für Michael Miersch automatisch auch: “Eine Legalisierung von Drogen würde die Zahl der Verbrechen drastisch reduzieren, der Mafia die wichtigste Ressource entziehen und die Schlagkraft der Polizei erhöhen.”

    Mit Logik hat diese Aussage wenig gemein. Das ist plumpe Vereinfachung- fast schon Populismus. Folgt man dieser Logik, dann sind Gesetze der Grund für Verbrechen. Demnach führte die Abschaffung jeglicher Gesetze zum einem Paradies ohne Straftaten.

    Und was hat das Adjektiv “fromm” neben Taliban zu suchen? Sollte das ironisch gemeint sein, dann schickt den Autor nach Afghanistan und lasst ihn sehen, was die Rechtsauffassung der Taliban angerichtet hat! Zudem ist es ob des Leides des afghanischen Volkes unerhört, dem Kampf gegen diese Verbrecher eine positive Bilanz abzugewinnen, weil dieser das Vorgehen gegen Drogenbauern verhindert.

    Hedonismus macht blind!

  9. Wenn man der Meinung ist, dass der Besitz von 500 Gramm Cannabis ein Verbrechen darstellt, für das man auch in den Knast gehen muss – okay. Ich bin nicht der Meinung, dass dieser Tatbestand ein Verbrechen sein sollte.

    Viele Gesetze haben gute Gründe zB dass jemand, der jemand anderes mutwillig eine Brück herunter stürzt, dafür auch bestraft wird. Jedoch kann ich keinen Grund finden, warum Drogen derartig verfolgt werden.

    Die Verfolgung von CannabiskonsumentInnen in Deutschland allein kostet den Staat Millionen! Doch was ist damit gewonnen? Die meisten Verfahren werden eingestellt, man nimmt den Leuten ihr Gras weg und Polizisten müssen sich an ihre Schreibmaschine setzen und einen Bericht verfassen. Wem nützt das? Nicht der Polizei (die ja nur geltendes Recht umsetzen muss), nicht dem Konsumenten – sondern nur dem Dealer, der auf Grund des Schwarzmarktes überteuerte Preise nehmen kann und keinen Verbraucherschutz gerechtfertigen muss.

    Zu Sascha: Du meinst also, weil jemand Junkie ist, ist er auch geborener Krimineller. Oder wie darf ich das verstehen?
    Im übrigen drehte sich der achgut.com-Artikel überhaupt nicht um Spritzen auf deutschen Schulhöfen, sondern um Opium in Afghanistan.

  10. Die Idee von einem regulierten und kontrollierten Cannabis-Markt, etwa in Form eines Coffeeshop-Modells bringt mit Sicherheit einige positive Ansätze mit sich. Es wurde ja schon erwähnt, dass die meisten btm-delikte im Zusammenhang mit Cannabis aufgrund des mangelnden öffentlichen Interesses an Verfolgung fallengelassen werden. Es führt nur zu ineffektiver Arbeit und Kosten, die durch vernünftige Gesetze schon lange obsolet wären.
    Darüberhinaus könnte der Staat Cannabis wie Alkohol und Zigaretten besteuern und würde damit nicht nur Kosten sparen, sondern sogar mehr Steuern einnehmen, um damit etwa die Aufklärung und Suchtprävention zu stärken.

    Der aber wohl positivste Aspekt wäre die fast gänzliche Zerstörung des illegalen Marktes, welcher zum einen überteuerte Preise schafft, zum anderen aber auch keine Qualität garantieren kann. Gerade bei Dope ist die Gefahr von schlechter, gestreckter Qualität immanent vorhanden. Der Markt ist nämlich vorhanden und eine Reglementierung zu Gunsten besserer Preise und garantierter Qualität würde alle 18+ (sofern das Freigabealter 18 wäre) Konsumenten sofort vom illegalen Markt entfernen. Ein illegaler Markt bestünde nur noch für Jugendliche, womit der Großteil des Umsatzes schlagartig zusammenbrechen würde. Natürlich könnten Jugendliche auch weiterhin, vielleicht noch leichter, an Gras kommen (man denke etwa an den “großen bruder”, der einem die ersten bierflaschen aus dem supermarkt mitbrachte), aber die Qualität wäre garantiert und womöglich würde irgendwann auch der Reiz, der psychologische Affekt des Verbotenen, schwinden und den Konsum unter Jugendlichen zurückgehen lassen.

    Das Kinder/Jugendliche konsumieren, ist ein Problem der mangelnden Aufklärung. Wenn ein Kind mit Cannabisshops aufwächst, wird es womöglich nicht den Drang durch die Faszination des Verbotenen erleben.

    @ Markus

    >”Das ist plumpe Vereinfachung- fast schon Populismus. Folgt man dieser Logik, dann sind Gesetze der Grund für Verbrechen. Demnach führte die Abschaffung jeglicher Gesetze zum einem Paradies ohne Straftaten.”

    Achtung ! Du begehst hier einen logischen Fehler. Du nimmst zwar die selbe Syntax, also “Wenn A, dann B”, aber veränderst die Semantik, wodurch der Satz unwahr wird ! Denn offensichtlich merkst du ja selbst, dass Gesetze nicht der Grund für Verbrechen sind und der Satz mit einem beliebig gewählten Verbrechen, etwa Mord, nicht mehr wahr ist. Er ist aber sehr Wohl im Bezug auf Lust am Rausch war, denn der Satz “Wenn Rauschlust durch Gesetz unterdrückt, dann steigen Verbrechen durch illegale Aktivitäten zur Beschaffung” ist wahr, logisch stringent. Sagst du aber: “Wenn Mord durch Gesetzt unterdrückt, dann gibt es mehr Morde” und das ist falsch. Nur weil du die selbe Syntax verwendest, kannst du noch lange nicht den Sinn des Satzes, also die Semantik angreifen.

    Denn die meisten Gesetze sind entstanden, weil in einem angenommenen Naturzustand “das Recht auf alles” vorherrscht, also auch das Recht zu töten, sei es aus Prävention, Ruhmsucht oder Konkurrenz (vgl. Thomas Hobbes – Leviathan). Da damit aber im Naturzustand ein Krieg jeder gegen jeden vorherrscht und die Bereitschaft zu kämpfen und töten immer vorhanden ist, es somit keinen Frieden geben kann, muss es einen Souverän geben, der Gesetze mit der Macht des Schwertes durchsetzt (das äusserst sich in unserem modernen Staat, dessen Souverän die Regierung ist im Gewaltmonopol des Staates). Soweit so gut: Ursprünge für Konflikte zwischen den Menschen sind also Konkurrenz (“Wer hat den besten Acker ?”), Mißtrauen (“Will Person A meinen Acker stehlen ?”) und Ruhmsucht (“Erkennt Person A mich als Person B an ?”). Gesetzte entstehen also, um SICHERHEIT zu gewährleisten, das ist das entscheidende ! Es geht um die Sichereit im zwischenmenschlichen Leben, denn ohne Gesetze, welche die Sicherheit des Besitzes und des Produzierten oder Erstandenen gewährleisten, gibt es einen Krieg jeder gegen jeden, denn es gäbe kein Recht oder Unrecht, sondern nur das Recht auf alles. Da der Mensch aber diesem Leben aufgrund von Todesfurcht und die stetige Angst um sein Hab und Gut (sagen wir, das Getreides seines Ackers oder der Acker selbst) überdrüssig wird, gibt es einen Souverän, der durch einen vorhergehenden Gesellschaftsvertrag bestimmt wird. Diesen Vertrag schließen die Menschen unter sich ab, verzichten auf das Recht auf Alles zugunsten von SICHERHEIT ! Ich kann aber nicht erkennen, inwiefern legaler Cannabiskonsum meine Sicherheit gefährdert oder mein Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Merkst du also den Unterschied ?

    Falls du mehr wissen willst, lese Leviathan von Thomas Hobbes. Philosophische Staatstheorie 😉

  11. Wie wollt ihr euer Vorhaben nun realiseren? Coffeshops wie in den Niederlanden oder gegen Rezept (wie bei Methadon)? Und wie wollt ihr verhindern, dass Drogen wie z.B. das angesrpochene Opium in Kinderhände gelangen? (Wenn jetzt einer sagt, mit Altersbeschränkungen wie bei Zigaretten .

    Cannabis ist für mich noch im Rahmen des ‘Erträglichen’, aber Opium und der Rest ist ein ‘No Go’.

    An Julia:

    Junkies sind für ihre Irrationalität bekannt. Wenn die Sucht zuschlägt muss sie befriedigt werden UND wenn ich kein Geld für diese Befriedigung habe, muss ich mir das nötige Kleingeld irgendwo beschaffen. Sucht ist kein kontrollierbares Verhalten. Jemand, der sich den ‘Kopf weggesoffen’ hat, wird nicht einfach sagen können – “Nein heute habe ich kein Geld, dann verschiebe ich es einfach auf ein andermal”. Deshalb sage ich nicht, dass jede Junkie ein Kriminelle ist, sondern ich jeden ‘mittellosen’ Junkie als hochkratig gefährtet sehe, ebendies zu werden.

    Bezüglich deinem letzten Kommentar:
    A) Ich sprach nicht von “Spritzen auf deutschen Schulhöfen” sondern von auf Spritzen auf öffentlichen Plätzen wie z.B. Spielplätzen (über die Definition ‘öffentlich’ lässt sich vielleicht streiten),aber B) war es an Christoph und seinen angesprochenen Aspekt der ‘HIV-/Hepatitis-Übertragung’ gerichtet, also nicht direkt an dich oder an den Artikel 😉

    PS: Wie wärs mit einem richtigen Diskussionsforum

  12. Koks, als starke Droge und Heroin, als hochgradig süchtig machende, sollten nie legalisiert werden. Cannabis durchaus, aber nicht koka oder hero…

  13. Da mein Text offenbar vom System abgeschnitten wird:

    Wie wärs mit einem richtigen Diskussionsforum? Dort könnte man dann über allemöglichen politischen Themen diskutieren und man wäre nicht auf die Blogeinträge beschränkt bzw. sowas würde einfach persönlicher wirken.

  14. .. die Frage ist doch bei allem; Lupus aufnehmend: inwieweit inkludiert der Gesellschaftsvertrag, den Menschen ‘vor sich selbst’ zu schuetzen und inwieweit muss die Freiheit des Einzelnen hier beschraenkt werden bzw. weiterhin: ist diese Frage im Falle von harten Drogen von der Frage der ‘Sicherheit anderer’ wirklich trennbar. Unabhaengig davon, wie erstere Frage zu beantworten waere, muss die Nicht-Entscheidbarkeit der letzteren Frage wahrscheinlich dazu fuehren, ‘harte Drogen’, zumindest Heroin, von Legalitaet auszunehmen. Andererseits laesst sich hier auf ein geruettelt Mass von Verlogenheit innerhalb der buergerlichen Wirklichkeit verweisen, die typische Heroin-KonsumentIn ist in Berlin heute zweifellos etwa die hippe Mutter die im Bioladen einkauft und deren ‘Versorger’ in der Werbebranche taetig ist, ich bin mir nicht ganz sicher, welche Art von Vorgehen hier angebracht waere, vielleicht empfiehlt es sich, harte Drogen fuer Suechtige kontrolliert zu vergeben, generell sind harte Dorgen wahrsch. eher ein Symbol fuer internalisierte halbbewusste Rebellion (CDU-Koksen) und evtl. bei Freigabe von Cannabis deutlich weniger interessant, das ist allerdings eine Vermutung.

  15. Ja da ich der Legalisierungsideologie zustimme und diese Zustimmung durch lange Recherchen neben meiner Schule entwickelt habe, kann ich nur sagen: Legalisierung bzw. Entkriminalisierung gehört in eine moderne, humane und vor allem gerechte Gesellschaft einfach dazu.
    Ich verstehe die ganze Kriminalisierungspolitik an allen Enden nicht, was mich aber noch viel mehr aufregt ist, dass heutzutage, wo wir doch sogar anerkannte deutsche und viele europäische – SOGAR amerikanische Studien haben, die den Prohibitionisten eigentlich den Boden der Argumentation unter den Füßen wegreißen müssten, schaffen es Prohibitionisten immernoch mit veralteten Argumentationen Standpunkte zu vertreten, die im Trend gesehn gottseidank am bröckeln sind.
    Ich hoffe dass sich am Ende aber nicht der reine “hauptsache gegen die Konservativen”-Gedanke sondern auch fundamentiertes – zumindest – GRUNDwissen durchsetzt wenn es darum geht, was der ausschlaggebende Faktor für die Legalisierung/Entkriminalisierung ist.
    Was ich mir aber auch wünsche, ist dass die Medien dieses Problem endlich mehr thematisieren.
    Ich muss schon ganz gezielt in die TV-Zeitschrift schauen damit ich Berichterstattungen sehen will, bzw schaue ich mir die Nachrichten an, die mit einem aktuellen Drogenopferbericht den Konservativen wieder ordentlich Futter geben und selbst auch sehr auf die Tränendrüse drücken, ohne aber zu sagen, dass unsere Gesellschaft besser dran wäre, würde man nicht bestraft und staatlich benachteiligt nachdem man sich staatlicher Hilfe anvertraut.
    Ich denke und hoffe meine Gedankengänge sind klar geworden, welche nur ein kleiner Ausschnitt sind, von dem was ich so denke.
    Irgendwan erstell ich mal einen Politblogg, dann könnt ihr euch meine verkorksten Gedanken dann fast in Echtzeit reinziehn lol 😀 😉

    Bis denne,

    Falk

  16. Die Legalisierung von Cannabis hat soviele positive Aspekte. Und es ist nicht irgendeine These, sondern ein Fakt. Die Positiven Auswirkungen auf die Aufklärung und den Finanzstatus sind einfach nur unverkennbar. Und mal erlich, wenn jemand Drogen nehmen möchte, dann macht er dies auch, aber so könnte man ihn wenigstens die Reinheit der Droge garantieren und eventuelle Nebenwirkungen durch andere Stoffe, z.B im XTC, Gift zur Streckung vermeiden.
    Prohibition ist blos ein Drogenkonsumentenmultiplikator, das zeigte schon die USA. Die einzigen Auswirkungen des Verbots, waren stärkung der Bandenkriminalität und schaffung von Mafialegenden a la Al Capone.
    Aber um hier ein paar Angesprochene Dinge aufzugreifen, eine regulierte Abgabe von Cannabis in diversen Shops ist schön und gut, aber es sollte auch etwas Heimanbau erlaubt sein und alles was über eine bestimmte Zahl Pflanzen geht, sollte mit einer Empfindlichen Geldstrafe “bestrafen”, auserdem sollte man die STVO überdenken, denn Cannabis am Steuer ist nicht gut, aber hier gibt es nur positiv oder Negativ und man kann dadurch recht schnell ein Führerschein verlieren, auch wenn es nur noch von vor 2 Tagen war.
    Anderseits würde ich die Strafen für Alkoholabgabe an Jugendliche erhöhen!
    Das wird die Mehrheit der Deutschen nicht verstehen, denn alle halten Alkohol für “normal”, aber dem ist nicht so, es ist immerhin eine harte Droge.
    Der Punkt Alterbeschränkung ist noch nicht wirklich ausgereift, denn man sollte alle Seiten betrachten, denn es wird immer die “Besorger” geben, daher ist schonmal die Ausdrückliche Aufklärung ein Fakt und widerum das Fundament der Legalisierung der Drogen.

  17. > Wer kein Geld für Drogen hat, muss es sich irgendwo besorgen und daran ändert der Status (legal/verboten) nichts

    Es kommt auf den Preis der Drogen an. Ohne Preisanstieg durch Illegalisierung bzw. Knebelbesteuerung sind Drogen für die allermeisten finanzierbar.
    Es geht darum, dass der Schwarzmarkpreis für – in diesem Falle – Heroin deutlich über dem liegt, was man im Falle einer Legalisierung blechen müsste. Deshalb sind Autoaufbrüche, Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle etc. Folge der Kriminalisierung und nicht des Stoffes.

    > Noch was zum Thema ‘HIV-/Hepatitis-Übertragung’:
    Von welcher Gefahr sprichst du eigentlich? Dass sich Kinder aufm Spielplatz an gebrauchten Spritzen verletzen?

    Du hast offenbar keine Ahnung, was die Verelendung von Heroin-KonsumentInnen alles beinhaltet. Hier die Mehrfachbenutzung von Spritzen, die schon viele Ansteckungen zur Folge hatte. Schlimm.

    > Ich denke, dass eine Legalisierung den Drogenkonsum an öffentlichen Plätzen um ein vielfaches erhöhen wurde… (ist ja nicht mehr verboten) Das wiederum würde die Gefahr sich zu infizieren um einiges steigern lassen.

    Nein. Ohne Verelendung weniger Risiko in dieser Richtung. Außerdem: Wer sagt, dass dann die KonsumentInnenzahlen nennenswert steigen? Nur wilde Hypothesen. Wissenschaftliche Vergleiche der Drogenkonsumraten in Ländern mit unterschiedlicher Drogenpolitik gehen in eine andere Richtung. Die Aufhebung eines Verbots, siehe Abtreibung, führt eben nicht automatisch zum Anwachsen eine Phänomens, manchmal sogar im Gegenteil.

  18. > Folgt man dieser Logik, dann sind Gesetze der Grund für Verbrechen. Demnach führte die Abschaffung jeglicher Gesetze zum einem Paradies ohne Straftaten.

    Keine Gesellschaft ohne Normen. Keine Norm ohne Abweichung. Aber darumg geht es hier gar nicht.
    Wenn man etwas verbietet, was nicht durch Verbot weitestgehend unterbunden werden kann, dann hat das oft fatale Konsequenzen. Siehe Abtreibungsverbote, Homosexualitätsverbote oder eben Alkoholprohibition. Und beim Cannabis ist es eigentlich genauso.
    Hier stehen aber auch Folgeprobleme zur Diskussion. Der Schwarzmarkt etwa bei Heroin mit seinen horrenden Preisen führt zur Beschaffungskriminalität und wer aus irgendwelchen Gründen meint, da Prohibition betreiben zu müssen, ist eben mitverantwortlich für die ganzen Diebstähle, Einbrüche usw., die in dem Maße ja nicht notwendig sind. Nicht Heroin macht kriminell, sondern die staatliche Repression führt zu diesem Ergebniss.

    > Und was hat das Adjektiv “fromm” neben Taliban zu suchen? Sollte das ironisch gemeint sein, dann schickt den Autor nach Afghanistan und lasst ihn sehen, was die Rechtsauffassung der Taliban angerichtet hat!

    Es ist eben immer der Fanatismus der “Frommen”, der in solche Katastrophen führt. Das ist bei christlichem Fundamentalismus nicht anders.

    > Zudem ist es ob des Leides des afghanischen Volkes unerhört, dem Kampf gegen diese Verbrecher eine positive Bilanz abzugewinnen, weil dieser das Vorgehen gegen Drogenbauern verhindert.

    Die Bekämpfung von “Drogenbauern” würde das Leid das afghanischen Volkes sicher nicht vermindern. Und positiv ist sicherlich anzumerken, dass der Marktmechanismus auf diesem Schwarzmarkt durchaus funktioniert, also durch sinkende Preise der Leidensdruck der KonsumentInnen reduziert wird.

  19. Hier wurde öfter erwähnt, dass harte Drogen auf jeden Fall verboten sein sollten. Aber was sind überhaupt harte Drogen? Man kann nicht pauschal sagen, dass Alkohol eine härtere Droge ist als Heroin, da das Potenzial einer Droge eine Gefahr darzustellen stark vom Konsummuster und Charakter des Konsumenten abhängig ist.

    Viele bilden sich immer noch ein, dass Drogen, wie Alkohol, Nikotin und Koffein viel ungefährlicher sind, als andere Drogen, oftmals werden sie überhaupt nicht als Drogen in der Gesellschaft wahrgenommen. Jedoch sind diese populären Drogen Heroin, Kokain und Cannabis gar nicht unähnlich.

    Es wurde der Vergleich gezogen zwischen Alkohol- und Heroinjunkies. Ein Alkoholverbot würde die Situation überhaupt nicht verbessern, die Junkies würden aufgrund steigender Alkoholpreise in die Kriminalität geraten, die Qualität des Alkohol würde sinken, die Steuereinnahmen würden wegfallen, die Polizei könnte sich nicht mehr um wichtigere Dinge kümmern, die organisierte Kriminalität könnte sich über Mehreinnahmen freuen und viele maßvolle Alkoholtrinker wären frustriert. Genau so wirkt sich auch das Heroinverbot auf die Gesellschaft aus.

    Ein regulierter Drogenmarkt sollte nicht so lasch sein, wie der momentane. Drogen sollten nicht keinesfalls an Automaten verkauft werden. Auch dann nicht, wenn gesichert ist, dass sich Minderjährige nicht ihre Kippen ziehen können. Denn Automaten können keine Auskunft über ihre Produkte geben und auch nicht bei Problemen mit dem Drogenkonsum helfen. Auskunft, Hilfe und Beratung kann mir wahrscheinlich auch nicht der/die Kassierer/in oder mein Arzt geben. Deshalb sollten Drogen besser nur in dafür vorgesehen Geschäften mit speziell ausgebildetem Personal verkauft werden, ähnlich wie das Apothekenmodell.

  20. > Junkies sind für ihre Irrationalität bekannt.

    Die brauchen Stoff und ergreifen Maßnahmen zu dessen Beschaffung. Was ist daran irrational?
    Im Vergleich zur Anti-Drogen-Politik (s.o.) ist solches Verhalten ziemlich naheliegend und logisch.

    > Koks, als starke Droge und Heroin, als hochgradig süchtig machende, sollten nie legalisiert werden.

    Auch wenn die Prohibition dieser Droge fatalere Folgen hat als die von Cannabis? Das macht keinen Sinn.
    Außerdem ist die Unterscheidung zwischen harten und weniger harten Konsumformen sinnvoller als die zwischen Drogen. Sieht man bei Alkohol sehr gut.
    Außerdem führen weder Suchtpotential noch “Stärke” einer Droge aus sich heraus zu Problemen für die Mitmenschen. Da stellt das Autofahren sicherlich die größere Gefährdung dar.

  21. > Denn Automaten können keine Auskunft über ihre Produkte geben und auch nicht bei Problemen mit dem Drogenkonsum helfen. Auskunft, Hilfe und Beratung kann mir wahrscheinlich auch nicht der/die Kassierer/in oder mein Arzt geben. Deshalb sollten Drogen besser nur in dafür vorgesehen Geschäften mit speziell ausgebildetem Personal verkauft werden, ähnlich wie das Apothekenmodell.

    Die Idee unterstütze ich im Prinzip, möchte aber die Hürden für Produkte des z.T. täglichen Bedarfs nicht zu hoch hängen. Bei den derzeit legalen Drogen wäre dieses Modell eine problematische Einschränkung des Zugangs, deswegen halte ich Drogenfachgeschäfte nur bei den derzeit illegalen Drogen für sinnvoll. Bei letzteren besteht mehr Informations- und Beratungsbedarf, während man bei einer Flasche Bier oder einer Schachtel Kippen wohl kaum bei jedem Einkauf kompetentes Personal benötigt.

  22. @Christoph

    “Die brauchen Stoff und ergreifen Maßnahmen zu dessen Beschaffung. Was ist daran irrational?”

    Ich meine damit nicht den Zwang etwas zu beschaffen sondern die Art wie es beschafft.
    Beipsiel: Dne Ladendieb, den ich gestellt habe. Auf der Flucht hat er die Schuhe verloren und jeder normaldenke Mensch würde sich sagen “Egal, Hauptsache weg”, aber er kam immer zurück um die Schuhe aufzuheben, er war einfach zu fixiert auf das Geld/die Drogen oder meine Tante hat mal ein halbes Parfümfläschen ausgedrunken nur wegen dem bissn Alkohol darin und sowas nenn ich irrationales Verhalten.

    “Ein Alkoholverbot würde die Situation überhaupt nicht verbessern, die Junkies würden aufgrund steigender Alkoholpreise in die Kriminalität geraten”

    Meine Tante ist trotz der Tatsache, dass Alkohol erlaubt und relativ billig ist, kriminell geworden…

    Glaubst du wirklich, dass Leute, die von Sozialhilfe leben, ihre Drogen/Alkoholsucht von diesem Geld finanzieren können?
    Was soll denn deiner Meinung nach legales Heroin kosten?

    “Du hast offenbar keine Ahnung, was die Verelendung von Heroin-KonsumentInnen alles beinhaltet. Hier die Mehrfachbenutzung von Spritzen, die schon viele Ansteckungen zur Folge hatte. Schlimm.”

    Sprichst du aus Erfahrung? 😉 Ich glaube jeder aufgeklärte Mensch kann sich vorstellen, welche Folgen eine Drogensucht hat. ABER hätten die Drogen den gleichen legalen Status wie Zigaretten, wäre es für mich nicht unverwunderlich, wenn es die bestehenden Drogenkonsumenten nach draußen treiben würde. Ich sehe jeden Tag dutzende Raucher, die die Zigarettenstummel oder leeren Schatteln einfach in die Pampa beförderen, warum sollte es bei den Drogenkonsumenten anders sein?
    Und da sehe ich die Gefahr, sich als Unbeteiligte daran zu verletzen/infizieren.

  23. man schrieb:

    “Auch wenn die Prohibition dieser Droge fatalere Folgen hat als die von Cannabis? Das macht keinen Sinn.”

    Diese Frage ist in jedem betrachteten Falle zu entscheiden: hat die Prohibition fatalere Folgen als die Freigabe. Für Cannabis ist die Antwort evident. Für Kokain wahrscheinlich diskutierbar, bei Heroin muss die Antwort wahrscheinlich eher negativ ausfallen. Die Frage ist doch: laesst sich Heroin im ‘Normalfall’ konsumieren, ohne in ernsthafte Gefahr schwerer koerperlicher und/oder psychischer Abhaengigkeit zu geraten, dies ist bei Alkohol zweifellos zu bejahen, bei Cannabis ebenso, für Kokain habe ich im Moment evtl. keine hinreichenden Daten.
    Eine gute Freundin von mir war lange Zeit auf Heroin, seit ihrer Schulzeit, insgesamt etwas mehr als zehn Jahre, sie stellt einen nicht ganz untypischen Fall von ‘verdecktem’, gesellschaftlich ‘integriertem’ Heroinkonsum dar. Ich weiss nicht ob es jemals eine Zeit gab, in der sie ‘die Kontrolle hatte’, wahrscheinlich spielte die Tatsache, dass sie aus wohlhabender portugiesischer Familie stammt eine Rolle, ihre Schwester ist ebenso lange und noch immer abhaengig, Sie kam irgendwann mit Methadon runter, innerhalb von zwei Wochen, ihre Schwester hat zusaetzlich zur Abhaengigkeit inzwischen eine schwere Diabetes entwickelt, Heroin ruiniert die Darmflora und zieht potentiell einen Batzen an immunologisch getriggerten Krankheiten nach sich.

    “Außerdem ist die Unterscheidung zwischen harten und weniger harten Konsumformen sinnvoller als die zwischen Drogen. Sieht man bei Alkohol sehr gut.”

    Nun, innerhalb jeder Abstufung von ‘Haerte’ von Rauschmitteln gibt es den Grad der Haerte des Konsums, das ganze hat also zwei Freiheitsgrade (zumindest). Die Frage ist, ob sich das *unkritische* Konsumhaerteintervall irgendwann in Richtung der Rauschmittel-Haertevariable so sehr verkleinert, dass es ‘praktisch’ nicht-existent ist.

  24. > Dne Ladendieb, den ich gestellt habe. Auf der Flucht hat er die Schuhe verloren und jeder normaldenke Mensch würde sich sagen “Egal, Hauptsache weg”, aber er kam immer zurück um die Schuhe aufzuheben, er war einfach zu fixiert auf das Geld/die Drogen oder meine Tante hat mal ein halbes Parfümfläschen ausgedrunken nur wegen dem bissn Alkohol darin und sowas nenn ich irrationales Verhalten.

    Die Fixierung auf Geld/Drogen kann ja rein logisch schon nicht der Grund dafür gewesen sein, seine Schuhe aufzuheben.
    Und beim Trinken aus der Parfümflasche stand ebenso die individuelle Nutzenmaximierung im Vordergrund. Rationalität bleibt technisch auch dann Rationalität, wenn man nicht die geschickteste Handlungsvariante wählt.

    > Meine Tante ist trotz der Tatsache, dass Alkohol erlaubt und relativ billig ist, kriminell geworden…

    Kann man nie ausschließen. Aber es kurbelt natürlich die Kriminalität an, wenn die Kosten für Drogen durch staatliche Einmischung hoch getrieben werden.

    > Glaubst du wirklich, dass Leute, die von Sozialhilfe leben, ihre Drogen/Alkoholsucht von diesem Geld finanzieren können?

    So manche “Sucht” nach legalen Drogen konnte man bisher durchaus von kleinem Einkommen bestreiten.

    > Was soll denn deiner Meinung nach legales Heroin kosten?

    Legaler Markt ohne übertriebene Steuerbelastung. Dann sinken die Preise.

    > ch glaube jeder aufgeklärte Mensch kann sich vorstellen, welche Folgen eine Drogensucht hat

    Hier geht es v.a. um die Folgen von Drogen-Prohibition. Das sind zumeist Folgen, die aus dem Drogenkonsum selbst nicht direkt ergeben.

    > Und da sehe ich die Gefahr, sich als Unbeteiligte daran zu verletzen/infizieren.

    Dann wird diese Form der Entsorgung eben hart verfolgt. Bei den meisten illegalen Drogen stellt sich dieses Problem übrigens überhaupt nicht.

  25. > Die Frage ist doch: laesst sich Heroin im ‘Normalfall’ konsumieren, ohne in ernsthafte Gefahr schwerer koerperlicher und/oder psychischer Abhaengigkeit zu geraten,

    Das muss jedes Individuum selbst entscheiden können. Wir sind im Leben von so vielem “abhängig” und auch bei Drogen kann sich dies von den Schäden her in Grenzen halten, z.B. bei Nikotin. Wenn Prohibition stark allgemeinschädlich ist, kann sie von vornherein keine Option sein.

    > Eine gute Freundin von mir war lange Zeit auf Heroin, seit ihrer Schulzeit, insgesamt etwas mehr als zehn Jahre, sie stellt einen nicht ganz untypischen Fall von ‘verdecktem’, gesellschaftlich ‘integriertem’ Heroinkonsum dar. I

    Eben. Deshalb Unterscheidung nach Konsumformen und nicht nach Drogenart. Da man Alkohol “härter” konsumieren kann als Heroin, macht deine Abstufung für mich wenig Sinn.

  26. “Eben. Deshalb Unterscheidung nach Konsumformen und nicht nach Drogenart. Da man Alkohol “härter” konsumieren kann als Heroin, macht deine Abstufung für mich wenig Sinn.”

    Christoph, bitte lies dir meinen Text durch, deine Antworten sind zusammenhanglos, ich hatte praezise gesagt in welchem Sinne Heroin sich von Cannabis unterscheidet. Der erwaehnte Fall ist gerade ein Beispiel fuer schwere und folgenreiche Heroin-Abhaengigkeit in Abwesenheit von gesellschaftlicher Desintegration, die Frage muss doch viel mehr umgekehrt lauten: gibt es ueberhaupt Menschen, die Heroin über laengere Zeit heranzogen ohne in schwere Abhaengigkeit zu geraten, niemand kann das hohe empirische Risiko praezise genug auf den Einzelfall (i.e. sich selbst) übertragen,

    “Das muss jedes Individuum selbst entscheiden können. Wir sind im Leben von so vielem “abhängig” und auch bei Drogen kann sich dies von den Schäden her in Grenzen halten, z.B. bei Nikotin. Wenn Prohibition stark allgemeinschädlich ist, kann sie von vornherein keine Option sein.”

    Die Frage ist eben, ob das ‘Individuum’ das im Falle von Heroin, und wir diskutieren hierueber, kann. Der Grossteil der ‘wirksamen’ Medikamente etwa ist nicht ganz zufaellig nur unter praeziser Dosierung und medizinischer Indikation erhaeltlich. Wenn bestimmte Substanzen statistisch gesehen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, sie ohne schwere Folgen konsumieren zu koennen, dann ist DAS eine valide Defnition für ‘Allgemeinschaedlichkeit’, ist das so schwer einzusehen? Cannabis ist OBJEKTIV betrachtet nicht mit Heroin vergleichbar, muss man hierfuer ein Mathematik-Studium absolvieren, die Gefahr, in schwere Abhaengigkeit zu geraten, laesst sich quantifizieren, Chemie ist kein hokuspokus oder die Variable einer Hokuspokus-Diskussion. Unabhängig davon sollte Heroin fuer Suechtige kontrolliert freigegeben werden, ich sagte das schon oben.

  27. > Der erwaehnte Fall ist gerade ein Beispiel fuer schwere und folgenreiche Heroin-Abhaengigkeit in Abwesenheit von gesellschaftlicher Desintegration,

    Der erwähnte Fall ist Beispiel für Heroinkonsum ohne Schäden für andere. Warum soll die Frau das nicht machen dürfen? Man kann/sollte sie doch nicht an Selbstschädigung hindern.

    > gibt es ueberhaupt Menschen, die Heroin über laengere Zeit heranzogen ohne in schwere Abhaengigkeit zu geraten, niemand kann das hohe empirische Risiko praezise genug auf den Einzelfall (i.e. sich selbst) übertragen,

    Die Abhängigkeit des einzelnen ist doch kein Schaden für andere, der ein Verbot rechtfertigen würde (zumal ein Verbot nur die Position des Abhängigen verschlechtern kann).

    > Wenn bestimmte Substanzen statistisch gesehen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, sie ohne schwere Folgen konsumieren zu koennen, dann ist DAS eine valide Defnition für ‘Allgemeinschaedlichkeit’, ist das so schwer einzusehen?

    Worin besteht denn der Schaden für die ALLGEMEINHEIT? Das ist eine Definition für die potentielle Selbstgefährdung des einzelnen, aber keine politisch-gesellschaftliche.
    Mit dem Argument kann ein Erziehungsberechtigter seinem Kleinkind etwas verbieten, nicht aber der Staat dem mündigen Menschen.

  28. Christoph, die Gesellschaft konstituiert sich aus einer Vereinigung von Individuen, wenn ein Mittel freigeben/empfohlen/propagiert wird, das die Tendenz hat, dem Individuum in tendenziell unberherrschbarer Weise (im Unterschied zu Cannabis) Schaden zuzufuehren und sich dieses Mittel darin auszeichnet, einen Nutzen zu suggerieren, darf man sich Gedanken darueb machen, ob dieses Mittel der Allgemeinheit schadet, natuerlich. Im uebrigen begann irgendjemand in der Familie meiner Freundin zuerst mit dem Heroin-Konsum, der Schaden fuer andere ist also implizit nie vom Schaden fuer den Einzelnen zu trennen. Kennst du IRGENDjemanden, Christoph, der ernsthaft Heroin heranzog und sich dabei fit wie ein Turnschuh fuehlt? Nimmst du Antibiotika nach eigenem Gutduenken? Meinst du der Durchschnittsmensch weiss IRGENDETWAS ueber Opiate?

  29. Ich persönlich würde Coffee-Shops für Cannabis und Methadon auf Rezept für die richtige Richtung halten. In den Niederlanden kann man sehen, dass die Coffee-Shops funktionieren.

    Sog. “harte Drogen” würde ich nicht legalisieren, sondern Betroffenen Wege ermöglichen von dieser Sucht loszukommen und wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Das Methadonprojekt ist zum Beispiel ein Weg in die Richtige Richtung. Dabei soll natürlich keinesfalls eine Einrichtung entstehen, an der man sich mal eben nen Kick holt, sondern eine Beratungsstelle, die den Menschen wirklich helfen kann. Ehe man dort mit einem Drogenersatzstoff versorgt wird, müssen, denke ich, gewisse Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sicher gibt es Menschen, die aus ihrer Sucht nicht mehr zurückfinden, und die in einem Teufelskreis gefangen sind, dem sie nicht mehr entfliehen können, aber die Aufgabe dieser Anlaufstelle sollte nicht darauf hinauslaufen, dass dort solche Einzelschicksale “geparkt” werden.

    Als fast-abstinenter Kleinstadtbwohner hab ich wenig Erfahrung mit solchen Projekten. Doch jedem sollte die Möglichkeit offen stehen, dem Teufelskreis des Drogenkonsums zu entfliehen, wenn er sich darum bemüht. Dem Staat ist diese Aufgabe auferlegt und sei es nur um nicht betroffene Bürger zu schützen. Eine Anlaufstelle für Abhängige bietet die Möglichkeit den Drogenkonsum zu kontrollieren, den Dealern den Markt zu nehmen und so letztlich Geld zu sparen, was nun schon mehrfach angemerkt wurde.

    MfG Krisse

  30. …also ich verweise kurz auf das positive Ergebnis der kontrollierten Vergabe von Heroin in der Schweiz. Nach einiger Lektuere zu medizinischen Aspekten scheint zweifellos eine wesentliche Gefahrenquelle beim Heroin die Illegalitaet zu sein, weshalb man sich evtl. doch ueber kontrollierte Formen der Legalitaet Gedanken machen sollte, dem entgegen steht die Beobachtung, dass die Legalitaet Heroin zu Beginn des letzten Jahrhunderts Heroin teilweise zur ‘Massendroge’ machte, vor allem in de Arbeiterschicht (‘Opium fuers Volk’). Aus toxischer Perspektive scheinen die pot. Folgen einer Kokainabhaengigkeit, insbesondere fuer das zentrale Nervensystem, fast kritischer:

    “Kokainintoxikationen sind nicht selten, weil Kokain schnell zu einer Gewöhnung führt. Zum Erreichen der gewünschten psychischen Wirkung müssen immer höhere Dosen Kokain eingenommen werden. Die Schwelle für somatische (körperliche) Nebenwirkungen bleibt aber gleich. Das führt dazu, daß sich die notwendige Wirkdosis immer mehr der toxischen Wirkung annähert.”

  31. >”Der erwaehnte Fall ist gerade ein Beispiel fuer schwere und folgenreiche Heroin-Abhaengigkeit in Abwesenheit von gesellschaftlicher Desintegration, die Frage muss doch viel mehr umgekehrt lauten: gibt es ueberhaupt Menschen, die Heroin über laengere Zeit heranzogen ohne in schwere Abhaengigkeit zu geraten, niemand kann das hohe empirische Risiko praezise genug auf den Einzelfall (i.e. sich selbst) übertragen”

    Exakt ! Ich würde Andreas Aussagen 100% unterstützen, schön ausdifferenziert. Heroin hat, anders als z.B. Kokain, die Folge, dass man sehr schnell eine starke Sucht und Abhängigkeit aufbaut. Wie Andreas anhand eines Fallbeispiels erläutert hat, kann man hier INDUKTIV (in diesem spezifischen Fall bei dieser spezifischen Droge) durchaus auf die Masse der Konsumenten schließen. Heroin führt in letzter Konsequenz immer zu gesellschaftlicher Desintegration aufgrund von Arbeitsverlust und Erwerbslosigkeit. Schnell kann der hohe Konsum nicht mehr mit Sozialgeldern finanziert werden und man rutscht gänzlich in die Kriminalität ab. Da ALG I auch nur gezahlt wird, wenn man entsprechende Selbstinitiative bei Jobsuche nachweisen kann, verlieren Suchtkranke ihre Ansprüche auf ALG I. In diesem Fall würde eine Prohibition dem Verfall eines Heroinsüchtigen nicht entgegenwirken und sei der Preis für die Droge noch so gering. Der Verfall geht hier mit der Droge per se einher, das muss man sich klarmachen, nicht mit dem Preis auf dem illegalen Markt.

    Christoph, du verharmlost Heroin hier in einem gefährlichen Ausmaß. Ein Heroinsüchtiger wird früher oder später nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können (damit einhergehend an Erwerb und Sozialnetz) und nicht jeder Heroinsüchtige kommt aus einem reichen Elternhaus und kann sich die Sucht finanzieren und dennoch ständig vor sich hin vegetieren. Heroin ist eine Droge, die einen Menschen zugrunde richtet, sei sie legal und frei erhältlich oder illegal verfügbar. Die BRD hat sich zum Ziel gemacht, Sucht vorzubeugen und zu bekämpfen. Sogar auf Sportwettscheinen muss die Warnung vor Wettsucht sichtbar gemacht werden. Der staatliche Wettanbieter Sportwetten Gera (Oddset) muss Beiträge zur Wettsuchtprävention und -Behandlung abgeben. Da Heroin mit hundertprozentiger Sicherheit in die Sucht führt, wird diese Droge – gott sei dank ! – nie legalisiert werden. Der Staat muss manchmal dem Bürger sagen, was gut für ihn ist, im Interesse des Gemeinwohls ! Denn ein Hero-Junkie kostet Geld und trägt nichts zur Volkswirtschaft bei. Er ist für einen Staat eine Last und jeder Cent, der wegen einem Hero-Junkie im Sozialnetz fehlt (und der damit wirklich BEDÜRFTIGEN Menschen abhanden geht), ist meiner Meinung nach – so hart es klingen mag – absolute Verschwendung von Ressourcen.

  32. > Wie Andreas anhand eines Fallbeispiels erläutert hat, kann man hier INDUKTIV (in diesem spezifischen Fall bei dieser spezifischen Droge) durchaus auf die Masse der Konsumenten schließen.

    Nein. Das muss man wissenschaftlich angehen, nicht über persönliche Eindrücke.

    > Heroin führt in letzter Konsequenz immer zu gesellschaftlicher Desintegration aufgrund von Arbeitsverlust und Erwerbslosigkeit.

    Diese letzte Konsequenz muss nicht immer eintreten, siehe Personen, die Heroin nur gelegentlich konsumieren (so etwas gibt es eben auch!) und wohlhabenden KonsumentInnen.

    > Da ALG I auch nur gezahlt wird, wenn man entsprechende Selbstinitiative bei Jobsuche nachweisen kann, verlieren Suchtkranke ihre Ansprüche auf ALG I.

    ‘Sucht’ ist eh schwer definierbar und für mich keine Krankheit. Außerdem hindert sie nicht zwangsläufig an der Jobsuche.

    > Der Verfall geht hier mit der Droge per se einher, das muss man sich klarmachen, nicht mit dem Preis auf dem illegalen Markt.

    Nein. Der soziale “Verfall” geht nicht aus der Substanz als solcher hervor, sondern aus den gesellschaften Rahmenbedingungen. Der Verelendung, der Prohibition etc. Schaut euch die Modellprojekt mit Echtstoffabgabe an (leider laufen sie morgen aus): Damit können HeroinkonsumentInnen reintegriert werden.
    Eine Substanz als solche kann man zwar dämonisieren, aber damit lenkt man nur ab.

    > Heroin ist eine Droge, die einen Menschen zugrunde richtet, sei sie legal und frei erhältlich oder illegal verfügbar.

    Ja ja, der böse Teufel Heroin. Zugrunde gerichtet werden Menschen durch die Verfolgung und Verelendung. Wer sich dem entziehen kann, kann ganz anders konsumieren, siehe Keith Richards, der schon alles mögliche mal konsumiert hat und nicht kaputtzukriegen ist.

    > Die BRD hat sich zum Ziel gemacht, Sucht vorzubeugen und zu bekämpfen. Sogar auf Sportwettscheinen muss die Warnung vor Wettsucht sichtbar gemacht werden.

    Das ist heuchlerisch und verlogen. Überhaupt sehe ich keinen Grund darin, “Sucht” (was auch immer das genau ist) per se zu bekämpfen. Es kommt darauf, dass Menschen sich ausleben können. Und wenn sie anderen nicht schaden – prima!

    > Da Heroin mit hundertprozentiger Sicherheit in die Sucht führt, wird diese Droge – gott sei dank ! – nie legalisiert werden

    Die hundertprozentige Sicherheit besteht eben nicht. Und welchen “Gott” du ins Felde führst, der das Leid durch Drogenprohibition gutheißt, vermag ich nicht nachzuvollziehen.

    > Der Staat muss manchmal dem Bürger sagen, was gut für ihn ist, im Interesse des Gemeinwohls !

    Wenn der Staat besser zu wissen glaubt, was für den einzelnen gut ist, dann führt das ins Verderben. Die Drogenprohibition ist jedenfalls schlecht für den einzelnen (auch die Opfer von Beschaffungskriminalität). Durch repressives Aufzwingen dessen, was angeblich so “gut” gemeint ist, wird alles immer nur schlimmer. Und das “Gemeinwohl” leidet unter den Prohibitionsfolgen, nicht darunter, dass irgendwer sich seinen Kopf zuballert.

    > Denn ein Hero-Junkie kostet Geld und trägt nichts zur Volkswirtschaft bei. Er ist für einen Staat eine Last und jeder Cent, der wegen einem Hero-Junkie im Sozialnetz fehlt (und der damit wirklich BEDÜRFTIGEN Menschen abhanden geht), ist meiner Meinung nach – so hart es klingen mag – absolute Verschwendung von Ressourcen.

    Das ist eine so menschenverachtende und widerliche Sozialschmarotzer-Argumentation, dass ich dich bitten möchte, hier nie mehr zu posten. Da muss man ja kotzen.

  33. So, jetzt antworte ich auch mal in dieser primtiv-polemischen Methode ohne fließenden Text:

    >Nein. Das muss man wissenschaftlich angehen, nicht über persönliche Eindrücke.

    Und was ist ein Induktionsbeweis ? Nicht wissenschaftlich ? Man nimmt einen Fall n und sagt, für Fall n gilt auch, dass n+1 wahr ist: Annahme. Beweis: Fall n+1 (at random) ist auch wahr, also muss man nicht mehr jeden einzelnen Fall in n überprüfen. Einfachste Logik. Dominosteine fallen alle, wenn n fällt. Wenn n fällt, fällt auch n+1. Im Falle von Heroinkonsumenten ist es eine legitime und gültige Methode, denn man kann hier induktiv schließen, d.h. vom Einzelnen aufs Allgemeine. Das mag bei anderen Drogen anders sein, nicht aber bei Heroin oder etwa Crack. Wissenschaftliche Studien unterstützen einen Induktionsbeweis hier mit 100%iger Sicherheit. Selbst wenn von 100.000 Heroinsüchtigen einer im Beruf bleibt, ändert das nichts an der allgemeinen Wahrheit der Aussage.

    Im nachfolgenden machst du übrigens nichts anderes als relativieren. Keine gute Argumentation…

    >Diese letzte Konsequenz muss nicht immer eintreten, siehe Personen, die Heroin nur gelegentlich konsumieren (so etwas gibt es eben auch!) und wohlhabenden KonsumentInnen.

    Relativierung ist hier unangebracht. Wenn von n Fällen in natürlichen Zahlen einer im Beruf bleibt, ändert das nichts an den prinzipiell immer eintretenden Konsequenz.

    >Das ist heuchlerisch und verlogen. Überhaupt sehe ich keinen Grund darin, “Sucht” (was auch immer das genau ist) per se zu bekämpfen. Es kommt darauf, dass Menschen sich ausleben können. Und wenn sie anderen nicht schaden – prima!

    Moralisch werten ist je nach Fall auch verlogen. Viele Spielsüchtige und Heroinkranke würden sich wünschen, niemals mit diesen Dingen in Berührung gekommen zu sein. So einfach kann plötzliche deine Aussage heuchlerisch und verlogen werden: Du führst die Lämmer zur Schlachtbank !

    >Nein. Der soziale “Verfall” geht nicht aus der Substanz als solcher hervor, sondern aus den gesellschaften Rahmenbedingungen. Der Verelendung, der Prohibition etc.

    Aha, und wieso verelenden Heroinsüchtige ? Nicht etwa, weil sie durch ihre Sucht ihre Arbeit verlieren, weil sie ständig an den nächsten Schuss denken müssen und wie und wo sie ihn sich setzen ? Ursache und Wirkung ! Ursache: Heroin / Wirkung: Verelendung. So einfach ist die Formel. Nimm die Ursache weg und du hast erst garkeine Verlendung. Merkst du, wie unlogisch du argumentierst ? Wer erst garkein Heroin konsumiert, wird nicht verlenden. Und SEI ES, dass der illegale Marktpreis so hoch ist (Welche Wirkung würde den Prohibition sonst entfalten ?), ohne Heroinsucht keinen Zwang ihn zu bezahlen ! Merkst du was ? Ursache ist Heroin, nicht der hohe Marktpreis oder die Intoleranz in der Gesellschaft.

    >Und das “Gemeinwohl” leidet unter den Prohibitionsfolgen, nicht darunter, dass irgendwer sich seinen Kopf zuballert.

    Wer finanziert denn bitte einen mittelosen Suchtkranken ? Ist das etwa nicht die Allgemeinheit ? Findest du es fair, dass man die Sucht UND Suchtfolgen anderer finanziert ? Du sagst doch selbst, dass wohlhabende Konsumenten weniger oder garnicht verlenden. Sie haben genug Geld auf Tasche um zu vegetieren, aber sind reiche Heroinsüchtige die Regel und der Allgemeinfall ? Wohl kaum ! Untersuche mit Induktion, ob reiche Heroinkranke, die sich selbst finanzieren, der Regelfall sind. Du nimmst n reiche Heroinsüchtige, sagst, n+1 muss auch ein reicher Heroinsüchtiger sein. Du überprüfst n+1, also irgendein n und wirst festellen: oh shit, er ist ein armer teufel der auf der straße lebt. Schon ist bewiesen, dass also doch die Allgemeinheit für die Suchtfolgen und Suchtkosten anderer aufkommen muss.

    >Das ist eine so menschenverachtende und widerliche Sozialschmarotzer-Argumentation, dass ich dich bitten möchte, hier nie mehr zu posten. Da muss man ja kotzen.

    Wieder ein Versuch mich mit der Moralkeule zu diffamieren. Überleg mal selbst, wer hier moralisch empörender für einen vernünftig denkenden Menschen auftritt: Ich, der sagt, man müsse Menschen vor Heroin schützen, weil sie nicht nur sich selbst kaputt machen, sondern das auch noch auf Kosten anderer Menschen oder Du, der behauptet, jeder könne sich zerstören wie er wolle, es gäbe ja genug Ausnahmen (die wir auch als solche bewiesen haben: es sind und bleiben krasse Ausnahmen), die das Gegenteil beweisen ?

    Wer agiert hier moralisch empörend ? Du, der das Leid der Heroinsüchtigen und die Gefahr dieser Droge vollkommen verkennt, oder ich, der darauf aufmerksam macht ?

  34. weitere Lektuere:

    Neurological complications of drug abuse: pathophysiological mechanisms.
    Neiman J, Haapaniemi HM, Hillbom M.

    Northern Stockholm Center for Treatment of Drug and Alcohol Dependence, Danderyd, Sweden. jack.nieman@psyk.ds.sll.se
    Drug abuse is associated with a variety of neurological complications. The use of certain recreational drugs shows a marked temporal association with the onset of both haemorrhagic and ischaemic strokes, the majority of which develop within minutes to 1 h after the administration of the index drug. Delayed onset of stroke has also been observed. Acute, severe elevation of blood pressure, cardiac dysrhythmias, cerebral vasospasm, vasculitis, embolization due to infective endocarditis or dilated cardiomyopathy, embolization due to foreign material injected with the diluents under non-sterile conditions and ‘street drug’ contaminants with cardiovascular effects have been suggested as possible underlying mechanisms. Rupture of aneurysms and arteriovenous malformations have been detected in up to half of the patients with haemorrhagic stroke due to cocaine abuse. The less common findings reported have included a mycotic cerebrovascular aneurysm in a patient with infective endocarditis and haemorrhagic stroke. In addition to stroke, cocaine seems to provoke vascular headache. Seizures precipitated by recreational drug abuse are usually caused by acute intoxication in contrast to the withdrawal seizures encountered in subjects with alcohol abuse. Movement disorders and cerebral atrophy correlating with the duration of abuse have been described. Snorting of organic solvents may cause encephalopathy. Cases of spongiform leukoencephalopathy in heroin addicts have also been reported. Peripheral neuropathy is occasionally precipitated by drug poisoning after intravenous administration. Impurities of the drug, risky administration techniques, and the use of mixtures of various drugs, frequently with simultaneous alcohol drinking, should be taken into account when assessing the background of the adverse event as well as the overall lifestyle of the addicted subjects.

  35. @ Chistoph & Lupus:
    Ihr agiert hier beide von wenig konstuktiven Positionen. Eure Argumentation wird zunehmend polemischer und ihr verallgemeinert von Beitrag zu Beitrag.
    Ohne hier den Besserwisser oder Schlichter spielen zu wollen muss ich sagen, dass Christoph mit der Argumentation
    “Es kommt darauf, dass Menschen sich ausleben können. Und wenn sie anderen nicht schaden – prima!”
    etwas naiv wirkt. Drogenkonsum ist im allgemeinen nichts Gutes. Bei sog. weichen Drogen ist der gemäßigte Konsum allerdings durchaus gesellschaftlich tragbar. Damit wird dem menschlichen Bedürfnis des Berauschens eine Entfaltungsmöglichkeit eingeräumt. Harte Drogen sind allerdings so schädlich, dass der Staat durchaus den Konsum verbieten sollte. Da muss ich Lupus Recht geben. Dennoch ist hat der Staat eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Bürger und die erlischt nicht, wenn der Bürger auf die schiefe Bahn gerät. Ganz im Gegenteil. in einer solchen Situation ist der Staat verpflichtet dem Menschen Hilfestellung zu geben um wieder in ein geregeltes Leben zurückzukehren. Wenn er dieser (sicher kostspieligen) Verpflichtung nachkommt wird er zum einen die anderen Bürger schützen (vor der Beschaffungskriminalität und weil durch die Versorgung der Betroffenen dem Schwarzmarkt für illegale Drogen die Kunden abhandenkommen, was deren Fortbestehen erschwert), zum anderen kann er die Abgabe kontrollieren und die Betroffenen darin unterstützen von der Droge wegzukommen.
    Lupus’ Aussage
    “Denn ein Hero-Junkie kostet Geld und trägt nichts zur Volkswirtschaft bei. Er ist für einen Staat eine Last und jeder Cent, der wegen einem Hero-Junkie im Sozialnetz fehlt (und der damit wirklich BEDÜRFTIGEN Menschen abhanden geht), ist meiner Meinung nach – so hart es klingen mag – absolute Verschwendung von Ressourcen.”
    ist mMn unhaltbar. Junkies sind wirklich beürftige Menschen. Vielen, wenn nicht den meißten, die anfangen Heroin zu spritzen hätte schon weitaus früher geholfen werden müssen. Dass das nicht geschah ist nicht unbedingt die Schuld unseres Staates, aber ein großes Problem in unserer Gesellschaft.

    Ich stelle mir eine Drogenberatungsstelle nicht so vor, dass die Abhängigen sich dort ihren Stoff holen und verschwinden, sondern, dass sie dort betreut werden, ihnen geholfen wird sich über ihre Situation im klaren zu werden und anschließend ein Weg aus der Krise gesucht wird, der dann auch durchgezogen werden muss.

    MfG Krisse

  36. hier noch ein Dosis Realiät für die Wissenschaftler unter den Lesern:

    Neurological complications of drug abuse: pathophysiological mechanisms.
    Neiman J, Haapaniemi HM, Hillbom M.

    Northern Stockholm Center for Treatment of Drug and Alcohol Dependence, Danderyd, Sweden. jack.nieman@psyk.ds.sll.se
    Drug abuse is associated with a variety of neurological complications. The use of certain recreational drugs shows a marked temporal association with the onset of both haemorrhagic and ischaemic strokes, the majority of which develop within minutes to 1 h after the administration of the index drug. Delayed onset of stroke has also been observed. Acute, severe elevation of blood pressure, cardiac dysrhythmias, cerebral vasospasm, vasculitis, embolization due to infective endocarditis or dilated cardiomyopathy, embolization due to foreign material injected with the diluents under non-sterile conditions and ‘street drug’ contaminants with cardiovascular effects have been suggested as possible underlying mechanisms. Rupture of aneurysms and arteriovenous malformations have been detected in up to half of the patients with haemorrhagic stroke due to cocaine abuse. The less common findings reported have included a mycotic cerebrovascular aneurysm in a patient with infective endocarditis and haemorrhagic stroke. In addition to stroke, cocaine seems to provoke vascular headache. Seizures precipitated by recreational drug abuse are usually caused by acute intoxication in contrast to the withdrawal seizures encountered in subjects with alcohol abuse. Movement disorders and cerebral atrophy correlating with the duration of abuse have been described. Snorting of organic solvents may cause encephalopathy. Cases of spongiform leukoencephalopathy in heroin addicts have also been reported. Peripheral neuropathy is occasionally precipitated by drug poisoning after intravenous administration. Impurities of the drug, risky administration techniques, and the use of mixtures of various drugs, frequently with simultaneous alcohol drinking, should be taken into account when assessing the background of the adverse event as well as the overall lifestyle of the addicted subjects.

  37. hier noch einmal der zuvor geloeschte Text zu toedlichen Heroin-Überdosierungen trotz nicht-intravenoeser Gabe, man beachte dass sich erfahrene Kosumenten unter den Toten befinden, es handelt sich um ein schwedisches paper (Christoph: vielleicht waren die aber auch einfach zu dumm ?):

    Fatal intoxication as a consequence of intranasal administration (snorting) or pulmonary inhalation (smoking) of heroin.
    Thiblin I, Eksborg S, Petersson A, Fugelstad A, Rajs J.

    Department of Forensic Medicine, Karolinska Institute, Retzius v 3, SE-171 77, Stockholm, Sweden. ingemar.thiblin@rmv.se
    In recent years we have noticed an increasing proportion of mortalities resulting from an overdose of heroin that involve routes of administration other than injection. Of 239 cases of fatal heroin intoxication examined at our department during the period 1997-2000, 18 deaths were associated with non-parental administration. Seven of these fatalities were experienced heroin users who had begun to use more sporadically, seven were recreational “party-users”, while the remaining four persons had relapsed into heroin use following long periods of abstinence. The median blood morphine concentration of these non-injectors was 0.095 microg/g (range: 0.02-0.67 microg/g), significantly lower than that of the injectors. Concurrent use of alcohol, other illicit drugs and/or pharmaceutical preparations was observed in 17 of the 18 cases. However, there were no statistically significant differences between the victims of heroin intoxication by injection or by other routes with respect to the proportion who had simultaneously consumed alcohol or benzodiazepines. Pathological alterations like lung fibrosis, liver cirrhosis, endocarditis, etc. were not found to play a significant role in any of the 18 mortalities. We conclude that snorting or smoking heroin probably involves a reduced risk of obtaining high blood concentrations of morphine but still constitutes a considerable risk of lethal outcome due to high variability in blood concentrations. Furthermore, decreased tolerance resulting from periods of reduced or sporadic use appears to be an important risk factor in connection with heroin overdosing by snorting or smoking, which indicate that some heroin addicts may inaccurately assume that these routes of administration are safe when resuming their use of heroin after a period of abstinence.

  38. @ Krisse

    >”Dennoch ist hat der Staat eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Bürger und die erlischt nicht, wenn der Bürger auf die schiefe Bahn gerät. Ganz im Gegenteil. in einer solchen Situation ist der Staat verpflichtet dem Menschen Hilfestellung zu geben um wieder in ein geregeltes Leben zurückzukehren. Wenn er dieser (sicher kostspieligen) Verpflichtung nachkommt wird er zum einen die anderen Bürger schützen (vor der Beschaffungskriminalität und weil durch die Versorgung der Betroffenen dem Schwarzmarkt für illegale Drogen die Kunden abhandenkommen, was deren Fortbestehen erschwert), zum anderen kann er die Abgabe kontrollieren und die Betroffenen darin unterstützen von der Droge wegzukommen.”

    Das würde ich so 100%ig unterschreiben. Ich habe mich nicht ausführlich genug ausgedrückt mit der Ressourcenverschwendung. Ausgangspunkt ist die Haltung von Christoph, Heroin legal freizugeben, weil das Gemeinwohl davon nicht betroffen wäre. Ich wollte mit dem Satz lediglich ausdrücken, dass das gemeinwohl durch die entstehenden Kosten von Suchtkurierung usw durchaus betroffen ist und im Grunde Steuergelder ausgibt, die nicht ausgegeben werden MÜSSTEN, angenommen es gäbe WENIGER oder KEINE Heroinsüchtigen. Das der Staat solche Menschen nicht im Stich lassen soll, wollte ich nie behaupten. Lediglich der Hinweis darauf, dass die Ursache Heroin als solche schon schädlich für den Einzelnen und für das Gemeinwohl ist und die damit entstehenden Kosten also “Ressourcenverschwendung” sind (da Heroin nehmen ja der freien Wahl unterliegt, ein Arbeiterkind das keine Nachhilfe hat und deswegen schlechte Bildung erfährt kann NICHT frei wählen, dass es ein Arbeiterkind ist), war mir wichtig. Denn eine Legalisierung von Heroin hätte eben aufgrund des hohen Suchtfaktors die Folge, dass man immer mehr Geld für die Kranken ausgeben würde. Es sind im Grunde kranke Menschen, denn SUCHT hat schon etymologisch absolut nichts mit Handlungsfreiheit zu tun, sondern mit ZWANG. Sucht zerstört Menschenwürde, weil der Staat dem Menschen Handlungsfreiheit einräumt.

  39. ..nun, Christoph, ich bemerke noch dass das Liberalismus-Argument nie per se und universell gueltig ist, wirkliche Freiheit setzt eine begruendete Pruefung voraus sowie eine ueber den einzelnen ggf. hinausgehende rationale Abwaegung und diese ist, selbst im Falle hinreichender Bildung, insbesondere in emotional getruebten Situationen, nie universell gegeben. Deshalb legt der Staat eine Gurtpflicht fest, restringiert die meisten Medikamente, formuliert schuetzende Randbedingungen in div. Sportarten, erlegt uebrigens auch eine Minimal-Schulpflicht auf, rettet Selbstmoerder vor dem sicheren Tod etcetc, all dies ist letztlich auch sozial; der Mensch verhält sich niemals so rational wie man es idealistischerweis erwarten koennte, die meisten Menschen urteilen sogar offen unlogisch, kontradiktorisch, letztlich falsch, jeder Mathematiker weiss das und ich wuerde dies nicht Unmuendigkeit nennen.

    Falsch verstandener Liberalismus ist nach wie vor das Gegenteil von einem sozialen Staat und basiert offenbar auf einer Art elitistischen Ideologie, die man bei den Gruenen nicht ganz selten findet: ‘wir’ sind zu toll/gebildet/universell begabt, um auf den Rat anderer zu hoeren (oder auf deren Vorschrift), die ‘anderen’ interessieren uns ohnehin nicht. Dass es evtl. Leute geben koennte, die, insbesondere im jugendlichen Alter, einfach nicht die Faehigkeit haben, den impliziten Zwang der Modeindustrie oder ihrer Umgebung etwa zu dechiffrieren, ist der neuen Elite egal: sie referenziert nur ihre eigene Deutungshohheit: die Oekoelite.

  40. (dies war eigtl. ein Kommentar zur Laufstegfrage, passt hier aber auf das beste)

  41. @ Lupus: “Sucht zerstört Menschenwürde, weil der Staat dem Menschen Handlungsfreiheit einräumt.” – ohne Nebensatz.

    Sucht zerstört Menschenwürde.

    Der Staat kann das begünstigen, indem er den Konsum legalisiert (Tabak, Alkohol) oder er kann dem entgegenwirken, indem er Produktion, Besitz und Konsum verbietet (andere Drogen).
    Dennoch wird nicht jeder Wein- oder Biertrinker automatisch süchtig und auch unter den Rauchern gibt es eine Anzahl “Aus Spaß an der Freude”-Konsumenten. Ähnliches gilt mMn für Cannabis. Den Konsum dieser Stoffe zu verbieten würde (zumal erstere gesellschaftlich anerkannt sind) zu Unverständnis und Protesten führen. Gleichzeitig steigt der Reiz dieser verbotenen Substanzen. Beim Cannabis kann man das recht gut verfolgen. Gesellschaftlich ist Cannabis relativ etabliert. Dennoch ist der Besitz in Deutschland verboten. Trotz der medizinischen Möglichkeiten im Rahmen der Bahndlung chronisch Kranker. Eine Legalisierung von Cannabis und eine geregelte Abgabe an Konsumenten, wie es in den Niederlanden geschieht, würde zum einen mittelfristig den Reiz des Verbotenen verschwinden lassen und zum anderen die Kontrolle der Abgabe und der Verarbeitungsqualität gewährleisten. Weiter Vorteile wären die Steuereinnahmen, durch die Besteuerung der Produkte und die Entlastung unserer Exekutive durch die Konzentration auf andere kriminelle Energien.

    Harte Drogen würde ich nie frei verfügbar machen, aber die Bindung Schwerabhängiger an staatliche Beratungs- und Hilfestellen würde die Betroffenen aus der Kriminalität holen, den Dealern den Geldhahn zudrehen, die Verbreitung der Sucht verringern und die Kontrolle der Versorgung mit der Droge gewährleisten – aber das erwähnte ich ja bereits.

    MfG Krisse

  42. Man muss allerdings anerkennen, dass die Streckung/Verunreinigung von Heroin/Kokain und angrenzende Apspekte keine ganz kleine Gefahr im Kontext darstellt, aus diesem Grunde wuerde ich folgenden ‘Vorschlag zur Guete’ unterbreiten und mich mit der Einrichtung einer Art staatlicher Heroin(Kokain)-Cafes einverstanden erklaeren, sofern sich eine demokratische Mehrheit hierfuer findet. Nach dem Vorbild der Coffee-shops sollte es moeglich sein, dort etwa Heroin unter folgenden Bed. zu konsumieren:
    a) die Anwesenheit mindestens eines ausgebildeten Mediziners
    b) etwaiges Spritzen wird von Personal mit mediz. Grundausbildung vorgenommen
    c) kein alkoholausschank, kein Konsum interagierender anderer Drogen (Kontrolle!)
    d) für jeden Gast werden gewisse Mindestinformationen zu der Art des bisherigen Drogenkonsums in einem (vertraulichen) persoenlichen Protokoll vor jedem Besuch abgeglichen
    e) es gibt ZUVOR klare wissenschaftliche Studien über ‘sichere Dosen’, isnbesondere induziert der Besuch auch auf lange Scht keine ‘schwere Abhaengigkeit’ (in geeignet zu klassifizierendem Sinne)
    d) es gibt Schnelltests zur Bestimmung üblicher aktueller Medikamentenkonzentrationen fuer jeden Gast
    (Fingerblut, Farbskalen o.ae.)

    Man sieht: ein ‘autoritaeres’, kompliziertes Unterfangen, fast entmuendigend, aber unter andern Umstaenden kann ein sozialer Staat sich dies nicht leisten wie mir scheint, auch ein technisches Problem, gut ausgebildetes Personal ist vonnoeten, ein Arsenal von sensiblen und schnellen Tests, ein funktionierendes Notfallsystem etc.
    Sind diese Orte keine ‘Kliniken’ koennte es sogar eine Akzeptanz innerhalb der Zielgruppe geben, wie mir scheint, zur Not koennte man auch private ‘Veranstalter’ zulassen, solange die Sicherheitsstandards garantiert sind.

  43. > Wer agiert hier moralisch empörend ? Du, der das Leid der Heroinsüchtigen und die Gefahr dieser Droge vollkommen verkennt, oder ich, der darauf aufmerksam macht ?

    Du hast in widerlicher Art menschenverachtende Sozialschmarotzer-Argumente gegen Junkies gebracht und bist deshalb moralisch disqualifiziert. Mit dir diskutiere ich nicht.

    Deshalb kannst du dir deine wirre Sozialmathematik (n + 1) an den Hut stecken, die mit sozialwissenschaftlicher Analyse nichts zu tun hat.

    > Ich wollte mit dem Satz lediglich ausdrücken, dass das gemeinwohl durch die entstehenden Kosten von Suchtkurierung usw durchaus betroffen ist und im Grunde Steuergelder ausgibt, die nicht ausgegeben werden MÜSSTEN, angenommen es gäbe WENIGER oder KEINE Heroinsüchtigen.

    Das ist hypothetisch und realitätsfremd. Das Gemeinwohl leidet unter den Kosten der Prohibition (Kosten für Repressionapparat, Beschaffungskriminalität etc.) mehr als unter irgendwelchen ‘teuflischen’ Substanzen.

    > Es sind im Grunde kranke Menschen, denn SUCHT hat schon etymologisch absolut nichts mit Handlungsfreiheit zu tun, sondern mit ZWANG. Sucht zerstört Menschenwürde, weil der Staat dem Menschen Handlungsfreiheit einräumt.

    Etymologisch? Inwiefern? Wirr.
    Und ZWANG durch den Staat ist zu minimieren.
    Außerdem zerstört Sucht nicht Menschenwürde. Das sind pauschale, hohle Phrasen. Menschenwürde wird durch staatliche Verfolgung von Menschen, durch Verelendung in Folge von Prohibition genommen. Und wenn der Staat Menschen etwas “einräumt”, dann verrät dieser Sprachgebrauch schon ein extrem autoritäres Weltbild. Handlungsfreiheit hat man, ob staatliche Gebilde diese respektieren, ist eine ganz andere Frage.

  44. > ihr verallgemeinert von Beitrag zu Beitrag.
    > Drogenkonsum ist im allgemeinen nichts Gutes.

    Schau an. Wer verallgemeinert hier?

    > Harte Drogen sind allerdings so schädlich, dass der Staat durchaus den Konsum verbieten sollte.

    1. Nochmals: Die Unterscheidung zwischen “hartem” und “weichem” Konsum ist sinnvoller als die zwischen “harten” und “weichen” Drogen.

    2. Das Verbot ist so schädlich, dass die Legalisierung das kleinere Übel darstellt.

    > die anderen Bürger schützen (vor der Beschaffungskriminalität und weil durch die Versorgung der Betroffenen dem Schwarzmarkt für illegale Drogen die Kunden abhandenkommen, was deren Fortbestehen erschwert),

    Am besten durch Legalisierung zu erreichen.

  45. > nun, Christoph, ich bemerke noch dass das Liberalismus-Argument nie per se und universell gueltig ist, wirkliche Freiheit setzt eine begruendete Pruefung voraus

    Soll ich begründen, für welche Handlungen mich entscheide? Absurd, eine gute Begründung ist umgekehrt für obrigkeitliche Eingriffe vonnöten.

    > sowie eine ueber den einzelnen ggf. hinausgehende rationale Abwaegung und diese ist, selbst im Falle hinreichender Bildung, insbesondere in emotional getruebten Situationen, nie universell gegeben.

    Aha, aber der Staat kann das? Das Politbüro, der islamische Wächterrat und Hitler sind sicherlich kompetenter als der einzelne. Gute Nacht.
    Wegen Leuten mit deiner Mentalität, die die Freiheit des Individuums nicht akzeptieren wollen, hatten wir in Deutschland im 20. Jahrhundert gleich zwei solcher Regime.

    > der Mensch verhält sich niemals so rational wie man es idealistischerweis erwarten koennte, die meisten Menschen urteilen sogar offen unlogisch, kontradiktorisch, letztlich falsch, jeder Mathematiker weiss das und ich wuerde dies nicht Unmuendigkeit nennen.

    Ach Lupus, versteck dich doch nicht hinter anderen Pseudonymen. Und die Logik der Mathematik hat mit der Rationalität menschlichen Handels nur sehr bedingt zu tun. Du willst behaupten, du könntest besser urteilen als deine Mitmenschen.
    Hoffentlich kriegst du in deinem Leben so wenig Macht über andere Menschen wie möglich.

    Homo homini deus, homo homini LUPUS – damit bist auch du gemeint.

  46. Christoph, ich (Andreas) versteckt sich hinter Pseudonymen, weil Julia meine Beitraege seit einiger Zeit blockiert. Eine Frage: hast du eigentlich DDR-Hintergrund, deine Argumentation hat gewisse Anklaenge entsprechender ‘rechter’ anarchistischer Richtungen. Als ‘Westler’ betrachtet man den Staat nicht als ‘per se’ schlecht, im Gegenteil hat man einige Erfahrungen mit übersteigerten Formen von Liberalismus, wir haben gut genug begruendet, wie mir scheint, warum der Staat im betrachteten Falle zu gewissen Reglementierungen greifen sollte und etwas anderes als eine (sehr) gute Begruendung erwartest offenbar auch du nicht.

  47. Hallo,

    ich hab die ganzen Beiträge überflogen, aber meine Frage wurde dabei nicht beantwortet:

    Wofür sollen Drogen gut sein???

    1. Niemand braucht Alkohol um gut drauf zu sein!
    2. Zigaretten verpesten die Luft produzieren Feinstaub!
    3. Heroin Koks und Andere zerstören Körper und Geist!
    4. Versetztes Canabis vernebelt den Geist! kann man von mir aus auch erlauben, manch einer kanns wirklich brauchen!
    5. Schon mal nach vor gegriffen: als nächstes kommt dann das Legalisieren von Schußwaffen!

    Nochmal meine Frage: Wofür braucht man DAS!!!

    Ich bin mir im Klaren das etwas was verboten ist auch erst richtig interessant ist.
    Eine Legalisierung würde zwar diesen Efekt hemmen, aber die Gefahr, die von Drogen ausgeht, und somit der Reiz, bleibt.

    ein anderes Problem sehe ich im unvernünftigen Umgang mit Drogen. Der eine kanns der Andere nicht. Und eine Art Führeschein für Drogenkonsum ist nicht realisierbar.
    Drogen auf Rezept schon, wird aber eh schon praktiziert. z.B. bei Tumor- oder Entwöhnungstherapien.

    -So dusselige Beispiele wie verbieten von LCD und Plasma Frenseher sind als Vergleich unbrauchbar!!!
    Fernsehschauen hämmt die Kommunikation, bremst Phantasie und macht vielleicht sogar aggresiv.

    – Genauso dusselig das Verbieten von Kopftüchern!!!
    Jeder sollte sich dem Land anpassen in dem er lebt, von sich aus, das ist die Sache mit dem Carakter. Und ein Kopftuch ist keine religiöse Prägung, sondern ein menschenverachtenes Kleidungsstück in manch Ländern in denen Frauen keine Rechte haben. (falls es der eine oder andere noch nicht weiß, FRAUEN HABEN IN DEUTSCHLAND RECHTE, was das Tragen von Kopftüchern überflüssig macht) – grobe Zusammenfassung meiner Meinung.

    Bitte zerlegt meinen Beitrag nicht vorschnell, sondern überlegt Euch Antworten.
    Bitte werdet nicht persönlich, Beleidiger sind intolerant, Beleidigungen Helfen keiner Diskussion.
    Bitte Akzepiert die Meinung der Anderen, auch wenns teilweise schwerfällt.

    MfG Markus B.

  48. ..ich darf noch eine ‘Anekdote’ aus meinem Bekanntenfundus anfuegen, ich traf vor einigen Jahren auf einer Reise durch Suedeuropa eine Frau aus Argentinien, die ich deshalb ansprach, weil sie am Faehrhafen Brindisi in Sueditalien mehr oder weniger auf dem Boden herumlag und so aussah als koennte sie etwas Unterhaltung gut vertragen. Ich litt damals unter einer noch nicht diagnostizierten Erkrankung des Magen-Darm-Trakts (Zoeliakie) sowie gewissen hohen Medikamentendosierungen, die ich wegen anderer Krankheiten noetig hatte, zwischen mir und der Realitaet befand sich staendig eine Art unsichtbarer Wand, sie wiederum schien leicht ausgemergelt, war blass, schwitzte staendig, schien etwas depressiv. Vom ersten Moment an hatte ich also den Eindruck, in ihr eine Schwester im Geiste angetroffen zu haben, wir verstanden uns wunderbar, ich war damals im letzten Jahr meines Physikstudiums, sie war gerade im Begriff, Physik zu beginnen, wir fuhren zusammen per Faehre und Zug bis nach Athen, fragten einen Mafiaboss nach der naechsten Jugendherberge und wurden, als sie mir geliehenes Geld auf der Strasse zurueckgab, nur um ein Haar nicht von den sofort aufgelaufenen Drogenhaendlern sowie der ebenso sofort anwesenden Polizei eingesammelt. Sie eroeffnete mir danach, dass dies wohl unseren Ruin bedeutet haette, sie hatte mehr als ein halbes Kilo Marihuana dabei, von den anderen Dingen erzaehlte sie nichts, sie war extrem erstaunt ueber meine blauaeugige Haltung hierin. Sie sagte, in Argentinien gaebe es niemanden der nicht regelmaessig kokste, rauchte ohnehin, das sei voellig normal. Im Nachhinein ging mir auf, dass sie zweifellos schwer Heroin-abhaengig gewesen sein musste, Jahre spaeter stellte ich allgemein fest, eine gewisse Affinitaet zu Menschen mit starkem Abhaengigkeitshintergrund zu haben, ohne jemals selbst auch nur an einer Zigarette gzogen zu haben. Was ich damit sagen will:
    a) es gibt einen menschlichen ‘Abhaengigkeitstypus’
    b) Angebot und sozialer Kontext entscheiden (u.a.) ueber die Art des Drogen-Kontakts und dessen Konsumhaerte
    c) Drogen sind ein Subtitut fuer Freundschaft und Sex
    d) es gibt eine Korrelation zwischen gewissen Krankheiten mit Depressionskomponente (etwa Zoeliakie) und hartem Drogenkonsum (Phaenomen der reduzierten Dopaminrezeptoren-Anzahl)
    Man koennte hieraus folgern, dass es eben keine wirklich freie und beliebig beherrschbare Entscheidung ist, in Abhaengigkeit zu geraten (‘sich auszuleben’) und dass es im Interesse des einzelnen ist, die Huerden zur Sucht nicht beliebig niedrig zu legen, wie immer sich das im einzenlen manifestieren mag, sicherlich ist die gegenwaertige Praxis zweifelhaft.

  49. > Christoph, ich (Andreas) versteckt sich hinter Pseudonymen, weil Julia meine Beitraege seit einiger Zeit blockiert.

    Da wird sie schon ihre Gründe haben.

    > Eine Frage: hast du eigentlich DDR-Hintergrund, deine Argumentation hat gewisse Anklaenge entsprechender ‘rechter’ anarchistischer Richtungen

    Nein, da muss ich dich enttäuschen.

    > Als ‘Westler’ betrachtet man den Staat nicht als ‘per se’ schlecht, im Gegenteil hat man einige Erfahrungen mit übersteigerten Formen von Liberalismus

    Was willst du damit sagen? Ostler sind von “übersteigerter” Freiheit verschont geblieben? Die Libertinage der bösen 68er ist schuld? Woran? Suchst du dir da nicht lieber Stellen im Internet, wo konservativ-autoritäre Kulturkritik auf besseren Resonanzboden stößt als hier?

    > wir haben gut genug begruendet, wie mir scheint, warum der Staat im betrachteten Falle zu gewissen Reglementierungen greifen sollte

    Was für dich Begründung genug sein mag, reicht eben nicht aus, umso weitreichende Schäden wie die der Prohibition zu legitimieren.

    > Wofür sollen Drogen gut sein???

    Ich wiederhole mich: Frag Keith Richards, der hat alle probiert 😉
    Die Mühe, zu jeder Drogen die nachgewiesenen Wirkungen aufzuzählen, mache ich mir hier nicht.
    Du musst auch gar nicht verstehen. Wofür sind Krawatten gut? Tätowierungen? Modelleisenbahnen? Briefmarkensammlungen? Wer dergleichen nicht nutzt/praktiziert, kann das nicht unbedingt nachvollziehen. Kein Grund es zu verbieten.

    > 1. Niemand braucht Alkohol um gut drauf zu sein!

    Niemand muss gut drauf sein, um Alkohol zu konsumieren 😉

    > 2. Zigaretten verpesten die Luft produzieren Feinstaub!

    Feinstaub wird auch durch brennende Kerzen, Braten und Grillen produziert. Und die Luft wird viel mehr durch Autoabgabe belastet.

    > 3. Heroin Koks und Andere zerstören Körper und Geist!

    Kein Kommentar zu deinem Geist.

    > 4. Versetztes Canabis vernebelt den Geist! kann man von mir aus auch erlauben, manch einer kanns wirklich brauchen!

    Ich frage mich, was du brauchen könntest.

    > 5. Schon mal nach vor gegriffen: als nächstes kommt dann das Legalisieren von Schußwaffen!

    Schußwaffen werden bereits legal in Deutschland produziert, sogar Landminen. Das verbietet interessanterweise niemand.

    > Bitte Akzepiert die Meinung der Anderen, auch wenns teilweise schwerfällt.

    Deine Meinung ist zur Kenntnis genommen.

  50. “> Christoph, ich (Andreas) versteckt sich hinter Pseudonymen, weil Julia meine Beitraege seit einiger Zeit blockiert.

    Da wird sie schon ihre Gründe haben.”

    So wie ich das hier sehe/erlebe sind Meinung oder Fragen Andersdenkender nicht erwünscht. Ich fragte im ‘Monogamie’-Blogeintrag z.B. dem Wie (soll sieht das Komzept für die ganzen Vorschläge aus oder wie soll das alles finanziert werden), aber die einzige Antwort, die ich bekam “Unser Ziel ist…. Was is daran so schlim?”
    Meine Fragen bzw. Anmerkungen wurden einfach ignoriert. Manche sind anscheinend innerlich schon so sehr Poliker, dass Sie es wohl nicht mehr für nötig halten auf die Belange und Fragen des gemeinen Wähler einzugehen…

    “> 5. Schon mal nach vor gegriffen: als nächstes kommt dann das Legalisieren von Schußwaffen!

    Schußwaffen werden bereits legal in Deutschland produziert, sogar Landminen. Das verbietet interessanterweise niemand.”

    Er sprach (sicherlich) vom privaten Schusswaffenbesitz und nicht von der Produktion selbiger.

  51. Hi,

    > a) es gibt einen menschlichen ‘Abhaengigkeitstypus’

    Das würde ich so nicht unterstreichen. Siehe b)

    > b) Angebot und sozialer Kontext entscheiden (u.a.) ueber die Art des Drogen-Kontakts und dessen Konsumhaerte

    Trotz gewisser (vermuteter) Genetischer Veranlagungen zur Neigung Drogen zu konsumieren (Kinder von Alkoholikern greifen statistisch gesehen häufiger zur Flache, als andere), spielen sozialer Status, Zukunftsaussichten, Erziehung und Bekanntenkreis, sowie die Fähigkeit mit Streß umzugehen weitaus größere Rollen bei der Frage, ob jemand Abhängig wird oder nicht. Daher möchte ich dieser Aussage zustimmen und gleichzeitig die erste widerlegen.

    > c) Drogen sind ein Subtitut fuer Freundschaft und Sex

    Wie wäre es mit der Aussage, Drogen können ein Substitut für Freundschaft und Sex sein. Am noch recht harmlosen, aber nicht weniger erschreckenden Beispiel eines zehn- oder elfjährigen, der mit Rauchen anfängt kann man vermutlich sagen, dass er entweder Mitläufer ist oder versucht sich durch das Rauchen in einer bestimmten Gruppe zu profilieren. Ich kenne eine Menge Leute, die eher als Außenseiter ihr Schulleben fristeten und die überwiegende Zahl dieser Leute sind Nicht-Raucher.
    In vielen Fällen wird der beginnende Drogenkonsum eher auf Gruppendynamik zurückzuführen sein, als auf den bewussten Versuch, ein Mangelempfinden sozialer Kontakte zu substituieren. Sobald der Konsument abhängig ist wird sich das aber vermutlich durchaus zu diesem Teufelskreis wandeln: Keine Beziehungen/Bezugspersonen führen zu vermehrtem Drogenkonsum um möglichst wenig von der Umwelt mitzuerleben.

    @ Christoph:

    “Außerdem zerstört Sucht nicht Menschenwürde. Das sind pauschale, hohle Phrasen. Menschenwürde wird durch staatliche Verfolgung von Menschen, durch Verelendung in Folge von Prohibition genommen.”

    Drogenkonsum führt, bei unsachgemäßer Anwendung (maßloser Konsum) zu einer Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit kann sowohl physischer, als auch psychologischer Art sein. Eine physische Abhängigkeit äußert sich in dem Verlangen des Körpers nach einem bestimmten Stoff, was er bei nicht-Befriedigung dieses Bedarfs mit mehr oder weniger starken Entzugserscheinungen zum Ausdruck bringt. Hast du mal jemanden gesehen, der durch den harten Entzug musste? Jemand, der wie ein Wahnsinniger tobt und der jede Körperkontrolle verlor, in dem einzigen Bestreben an den Stoff zu kommen? Das hat nichts würdevolles mehr an sich. Etwas gutes hat der heart Entzug: wenn man das hinter sich hat ist man clean. Zumindest körperlich. Das physische Verlangen nach der Droge ist überwunden, und schlummert im Unterbewusstsein. Sollte der Betroffene keinen Kontakt mehr zu der Droge haben, wird er so wieder ein normales Leben führen können.

    Weit schwerer wirkt die psychische Abhängigkeit, denn diese ist sehr viel schwerer zu bekämpfen. Medizinisch gesehen wird bei einer Sucht das Belohnungssystem des Körpers aus dem Gleichgewicht gebracht. Dies führt dazu, dass der Mensch, der allgemein süchtig nach Glückshormonen wie Endorphinen ist, versucht immer wieder diesen Zustand zu erreichen. Das ist soweit nichts schlechtes. Durch diesen Mechanismus sind wir in der Lage uns am Geschlechtsverkehr, am Lernen (und Erkennen/Verstehen) zu erfreuen, und überhaupt erst das allzu menschliche Streben nach Anerkennung zu genießen. Je öfter wir also diesen Zustand erreichen, desto besser geht es uns. Bei Süchtigen (Drogenabhängige, Internet-, Spiel- und anderen Süchtigen) gerät dieses System in Unordnung und sorgt dafür, dass wir uns immer mehr mit eben dem beschäftigen, was uns diesen Rausch beschwert. Dadurch vernachlässigt der Süchtige seine Umwelt und letztlich sich selbst. Die Art der Sucht kann je nach gesellschaftlicher Situation und andern Kriterien (s.o.) unterschiedlich stark ausfallen. Hier spielt auch die abhängigmachende Wirkung des Präperats hinein. Ob der Konsum also eher früh oder eher spät in eine Abhängigkeit führt ist sehr indiviuell ausgeprägt.

    Letztlich ist eine Sucht, also eine Abhängigkeit von was auch immer, ein weitaus stärker freiheitsraubender Lebensinhalt, als es eine staatliche Prohibition wäre.
    Der Staat erlaubt bestimmte Drogen (und auch das Internet, das Fernsehen, Computerspiele und Sex) trotzdem. Denn Alkoholgenuss und Zigarettenkonsum sind in gemäßigten Portionen möglich ohne abhängig zu werden. Wenn dies allerdings nicht möglich ist (wie z.B. bei Heroin oder Kokain) ist es nur allzu gut, dass der Staat in diesen Fällen Besitz und Konsum verbietet. Dennoch bin ich der Meinung, dass es besser wäre, wenn der Staat versuchte die Abhängigen von der Straße zu holen, so dass sie nicht länger von ihren Dealern abhängig sind und die Zahl der Süchtigen so nach und nach reduziert wird.

    Zwei interessante Links dazu:
    http://www.zeit.de/2006/21/M-Sucht_xml
    Ein Bericht über wissenschaftliche Forschungen, die sich mit der Neigung zum Drogenkonsum beschäftigt
    http://www.zeit.de/2002/48/Lernen_Aufmacher
    Etwas am Thema vorbei, aber mMn trotzdem sehr interessant

    MfG Krisse

  52. Zu Sascha:

    > Er sprach (sicherlich) vom privaten Schusswaffenbesitz und nicht von der Produktion selbiger.

    Ja, aber das ist ja gerade das Perverse. Niemand käme auf die Idee, Heroinproduktion in Deutschland zu legalisieren, während der Konsum (der DurchschnittsbürgerIn) verboten bliebe. Bei Waffen geht das offenbar.

    Zu Krisse:

    > Letztlich ist eine Sucht, also eine Abhängigkeit von was auch immer, ein weitaus stärker freiheitsraubender Lebensinhalt, als es eine staatliche Prohibition wäre.

    Wieso das? Wir alle sind von allem möglichen “abhängig”, körperlich, psychisch, emotional, infrastrukturell etc. (Lebenspartner, Kinder, Essen, Trinken, Schlafen, guten Busverbindungen, Internet usw.). Entzug fällt uns bei vielem schwer. Wenn jemand z.B. nikotinabhängig/süchtig (die entsprechenden Defitionen sind ein dunkles Kapitel für sich) ist, wieso ist er dann besonders freiheitsberaubt? Und wenn, dann durch sich selbst und nicht durch Fremdeinwirkung.
    Und darum geht es politisch: Den Menschen vor Unterdrückung durch andere Menschen so weit wie möglich zu bewahren. Die Verantwortung des Einzelnen vor sich selbst läßt sich wohl kaum durch Paragraphen regeln.

    > Denn Alkoholgenuss und Zigarettenkonsum sind in gemäßigten Portionen möglich ohne abhängig zu werden. Wenn dies allerdings nicht möglich ist (wie z.B. bei Heroin oder Kokain) ist es nur allzu gut, dass der Staat in diesen Fällen Besitz und Konsum verbietet.

    Bei Kokain jedenfalls ist der nicht-abhängige Konsum durchaus ziemlich verbreitet (bei Heroin in der Tat wesentlich seltener). Welchen Unterschied aber macht es, wieviel Prozent der KonsumentInnen “abhängig” sind? Bei Tabak ein sehr hoher Prozentsatz (z.T. höheres “Suchtpotential” als Koks), aber kein Grund für ein Verbot.
    Sehe in der “Abhängigkeit” also keinen Grund.
    Und nochmals: Wenn Legalisierung das kleinere oder gleich große Übel gegenüber Prohibition ist, muss sie vorgezogen werden. Man kann nicht etwas vermeintlich Schlimmes mit etwas noch Schlimmerem auszutreiben versuchen.

    Ansonsten: Guten Rutsch allerseits!

  53. was mich bei alldem erstaunt ist, und das trifft die Ideologie im Kern, warum die eingeschraenkte Freigabe einer im Grunde genommen fast ‘beliebigen’, zumindest aber zufaelligen Existenz einer (wie auch immer schaedlichen) Chemikalie (i.e. Heroin) dann und genau dann mit individuellen Freiheitsdefiziten assoziiert wird, wenn bestimmte Formen von ‘Erwartungen’ damit verkuepft sind. Niemand hier beschwert sich seltsamerweise über die Tatsache, dass andere Betaeubungsmittel nicht oder nur auf Rezept erhaeltlich sind, dass Antibiotika den Arzt involvieren, dass niemandem die Kompetenz zugesprochen wird, seine eigene Chemotherapie zu designen. Unabhaengig von der Frage wie stark die Langzeitanwendung von Heroin periphere Organe betrifft und ich gebe zu, hier sieht die Lage relativ guenstig aus, haben Opiate allgemein, insbesondere Heroin erhebliche Auswirkungen auf Parameter des Nervensystems, eine Dopaminrezeptoren-Verarmung des Gehirns ist ungefaaehr aequivalent zum Zustand einer schweren Depression.

    Wie sich zeigt, fuehrt Heroin schneller in diesen Zustand als jeder andere Droge, eine normale Gehirnchemie setzt fuer den Abhaengigen voraus, permanent hohe Dosen Heroin zuzufuehren und zu wessen Gewinn- der Chemieindustrie?

    Die Quellen im Internet weisen fuer Zeiten und Orte der Opiumlegalisierung bzw. des schwach restringierten Angebots teilweise massenhafte Abhaengigkeiten aus, teilweise wurden die Loehne der Arbeiterschaft in Heroin ausgezahlt, allgemein waren soziales Elend und Heroinabhaengigkeit auch zu dieser Zeit auf das engste verknuepft. Die Diskussion ist also tendenziell, und das ist der Kernpunkt, elitaer, Heroinkonsum bleibt tendenziell fuer den beherrschbar, der gesellschaftliche Vorzugsstellungen einnimmt, der genuegend Bildungsniveau aufweist, um die empirisch exorbitante Gefahr schwerer Abhaengigkeit (i.e dessen soziale Folgen) zu umgehen, dessen Ressourcen im Zweifelsfalle überdurchschnittlich kompetente Aerzte erlauben, der keinem ‘gesellschaftichen Leidensdruck’ ausgesetzt ist, Heroin war zu Zeiten seiner Leglitaet die Massen-Droge der Armen, zweifellos.

    ‘Da wird sie schon ihre Gründe haben.’

    Zweifellos hat sie ihre Gruende, ich teile nicht ihre Meinung und bin nicht Mitglied einer rechten, sozialdarwinistischen Oekoelite.

    ‘Was willst du damit sagen? Ostler sind von “übersteigerter” Freiheit verschont geblieben? Die Libertinage der bösen 68er ist schuld? Woran? Suchst du dir da nicht lieber Stellen im Internet, wo konservativ-autoritäre Kulturkritik auf besseren Resonanzboden stößt als hier?’

    im Osten gab es keine FDP, Christoph, insbesondere keinen rechten Oeko-Fluegel derer

    ‘Was für dich Begründung genug sein mag, reicht eben nicht aus, umso weitreichende Schäden wie die der Prohibition zu legitimieren.’

    ich habe oben gesagt, welche Formen der kontrollierten Freigabe ich fuer vertretbar halte, Heroin sollte sicherlich in ‘unkritischen’ Mengen und ggf. unter Kontrolle verfuegbar sein, Kokain koennte in kleinen Mengen zum persoenlichen Konsum wahrscheinlich frei verkauft werden, auch wenn man die horrenden Gefahren von Drogencocktails, unfreiwilligem oder unbewusstem Konsum etc. im Partykontext fraglos ausschliessen muesste, wie gesagt halte ich Orte fuer sinnvoll, die den Konsum unter gewissen Sicherheitsaspekten moeglich machen, hier sollte man sich an der RATIONALEN Gefahr jeder Droge orientieren, dieses Bewusstsein sehe ich eben bei dir nicht ganz bzw. weiss nicht ob du kompetent bist, hierueber realistische Einschaetzungen zu entwickeln, langjaehrige Heroinkonsumenten koennen sich innerhalb von zwei Sekunden mit einer Dossis toeten, die sie drei Monate zuvor ohne Aufhebens vertrugen, das ist zweifellos weder bei Alkohol noch Nikotin so, die Phaenomene trennen Welten.

    ‘> a) es gibt einen menschlichen ‘Abhaengigkeitstypus’
    Das würde ich so nicht unterstreichen. Siehe b)’

    Nun, das war keine praezise gemeinte Aussage, sondern eine persoenliche Beobachtung. Aus rationaler Perspektive fuehren gewisse Krankheiten zu entweder einem Mangel an Dopaminrezeptoren oder einem Mangel an Dopamin selbst, solche Menschen befinden sich schon vor der Beruehrung mit Opiaten in einem ‘Entzugszustand’, ich nehme an, dass diese es sind, die bevorzugt zu Abhaengigen werden. Deshalb ist Christophs Arroganz auch so verfehlt, jeder Arzt beruecksichtigt, dass Menschen verschieden auf Medikamente reagieren, der Mensch ist durch seine biologischen Reaktionen restringiert, die Gesellschaft muss die ‘schwaechsten’ insbesondere vor besonderen Haerten schuetzen. Heroin ist letztlich eine besonders brutale Art von sozialer und biologischer Selektion, nur ausgemachte Darwinisten stimmen hier vorbehaltlos zu.

    Ich nehme an, Christoph ist auch ein brennender Verfechter von Gesells Freigeld-Philosophie, ein weiterer Schnittpunkt mit Rechtsradikalen und Sozialdarwinisten.

  54. fand gerade folgenden Text Heroin-Abgabe durch den Staat mit dem ich mich vollstaendig einverstanden erkläre, insbesodnere mit folgendem Modell:

    “Er entwickelt daher ein mehrphasiges Modell, das der kontrollierten Heroinabgabe von seiten des Staates. Danach sollen Suechtige zunaechst unter Aufsicht kostenlos Heroin zu sich nehmen und es spaeter, unter der Voraussetzung, dass ihr Konsumverhalten sich als stabil erwiesen hat, zu Hause selbstaendig konsumieren. Gelegenheitskonsumenten und volljaehrige Erstkonsumenten erhalten auf Wunsch zu einem kuenstlich hohen Abgabepreis ebenfalls Heroin, allerdings erst, nachdem sie sich einem Beratungsgespraech ueber die moeglichen Folgen des Heroinkonsums unterzogen haben. Das Heroin muessen sie unter Aufsicht konsumieren. Schliesslich – in der letzten Phase – soll die Abgabe an Suechtige zu einem kostendeckenden Preis erfolgen und das Heroin chemisch markiert werden, um zu ueberpruefen, ob sich ein grauer Markt bildet, auf dem das Heroin weiterverkauft wird. Gelegenheitskonsumenten koennen entscheiden, ob sie das Heroin weiterhin unter Aufsicht oder in rationierten Portionen zu Hause konsumieren wollen.”

    hier koennte man überdenken, ob der ‘kuenstliche hohe Preis’ sinnvoll ist (soziale Selektion), sonst scheint mir dies aber durchaus realistisch und zivilisiert, die Wahrheit liegt also hier wie überall in der ‘Mitte’

  55. > im Osten gab es keine FDP, Christoph, insbesondere keinen rechten Oeko-Fluegel derer
    > Ich nehme an, Christoph ist auch ein brennender Verfechter von Gesells Freigeld-Philosophie, ein weiterer Schnittpunkt mit Rechtsradikalen und Sozialdarwinisten

    Was an Drogenlegalisierung rechts sein soll, weiß kein Mensch. Wirres Zeug. Ich bin Antifaschist und habe mit der Freigeldlehre nun wirklich nichts zu tun. Und schon gar nichts mit Sozialdarwinismus.

    Such dir jetzt die nächste Abladestelle für dein wirres Gefasel.

  56. Nun ja, Christoph, weil ich dein politisches Standardrepertoire nicht bediene, bin ich dir nicht verstaendlich, das ist nun nicht mein Problem. Es erfordert zweifellos einen Denkvorgang, das menschenfeindliche voelliger, also ‘blinder’ Liberalisierung von Drogen etwa wahrzunehmen, menschenfeindlich im Sinne von: darwinistisch, Sozialdarwinisten wiederum sind rechts, das war der Ausgangspunkt dieses blog-Beitrags. Christoph bestaetigt das Zusammengehen von ‘linken’ und Neoliberalen und die zweifelhaften Aspekte hieran auf das nachdruecklichste.

    Bitte beschaeftige dich mit der realen Welt auch wenn hierzu nichttriviale Denkvorgaenge vonnoeten sind. Dein autochtones ‘Gruenen’-Platzhirsch-Gefasel nervt im übrigen reichlich, was kann ich dafuer, wenn das Lesen medizinischer Artikel und Konsequenzen hieraus nicht zu deinen Staerken zaehlen, Probleme der wirklichen Welt SIND auf dem populistischen Feld unloesbar.

  57. > menschenfeindliche voelliger, also ‘blinder’ Liberalisierung von Drogen etwa wahrzunehmen, menschenfeindlich im Sinne von: darwinistisch, Sozialdarwinisten wiederum sind rechts,

    Menschenfeindlich ist die Drogenprohibition, die Verelendung, Krankheit und Kriminalität zur Folge hat.
    Menschenfeindlich ist auch autoritärer Verbotswahn, der unter dem Deckmantel der Nächstenliebe das Gegenteil zur Folge hat.

    Sozialdarwinistisch war die in Thread vorgetragene Argumenationen, Drogensüchtige seien Sozialschmarotzer.

    Alles nicht von mir.

    > Neoliberalen

    Als solcher verstehe ich mich nicht. Aber immer noch besser als das Gegenteil, nämlich altilliberal, und das verkörperst du.

    > nervt im übrigen reichlich

    Dein Problem. Es ist doch deine Schuld, wenn du es als sinnvollen Zeitvertreib erachtest, ausgerechnet hier gegen Drogenlegalisierung zu argumentieren.

    > das Lesen medizinischer Artikel und Konsequenzen hieraus nicht zu deinen Staerken zaehlen

    Wieso? Ich habe wenig Sinn darin gesehen, deine merkwürdigen Zitate hier näher zu würdigen, zumal man tausend andere Artikel mit tausend anderen Ergebenissen hier auch diskutieren könnte.

    Ich hoffe, du hast dir den guten Vorsatz gefasst, a) etwas freiheitlicher zu werden und ersatzweise b) ansonsten wenigstens dir Grenzen zu ziehen, wenn du in Weblog-Threads mit deinen Ergüssen um dich wirfst.

  58. ‘Menschenfeindlich ist die Drogenprohibition, die Verelendung, Krankheit und Kriminalität zur Folge hat.’

    die Prohibition will auf dem Boden der Ideologie ‘Drogen sind per se schlecht’ Menschen schuetzen und erreicht das Gegenteil, die blinde Liberalisierung versucht auf dem Boden der Ideologie ‘Drogen sind per se gut, da sie ein Moment der Freiheit manifestieren’ EINIGEN zum Vorteil zu verhelfen und ignoriert den potentiellen Lebensruin vieler, sie versucht allerdings auch einige zu schuetzen, das ist das Moment das positiv hierin wahrzunehmen ist, deshalb mein Kompromissvorschlag

    ‘Menschenfeindlich ist auch autoritärer Verbotswahn, der unter dem Deckmantel der Nächstenliebe das Gegenteil zur Folge hat.’

    Menschenfeindlich ist, Schwache nicht vor Starken zu schuetzen (i.e. der Modeindustrie)

    ‘Sozialdarwinistisch war die in Thread vorgetragene Argumenationen, Drogensüchtige seien Sozialschmarotzer.
    Alles nicht von mir.’

    hatte ich das behauptet?

    ‘Als solcher verstehe ich mich nicht. Aber immer noch besser als das Gegenteil, nämlich altilliberal, und das verkörperst du.’

    hmja, deswegen bin ich ja auch fuer kontrollierte Drogenfreigabe, man muss sich ueber ‘Formen der Kontrolle’ unterhalten koennen

    ‘Dein Problem. Es ist doch deine Schuld, wenn du es als sinnvollen Zeitvertreib erachtest, ausgerechnet hier gegen Drogenlegalisierung zu argumentieren.’

    nunja, immerhin hatte ich seit nunmher fuenzehn Jahren gruen gewaehlt, beim naechten mal wird man wohl etwaas weniger elitistisch-darwinistisch waehlen muessen

    ‘Wieso? Ich habe wenig Sinn darin gesehen, deine merkwürdigen Zitate hier näher zu würdigen, zumal man tausend andere Artikel mit tausend anderen Ergebenissen hier auch diskutieren könnte.’

    nun, es hatte schon seinen Grund, weshalb ich DIESE Artikel waehlte, unabhaengig davon kann man ohne naturwissenschaftliches Grundlagenwissen nicht informiert über die Wirkungen von Drogen reden, daher auch mein Zweifel an der Urteilskraft EINIGER; diese Tendenz, die Naturwissenschaft zu stigmatisieren ist uebrigens schon wieder rechts, rechts und irrational, die Oekoelite eben

    ‘Ich hoffe, du hast dir den guten Vorsatz gefasst, a) etwas freiheitlicher zu werden und ersatzweise b) ansonsten wenigstens dir Grenzen zu ziehen, wenn du in Weblog-Threads mit deinen Ergüssen um dich wirfst. ‘

    du koenntest versuchen, das zu werden, was links-sein in Wirklichkeit ausmacht: rational und sozial zu sein, du bist von beidem im Moment relativ weit entfernt

  59. > nunja, immerhin hatte ich seit nunmher fuenzehn Jahren gruen gewaehlt, beim naechten mal wird man wohl etwaas weniger elitistisch-darwinistisch waehlen muessen

    Was an meiner Argumenation sozialdarwinistisch sein soll, bleibt immer noch rätselhaft. “Darwinistisch” im Gegensatz zu Kreationistisch bin ich sehr wohl, aber das ist ein anderes Feld.

    > weshalb ich DIESE Artikel waehlte, unabhaengig davon kann man ohne naturwissenschaftliches Grundlagenwissen nicht informiert über die Wirkungen von Drogen reden

    Letzteres stimmt, nur helfen da nicht einzelne Zitate bestimmter Ausrichtung.

    > was links-sein in Wirklichkeit ausmacht: rational und sozial zu sein, du bist von beidem im Moment relativ weit entfernt

    Die Vernunft sagt mir, dass Prohibition mehr Leid anrichtet als Freiheit, daher ist meine Position rational. Und wenn “sozial” kollektivistisch und autoritär bedeuten soll, dann will ich nicht “sozial” sein. Da zählen für mich Gleichheit und Solidarität.

  60. Aufschlußreich ihr Beiden.

  61. Obwohl ich den zensurvorwurf für Blödsinn halte, hier findet ihr ein Statement und gute Tipps zum Thema “Blogzensur”: http://dennis.initiative-links.de

  62. Hallo Leute
    ich zensiere natürlich nicht.

    Lediglich manchmal fallen Beiträge in den Spamfilter, der mein Blog eben vor Spam schützt. Es ist nicht so lustig, 6000mal “Viagra Cialis Prozac” oder “Texas Holdem Casino” in den Kommentaren stehen zu haben.

    Bitte versteht diese Maßnahme.