Julia Seeliger



4 Responses to “Endlich: Auch mal die dünnen Kinder!”

  1. Ja. Wichtig. Sollte aber nicht nur zu einem Besprechen der Möglichkeiten zur Bekämpfung der Probleme verkommen – sondern vor allem zu einer Erforschung der Ursachen. Die Anmerkung, dass das Hauptproblem ja auch die gesellschaftlichen Schönheitsideale sind, halte ich für einen der wichtigsten Punkte, wo auf jeden Fall geschaut werden muss, wie man da entgegen wirken kann. Mindestvorgaben für Models finde ich beispielsweise gut (und funktionieren ja auch prima wie ja zum Beispiel die Dove-Werbemaßnahmen zeigen).

    Grüße,
    U.

  2. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema. Ich kenne aktuell auch einen Fall, wo eine Frau eine Stelle nicht bekommen hat, weil sie offensichtlich magersüchtig ist. Sowas ist halt nicht nur eine private Angelegenheit, sondern beeinflusst in vielen Fällen auch das berufliche und soziale Leben ganz massiv.

  3. Also ich wäre dagegen die gleichen repressiven Ansätze die gegen die Übergewichtigen forciert werden auf die Untergewichtigen auszuweiten mit Vorschriften für Modeindustrie, etc

    Allerdings ist es in der Tat wichtig endlich die Diskussion auf das Thema Untergewicht zu lenken. Es gibt Kommunen in Deutschland in denen 1/3 der Kindergartenkinder (!) signifikant untergewichtig sind. Nicht aufgrund von Schönheitsidealen sondern der Armut der Familien.

    Toleranz für selbstgewähltes Unter- und Übergewicht aber Beendigung gesellschaftlich-staatlichen Drucks auf Ernährungsgewohnheiten inklusive der Sicherstellung einer angemessen Ernährung für alle Kinder zur Verhinderung von Mangelernährung. Das kann man ganz unideologisch und pragmatisch in die Tat umsetzen man braucht nur ein paar Milliarden für gutes Essen in den Betreuungseinrichtungen und höhere Regelsätze für Hartz-IV und Sozialhilfe Kinder.

  4. Das Thema ist sehr wichtig, zumal Magersucht in vielen Fällen in jungen Jahren zum Tod führt, während das ‘Übergewicht’ nicht ohne weiteres schädlich, und wenn dann nur in einem höheren Alter ist.

    Hintergrund ist im Wesentlichen die Unterdrückung des Frauenkörpers, um Männer geht es dabei nur sekundär. (Wobei in schwulen Szenen manches an Schlankheits- und Jugendwahn übernommen wurde.)

    Wie damit umgehen?
    Stimme Fabien zu, dass der Schrei nach Regulierung hier fehl am Platze ist, irgendwo zwischen Hilflosigkeit und Ablenkungsmanöver.
    Ein Berufsverbot für ‘untergewichtige’ Models finde ich genauso absurd wie Berufsverbote aufgrund anderer körperlicher Merkmale.

    Ich habe an anderer Stelle in diesem Blog schon mal vorgeschlagen, wenn schon Restriktionen für ein probates Mittel gehalten werden, dann bitte mit BMI-Durchschnitt für Models. Dann würde keine ausgeschlossen und das Gesamtergebnis wäre pluralistischer und interessanter.

    Ich wiederhole auch, dass Laufsteg-Verbote einseitig sind und davon ablenken, wie es z.B. im TV- und Film-Business zugeht.

    Und Mangelernährung aufgrund finanzieller Schwäche gilt es auch zu bekämpfen, das wäre eine politische Aufgabe anstatt wie Seehofer das Bild der schlanken HungerleiderInnen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit anzupreisen.