Julia Seeliger
  • Schluss mit Parteirat

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    1. June 2008 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Geschäftsordnungsantrag im Parteiratsraum

    Schon länger hatte ich mich entschieden, nicht im Parteirat weiterzumachen. Klar war, dass ich diese Entscheidung vor dem Treffen der Grünen Linken, welches vorgestern und gestern in Kassel stattfand, getroffen haben musste.

    Meine Entscheidung, trotz eigener Zufriedenheit mit meiner argumentativen, inhaltlichen und organisatorischen Arbeit nicht noch einmal zu kandidieren, hat ganz pragmatische Gründe: Ich habe gemerkt, wie das schlaucht. Im Hinterkopf behalten muss man auch, dass ich diese Art von intensiver Parteipolitik schon länger mache, seit 2004 war ich als Schatzmeisterin der Grünen Jugend sehr aktiv dabei und habe dabei auch mein Studium schleifen lassen und lange von sehr wenig Geld leben müssen.

    Das möchte ich jetzt nicht mehr. Ich mache aktuell meine Diplomarbeit und werde mir danach einen interessanten und einigermaßen gutbezahlten Job suchen.

    Eine Art “Rechenschaftsbericht” werde ich, wenn die BDK Erfurt naht, noch erstellen. Vorerst danke ich allen, die mich unterstützt haben – auch durch Kritik.

    Mit Robert Zion, der gestern seine Kandidatur erklärte, hat das basislinke Lager einen klugen, ehrenwerten und menschlich sehr korrekten Kandidaten, ich begrüße explizit, dass er sich für den Parteirat bewirbt und wünsche ihm für diesen “Battle” alles Gute!


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35 Responses to “Schluss mit Parteirat”

  1. Peter Alberts

    Liebe Julia,

    Deine Gründe, nicht noch einmal zu kandidieren, kann ich gut verstehen und nachvollziehen. Schade finde ich es trotzdem, ich hätte Dich gerne noch mal gewählt. Alles Gute für die Diplomarbeit und die Jobsuche!

    Dass Du hier Roberts Kandidatur in dieser Weise unterstützt, finde ich klasse. Ich kann mich dem nur anschließen.

  2. thnx und ebenfalls alles Gute!

  3. Schade – alles Gute weiterhin. Ich bin und bleibe treuer Blogleser. 😉

  4. Wahrscheinlich ist’s eine kluge Entscheidung; ich befürchte nur, dass andere, die viel eher überlegen sollten, mit der Parteiratsarbeit aufzuhören, dass nicht machen werden …

  5. […] ist gestern früher ins Bett gegangen und hat es dementsprechend heute früher gebloggt. “Der frühe Vogel fängt den Wurm” sagt der Volksmund (und Helge Schneider) […]

  6. Schließe mich meinen Vor-SchreiberInnen an.

  7. Chapeau!
    Beste Wünsche für den erfolgreichen Abschluss der Diplomarbeit und eine kurze und erfolgreiche Jobsuche danach.

    Mathias

  8. Christoph Müller

    Respekt.
    und alles gute für die Jobsuche :-)

  9. Natürlich auch von meiner Seite viel Erfolg und Glück bei der Jobsuche – auch wenn ich nicht glaube, dass Du das nötig hast. 😉

  10. Herzlichen Glückwunsch, Frau Seeliger.

  11. hauke (gj-stade)

    Hi,

    alles gute und viel Erfolg wünsche ich dir selbstverständlich auch.

    Danke nochmal für das sehr ungezwungene Blogger-Treffen auf dem BuKo

    LG

    Hauke

  12. Sehr, sehr schade…

    Aber verständlich! Deine Erklärung war sehr ehrlich, das finde ich gut! Hoffe trotzdem, dass wir uns noch auf diversen Treffen sehen.

    Liebe Grüße und viel Glück bei der Diplomarbeit!

    Max

  13. Danke für die netten Grüße!

    Ich bin ja nicht aus der Welt und bleibe den Grünen ja auch erstmal treu.

  14. liebe julia,

    schade und traurig ist’s zugleich… selten war grüne partei(rats)politik so transparent!

    auch von mir viel erfolg für robert!

    lg Sven.

  15. […] other news: bei der selben BDK im November 2008 wird Julia Seeliger nicht wieder für den Parteirat antreten, dafür empfiehlt sie Robert […]

  16. Zu Zion sage ich jetzt mal nichts :-) .

    Liebe Julia,
    schade, dass du in diesem Gremium aufhörst. War eigentlich ganz stolz und habe mir jede Menge darauf eingebildet, dass mich jemand “da oben” kennt :-) .
    Vermutlich hast du die richtige Wahl getroffen, denn eine gesicherte Existenz ist wichtiger als parteipolitisches Engagement. Deshalb: Respekt und natürlich viel Erfolg.
    Gruß aus Sankt Augustin
    Martin

  17. genau, gesicherte Existenzen sind das wichtigste.
    und jetzt?

  18. “Schluss mit Zurückhaltung” dachte sich wohl Cem Özdemir, der heute, gestützt auf eine Beratung des Realo-Netzwerks in Baden-Württemberg, seine Bewerbung für das Amt des Parteivorsitzenden der Grünen ankündigte. Was ich ja schon immer erwartet habe…

    Zur eigenen Entscheidung meinen Respekt, zur Wahlempfehlung für Robert Zion umso mehr, denn es ist sehr guter Stil nicht nur zu gehen sondern auch jemand zu empfehlen die oder der die Lücke füllen kann.
    Den besten Wünschen der anderen muss ich mich kaum noch anschliessen: Erfolg vermute ich bei Dir auch ohne dass Du dafür Glück brauchst. :)

  19. Einigermaßen gesicherte Existenzen sind manchmal ganz praktisch – muss ja nicht gleich der Sieben-Tage-Zwölf-Stunden-No_life-Job sein.

  20. was soll dieser despektierliche kommentar?!
    stell dir vor: es gibt menschen, bei denen kommt das eigene glück erstmal vor dem der partei. find ich sehr ok so.

  21. […] momentan, eh um den Parteirat. Auf unserem Treffen am Samstag hat Julia angekündigt, dass sie nicht noch einmal für den Parteirat kandidiert. Ich respektiere diese Entscheidung, kann sie auch verstehen, finde sie aber doch ziemlich schade. […]

  22. ach- und das ‘eigene Glueck’, das ist die ‘gesicherte Existenz’? Mich erstaunt immer wieder, wie visionaer der Mittelstand denkt.

  23. […] männlichen Kandidaten noch keine abschliessende Meinung. Für sich dagegen hat sie entschieden, nicht wieder für den Parteirat zu kandidieren, sondern die Kandidatur von Robert Zion diesbezüglich zu […]

  24. Ja, Andreas, muss ja hier nicht sein, nicht?

    Du bist vielleicht so gut “gesichert”, dass du dir keine Gedanken über Geld etc. machen musst.

    Das ist hier mein Parteirats-Abschieds-Thread, ich hab keinen Bock auf deine diskrimiminierende Art, deswegen werd ich in diesem Thread alle weiteren Kommentare von dir löschen.

  25. Ich hoffe sehr, dass Robert Zion nicht in den Parteirat gewählt wird. Den Grünen würde eine baldige Regierungsbeteiligung im Bund, so empfinde ich, sehr gut tun. Zurück zur reformistischen Realpolitik.

    Dir Julia, viel Erfolg und Glück.

  26. Ich hoffe sehr, dass Robert Zion nicht in den Parteirat gewählt wird.

    Ich schon – das integriert.

  27. Außerdem spricht auch eine Wahl von Robert in den Parteirat nicht gegen eine baldige Regierungsbeteiligung im Bund. (Oder andersherum).

  28. ja, was soll ich sagen? find’s auch schade.
    ach übrigens, in bayern gibt’s ganz viele jobs (demnächst auch für grüne 😉 )….

  29. Ja, wertes J.S.P., eine gesicherte Existenz ist mitunter ureigenes Glück. Im Fall von Julia Seeliger ist es das wohl nicht und sie muss sich ihr Glück noch selber schmieden.
    Das ist ihr gutes Recht und ihr selbst gegenüber auch eine Pflicht.
    Mein “Herzlichen Glückwunsch” oben war durchaus ernst gemeint.
    Wie undankbar eine ehrenamtliche Arbeit sein kann, zeigen deine Angriffe hier.
    Vom Taxifahrer zum Millionär – auch bei den Grünen sind diese Zeiten vorbei. Und deshalb tut Julia Seeliger das einzig richtige. Sie kümmert sich um ihre ureigenen Interessen und arbeitet an ihrer beruflichen Karriere. Andererseits läuft sie nämlich Gefahr, irgendwann vom Parteiratsmitglied zur Taxifahrerin zu karrikieren.

  30. Ich möchte mich da anschließen – vielen Dank für deine Parteiratsarbeit und deine lebendige und streitlustige Art! Deine Unterstützung für Robert ist etwas, was keineswegs selbstverständlich in der Politik ist und damit hat du wirklich menschliche Größe und Format bewiesen. Respekt! Ganz grosser Abgang, Julia!

    Deine Gründe, dich um Diplom und Job zu kümmern finde ich ausgesprochen gesund und nachvollziehbar. Da könnten sich tatsächlich so einige von uns eine Scheibe von abschneiden!

    Lass es mich mit meinem Lieblingsdichter Hermann Hesse sagen, das Gedicht passt so gut zu dir:

    Voll Blüten

    Voll Blüten steht der Pfirsichbaum,
    nicht jede wird zur Frucht,
    Sie schimmern hell wie Rosenschaum,
    Durch Blau und Wolkenflucht.

    Wie Blüten gehn Gedanken auf,
    Hundert an jedem Tag –
    Laß blühen! laß dem Ding den Lauf!
    Frag nicht nach dem Ertrag!

    Es muß auch Spiel und Unschuld sein
    Und Blütenüberfluß,
    Sonst wär die Welt uns viel zu klein
    Und Leben kein Genuß.

  31. ach julia.
    ach mensch.
    ach traurig.
    ach nee.

    ach schade.

    … nul ne connait l´histoire de la prochaine aurore… :-)

  32. Nein, das ist nicht schade. Ich bin ja nicht aus der Welt.

    Will aber – wie gesagt – auch gern mal Geld verdienen (und bekommen). Profan.

  33. und das wirst du!

  34. […] schon im Mai angekündigt, habe ich einen Rechenschaftsbericht über meine Parteiratszeit […]

  35. […] der GRÜNEN JUGEND, und zuletzt die zwei Jahre im Parteirat – aber ich hatte ja schon bei meiner Nicht-Kandidatur für den Parteirat Bescheid gesagt, dass ich jetzt auch mal ein wenig über den parteipolitischen Horizont […]