Julia Seeliger



5 Responses to ““Mehdorn muss weg””

  1. man könnte sagen, wenn die bahn tatsächlich ein börsennotiertes unternehmen wäre, wäre herr mehdorn schon lange nicht mehr tragbar. jetzt hätte er sich in broker kreisen wohl endgültig diskreditiert. ansonsten, wenn’s der bevölkerung nützt, soll’s ein andrer machen. fraglich nur, ob der eine ausrichtung hin zu mehr bürgernähe, bahn auch auf dem land etc angehen würde. der nachfolger würde vielleicht einfach cleverer, ruhiger verhandeln und die bahn trotzdem über die börse verkaufen.

  2. Da wäre ich nicht ganz so pessimistisch … immerhin ist die Bevölkerung inzwischen sensibilisiert, auch die mitregierende SPD, und nicht zuletzt gibt es auch ein breites NGO-Bündnis (“Bahn für alle”), das da dran ist.

  3. ich mag das “bahn für alle” bündnis. bei der spd muss man vorsichtig sein, ist die basis nicht auch für ein tempolimit? und tiefensee ist, soweit ich weiß, noch in keinster form von den privatisierungsplänen abgerückt. aber stimmt schon, in der spd-fraktion gibt’s inzwischen ein paar kritische geister. ich hab sicherheitshalber dem spd abgeordneten meines wahlkreises des film “bahn unterm hammer” geschickt. ob er ihn geschaut hat, weiß ich nicht. wahrscheinlich hat er sich geärgert, weil oskar lafontaine das schlusswort in dem film hat. aber diese wähler will die spd ja wieder haben. anyway, den film kann ich empfehlen, kann man sich schon mal anschauen.

  4. man könnte sagen, wenn die bahn tatsächlich ein börsennotiertes unternehmen wäre, wäre herr mehdorn schon lange nicht mehr tragbar.

    Und wäre es ein richtiges Staatsunternehmen, wäre ein bürgerferner Dienstleistungswüstling wie Mehdorn auch nicht tragbar.
    So wurde er in eine Position hereingemogelt, wo er von Anfang so fehl am Platze war wie Arnold Schwarzenegger als Philosophieprofessor.

    Dass er weg muss, ist schon seit Jahren so offensichtlich, dass Ray Charles es nachts im Tunnel gesehen hätte.

    Man denke an die kurzzeitige BahnCard50-Abschaffung, an diverse Statments und folgendes Vorgehen, welches auch Julia kritisiert hat:
    http://www.netzwerk-rauchen.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=65

  5. ich wollte nicht den eindruck erwecken, mehdorn im amt behalten zu wollen. ein derart cholerisches rumpelstilzchen wäre aber in einem börsennotierten unternehmen unvorstellbar (man stelle sich mal einen verantwortlichen irgendeiner bank vor, der seinen kunden droht und den mitarbeitern gleich mit). das er mit seiner art auch den verkehrsminister desauviert, steht auf einem anderen blatt. umso unverständlicher, dass dieser sich so vorführen läßt. mehdorn hat wenig richtig gemacht in seiner amtszeit. zumindest wenn man sich die bahn als kundenfreundlichen dienstleistungsbertrieb vorstellen möchte, der für flächendeckende und umweltschonende mobilität zu sorgen hat. die abschaffung der bahncard 50 durch aus dem flugverkehr eingekauften managern war sicher sein “höhepunkt”. aber es war ja bisher erklärtes ziel der politik die bahn weitestgehend zu privatisieren und dafür hat er sich stets eingesetzt, die prügel eingesteckt. im sinne seines arbeitgebers also auch irgendwie gut gearbeitet. was es nicht besser macht! ja, bleibt zu hoffen, dass sein nachfolger wirklich auch einen richtungswechsel in petto hat. aber das wäre unvorstellbar, so lange es eben noch plan ist, die bahn an die börse zu bringen. was wieder ein eigenes thema ist. denn wer soll, so wie die sache ist, geld in dieses projekt investieren?