Julia Seeliger



11 Responses to “Fusion 2008: Sonne und Regen”

  1. oje-ohgott, ihr scheint ja mit euren Zeltnachbarn die offiziellen Repraesentanten der Brandenburgi-Meckpomm-Jugend erwischt zu haben, vielleicht waere hier ein wenig politischer Diskurs vonnoeten gewesen. Im uebrigen scheint mir dieses Fusion generell reichlich deutschlastig zu sein, fuer Kat Frankie etwa hatten sie unter ‘Bands’ wirklich einen Halbsatz uebrig, dabei war sie einer der eigentlichen Stars dort, oder nicht.

  2. vielleicht waere hier ein wenig politischer Diskurs vonnoeten gewesen

    Versucht habe ich es natürlich. War aber nicht möglich.

    ;-)

  3. Wenn ich mir dadurch das Warten vor dem Dixi erspare, nehme ich gerne mal für 30 Sekunden eine als männlich geltende Körperhaltung zum Pinkeln ein. Das Problem bei der Fusionella sehe ich deshalb nicht so sehr in der Gleichmacherei, sondern vor allem darin, dass sie ein Wegwerf-Artikel zur einmaligen Benutzung ist. Noch mehr ärgerte mich, dass einige Frauen (vermute ich mal) zu blöd waren, die Dinger nach dem Pinkeln in die Mülltüten zu befördern, sondern sie stattdessen in die Pinkelrinnen geworfen haben, die dann teilweise verstopften. Dabei gibt es schon seit langem Alternativen zur Papp-Pinkelhilfe – ich hab mir beispielsweise bei der Fusion 06 im Intershop ein Freelax gekauft, ein Pinkelröhrchen aus Plastik. Das Prinzip der Plastik- oder Silikon-Pinkelhilfen ist das gleiche wie bei der Fusionella, aber ich kann sie danach abwischen oder ausspülen und beliebig oft verwenden. Das stinkt nicht und ist auch nicht unhygienisch; manche Modelle kann man sogar in die Waschmaschine stecken.

  4. Es kann die Bravste nicht in Frieden leben, wenn dem Nachbarn GHB nur schlecht gefällt…

    Dabei ist das ein spannender Stoff! Wenn man – beispielsweise – ein halbes Jahr 15 bis 20 Gramm davon nimmt (bitte nur einschleichen!), dann hat man sehr gute Chancen, für den Rest seines Lebens starke “innere Stimmen” zu hören.

    Wer behauptet, dass GHB ein hohes Abhängigkeitspotential habe, der lebt sowieso hinter dem Mond, und schlimmer noch, ist ein übler Spielverderber der modernen und fortschrittlichen Jugend!

    (Okay, das war Ironie – aber nicht verletztend gemeint)

  5. Kenne den Stoff nicht aus eigener Erfahrung, aber das, was ich darüber las, deutet find ich nicht auf ein hohes Abhängigkeitspotential. Dafür scheint die Erfahrung doch zu extrem.

    Hast du den Guide denn gelesen, Dr.Dean? Ich find, da wird eindringlich vor Überdosierungen gewarnt und auf verantwortungsvollen Drogenkonsum gedrängt. Solche Sätze machen das deutlich

    Wenn die Person wieder aufwacht erzählt ihr ruhig ganz detailliert was sie alles angestellt hat und wie peinlich sie sich benommen hat.

    Wenn deine Nachbarn verantwortungsvoll und “selbst_bewusst” konsumieren, dann wird die Wahrscheinlichkeit übrigens kleiner, dass sie sich überdosieren, sprich rumkreischen, zucken und durchdrehen.

    Überdies habe ich dein Posting generell nicht ganz verstanden. Ich ahne, dass du vor Verharmlosung von GHB bist und eher dahin tendierst, den Besitz stärker zu verfolgen und dann auch GBL (Graffiti-Entferner) zu verbieten?

  6. Ja das mit den Zeltnachbarn ist manchmal so ne Sache und die vielen Leute, die mehr kommen als vor ein paar Jahren sind auch nicht immer die hellsten. Trotzdem war es wieder ein schönes Festival. Wie ist das denn mit GHB, wurde Dir das tatsächlich angeboten oder wird das Thema eher hochgekocht.

  7. Wie ist das denn mit GHB, wurde Dir das tatsächlich angeboten oder wird das Thema eher hochgekocht.

    Äh nee, und wenn, wäre mir das auch egal. Und ich wüsste auch, wo ich’s kriegen könnte, aber ich hab keine Lust auf GHB. Vielleicht irgendwann mal.

    Insgesamt kommt das Thema aktuell in die Medien, Auslöser war eventuell die Gründung der Initiative von Dorian / Klangsucht, worüber ja auch bei Polylux berichtet wurde.

    LINK

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen prohibitiven Ansatz, welcher dort gefahren wird, nicht richtig finde. Ein schadensmindernder Ansatz bzw. moderne, akzeptierende Drogenpolitik ist das nicht, eher Angstmache, die zu nichts führen wird!

    Mir scheint diese Initiative eher so etwas wie ein Ex-Raucher-Verein: Besonders radikal gegen das Teufelszeug, denn man hat es ja lange genug genommen und weiß, wie böse es ist …

    Und zu der allgemeinen Frage noch mal: Ja, ich glaube, das Thema GHB/GBL wird jetzt hochgekocht.

  8. Julia, zu diesen “Guides” verhalte ich mich kritisch. Die sind – vom Stil her – nicht weit weg von einem auf Alternativ gebürsteten PR-Gebrabbel, und dienen meines Erachtens eher den Geschäftsinteressen von Dealern als den Konsumenten.

    Es wird die Fiktion geschildert, dass die jeweils beschriebenen Drogen weitgehend harmlos seien, wenn man sich beim Konsum an ein paar Regeln hält. Ich glaube allerdings ziemlich prinzipiell nicht, dass wirklich weitgehend alle Leute, die derartige “Guides” lesen, die Warnhinweise verinnerlichen und beachten. Der Effekt ist m.E. eher gegenläufig – der potentielle Konsument erinnert sich im Wesentlichen an die Aussage “ist doch harmlos” – und hat später, wenn er auf der Suche nach dem Kick ist, die Warnhinweise dieser Guides mindestens zur Hälfte vergessen.

    Das Problem an den Guides ist: Vieles stimmt! Jedenfalls unter der Annahme, dass es sich um reife und verantwortungsvoll handelnde, Drogen-Konsumenten handelt, die nur sehr gelegentlich Drogen konsumieren.

    Und nun wird es ätzend: Verteilt werden diese Verharmlosungszettel (“Guides”) an Jugendliche – sie sollen auch dort den Konsum anheizen und erwähnen z.B. nicht, dass Drogen für Jugendliche, die ja noch in vielfältiger Hinsicht in der Entwicklungsphase sind (was ja auch sehr schön sein kann…) besonders ungeeignet sind.

    Es gibt aber weitere Probleme: Gerade Stoffe wie GHB werden (teils unbeabsichtigt) mit anderen Drogen – Alk genügt – gemischt konsumiert. Das ist so gut wie unvermeidlich – jedenfalls für einen guten Anteil der Konsumenten. Weniger GHB-Konsum insgesamt verhindert die damit verbundenen Probleme – ganz realistisch – und zwar deutlich eher, so schätze ich es ein, als diese Art der Flugblatt-Aufklärung und die daran beteiligten Ansprechpartner der Promotion-Teams.

    Mein Beispiel mit den “inneren Stimmen” war nun völlig überzogen – das ist ein ziemlich seltenes Szenario der GHB-Nutzung. Aber echte Probleme bleiben.

    Zum Beispiel ist es so, dass dort, wo GHB leicht verfügbar ist, sich Vergewaltigungsversuche häufen. Die Neugierde (“klappt denn das wirklich?”) ist mitunter größer als der Verstand. Das ist nicht unbedingt das, was ich als Veranstalter gerne auf meinem Festival hätte.

    Alles in allem – unabhängig von so einem Festival, fern von Jugendlichen, fern von Mischkonsum – würde ich GHB noch als “relativ harmlos” einschätzen. Wobei die Reaktion ja durchaus individuell verschieden ist. Und die Harmlosigkeit hört genau ab dem Moment auf, wo der gelegentliche GHB-Konsum regelmäßige Züge entwickelt und in echtes Suchtverhalten mündet. Es ist meiner Meinung nach, besonders auch in Bezug auf Jugendliche (welche hier die Hauptaddressaten darstellen), unwahr – bzw. eine deutliche Übertreibung, zu behaupten, dass jemand, der z.B. eine GHB-Abhängigkeit entwickelt, anderenfalls halt irgend eine andere Abhängigkeit entwickelt hätte.

    Dass man GHB ziemlich schnell entwöhnen kann (von der Schwierigkeit teils aber wohl vergleichbar mit einem Diazepam-Entzug), bedeutet in meinen Augen noch nicht, dass so ein Stoff auf einem derartigen Festival kursieren sollte.

    Als Veranstalter würde ich das nicht wollen. Und – wären es meine Kinder die auf so ein Festival gehen – mir wäre deutlich lieber, dass auf die von dir monierte Weise gewarnt wird, mit Spaß verderbenden Ton (obwohl es schon etwas zu Holzhammer-mäßig war) als dass irgendwelche Drogen-Promotion-Teams über das Festival huschen, welchen meinen Kids was von “save use” erzählen.

    Das ist nicht so ganz weit weg von: Kinder anfixen.

    Überdies habe ich dein Posting generell nicht ganz verstanden. Ich ahne, dass du vor Verharmlosung von GHB bist und eher dahin tendierst, den Besitz stärker zu verfolgen und dann auch GBL (Graffiti-Entferner) zu verbieten?

    Ich bin nicht der Meinung, dass es die Hauptaufgabe des Staates ist, alles irgendwie Schädliche zu verbieten und zu verfolgen. Eine Legalisierung von THC befürworte ich – wenngleich mit deutlich weniger Hurrah-Geschrei als viele aus der Pro-Drogen-Fraktion. Es ist einfach eine Frage des Pragmatismus. Ich glaube auch nicht daran, dass unsere Gesellschaft lebenswerter wird und der Staat seine Mittel klug einsetzt, wenn er z.B. harte Razzien auf derartigen Festivals durchführt.

    Mir ging es einfach nur um den Flyer – und das m.E. voreilige Bejubeln dieser seltsamen, teils hochprofessionell und über viele Jahre mit hohen Aufwand auftretenden Promotionsteams, die ihre Drogen-Reklame auch an Jugendliche verteilen.

    Ob “akzeptierende Drogenpolitik” nun ausgerechnet für den Präventivbereich der richtige Ansatz ist – darüber könnte man sich noch streiten. Ich halte Drogensucht für verhindernswert. Ich habe keinen einzigen Menschen kennen gelernt, der seine Drogensucht als persönlichen Gewinn erlebt hätte.

    Deshalb muss ich das Hysteriegeschrei in Magazinformaten aber längst noch nicht mögen, und auch nicht die stumpfsinnigen “feste druff!”-Ansätze von Drogenpolitik seitens von Konservativen.

  9. Tanzwiese Samstag Nacht…
    Kettenkarussell, Flo, Stella Berglund, Eldan & Laufmasche, Camea, Exercise One, 2Toon, Mark Henning, Soukie & Windish, Hammerschmidt & Lentz, Marc Neyen

  10. So viele? Ui ui ui!

    :-)

  11. [...] in Berlin startende “Hexenjagd” auf das GHB/GBL thematisieren. Über GHB/GBL hatte ich im Fusion-Festival-Artikel berichtet. Erst heute Nacht gab es eine große GHB-Razzia im Wedding. Berlin (dpa/bb) – In Berlin [...]