Julia Seeliger



17 Responses to “Brigitte: Claudia und ich im Interview”

  1. Oh, Mann. Diese pseudo-libertären Ideologien, dass Kinder den Eltern weggenommen werden, wenn Sie eine frühkindliche Bildung im Kindergarte erhalten, nerven mich unglaublich.

    Das ist leider auch besonders in Grünen Kreisen ganz populär.

    Kinder sollten aber – insbesondere durch Trends wie die Ein-Kind-Familien – soziale Kompetenzen erwerben, Sprache anwenden. Mama oder Papa allein reichen nicht.

    Es gibt doch schließlich auch eine Schulpflicht. Viele kapieren einfach nicht, dass Lernen nicht erst mit sieben beginnt, sondern z. B. der Sprach-IQ drei, vier Jahre vorher ganz maßgeblich geprägt werden.

  2. In dem Alter lernt ein Mensch am meisten.

  3. das überrascht mich, dass du für eine kindergartenpflicht ab 3 jahren eintrittst, julia (wußte gar nicht, dass du dich mit solchen themen auseinanersetzt…). wenn du zeit findest, kannst du ja vielleicht kurz erklären, warum du dafür bist. ich weiß noch nicht, ob ich mich dieser position anschließen kann. aber es würde meine tägliche arbeit mit müttern, vätern und kindern wohl sehr verändern…

    schönes interview übrigens, finde ich.

  4. morgen!

    seit wann bist du denn FÜR das bedingungslose grundeinkommen? wunderte mich ja schon… dachte eher du wärst eine kritikerin des selbigen.

    oder haben die dich falsch zitiert?

    gruß ario

  5. Hallo Ario,

    ich bin dagegen, die Grundsicherung als realistisch und das bedingungslose Grundeinkommen als “Vision” darzustellen. Ich bin an dieser Stelle für Sachlichkeit. Die war in der Debatte aber – von beiden Seiten – nicht zu spüren.

    Das sind zwei verschiedene Konzepte von einer zukünftigen Arbeitsgesellschaft, wo man nicht mit links-rechts-Einteilungen oder Basis-Funktionäre-Einteilungen kommen kann. Man muss beide sachlich diskutieren. Ich hab mich dagegen eingesetzt, dass die Grundeinkommens-Befürworter/innen nicht in die Spinner-Ecke gestellt werden.

  6. “Ich hab mich dagegen eingesetzt, dass die Grundeinkommens-Befürworter/innen nicht in die Spinner-Ecke gestellt werden.”

    Finde ich gut! Frohe Ostern!

    Ario (der sich jetzt in die Heimat verdrückt…)

  7. Ah, doppelte Verneinung … Aber du hast es richtig verstanden. So meinte ich es auch!

    Frohes Hasenjagen!

  8. Hm,

    also da geht es um einen Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur. Gleichzeitig ist es ja auch sehr wichtig, Kindern früh eine gute Bildung zu geben. Deswegen fordert die Grüne Jugend eine Kindergartenpflicht ab drei – man kann es auch freundlicher “Ecole Maternelle” nennen, wenn man mag.

    Wichtig für dieses Ideal: Gut ausgebildete Lehrer/innen, gut ausgestattete KiTas, schöne Lernorte. Sonst sollte man es lieber lassen.

  9. na ok, das sind wir dann doch eher im übereinstimmungsbereich: infrastruktur deutlich verbessern, vermehrt erzieherInnen ausbilden, besser bezahlen etc. das sind dann wohl die ersten schritte.

  10. so, hab das jetzt mit den kolleginnen diskutiert. die sind alle für kindergartenpflicht, halten das aber in anbetracht der realität für eher abstrakt. aber als demokrat bin ich jetzt auch dafür :-)

  11. Aber in dem LEserInnenbrief hat doch niemand sich gegen “kinder-de-Eltern-wegnehmen” gesprochen. Sondern einen anderen Punkt angemerkt, den ich in der Debatte sehr wichtig finde: WElche Rolle haben wir von einer Frau in unserer Gesellschaft? Beziehungsweise richtig gedacht: Von Menschen mit Kindern in unserer Gesellschaft: Alles outsourcen oder eben Karriere zurückstellen (Mann wie Frau) und mit Kind spielen etc. Teilzeiteltern, teilzeitjob, teilzeitkindergarten. So ein Modell sollte Akzeptanz finden und das ändern wir aber nicht durch eine Kindergartenpflicht ab drei. Dafür braucht es ein Kindergartenrecht, Elterngeld in ein höheres Alter (nicht nur die ersten zwei Jahre) etc. Und vor allem mehr Akzeptanz untereinander was Kinder angeht.
    Naja. Das nur am Rande
    Frohe Ostern!

  12. Hallo Niels,

    danke für diesen Kommentar! – Mir geht es allmählich ziemlich auf die Nerven, dass gerade Frauen dafür plädieren, ihre Kinder doch lieber ‘zu Hause’ zu erziehen. Die Kinder bleiben ja ‘zu Hause’, auch wenn sie tagsüber ein paar Stunden mit anderen spielen. Wer hat denn heutzutage noch mehr als ein oder zwei Kinder??? Die Superreichen vielleicht, die leisten sich soviele Kinder, wie ihre Frauen bei guter Gesundheit bekommen können.

    Ja, Kinder sind was herrliches, hätt’ ich auch gern mehr davon gehabt, aber die Umstände, die sind eben nicht immer danach. Ich habe nur ein Kind, ein Einzelkind also. Mit meiner Tochter war ich schon in einer Krabbelgruppe, als sie gerade ein halbes Jahr alt war. Ein Kind will unter Kinder!!! Das ist das grösste, was es gibt und so ist es bei meiner Tochter heute noch. Und das Ehrenamt für Frauen? Mensch, ich und meine berufstätigen Brüder beneiden meine gutsituierte Schwester heiss, die nicht arbeiten muss, ihre drei Kinder grossgezogen hat(mit Kindergarten, freiwillig allerdings) und sich nun all ihren Hobbies und Ehrenämtern nach Herzenslust widmen kann!

    Sie hat jede Menge Freundinnen dadurch gewonnen, während andere Mütter im Alter alleine zu Hause sitzen, sich die Finger wundputzen und ihre Kinder unerbittlich in die Pflicht nehmen, sich um ‘sie zu kümmern’ – da sie ja sonst niemanden haben und auch niemanden wollen.

    Wozu ist die Familie, die sie so fürsorglich(Kontrollzwang) aufgezogen haben, denn schliesslich da!?! – Dass aber sämtliche ‘Kinder’ inzwischen wer-weiss-wo wohnen, halt da wo sie studiert haben und nicht ‘mal eben so’ vorbeikommen können, das haben diese Mütter überhaupt nicht auf ihrer Rechnung. Der Kontrollzwang, das Aneinanderklammern und das krampfhafte Aufrecherhalten eines Familienbildes, das seine Berechtigung hatte, als noch drei Generationen unter einem Dach lebten, geht weiter… Für mich ist das der blanke Horror.

    Bärbel

  13. wenn die staatliche kinderbetreuung so toll ist, soll man sie einfach bedarfsgerecht ausweiten und dann die dinge laufen lassen. wenn sie so toll ist, werden ja schon freiwillig 99,9 % aller kinder dort hin gebracht werden und man braucht keine pflicht.

    wenn ich jemanden verpflichte etwas wahrzunehmen, dann ist es offenbar kein gutes angebot.

  14. Es ist einfach eine Vorverlegung der Schulpflicht um drei Jahre.

    Vermute aber, dass du auch gegen die Schulpflicht bist.

  15. “Ich weiß natürlich, dass es schwierig ist, als Parteivorsitzende kürzerzutreten. Aber es wäre vielleicht gut für dich, Claudia, wenn du etwas weniger arbeiten würdest. Ich meine sogar, man kann nur dann gute Politik machen, wenn man auch ein Privatleben hat.”

    Ich meine sogar, die GRÜNEN können nur dann gute Politik machen, wenn Claudia Roth nur noch ihr Privatleben hat.

    Ceterum Censeo Claudia Roth esse delendam! :-)

    Frohe Ostern!

  16. “schoene Zaehne-und zwar in jedem Alter”, koestlich diese Regression

  17. Wer hat denn heutzutage noch mehr als ein oder zwei Kinder??? Die Superreichen vielleicht, die leisten sich soviele Kinder, wie ihre Frauen bei guter Gesundheit bekommen können.

    Klingt komisch, ich kenne einige Familien mit 4+ Kindern und keine davon ist “superreich”. Vllt. kenne ich aber auch einfach die falschen Leute – ist es wirklich so, dass die Anzahl der Kinder dermaßen vom Einkommen abhängt ?