Julia Seeliger
  • WAZ über mich

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    6. December 2006 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    In der WAZ findet sich ein freundlicher Artikel, der die bisherige Presse-Resonanz auf meine Wahl kritisch beleuchtet.

    Mit mildem Spott sind die meisten Portraits über die “grüne Pippi Langstrumpf” gewürzt, die Verfasser würdigen ihr Schuhwerk (robust), ihre Strumpfhose (löchrig) und ihren Rock (kurz!). Fast vorwurfsvoll wird vermerkt, dass sie jung und hübsch ist.

    Auch der heutige BILD-Artikel wird kritisch hinterfragt:

    Umso lustvoller beleuchtet der Boulevard nun ihre vermeintlich abgründigen Forderungen. “Diese Grüne will die Ehe abschaffen”, warnt etwa “Bild” mit Bezug auf ein Papier der Grünen Jugend, das Seeliger mitgetragen habe. “Monogamie ist keine Lösung”, hieß es da, und weiter: “Viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen: Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex.” Na und? “Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment””, reimte man schon 1968, da war Seeliger noch nicht mal geboren.

    Es geht mir ja gar nicht darum, dass alle Menschen meine Wahl frenetisch beklatschen; jedoch tut solcherlei Ausgleich wirklich mal gut.


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27 Responses to “WAZ über mich”

  1. kopf hoch. und durchhalten . frauen strait.

  2. Sehr schön auf den Punkt gebracht. Und die nette Anspielung auf Joschkas bürgerliche PraktikantIN,hehe… Super!

  3. “grüne Pippi Langstrumpf”, wenn man in Punkt Kompetenz nicht austeilen kann, muß eben der Kleidungsstil herhalten. Aber egal, mir gefällts.

  4. “Pippi Langstrumpf” sagt mehr aus als nur etwas über die Kleidung und trifft ja durchaus zu.

    Außerdem war Julia vielleicht nicht zufällig SPUNK-Redakteurin 😉

  5. Die Presse mal wieder… Ist das eigentlich immer schon so gewesen dass (einige) Journalisten ihre persöhnliche Inkompetenz in der “kritischen Auseinandersetzung” mit Dingen, die längst zur Norm gehören, zur Schau stellen?

    Dumm nur dass so ein Quatsch überhaupt gelesen und für ernst genommen wird. Was leben wir doch in einer armen Gesellschaft!

  6. Pippi Langstrumpf ist die Heldin meiner Kindheit, und “Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt” einer der wichtigsten Leitsätze meines Lebens. Insofern: es gibt schlimmere Vergleiche. :)

  7. Liebe Julia,

    wohl zu viel gekifft in der Jugend? Oder?

  8. Simone Kretschmar

    Bin durch den heutigen Bildartikel hierher gekommen. Ich (26) bin alles andere als altmodisch aber falls Frau Sellinger wirklich dafür ist die Ehe abzuschaffen, weiß ich für mich, dass ich bei der nächsten Wahl garantiert kein grünes Kreuz machen werde. Normalerweise heiratet man freiwillig und weiß, worauf man sich einlässt. Jeder Mensch sollte für sich selbst entscheiden, ob er diesen wichtigen Schritt gehen möchte oder nicht.

    Zu diesen Zauberpilzen und dem Recht auf Selbstbestimmung dem eigenen Körper Dinge zuführen zu dürfen kann ich nur sagen, vielleicht sollten wir Heroin und Kokain freiverkäuflich in Drogerien anbieten.

  9. Frau Kretschmar, Sie haben doch eh noch nie ein Kreuz bei den Grünen gemacht, wenn ich sie recht verstehe? Sie lesen BILD, Sie wissen nicht warum Drogerien “Drogerien” heißen und “diese Zauberpilze” kennen sie wohl auch nur aus der Zeitung. Ihr Koordinatensystem liegt irgendwo im klassischen schwarz-roten Spektrum des Strukturkonservatismus, also tun Sie doch nicht so, als ob Sie jemals überlegt hätten, Grüne zu wählen.

  10. Und du mein lieber Eismann, tu mal nicht so als ob sich Strukturkonservatismus und Grüne heutzutage ausschließen würden. Eher im Gegenteil.

  11. Es wird niemand gezwungen zu heiraten, jeder kann Partner haben, so viele er möchte, dann sollte man es auch tolerieren, wenn jemand nur einen Partner zu haben wünscht! So lange ich mit meiner Art zu leben (verheiratet, zwei Kinder) niemandem schade, will ich leben können, wie ich möchte! Ich mische mich ja auch mit keiner Silbe in das Leben von Frau Seeliger ein! Etwas mehr Toleranz wäre angebracht!

  12. hallo simone,

    ja wir sind durchaus dafür drogen in drogerien – oder wie wir sagen “drogenfachgeschäften” – zu verkaufen. Drogerien heissen nicht umsonst DROGErie, ein Blick ins Geschichtsbuch hilft. mit besten grüßen, ario ebrahimpour mirzaie, grüne jugend

  13. Mein Kommentar: http://tillwe.livejournal.com/72351.html

  14. “Es ist leicht in Berlin kreativ auszusehen. Aber über die Personen, die in Köln bei Brainpool hinter`m Schreibtisch sitzen und am laufenden Band Ideen produzieren müssen, redet kein Mensch.”

    Jörg Thadeusz

  15. Simone Kretschmar

    Hallo lieber Eismann,

    leider muß ich Sie enttäuschen mein Koordinationssystem hat mich 98 sowie 2002 zu den Grünen gebracht. Leider kann ich es Ihnen nicht beweisen, da ich meinen Wahlzettel in die Urne geworfen habe.

    Wir haben mit Sicherheit größere Probleme als die EHE.

    Halten Sie mich eigentlich für doof! Ich hätte auch Alchemistenküche schreiben können. Schade, dass manche Männer wenn Sie keinerlei Argumente vorzuweisen haben immer so zickig werden müssen.

    Im übrigen dürfen Sie mir ruhig glauben, dass ich mich neben der Bild auch noch mit anspruchvoller Lektüre beschäftige und mir “Zauberpilze” und Ihre Wirkstoffe recht gut bekannt sind.

    Wissen Sie ich bin im Allgemeinen gegen jegliche “Berauschung”. Ich glaube es ist schöner auf einer grünen Wiese zu sitzen und das Gras anzuschauen als es zu inhallieren.

    @Ario

    Ich brauch keine Geschichtsbuch meine Allgemeinbildung reicht.:-) Mein Opa würde sagen, dass Sie mit dem Statement ein richtiger Grüner sind und mich verfluchen, weil ich da zweimal mein Kreuz gemacht habe

    @Frau Held

    Schön dass es Gleichgesinnte gibt. Ich wünsche Ihnen für Ihre Ehe alles Gute

  16. Hi Julia,
    bisher hab ichs leider nicht geschafft, dir zu sagen: Riesigen herzlichen Glückwunsch zur Wahl – echt cool! Und lass dich nicht ärgern, aber ich weiß ja, dass du eh nicht kleinzukriegen bist…
    Etwas Ruhe und ne tolle zeit mit den Spitzengrünen (oder denen, die sich dafür halten)
    matthi

  17. Büschen Bewegung tut den allzu satt gewordenen Grünen gut.
    Weiter so!

    Gruß
    Ludwig Tent

  18. @Frau Kretschmar und Frau Held: Die spannende Frage ist ja nicht, ob der Staat es Menschen verbietet, etwas anderes zu tun, als “eigentlich” vorgesehen (also z.B. eben nicht zu heiraten), oder ob der Zwang dazu subtilere Formen annimmt. Wenn jede und jeder soviele Beziehungen und PartnerInnen haben kann, wie er/sie will — aber nur die staatlich registrierte, am besten noch kirchlich gesegnete — Hochzeit zwischen einem (1) Mann und einer (1) Frau auf Lebenszeit mit Steuervorteilen, Bonuspunkten bei der Referendariatsplatzvergabe, Ausländerrecht etc. beglückt wird, wird es eben eine Tendenz dazu geben, staatlich abgesegnet zu heiraten — ob das jetzt das Interesse der Menschen ist oder nicht. Eine tatsächlich freie Entscheidung zwischen verschiedenen Lebensformen findet dagegen eher statt, wenn solche staatlichen Beglückungen für genau eine Lebensform entweder abgeschafft oder auf alle möglichen Formen des Zusammenlebens und Bezogenseins ausgedehnt werden. Das ist doch eigentlich logisch, oder?

  19. @ Herr Westermayer: Grau ist doch alle Theorie! Wir sind beide erwerbstätig, haben außer unseren Kinderfreibeträgen keinerlei steuerliche Vorteile, dafür eine ganze Reihe von Nachteilen, zum Beispiel bei der Rangfolge der Vergabe für einen Kindergartenplatz! Würde einer von uns arbeitslos würde das Einkommen des Ehegatten angerechnet. Ein Single bekommt, wenn er nicht sofort wieder Arbeit findet, nach einiger Zeit Arbeitslosengeld II. Mein Mann bekäme nichts, wenn er eine Frau hat, die verdient. Ist es da wirklich so ungerecht, wenn ich in Lohnsteuerklasse III wechseln kann, da ich ja die Kosten zu tragen habe, die bei einem Alleinstehenden der Staat übernimmt? Es gibt inzwischen auch genug Nachteile der Ehe, und trotzdem würde ich wieder heiraten. Die Einverdiener-Ehe ist schon aufgrund der heutigen Lebenshaltungskosten ein rückläufiges Modell.

  20. Liebe Frau Held — witzigerweise gelten all die beschriebenen Nachteile (z.B. ALG II) auch für mich und meine Freundin, die wir unverheiratet mit Kind zusammenleben. Nur — ein Steuersplitting könnten wir nicht in Anspruch nehmen. Es geht nicht um Ehe vs. Singles. Es geht um “verheiratete Heterosexuelle” und “alle anderen Formen des Zusammenlebens”. Und nur ersteres (und mit ganz vielen Einschränkungen: das verpartnerte Zusammenleben zweier Homosexueller) wird staatlich unterstützt, alles andere wird bezüglich irgendwelcher Nachteile gerne gleichbehandelt, sonst nicht. Wo bleibt da die Freiheit?

  21. Ich finde es gut das die grüne Jugend mal neue frische Ideen in die Diskussion einbringt! Ich werde da halb keine grün wählen da ich schon gelb bin aber eventuell kann man bei uns auch mal eine paar kreative Anträge einbringen, nur so um die Konservativen innerhalb der FDP zuschocken. Ich bin zwar für eine Ehe als Lebensplanung für Zwei Menschen welche sich lieben und es durch eine Eheschließung beweisen möchten, aber ich bin nicht der Meinung das es dafür einen Staat braucht.

    Und da man eine liberalere Drogenpolitik vorschlägt, das kann ich nur unterstützen.

    Nur was die Eingriffe in die wirtschaftliche Freiheit da hoffe nicht ganz erst gemeint ist denn selbst in der Politik haben es Frauen geschafft sich ohne Quote durch zusetzen, wenn sie gut waren (damit meine ich jetzt nicht unbedingt Inhalt da sind viele Männer genauso schlecht – ist ja auch Ansichtssache).
    Denn wenn eine Firma einen besser Qualifizierten nur auf Grund des Geschlechts ablehnt oder nimmt schadet sie sich selbst.

  22. Mal im ernst: Das, was hier vorgeschlagen wurde, ist doch nur die Akzeptanz der gesellschaftlichen Realität. Nicht die des durchschnittlichen Bild-Publikums, aber die für den größten Teil der nach 1970 geborenen urbanen formal hoch gebildeten Bevölkerung.
    Die Grünen sind in ihrer soziokulturellen Verortung wie die FDP halt die Partei der sozialen Gewinner – im Unterschied zur FDP halt die mit dem schlechten Gewissen.

  23. Nun ja, die Grünen wollen doch zu ihren Wurzeln zurückkehren und dazu gehört gemäß Fr. Seeliger die Wiederbelebung der Langhans-Kommune und der gesetzlich gestattete Zugriff auf Drogen.
    Ich betrachte das als ausgesprochen erfreuliche Entwicklung der Grünen und wünsche dieser Partei noch recht viele Julia Seeligers. Möge die Verdrängung real-politischer Themen bei den Grünen weiter wachsen und gedeihen, mögen die wenigen seriösen Politiker der Grünen auch weiterhin durch Girlies, die den gesetzlichen Schutz der Familie aushebeln wollen, ersetzt werden.
    Herzlichen Glückwunsch Bündnis 90/ Die Grünen zu der Wahl von Fr. Julia Seeliger in das angeblich wichtigsten Parteigremium der Grünen. Weiter so!
    Noch schöner kann eine Partei nicht dokumentieren, dass sie mit einem solchen Schmarrn nicht einmal auf die Oppositionsbank gehört.

  24. Eine Anerkennung alternativer Lebensweise schafft die Ehe nicht ab und der Wunsch, mit mehr als einem Partner zusammenzuleben, hat nichts mit 68er-Komunen, in denen die Frauen herumgereicht wurden, zu tun.
    Die Forderungen gelten einfach nur einer öffentlichen und politischen Anerkennung einer schon längst existenten sozialen Realität

  25. @Kurt:

    >Möge die Verdrängung real-politischer Themen bei den Grünen weiter wachsen und gedeihen, mögen die wenigen seriösen Politiker der Grünen auch weiterhin durch Girlies, die den gesetzlichen Schutz der Familie aushebeln wollen, ersetzt werden.

    Was die Drogenpolitik angeht, so fehlt mir ehrlich gesagt die inhaltliche Kompetenz. Aber was die Entwicklung familiärer Lebensformen betrifft, da riskiere ich wenig wenn ich voraussage, daß sie sich noch ganz schön wundern werden. Das Thema ist einfach dran.

    Abgesehen davon, daß die lebenslange ausschließliche Zweierbeziehung in Wirklichkeit eine ziemliche Ausnahme geworden ist und daß heute zu viele Leute versuchen, so zu tun, als würden sie dieser Normvorstellung folgen – in vielleicht 15 Jahren werden vielfältige und bunte Formen des familären Zusammenlebens so alltäglich geworden sein wie es heute eine größere studentische WG ist. Die heutigen Normen werden so miefig und altbacken aussehen, wie es uns heute vorkommt, wenn man liest daß in den Fünfzigern Leute wegen Kuppelei (ehemaliger § 180 StGB) belangt wurden, wenn sie eine Wohnung an ein unverheiratetes Paar vermieteten.

    Und die Herren von der Bild sind etwa so nah am Puls der Zeit, wie Windows 95 gut fürs Internet und Firmennetzwerke ausgestattet war.

    Johannes

  26. Liebe Julia,

    wer hoch steigt, fällt tief – vor allem mit Fußballtrikot und kurzem Rock. Ich wünsche Dir trotzdem eine weiche Landung. Irgendwie mag ich Menschen, die mit ihrem Betreiben genau das Gegenteil erreichen – Danke! *g*

    @ Eismann: Trittbrettfahrer – aber Charakter, was?

    Beste Grüße an alle 68er…

  27. Die Aussagen zu Sexualität und Lebenspartnerschaften sind gut.

    Nur der Rest von dem Antrag der GJ ist ein Rückfall in pseudo-alternative 68er Rhetorik.