Julia Seeliger
  • Bleivergiftungen in Leipzig: Ist die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing noch tragbar?

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    13. November 2007 | Trackback | Internet ausdrucken
    scissors

    Am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass in Leipzig mit Blei versetzte Cannabisprodukte aufgetaucht sind. Die Stadtverwaltung Leipzig hatte am Dienstag eine erste Warnmeldung herausgegeben und von bislang 19 bekannten Fällen schwerer Vergiftungen und einer Einweisung auf die Intensivstation berichtet. Alle Fälle waren auf den Konsum von Cannabis zurückzuführen, das mit Blei gestreckt war.

    Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wird den Vorgang am kommenden Mittwoch in der Bundestags-Fragestunde gegenüber der Bundesregierung ansprechen. Es könnte also passieren, dass das Thema “Gestrecktes Gras” in den kommenden Tagen noch einmal weitergehend diskutiert wird.

    Schon seit langer Zeit warnt der Deutsche Hanf Verband vor den Gefahren durch mit Streckmitteln versetztes Gŕas. Auch die Opposition im Bundestag hatte das “Gestreckte Gras” auf die Tagesordnung gebracht – sowohl Grüne als auch Linkspartei hatten diese Entwicklung in Form von “Kleinen Anfragen” an die Bundesregierung herangetragen. Sogar die diesjährige Hanfparade – Motto “Gib mir 5 – Gegen Gift im Gras” – hatte sich diesem Thema gewidmet. Die Hanfparaden-Forderung “Fünf Hanfpflanzen Eigenbau für alle” hat mein geschätzter Kollege Bene Lux jetzt ebenfalls noch einmal aufgegriffen und damit gleich einen Treffer in der “WELT” gelandet. Der Berliner Kurier berichtete ebenfalls

    Der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux fordert deshalb, dass Berlins Polizei und Gesundheitsbehörden beschlagnahmtes Rauschgift untersuchen, um vor Verunreinigung warnen zu können. Wie der Hanfverband verlangt er, den privaten Anbau weniger Cannabis-Pflanzen zu erlauben, damit die Leute sauberes “Gras” rauchen können.

    Das Thema ist wirklich nicht neu, mit “nichts gewusst” kann sich die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing nicht herausreden – dass die Bundesregierung hier nichts unternimmt und als einzigen Ausweg gegen derartige Vergiftungen Abstinenz empfiehlt, ist ignorant. Erst nach lauten Protesten bei der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erschien auf der Homepage der Drogenbeauftragten ein winziger Hinweis auf Streckmittel in Cannabisprodukten.

    Sabine Bätzing hat offenbar keine Ahnung von den Lebensrealitäten der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. An die vier Millionen Menschen in diesem Land kiffen – all diese sind durch Bätzings Ignoranz gefährdet, durch vergiftetes Gras schwere Gesundheitsschäden zu erleiden! Doch anstatt auf eine moderne, pragmatische und problemorientierte Drogenpolitik zu setzen, regiert im Bundesgesundheitsministerium weiterhin Ideologie.

    Der Sprecher des Deutschen Hanf Verbandes, Georg Wurth, erhebt deswegen schwere Vorwürfe gegen Bätzing: Er macht die Drogenbeauftragte mitverantwortlich für die jetzt in Leipzig aufgetretenen Bleivergiftungen.

    “Wenn die Drogenbeauftragte schnell und konsequent auf unsere Hinweise reagiert hätte, hätten die Vergiftungen in Leipzig vermutlich verhindert werden können. Eine massive öffentliche Warnung vor Streckmitteln wäre notwendig gewesen. Bätzing hat als Drogenbeauftragte versagt. Sie ist in ihrer Position auch für die vier Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland zuständig.”

    Das sehe ich auch so – Bätzing muss endlich handeln! Wenn sie weiter untätig bleibt, “wie das Kaninchen auf die Schlange starrt”, wenn Bätzing nicht in der Lage ist, zukunftsfähige Drogenpolitiken zu entwickeln, dann hat sie ihren Job verfehlt und sollte ihren Stuhl lieber einer kompetenteren Person räumen.

    In einem ganz interessanten Artikel auf 20min.ch
    werden auch Tipps für die VerbraucherInnen gegeben:

    Beim Kauf der Ware könne man nicht erkennen, ob Fremdstoffe im Hanf enthalten sind, weiss der Fachmann. «Einzig bei der Zubereitung der Mischung für einen Joint kann man auf unübliche Fremdstoffe achten. Wenn man das Gras zerreibt und dabei beispielsweise glitzernde Partikel findet, sollte auf den Konsum verzichtet werden.


    Einsortiert: andere parteien, drogen, in der presse


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72 Responses to “Bleivergiftungen in Leipzig: Ist die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing noch tragbar?”

  1. Bei Eva Hermann hat deine Rücktrittsforderung ja auch geholfen! Aber wer kommt nach Bätzing?

  2. Sabine Bätzing hat offenbar keine Ahnung von den Lebensrealitäten der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. An die vier Millionen Menschen in diesem Land kiffen – all diese sind durch Bätzings Ignoranz gefährdet, durch vergiftetes Gras schwere Gesundheitsschäden zu erleiden! Doch anstatt auf eine moderne, pragmatische und problemorientierte Drogenpolitik zu setzen, regiert im Bundesgesundheitsministerium weiterhin Ideologie.

    Mit Verlaub, aber diese Argumentation hinkt doch sehr. Zuallererst sind die Kiffer durch diejenigen Pusher, die ihnen verbleites Gras andrehen gefaehrtdet, sodann durch sich selbst – zumindest dann, wenn sie wider besseren Wissens nicht gewillt sind, ihren Konsum voruebergehend auszusetzen. Da kann an zunaechst (bis auf weiteres) eben nur sagen: selbst Schuld.

    Auch der (nicht naeher nachgewiesene) Umstand, dass (trotz geltender Verbote) 4 Millionen Menschen in Deutschland kiffen ist als Argument untauglich. Es wuerde ja auch niemand auf die Idee kommen, Gesetze gegen Diebstahl nur deswegen abzuschaffen, weil jeder zweite Deutsche sowieso schonmal was geklaut hat.

    Bitte beachten: die Kritik gilt der Argumentation, und wird hoffentlich nicht als Apologie der bestehenden Gesetzgebung (miss-)verstanden.

    Das Kernproblem in diesem Land ist m.E., dass man allen Lippenbekenntnissen zum Trotz, die Mehrzahl seiner Buerger offenbar fuer “unmuendig” oder nicht zur Freiheit befaehigt ansieht oder doch dargestellt sehen moechte.

    Die kranke Drogenpolitik ist dafuer ein Beispiel, die sogenannte Sozialgesetzzgebung a la Hartz ein anderes.

    Kurz gesagt: immer wenn sie mit Har(t)z konfrontiert werden, sind deutsche Regierungen offenbar unzurechnungsfaehig.

  3. Du bist also für Abstinenz, oder was? Die Dealer sind schuld? Oder gar die vier Millionen Kiffer, die “so blöd” sind, sich das gestreckte Gras zu kaufen?

    Bätzing als Drogenbeauftragte sollte mal zur Kenntnis nehmen, dass es diese vier Millionen Menschen gibt, und dass diese durch Bätzings – und die der Bundesregierung – Politik schwere gesundheitliche Schäden riskieren. Das kann doch so nicht hingenommen werden. Dass es ewig dauerte, bis auf dem Webauftritt der Drogenbeauftragten auch nur ein kleiner Warnhinweis erschien, spricht Bände.

    Ich bin überdies der Meinung, dass mittelfristig nur eine Politik der Legalisierung zukunftsfähig ist. Damit wäre auch der Aspekt der “bösen Dealer” und der “dummen Kiffer, die sich gestrecktes Gras kaufen” von selbst erledigt.

  4. […] .. Das Thema ist also nicht neu, von ‘nichts gewusst’ kann nicht die Rede sein – dass die Bundesregierung hier nichts unternimmt und als einzigen Ausweg gegen derartige Vergiftungen Abstinenz empfiehlt, ist ignorant. Sabine Bätzing muss endlich handeln! Wenn sie weiter untätig bleibt, wie das Kaninchen auf die Schlange starrt, wenn Bätzing nicht in der Lage ist, zukunftsfähige Drogenpolitiken zu entwickeln, dann hat sie ihren Job verfehlt und sollte ihren Stuhl lieber einer kompetenteren Person räumen.” .. […]

  5. Du bist also für Abstinenz, oder was? Die Dealer sind schuld? Oder gar die vier Millionen Kiffer, die “so blöd” sind, sich das gestreckte Gras zu kaufen?

    Den Hinweis nicht gelesen? Ich bin fuer Legalisierung aller Drogen und zwar schon deswegen, weil es einfach absurd ist ein (staatliches) gemeinwesen auf den so oft beschworenen “muendigen Buerger” zu gruenden und ihm dann bei jeder Gelegenheit vorzuschreiben, was er sich antun darf und was nicht. Dass eine solche Legalisierung mit dem Schutz juristisch (noch) Unmuendiger einhergehen muss, steht dabei ausser Frage, man darf also nicht etwa Heroin am Automaten um die Ecke beziehen koennen.

    Im uebrigen – ich schrob es bereits an anderer Stelle: Kiffen find ich doof (Saufen und und koksen uebrigens auch) und darum habe ich eben kein Problem damit abstinent zu leben – gerade dieser Umstand aber ermoeglicht mir mich fuer die Legalisierung auszusprechen, ich glaube an die Macht der Vernunft, so man ihr nur eine Chance liesse sich zu entfalten, auch wenn die Unvernuft der Macht solcher Entfaltung stets Steine in den Weg legen wollen wird.

    Mit bleifreien Gruessen

    das doofwie

  6. Der Kommentar 2 um 11:36 hat bereits die meisten Argumente gebracht, die mir auch einfielen. Ich denke darüber hinaus folgendes: Ich persönlich zähle Cannabis zu den abhängig machenden Drogen wie auch Alkohol und Nikotin. Welchen Abhängigen hat seine Sucht noch an keinem Morgen angekotzt? Aus diesem Grunde sollte Cannabis vor dem Gesetz ähnlich behandelt werden wie die bisher legalen Drogen. Allerdings sollten Alkohl und Nikotin auch ähnlich stigmatisiert werden wie Cannabis. Wohlgemerkt: die Droge, nicht der Abhängige.

    So, wenn wir so weit wären, dann wäre natürlich eine Bundesregierung auch verpflichtet (und zwar nicht nur moralisch), solcher menschenverachtenden Murkserei wie dieser hochgiftigen Streckung nachzugehen und Einhalt zu gebieten. Das war ja bei der Glykolpanscherei im Wein auch möglich und würde jederzeit wieder geschehen.

    Solange nun allerdings Cannabis keine legale Droge ist (ich bin bzgl. der Gesetzeslage nicht fit, konkret: welcher Unterschied da zwischen Besitz und Handel gemacht wird und welche Mengengrenzen existieren), ist eine Warnung vor Blei im Gras ähnlich (nicht dasselbe!) wie eine Warnung vor den gesundheitlichen Gefahren im Umgang mit TNT für Bombenbastler. Natürlich: Die Kiffer legen es nicht darauf an, andere zu schädigen; das ist mir schon klar – insofern lasse ich mir Geschmacklosigkeit bei diesem Vergleich vorwerfen. Aber wenn wir Einigkeit darüber erzielen, dass Kiffen gesundheitsschädlich ist und dass daraus resultierende oder dadurch begünstigte Krankheiten – von Verwerfungen im sozialen Umfeld und Beschaffungskriminalität einmal ganz abgesehen – eine Behandlung erfordern, die sicherlich vielfach unzureichend ist, aber der Allgemeinheit dennoch Kosten verursacht (beim Tabak und beim Alkohol lassen die sich ja sogar beziffern, und das sind abenteuerliche Zahlen), dann kann sich der Kiffer nicht auf das Statement zurückziehen, seine Abhängigkeit sei ausschließlich seine Privatsache.

    Um es ganz klar zu sagen: Ich bin für die Legalisierung von Cannabis – obwohl ich nur schokoladensüchtig bin. Aber die Kritik an diesem Drogenkonsum kommt mir hier eindeutig zu kurz. Kiffen resultiert m.E. größtenteils aus sozialen Problemen (damit meine ich nicht Armutsprobleme) – von diesem Aspekt habe ich hier noch überhaupt nichts gelesen -, und es verursacht vielfältigen Schaden. Hier klingt mir das immer nach: Wir wollen doch alle bloß fröhlich sein.

  7. Ich modifiziere die PM ein bisschen und gebe sie dann bei uns heraus; Bätzing ist bei uns Abgeordnete aus RLP

  8. Kein Problem – ist dir gestattet!

    :)

  9. an stephan g. /

    es gibt menschen , da kann dieses land und diverses personal froh sein, dass sich die menschen dämpfen! Is doch eigentlich klasse: soma auf freiwilliger bassis gegen das evtl durchdrehen ob der herschenden (umstände und “gegebenheiten” sowie div. “alternativlosen pol. entscheidungen) durchdrehen.

    mehr werde ich ob der herschenden (umstände in sache4n datenschutz nicht sagen)

    außer: …merkt ihr was?
    also ich hab noch ‘ne ecke ecke alltäglicher Kommunikation in der ach so bösen DDR kennengelernt…und…merkt ihr was?

    mfg: ich&ich&es

  10. ich entschuldige die rechtschreibung…
    birnensaft in der tastatur!

    mfg: ich&die Tastatur

  11. ich entschuldige die rechtschreibung…
    birnensaft in der tastatur!

    .. und deshalb keinen Saft mehr in der Birne, wa?

    😉

  12. @09: Tut mir Leid, aber das habe ich nicht verstanden. Vielleicht geht’s irgendwann noch mal klarer mit dem Birnensaft an der richtigen Stelle.

  13. h persönlich zähle Cannabis zu den abhängig machenden Drogen wie auch Alkohol und Nikotin. Welchen Abhängigen hat seine Sucht noch an keinem Morgen angekotzt?

    Das kann dir egal sein. Und versuch mal, irgendeine taugliche Definition von Sucht und Abhängigkeit zu bringen. Das sind Konstrukte, die den freien Willen des Menschen in Abrede stellen.

    Allerdings sollten Alkohl und Nikotin auch ähnlich stigmatisiert werden wie Cannabis. Wohlgemerkt: die Droge, nicht der Abhängige.

    Was sagt der Vatikan? Homosexualität ist schlecht, nicht die Homosexuellen?
    Was sagt Schweden? Prostitutione ist schlecht, nicht die Prostituierten.
    Wir sehen ja, was dabei rauskommt.

    Der Staat hat sich aus der individuellen Lebensführung der Menschen rauszuhalten und die ganzen Stigmatisierungen zu unterlassen.

    Aber wenn wir Einigkeit darüber erzielen, dass Kiffen gesundheitsschädlich ist und dass daraus resultierende oder dadurch begünstigte Krankheiten – von Verwerfungen im sozialen Umfeld und Beschaffungskriminalität einmal ganz abgesehen – eine Behandlung erfordern,

    Keine Einigkeit, alles alte Prohibitionisten’argumente’.
    Leute, die ihre sich in Dinge einmischen, die sie nichts angehen, sollten sich behandeln lassen. Fang du schon mal an.

    Bätzing muss endlich handeln!

    Bätzing ist Prohibitionistin. Das einzige Handeln, was ich von ihr noch erleben will, ist ihr Rücktritt.

  14. Das einzige Handeln, was ich von ihr noch erleben will, ist ihr Rücktritt.

    Na, Christoph, ich geh da ja immer konstruktiver ran – im Tenor ist das aber ähnlich, was ich schrieb, wenn du genau nachliest.

    😉

  15. @13 Christoph, deine Polemik ist mir etwas zu aggressiv. Wir werden doch jetzt nicht anfangen und Sucht und Abhängigkeit neu definieren. Willst du etwa behaupten, darüber gäbe es unter Medizinern nicht wenigstens halbwegs einen Konsens?

    Konstrukte, die den freien Willen des Menschen in Abrede stellen, brauche ich nicht aufbauen. Das tun die Neurowissenschaftler der Gegenwart bereits. Ich habe jetzt nicht lange gesucht, aber lies dir doch mal spaßeshalber die 10…15 Zeilen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Wille#Hirnforschung durch. Das braucht nicht viel Zeit, auch wenn es dich wohl nicht überzeugen wird. Oder ein bisschen ausführlicher hier: http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/;art300,2188949

    Was sagt der Vatikan? Homosexualität ist schlecht, nicht die Homosexuellen?

    Bin ich der Vatikan? Habe ich jemals gutgeheißen, was er tut und sagt? Habe ich mich jemals abfällig über Homosexuelle geäußert? Wogegen also argumentierst du hier?

    Was sagt Schweden? Prostitutione ist schlecht, nicht die Prostituierten.

    Was kommt denn dabei raus? Ich kenne mich in Schweden nicht so aus. Erzähl‘s mir. Ich bin interessiert.

    Der Staat hat sich aus der individuellen Lebensführung der Menschen rauszuhalten und die ganzen Stigmatisierungen zu unterlassen.

    Gehört denn die Gesundheitsvorsorge ebenso wie die Versorgung Kranker auch zur individuellen Lebensführung? Sieh es doch bloß mal probehalber aus der Sicht eines privaten Krankenversicherers (ich bin in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert). Wenn da ein Extremsportler ankäme, z.B. ein Apnoetaucher oder ein Freeclimber, dann würden die in ihren Tabellen nachgucken und würden sagen: Kaputte Trommelfelle, gebrochene Knochen… oh je, das gibt saftige Sätze – ganz einfach aus dem Grund, weil diese Leute einiges riskieren. Natürlich gibt es in allen Extremsportarten auch Leute, die sich gründlich vorbereiten, denen deshalb fast nie was passiert, aber es gibt eben genügend andere, die das nicht tun, und über die freuen sich höchstens die Rentenversicherer. Und genauso ist das mit Leuten, die Drogen nehmen, also irgendwas, auf das die meisten Organe des menschlichen Körpers nicht gerade freundlich reagieren.

    Wenn nun also jemand ein Schädigungspotenzial auf seine körperliche Veranlagung – für die niemand etwas kann und die darum auch nicht Grundlage einer Risikoeinstufung sein sollte – oben draufpackt und dann zu einer gesetzlichen, also gewissermaßen staatlichen Krankenversicherung geht, dann tut er eben genau nicht das, was du forderst. Oder?

    Keine Einigkeit, alles alte Prohibitionisten’argumente’.

    Findest du es da nicht erstaunlich, dass ich für die Liberalisierung bin?

    Leute, die ihre sich in Dinge einmischen, die sie nichts angehen, sollten sich behandeln lassen. Fang du schon mal an.

    Gesetzgebung geht mich was an. Das hat was mit Demokratie zu tun. Deine „Argumentation“ ist einfach nur unten.

  16. Die meisten Leute werden wegen der Prohibition krank. Dreckiges Heroin, keine Drogenberatung, keine vernünftige Präventionsarbeit.

  17. Die meisten Leute sind schon krank ehe sie sich den ersten Schuss setzen (oder sich das erste Mal ins Koma saufen). Das Verbot bestimmter Substanzen ist nur ein Aspekt krankmachender gesellschaftlicher Verhaeltnisse und ich moechte stark bezweifeln, dass es ein wirklich wesentlicher Aspekt ist …

  18. Die meisten Leute werden wegen der Prohibition krank. Dreckiges Heroin, keine Drogenberatung, keine vernünftige Präventionsarbeit.

    Zustimmung, dass Verunreinigungen ein enormes Schädigungspotenzial haben, vielleicht sogar das größere gegenüber der reinen Droge. Zustimmung, dass Drogenberatung wichtig ist (ob ausreichend, kann ich nicht beurteilen). Noch mehr Zustimmung, dass Präventionsarbeit wichtig ist, denn Arbeit mit Drogenabhängigen ist Nachsorge, lediglich Symptomdämpfung. Das Kind ist dann eigentlich schon in den Brunnen gefallen.

    Aber zum ersten Satz, insbesondere dem Wörtchen “meisten” muss ich sagen: quod erat demonstrandum. Wie kannst du dir da sicher sein, also aus welchen Quellen speist sich deine Gewissheit?

  19. Wir werden doch jetzt nicht anfangen und Sucht und Abhängigkeit neu definieren. Willst du etwa behaupten, darüber gäbe es unter Medizinern nicht wenigstens halbwegs einen Konsens?

    Genau dies. Lies mal:
    http://www.netzwerk-rauchen.de/documents/050130.pdf
    Und wenn viele Mediziner ein Interesse haben, Personen tendenziell als krank zu definieren, die nicht krank sind, ist das deren (illegitimes) Eigeninteresse.

    Konstrukte, die den freien Willen des Menschen in Abrede stellen, brauche ich nicht aufbauen. Das tun die Neurowissenschaftler der Gegenwart bereits.

    Dass das Denken und Handeln der Menschen in Form chemischer, biologischer, physikalischer usw. Prozesse abläuft ist klar. Der freie Wille ist ja keine Seele.
    Das ändert aber nichts daran, dass die Entscheidungen letztlich im Inneren des einzelnen Menschen gefällt werden.

    Habe ich mich jemals abfällig über Homosexuelle geäußert? Wogegen also argumentierst du hier?

    Gegen die verlogene Behauptung, man könne gegen Drogen, Homosexualität, Prostitution etc. sein, ohne auch etwas gegen die entsprechenden Menschen zu haben.

    Ich kenne mich in Schweden nicht so aus. Erzähl‘s mir. Ich bin interessiert.

    Die Verfolgung der Prohibition verschlechtert die Lage der Prostitutierten, was aber verleugnet wird.

    Gehört denn die Gesundheitsvorsorge ebenso wie die Versorgung Kranker auch zur individuellen Lebensführung?

    Sofern es das Individuum betrifft, ja. Zumal sonst quasi gar nichts mehr Privatsache bliebe.
    Krankenversorgung wiederum ist im Grunde semi-öffentlich organisiert (zu teuer und zu schlecht), das ist etwas anderes.

    Sieh es doch bloß mal probehalber aus der Sicht eines privaten Krankenversicherers

    Das ist aber ein völlig anderes Modell als das einer solidarischen öffentlichen Krankenversicherung, in der jeder nach Kräften einzahlt und nach Bedarf Leistungen erhält.
    Also entweder ganz privatisieren oder Nanny-isierung über Krankenkassen sein lassen.

    Und genauso ist das mit Leuten, die Drogen nehmen, also irgendwas, auf das die meisten Organe des menschlichen Körpers nicht gerade freundlich reagieren.

    Organe sind nicht (un)freundlich. Die Organe deiner Mitmenschen gehen dich nichts an. Und die Behauptung, Drogen seien ungesund, ist fehlgeleitete Ideologie. Julia hat recht: die Prohibition macht krank.

    Findest du es da nicht erstaunlich, dass ich für die Liberalisierung bin?

    Nein, es gibt die Art von Leuten, die eine Legalisierung missbrauchen wollen, um mehr Kontrolle über andere Menschen zu gewinnen, auch bei den Grünen. Die sehen die Legalisierung nur als eine geschicktere Regulierungstaktik.

    Gesetzgebung geht mich was an. Das hat was mit Demokratie zu tun.

    Umso wichtiger, dass Gesetzgebung an Ketten gelegt wird, die stark genug sind.

  20. Christoph, darauf ließe sich das eine oder andere erwidern, aber es ist mir einfach zu blöd, mich mit jemandem auszutauschen, der mir Verlogenheit unterstellt. Du solltest wirklich an deinen Manieren arbeiten.

  21. die verlogene Behauptung, man könne gegen Drogen, Homosexualität, Prostitution etc. sein, ohne auch etwas gegen die entsprechenden Menschen zu haben.

    Duemmer gehts nimmer. Wenn dem so waere, dann koennte auch niemandt Vegetarier sein, ohne was gehen Fleischesser zu haben, muesste als Saeufer alle Abstinenzler zu hassen, und als nicht Schwuler prinzipell was ogegen alle Heten haben usw. …

    Was die Gesundheit angeht: die ist aufs Ganze gesehen ohnehin eher eine Art Ausnahmezustand (oder ein Ideal). Im Uebrigen gilt schon seit Paracelsus: “Die Dosis macht das Gift.”

  22. aber es ist mir einfach zu blöd, mich mit jemandem auszutauschen, der mir Verlogenheit unterstellt. Du solltest wirklich an deinen Manieren arbeiten.

    Entweder du sagst etwas zur Sache oder du hältst dein Mundwerk.
    Ich hatte ja auch dein
    “Deine ‘Argumentation’ ist einfach nur unten.”
    höflich ignoriert.

    Duemmer gehts nimmer. Wenn dem so waere, dann koennte auch niemandt Vegetarier sein, ohne was gehen Fleischesser zu haben, muesste als Saeufer alle Abstinenzler zu hassen, und als nicht Schwuler prinzipell was ogegen alle Heten haben usw. …

    Nein, weil schwul sein nicht heißt, etwas gegen Heterosexualität zu haben. Ich habe z.B. nichts gegen Kaffee, trinken ihn aber nicht.

    Trotzdem geht der Punkt an dich. Ich hatte es missverständlich formuliert. Gemeint war statt “dagegen sein”: “für die Bekämpfung von …sein”.
    Hoffe, die Unklarheiten sind beseitig.

  23. Rauchverbot für den Bürger und Freigabe von Cannabis für die Kiffer und jungen Wähler der Grünen. Fällt euch gar nichts vernünftiges mehr ein?

  24. Nein,

    ich bin nicht für Rauchverbote.

    Und es ist ja wohl ein Skandal, dass junge und alte KifferInnen dreckiges Gras rauchen müssen, weil die Bundesregierung zu blöd ist anzuerkennen, dass es vier millionen KifferInnen in der BRD gibt, die allesamt keinerlei Verbraucherschutz genießen.

    Die Bundesregierung setzt, wie eine kleine Anfrage der Grünen ergab, ausschließlich auf Abstinenz. Na Super!

    Übrigens dürfte sogar in diesem Blog deutlich werden, dass die Grünen sich für weitaus mehr Themen als nur fürs Kiffen einsetzen. Wer das nicht sehen will, ist selbst schuld.

  25. @24: Kein Kiffer muss dreckiges Gras rauchen, denn kein Mensch muss kiffen.

    Und ich will nicht hoffen, dass die Grünen sich fürs Kiffen einsetzen.

  26. […] eine Überraschung, SPIEGEL ONLINE hat mal wieder aufgedeckt. Schäden verursacht hierbei vor allem das gerade hochaktuell debattierte “gestreckte Gras”. Verdampfter Klebstoff macht sich nicht so gut in der […]

  27. @ 25: schon klar… und keinE GemüseesserIn muss bspw. Genmais (oder teilweise von Genmais mitbestäubten Mais) essen… weil er/sie sich ja dafür entscheiden kann, einfach keinen Mais mehr zu essen… und ich als Fahrradfahrer brauche auch keine Atemwegsprobleme durch Autoabgase mehr in Kauf nehmen, denn ob ich atme oder nicht ist ja auch meine freie Entscheidung…

  28. Stephan Geue,

    Kein Kiffer muss dreckiges Gras rauchen, denn kein Mensch muss kiffen.

    Ihre Abstinenzforderungen mögen für ihr persönliches Leben okay sein. Ich finde aber, dass staatliche Gesundheits- und Drogenpolitik nicht bis ins Wohnzimmer gehen darf.

    Sind Sie auch dafür, Wein zu verbieten? Nein, das sind Sie nicht. Sind Sie dafür, dass es okay ist, Wein mit Glykol zu panschen? Das scheint mir so.

  29. Wenn schon nichts legalisiert wird, dann brauchen wir wenigstens Drug Checking! Für alle psychoaktiven Substanzen! Denn erst, wenn der einzelne Konsument die Risiken abschätzen kann, die er mit dem Konsum einer Substanz eingeht, ist eine sinnvolle und vor allem glaubwürdige Diskussion über sie möglich.

    siehe auch: http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/chemie/pm_drugchecking_jetzt.html

    Solange der offizielle Standpunkt ist: ich bin der Staat, ich habe diese und diese Substanzen einfach mal verboten, weil ich die Risiken irgendwie nicht abschätzen kann (da bisher größtenteils noch unersforscht) und ein enormer politischer Druck aus Amerika besteht (siehe Harry J. Anslinger). Auf der anderen Seite erlaube ich einfach mal diese und diese Sustanz, obwohl ich genau weiß, dass sie gesundheitsschädlich sind, aber ich kann damit eine Menge Geld verdienen. Deshalb sind die einfach mal erlaubt.

    Also: solange ein Staat geld- und ideologieorientierte Drogenpolitik betreibt, die auf halbwissenschaftlichem Wissen beruht, oder gar teilweise auf komplett unwissenschaftlichen Gründen fusst, kann er weder ernstgenommen werden, noch kann er ernsthaft verlangen, dass die von ihm dahingehend aufgestellten Regelungen und Gesetze eingehalten werden… Denn wenn der Fakt, dass der Großteil der Menschen die eine Substanz konsumieren, mit ihr klarkommen und keine negativen Effekte durch sie im Leben erleiden, einfach dadurch negiert wird, dass gesagt wird: wir haben die Substanz illegalisiert, also hat sie auch keiner zu konsumieren… und wir müssen die Leute auch nicht über sie aufklären, denn sie ist ja verboten, also soll sie nicht konsumiert werden… also sind alle Konsumenten dieser Substanz für die konsum- und illegalitätsbedingten Nebenwirkungen selbst zuständig… welcher Staat, der solch eine Drogenpolitik fährt, soll denn dann diesbezüglich bitte noch ernstgenommen werden???

    Drogenpolitik unter Sabine Bätzing, genau wie unter ihrer Vorgängerin Marion Caspers-Merk usw. ist reine Gesellschaftspolitik ohne rationellen medizinischen, psychologischen und pädagogischen Hintergrund!

    Wenn in Substanzverbotsverfahren, wie bspw. letztens dem von Salvia Divinorum (siehe: http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/news/newssalvia.html) dem von der Bundesregierung eingeladenen Experten zur Substanz (einem Pharmazieprofessor) von dem Ausschuss wortwörtlich entgegengehalten wird: “Jaja, Moment, jetzt mal Halt mit ihren pharmakologischen Ausführungen! Ob eine Substanz eine Droge ist oder nicht, entscheiden in diesem Land immernoch Juristen und keine Pharmazeuten!”, wie missverständlich sind die Hintergründe der Drogenpolitik einer Bundesregierung dann noch???

  30. Und es ist ja wohl ein Skandal, dass junge und alte KifferInnen dreckiges Gras rauchen müssen, weil die Bundesregierung zu blöd ist anzuerkennen, dass es vier millionen KifferInnen in der BRD gibt, die allesamt keinerlei Verbraucherschutz genießen.

    Nein, das ist kein Skandal. Auch wenn der Besitz geringer Mengen straffrei bleibt, sind Gras und Shit deswegen noch lange keine ganz “normalen” Konsumgueter. Und wenn die “staatliche Gesundheits- und Drogenpolitik nicht bis ins Wohnzimmer gehen darf”, was zum Teufel hat dann der staatliche Verbraucherschutz dort zu suchen?

  31. @27 + @28:
    Leute, bleibt mal sachlich. Ich habe mich hier bereits mehrfach für die Liberalisierung ausgesprochen. Also dreht mir nicht das Wort im Mund um. Aber eine Liberalisierung ist weder automatisch ein staatliches (und strafgesetzbuchbewehrtes) Reinheitsgebot für Gras (es gibt hier genügend Stimmen, die immer wieder fordern, dass der Staat sich aus allem möglichen heraushalten soll, also warum nicht konsequenterweise auch dort?) noch gar eine Bereitstellungsgarantie (so wie Autofahrers Lebenszeitgarantie auf billiges Benzin).

    Das Argument mit dem Mais hat insofern was, als ich natürlich argumentieren könnte: “Solange es nur irgendwas zwischen die Kiemen gibt, das sauber und unkontaminiert ist, muss es euch reichen, und der Rest kann ruhig GVO und bleigestreckt sein.” So argumentiere ich natürlich nicht. Aber meine persönliche Ansicht ist, dass man Kiffen nicht zum Leben braucht. Mann muss es nicht haben. Man kann es wollen, man kann auch irgendwann davon abhängig sein – unter der Annahme eines geschwächten freien Willens -, aber es ist nicht unabdingbar. Dagegen richtete sich meine Kritik.

    Das Argument mit dem Fahrradfahren hat nichts, denn Atmen muss der Mensch, auch ich (ebenfalls Radfahrer).

    Julia, lokalisiere doch mal… Entschuldigung, wir sind offenbar beim “Sie” gelandet… lokalisieren Sie doch mal bitte, wo ich Abstinenz gefordert habe. Und selbst wenn: L’état – c’est ne pas moi. Die Stelle, an der ich Verbote gefordert habe, bitte auch gleich markieren. Und die Folgerung, wieso ich es okay finde, Wein zu panschen, hätte ich außerdem gern noch.

  32. Fast vergessen: Fuer Legalisierung einzutreten bedeutet noch lange nicht auch den Konsum propagieren zu muessen. Bei Dir liebe Julia scheint es sich freilich umgekehrt zu verhalten: weil Du den Konsum propagierst, bist Du fuer die Legalisierung – deswegen reichen Dir auch “kleine Schritte” (z.B. fuenf Pflanzen legal fuer jeden) und ich moechte wetten, wenn sich Dein persoenliches Beduerfnis durch solche “kleinen Schritte” hinreichend befriedigen laesst, dann ist das Thema im Uebrigen als ein politisches fuer Dich gestorben.

  33. Auch wenn der Besitz geringer Mengen straffrei bleibt, sind Gras und Shit deswegen noch lange keine ganz “normalen” Konsumgueter. Und wenn die “staatliche Gesundheits- und Drogenpolitik nicht bis ins Wohnzimmer gehen darf”, was zum Teufel hat dann der staatliche Verbraucherschutz dort zu suchen?

    Äh nun,

    das sind zwei Paar Schuhe. Ich teile die hier geäußerte Fundamental-Staatskritik nicht. Der Staat hat zB für öffentliche Güter, Transparenz und fairen Wettbewerb zu sorgen. Verbraucherschutz ist nichts anderes als “für fairen Wettbewerb sorgen”.

    Es ist aber nicht Staats-Aufgabe, Leute von einer möglichen Selbstschädigung abzuhalten oder gar sie dafür zu bestrafen, dass sie Substanzen bei sich führen, mit denen sich sich bei unsachgemäßem Konsum selbstschädigen.

    Damit ein solcher Staat Realität wird, tun einige Gesetzesänderungen not. So sollten Drogen legalisiert werden und in Drogenfachgeschäften verkauft werden – ausschließlich dort. Nur so kann der schwarze Markt gebändigt werden!

    Auch andere Stoffe – wie beispielsweise Arzneimittel – sind keine “normalen” Konsumgüter. Hier gibt es ebenfalls Regeln, wie der Handel gestaltet wird. Ich sehe da kein Problem und würde mir für die Drogenlegalisierung ähnliches vorstellen.

  34. @Stephan Geue

    Ich ziehe das “Sie” im allgemeinen vor. Aber wenn es dir wichtig ist:

    Kennst Du Dich wirklich mit dem Thema gut aus? Hast Du vielleicht schon das eine oder andere Buch zu dem Thema gelesen – oder sind das Mutmaßungen über die Lebensrealitäten von Menschen, die am Freitagabend mal nen Joint rauchen?

    Anders kann ich mit Deine Gleichung Drogen = Sucht nicht erklären. Schon mal was von “Genusskonsum” gehört? Beispiel: Rotwein vs. Korn.

  35. @ 30: Was macht Cannabis denn Deiner Meinung nach zu einem “anormalen” Konsumgut? Was verstehst Du darunter und was macht es Deiner Meinung nach weniger “normal” als andere “normale” Konsumgüter? Und was sind überhaupt “normale” und “anormale” Konsumgüter???

    “…was zum Teufel hat dann der staatliche Verbraucherschutz dort zu suchen?”

    Das musst Du wissen. Wieso sollte er eigentlich überhaupt was im Wohnzimmer zu suchen haben? Verbraucherschutz hat dort etwas zu suchen, wo Konsumgüter hergestellt, verpackt, transportiert und verkauft werden… Im Wohnzimmer hat er gar nichts zu suchen, wenn ich ihn nicht rufe… Im Wohnzimmer beginnt meine Freiheit, mit dem von mir erworbenen Produkt zu machen, was ich für richtig halte… Oder möchte irgendjemand beim Sex einen staatlichen Prüfer reinlassen, der nur mal sichergehen will, dass das Kondom auch hält??? Verbraucherschutz ist ausserhalb der Privatsphäre zuständig und innerhalb derselben, wenn er gerufen werden sollte… Gleiches gilt für die Gesundheits- und Drogenpolitik… (Natürlich nur, solange mein Verhalten keine Gefahrensituationen für andere Menschen bedingt…)

  36. Arzneimittel sind insofern “normale” Konsumgueter, als sie legal sind. Aber fuer etwas, das es eigentlich (im Handel) gar nicht geben darf, eine Qualitaetssicherung zu fordern ist schlicht absurd. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten achen.

    Du schreibst:

    Es ist aber nicht Staats-Aufgabe, Leute von einer möglichen Selbstschädigung abzuhalten oder gar sie dafür zu bestrafen, dass sie Substanzen bei sich führen, mit denen sich sich bei unsachgemäßem Konsum selbstschädigen.

    und verlangst gleichzeitig, dass er “schuetzend” eingreift?

    Leg mal lieber den Joint weg …

  37. Fuer Legalisierung einzutreten bedeutet noch lange nicht auch den Konsum propagieren zu muessen. Bei Dir liebe Julia scheint es sich freilich umgekehrt zu verhalten: weil Du den Konsum propagierst, bist Du fuer die Legalisierung – deswegen reichen Dir auch “kleine Schritte” (z.B. fuenf Pflanzen legal fuer jeden) und ich moechte wetten, wenn sich Dein persoenliches Beduerfnis durch solche “kleinen Schritte” hinreichend befriedigen laesst, dann ist das Thema im Uebrigen als ein politisches fuer Dich gestorben.

    Nunja, wir haben uns für die vergangene Hanfparade für dieses Thema entschieden, weil wir mal was realpolitisches machen wollten. Ich sehe, dass diese Forderung ganz gut läuft, und dass man auch mit einer derart realpolitischen Forderung ganz gut Politik und Presse machen kann, wie das Beispiel Bene zeigt. Natürlich bin ich für die Legalisierung, ganz einfach, weil die Prohibition unendlich viel Leid auf der Welt produziert, von den Amis, die mit Flugzeugen Gift auf die Coca-Felder streuen, ohne die Einwohner zu warnen, über Junkies, die dreckiges Heroin spritzen müssen, bis hin zu CannabiskonsumentInnen, die wegen Blei im Gras auf die Intensivstation müssen.

    Das Strafrecht ist zur Eindämmung von Drogenkonsum nicht geeignet – das ist inzwischen klar. Nächstes Jahr wollte die UNO eigentlich alle Drogen auf der Welt ausgerottet haben, das Gegenteil ist der Fall – immer mehr Drogen werden weltweit produziert. In der Bundesrepublik Deutschland werden die Repressionskosten auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt.

    Deine Unterstellung empfinde ich als unverschämt und verlange eine Entschuldigung. Sie entbehrt zudem jeglicher Grundlage: Warum soll ich gärtnern, wenn ich auch kaufen kann?

  38. Aber fuer etwas, das es eigentlich (im Handel) gar nicht geben darf,

    Deswegen Legalisierung. Raff es, auch wenn du doof_wie_ne_hupe bist.

  39. Entschuldigung – wofuer? Welche Unterstellung? EIn Zitat koennte hilfreich sein. Im Uebrigen hast Du Deine m.E. recht widerspruechliche Argumentation wohl selbst zu verantworten.

    Du schreibst:

    Das Strafrecht ist zur Eindämmung von Drogenkonsum nicht geeignet

    Warum? Du bist doch im Grunde genommen gar nicht fuer die Eindaemmung des Konsums – oder doch, oder was?

  40. @ 36: Ich glaube hier läuft verständnismäßig was falsch! Wer will denn hier, dass der Staat eingreift? Der Staat hat schon eingegriffen, indem er Drug Checking verboten hat! Dadurch ist es allen Leuten verboten, die der Öffentlichkeit gerne anbieten möchten: “Komm her, bring ein paar Krümel Deiner Substanz mit, ich teste es und sage Dir was drin war…”. Das darf in Deutschland durch dieses Verbot rechtlich niemand, ausser Apotheker… (und die haben vom Apothekerverband die Richtlinie bekommen, dass bloss nicht zu machen!!!)

    Der Staat verbietet somit die Substanz und behindert Möglichkeiten, in gesundem Maße damit umgehen zu können. Das läßt doch schon tief blicken… so Marke: Ich habs verboten, also sollen die dies trotzdem nehmen mal schön mit ihre Nebenwirkungen selber klar kommen…

  41. @34: Okay, ich geb’s auf. Ein paar letzte Statements:

    Ich ziehe das “Sie” im allgemeinen vor.

    Ich habe zwar für meine letzte Bitte um Entschuldigung kein Pardon erhalten, aber das liegt ja auch in Ihrem Ermessen. Auch für das dreiste Duzen bitte ich nun um Entschuldigung.

    Aber wenn es dir wichtig ist:

    Im Allgemeinen sieze ich Leute in Ihrem Alter, aber im Web habe ich andere Gepflogenheiten kennen gelernt. Tut mir Leid, dass ich diese ungefragt auf Sie übertragen habe.

    Kennst Du Dich wirklich mit dem Thema gut aus?

    Sicherlich nicht, wenn ich nicht exakt dieselben Bücher dazu gelesen habe wie Sie.

    Hast Du vielleicht schon das eine oder andere Buch zu dem Thema gelesen

    Das eine: Jean Liedloff: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. – Kein dezidiertes Drogenbuch, aber mit einigen interessanten Exkursen dazu.

    Aber ich kann auch selber denken, womit ich nicht behaupten will, dass alles weltwahr und objektiv richtig ist, was dabei herauskommt.

    … oder sind das Mutmaßungen über die Lebensrealitäten von Menschen, die am Freitagabend mal nen Joint rauchen?

    A) Mich beschäftigt die Frage, was Menschen dazu treibt, am Freitagabend mal nen Joint zu rauchen. Aber die ist in der Tat nicht dringend, denn B) Es gibt jede Menge Leute, die das nicht nur am Freitagabend tun, sondern deutlich häufiger. Welche Entwicklung haben die durchlaufen, welche Ursachen standen am Anfang, und welche Faktoren haben schließlich zu einer Konsummenge geführt, bei dem die Menge das Gift macht?

    Anders kann ich mit Deine Gleichung Drogen = Sucht nicht erklären.

    Quellenangabe! Dass sogar Sie so massiv zu Unterstellungen neigen, motiviert mich zum Abschied. Ich lasse Sie in Ruhe. Sie werden mich gewiss nicht vermissen.

  42. Mir ist es egal, ob der Konsum eingedämmt wird oder nicht, wenn die Probleme mit Drogen eingedämmt werden. Wenn keine Probleme auftreten, dann gibt es auch keinen Grund, den Konsum einzudämmen.

    Wie das Beispiel Niederlande zeigt, geht mit einer Entkriminalierung mitnichten die KonsumentInnenzahl nach oben – in den Niederlanden kifft ein niedrigerer Bevölkerungsanteil (also: relative Zahlen!) als in der Bundesrepublik Deutschland.

    Ich bin für die Legalisierung von Drogen in Drogenfachgeschäften, denn ich will, dass der unkontrollierte Schwarze Markt, in dem keinerlei Verbraucher- und Jugendschutz möglich ist, in dem keine Steuern gezahlt werden, endlich gezähmt wird. Ich will, dass der Mainstream in der Bevölkerung rafft, dass “Drogen” nicht automatisch Tod, Verelendung und sozialen Abstieg bedeuten muss, sondern dass diese Erscheinungen vor allem auf Grund der Drogenprohibition auftreten.

    Zusammenfassung: Ich bin für eine Gesellschaft, in der undogmatisch und sachlich über Drogen gesprochen wird. Das wäre ein Fortschritt, jetzt ist das alles dämonisiert.

    Die Entschuldigung verlange ich für die Unterstellung, dass ich aus Eigennutz 5 Pflanzen Eigenanbau fordern würde. Warum sollte ich dies?

    Wie die meisten Menschen in diesem Land wissen, ist Cannabis trotz Verbot doch recht gut verfügbar. Wenn ich möchte, kann ich mir welches kaufen. Und “Gärtnern statt einkaufen”, das werde ich nicht machen, wenn dann 5 Pflanzen Eigenanbau legalisiert wären. Ich würde es nicht mögen, wenn mein ganzes Zimmer nach Marihuana riechen würde.

  43. “Genusskonsum” gehört? Beispiel: Rotwein vs. Korn.

    Da lauert die Falle “guter” vs. “schlechter” Konsum. Davon halte ich gar nichts. Zumal ich sehr selten Korn trinke, noch seltener als Rotwein 😉

  44. (Warum landen eigentlich alle Leute, die über ein Thema diskutieren, obwohl sie wenig Ahnung davon zu habe scheinen, am Ende immer bei einer Diskussion über Form und Sprachton???)

    Naja… Ansonsten würde es einige Leute hier schonmal bereichern, wenn sie sich die Statistiken der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht mal anschauen würden: http://www.emcdda.europa.eu/attachements.cfm/att_520_DE_pb02_de.pdf

    Die sind auf jeden Fall nicht irgendwer… und aus ihren Statistiken geht eindeutig hervor, dass die BRD

    1. Den allergrößten Anteil ihres drogenbezogenen Staatsbudgets für die Strafverfolgung ausgibt und einen demgegenüber verschwindend geringen Anteil für die Drogenhilfe.

    2. Mehr als die Hälfte der zur Anzeige gekommenen Drogendelikte wegen Drogenkonsum oder -besitz vorgenommen werden, und der viel geringere Anteil wegen Drogenhandel, -verkehr und -herstellung.

    3. Der Anteil an Cannabiskonsumenten bei allen Anzeigen wegen Drogenkonsum oder -besitz bei genau der Hälfte liegt.

    Zieht mal alle selber Schlüsse daraus, worauf die Drogenpolitik der Bundesregierung ausgerichtet ist!
    (Bitte auch diejenigen, die so wichtig sind, dass sie ohne förmliche Ansprachen nicht gewillt sind zu diskutieren…)

  45. Ach Christoph,

    zwischen harten und weichen Konsummustern sollte man schon unterscheiden. Denn da können sich Menschen in Situationen bringen, aus denen sie nicht mehr alleine herauskommen. Das kann ein Kiffer sein, der jeden Morgen erstmal ne Bong raucht, oder eine Alkoholikerin oder Tablettensüchtige, und genauso manche KonsumentInnen so genannter “Harter Drogen”, der sprichwörtliche Junkie am Bahnhof. Auf der anderen Seite gibt es aber viele Menschen, die mit genau diesen Substanzen sehr gut klarkommen. Und es gibt auch Leute, die ein produktives, erfülltes und glückliches Leben führen, obwohl sie jeden Morgen Bong rauchen oder Sekt trinken. Ich denke aber, dass die in der Minderheit sind, deswegen würde ich die Konsummusterbetrachtung vorziehen, diese erlaubt eine genauere Beschreibung der Realität als die Substanzbetrachtung.

    Zwischen “harten” und “weichen” Substanzen zu unterscheiden (also zB zwischen Alkohol als “weiche” Droge, was aufgrund der Probleme, die durch Alkohol verursacht werden, im Grunde ein Hohn ist, und Heroin als “harter” Droge) gilt unter WissenschaftlerInnen als überholt. Dennoch machen die meisten Leute, die über Drogen sprechen, immer noch genau diesen Denkfehler.

    Man sollte wirklich lieber von “harten” und “weichen” Konsummustern sprechen – das trifft die Realität weitaus genauer.

    Und eine kleine Präzisierung meines Korn-Wein-Beispiels: Man kann auch Rotwein “hart” konsumieren und Korn “weich”. Aber schon allein die Alkoholkonzentration macht es – gerade für ungeübte AlkoholkonsumentInnen, also diejenigen mit weniger Drogenkompetenz – schwierig, die geeignete Dosierung zu finden.

  46. Hallo??? Was is denn “guter” vs. “böser” Konsum (besser “gefährlichere” und “ungefährlichere” Konsumform, denn nicht die Substanz ist gefährlich, sondern die Art und Weise wie man sie zu sich nimmt…) für eine Falle??? Versteh ich nicht. Man kann doch alles mögliche auf gefährliche, extrem gesundheitsschädliche Art und Weise konsumieren und auch auf weniger gefährliche, weniger oder nicht gesundheitsschädliche Weise. Das wird doch hier wohl hier niemand bestreiten, oder?

    Und, wenn Du nichts von “gutem” oder “bösem” Konsum hältst, was hat das dann bitte damit zu tun, ob Du Korn oder Rotwein trinkst oder nicht??? Also was hat die Existenz unterschiedlicher individueller Konsumformen mit Deinem Alkoholkonsum zu tun???

  47. Die Entschuldigung verlange ich für die Unterstellung, dass ich aus Eigennutz 5 Pflanzen Eigenanbau fordern würde.

    Okay – da ich das nicht unterstellt habe, gibts auch nichts zu entschuldigen. Wenn Du es nicht glaubst, dann lies den beitrag eben noch einmal.

  48. Nocht ist der Kram aber nicht legal und damit wirst auch Du leben muessen.

    Das stört mich persönlich jetzt nicht allzusehr. Aber ich hoff mal, dass bald die Legalisierung kommt, damit könnte man vielen Menschen nämlich ein besseres Leben ermöglichen

    – Kranken, die Cannabis auf Grund ihrer Krankheit benötigen
    – Jugendlichen, die nicht mit ihrem Konsum klarkommen
    – Erwachsenen, die nicht mit ihrem Konsum klarkommen
    – DealerInnen, die könnten nämlich umschulen auf “Drogenfachverkäufer” und endlich ein ordentliches sozialversicherungs- und steuerpflichtiges Beschäftigungsverhältnis eingehen
    – PolizistInnen, die können sich nämlich endlich wieder der Verbrechensbekämpfung widmen
    – und andere

  49. Hallo doofwieniehupe,

    Du hast mir implizit unterstellt, ich würde beim Bloggen kiffen

    Leg mal den Joint weg …

    und würde die Forderung nach 5 Hanfpflanzen aus Eigennutz vorantreiben.

    Bei Dir liebe Julia scheint es sich freilich umgekehrt zu verhalten: weil Du den Konsum propagierst, bist Du fuer die Legalisierung – deswegen reichen Dir auch “kleine Schritte” (z.B. fuenf Pflanzen legal fuer jeden) und ich moechte wetten, wenn sich Dein persoenliches Beduerfnis durch solche “kleinen Schritte” hinreichend befriedigen laesst, dann ist das Thema im Uebrigen als ein politisches fuer Dich gestorben.

    Inhaltich ist hierzu zu sagen, dass wir Legalizer es auch in der grünen Partei sehr schwer haben und dass wir uns oft blöde Sprüche anhören müssen.

    Zweitens aber: Da ich hier schonmal Probleme mit einem Spammer hatte, der sich offensichtlich in mein Blog verliebt hatte und tierisch viel Aufmerksamkeit wollte, bin ich jetzt nicht mehr so locker, was Anwürfe betrifft. Ich hab keine Lust, mich von Fremden in der Anonymität des Netzes beschimpfen zu lassen. Würdest Du das auch im RL machen? Nein, denn ich würde in der Face-to-Face-Diskussion widersprechen, du würdest erkennen, dass du unverschämt warst, und würdest dich entschuldigen.

    Ein vergleichbares Kommunikationsverhalten wie im RL wünsche ich mir auch im Netz. Das steht auch so in den “Regeln”. Deswegen: Entschuldige Dich, oder du bist nicht mehr in diesem Blog erwünscht.

    Übrigens hätten andere Politiker sich an meiner Stelle schon längst entschieden, Typen wie dich als “Spinner” zu ignorieren.

    Denk mal drüber nach.

  50. doofwienehupe

    Ich kann das weder belegen noch entkräften. Hatte den Eindruck, da sich weiter oben einige Ungereimtheiten ergeben hatten.

    Ich machs mir einfach, packe jetzt erstmal Sie in den Spam. Sie geben ja eh eine ungültige Mailadresse an.

  51. @Stephan Geue

    Ich habe zwar für meine letzte Bitte um Entschuldigung kein Pardon erhalten

    in dem Stromberg-Nazi-Filmchen-Thread? Das hab ich schon heute morgen, oder gar gestern, reingepostet. Mal n bisschen aufpassen, was?

    Ich glaub ich mach mein Blog zu. Wenn hier nur noch Leute sind, die analog zu Foren-Trolls sinngemäß “erster” schreiben (ich erkläre das jetzt nicht, entweder ihr versteht es oder nicht), dann hat das auch keinen deliberativen Sinn mehr. Dafür ist mir meine Zeit auch echt zu schade.

    Also, machts noch gut. Ich mach mir dann demnächst mal nen neuen Webauftritt. Ohne Kommentar-Funktion.

  52. @Garlic

    Das verstehe ich jetzt nicht, kritisierst du mein Insistieren auf problematische und unproblematische Konsummuster? Das würde ich aber schon so sehen. Ich will ja nicht Unterschiede machen, ob man Heroin fixt oder snieft, ich will nur gegen Substanzfetischismus argumentieren. Ja, natürlich ist alles individuell, ob es jetzt die Art und Weise ist, wie man auf eine Substanz abfährt, oder ob man jetzt Sachen so oder so konsumieren will. äh, also was meintest du jetzt damit genau?

    Oder geht die Kritik in Richtung Christoph?

  53. Gut – ich bin im Spam. Ich haette hier ohnehin nichts mehr geschrieben. Das trifft mich also wenig. Was ich aber ziemlich schaebig finde ist, dass sie a.) meinen letzten beitrag geloescht haben und mich b.) auch noch verleumden, wohlwissend, dass ich mich gegen diese Verleumdung nicht mehr werde verteidigen koennen. Sie sollten es so gut wissen wie ich: die angegebene mail-Adresse ist gueltig.

  54. hm – da ist wohl das Spam-Filter undicht?

  55. @ Zeitrafferin:

    Ja natürlich, ich hab nicht Deine Argumentation kritisiert. Mein letztes Kommentar ging in Richtung Christoph. Hab mich vielleicht nen bisschen ungenau ausgedrückt, aber es ging mir natürlich um die Bewertung von Substanzkonsum nicht nach Substanz, sondern nach Konsumform, Set & Setting etc.

    Und darum, dass ich seinen Gedankengang nicht verstanden habe. Warum glaubt er nicht an harte und weiche Konsummuster, und begründet das damit, dass er weniger Korn als Rotwein trinkt.

    (Mal abgesehen davon (und etwas off topic) macht es schon einen Unterschied, ob man Heroin fixt oder snieft! Beim fixen kann man sich mit viel eher infizieren und Strecksubstanzen gelangen direkt und komplett in den Blutkreislauf, während beim sniefen nur schleimhautgängige Strecksubstanzen aufgenommen werden.)

  56. Bisher hatte ich immer gehört, dass man das harte Konsummuster Fixen anwendet, wenn man zu wenig Wirkstoff hat, sprich, weil es (durch die Illegalität) zu teuer ist.

  57. Sie sollten es so gut wissen wie ich: die angegebene mail-Adresse ist gueltig.

    Nee, gab ne Fehlermeldung.

    Woanders kann man auch kommentieren, wäre das nicht mal was?

  58. Substanzübergreifend müssen beim “Drogenwissen” der meisten Leute so viele urbane Legenden, Halbwissen und politisch Motiviertes auseinandergefizzelt werden, dass dies für Menschen die objektiv aufklären wollen schon sehr sehr schwierig wird.

    Es bringt ja eigentlich nichts Substanzen von der Gefährlichkeit her gegeneinander abzuwiegen, da ja die Konsumumstände den Großteil der potentiellen Gefärdung ausmachen. Aber an einem Vergleich kann man das Wirken der Konsumumstände beispielhaft prima darfstellen:

    Heroin und Alkohol

    Heroin, die Substanz die als die Geißel der Unterschicht unserer Gesellschaft dargestellt wird, von der man “sofort abhängig wird” und die einen prinzipiell an den Rand des Todes bringen wird, wird von den meisten im völlig falschen Kontext bewertet. Das was Junkies so ungesund leben lässt, dass sie oft schwere körperliche und gesundheitliche Schäden davon tragen ist erst einmal nicht das Heroin, sondern die ganzen Streckstoffe die enthalten sind und horrende Nebenwirkungen verursachen. Desweiteren werden Junkies gesellschaftlich ausgegrenzt und stark strafverfolgt, was psychische, gesundheitlich und soziale Schwierigkeiten immer weiter verstärkt. Die starke körperliche Abhängigkeit, die Heroin bei exzessivem Konsum hervorrufen kann, bedingt wiederum eine so starke Einbindung der Substanz in den Lebensalltag, dass die eigene Kraft oft nicht mehr ausreicht um sich Hilfe zu suchen und in therapeutischem Rahmen seinen Konsum zu überdenken. Dies ginge auch gar nicht, da man in diesem unserem Staate als Junkie nur einen Therapieplatz bekommt, wenn man schon seit 4 Wochen clean ist! (Was das für eine Logik ist, habe ich nie verstanden…) Das ist für viele natürlich schwierig, wenn man 4 Wochen zwischen Entzug und Therapie warten muss.
    Man sieht also: Der Hauptteil der negativen Wirkungen von Heroinkonsum liegt in dessen Illegalisierung begründet. Illegalisierung bedeutet Schwarzmarkt –> gefährliche Streckmittel –> ungesunder Stoff UND –> Strafverfolgung –> Kriminalisierung –> soziale Ausgrenzung –> ungesunde Lebensumstände…

    Wissenschaftlich erwiesen lässt sich nämlich feststellen, dass reines Heroin (ohne Dreck, Medikamente und Chemikalien) für den Körper selbst eigentlich ungefährlich ist. Es ist nämlich den körpereigenen Endorphinen so ähnlich, dass es durch die selben Hormone abgebaut wird und selbst keine gesundheitsschädliche Wirkung auf den Körper hat. Es kann halt “nur” bei exzessivem Konsum stark körperlich abhängig machen. Aber dazu muss man es bereits seit einer Weile konsumiert haben, sodass der Körper langsam aufhört selbst Endorphine herzustellen. Je stärker die körpereigene Endorphinproduktion dann abnimmt, desto stärker braucht man als Ausgleich Heroin. Das ist körperliche Heroinabhängigkeit, die EINZIGE negative Wirkung, die Heroin haben KANN. (Aber wer kriegt schon reines Heroin auf dem Schwarzmarkt? Wenns legal wäre (wie noch vor 50 Jahren) könnte mans beim Apotheker kaufen, dem man vertrauen kann.)

    Auf der anderen Seite steht Alkohol. Die Substanz bei der die meisten Leute der Meinung sind, dass sie damit umgehen können und die schon “nicht so schlimm” oder gar “besser als die anderen Drogen” wäre. (Ehe hier jetzt wieder jemand kommt mit: “Ein Glas Wein am Tag ist nicht schädlich, sondern sogar gesund. Das ist wissenschaftlich erwiesen!”, sei kurz erwähnt, dass es natürlich nicht der Alkohol ist, der gesund ist, sondern einige Bestandteile der Trauben. Und für diesen Effekt kann man ja auch Traubensaft trinken.) Wenn man sich jedoch rein medizinisch mit Alkohol befasst, sieht man, dass er auch in den geringsten Mengen ein direktes Zellgift ist, da Alkohole prima Lösungsmittel für Eiweiße und Fette sind. Das heisst, mit jedem vom Organismus aufgenommenen Tropfen Alkohol wird ein kleines Stück Zellstruktur in Körperzellen zerstört. (Das ist natürlich nicht irreversibel, aber für einige Zellen bei jedem Schluck toxisch. Der Körper hat glücklicherweise die Fähigkeit wieder neue Zellen zu bilden, wenn man nicht zu oft und zu viel trinkt.)

    Aus dem Vergleich der beiden Substanzen lässt sich nicht viel ableiten, da sie sehr unterschiedlcih sind und wirken. Jedoch ließe sich hier mal mit dem Gerücht aufräumen, dass die “harten Drogen” schlimmer sind als die “weichen Drogen”, da Drogen hart oder weich konsumiert werden und es nicht von sich aus sind. Verbote von Substanzen verhindern nicht deren Einnahme, bedingen jedoch negative Einflüsse auf die körperliche, psychische und soziale Gesundheit der Bürger. Denn nur unfreie oder sich gern unterordnende Menschen beachten Regeln die der Staat als Gesetze aufstellt einfach nur deshalb weil es sie gibt. Ein Staat braucht für seine Gesetze immer Verständnis vom Großteil seines Volkes. Eine Art Konsens der Gesellschaft, dass etwas verboten gehört. Ein Konsens kann aber nur unter Menschen bestehen, die sich mit dem betreffenden Thema auskennen. Somit zählt die Meinung von Menschen, die etwas gegen Drogen haben, aber ihre Meinung auf Un-, Halb- oder Falschwissen zurückzuführen ist, zwar statistisch… daher ja die Demokratie. Aber sie zählt nicht wissenschaftlich.

    Dieser Staat hält seine Prohibition nur dadurch aufrecht, dass er möglichst verhindert, dass seine Bürger über die tatsächlichen, wissenschaftlich bewiesenen Wirkungen psychoaktiver Substanzen aufgeklärt werden. Denn, wer am meisten Angst vor der Wirkung einer Substanz hat, wird auch deren Verbot nicht in Frage stellen. Der Staat geht sogar noch einen Schritt weiter und betreibt einfach keine Forschung auf dem Gebiet der psychoaktiven Substanzen. Wie soll er da jemals rausfinden, was sie eigentlich für Wirkungen haben? Sie wurden verboten, also ist der Besitz verboten, also darf sie auch allgemein niemand zu Forschungszwecken untersuchen. Und das würde sich ja auch finanziell für niemanden lohnen, da man mit ihnen kein Geld verdienen kann, denn sie sind ja verboten. Irgendwie dreht sich da die Argumentation im Kreis.

    Dies liegt daran, dass der Staat in unserem Gesellschaftssystem auch politisch gar kein Interesse daran haben kann, dass Menschen psychoaktive Substanzen konsumieren. Denn wer nie welche konsumiert, ist (theoretisch) immer nüchtern und leistungsbereit. Ob der Mensch sich auch mal entspannen kann ist für die Leistungsbereitschaft auch nicht unerheblich, das weiß der Staat auch. Daher sind ja einige Substanzen legal geblieben. Nur die Begründung ist scheinheilig, da die Gesundheit objektiv nicht als Kriterium gelten kann, denn es gibt ja viele illegalisierte Substanzen, die keinerlei Schädigungen hervorrufen können, während einige der gesundheitsschädlichen Substanzen legal bleiben.

    Was sagt uns das alles? Die Prohibition ist wieder mal so eine Form uralter Gesetzgebung, die auf wissenschaftlich längst widerlegten Begründungen beruht, deren Unrichtigkeit zuzugeben der Staat einfach nicht in der Lage ist.

    So erklären sich einem dann auch Projekte, wie das “offizielle Drogenaufklärungsprogramm” der Bätzing Bine (also der BZgA), drugcom.de, die jungen Leuten auf so gut wie alle detailierten Fragen zu einzelnen Substanzen einfach immer Dinge antworten wie: “Tja, da kannst Du eigentlich nichts machen, ausser die nicht mehr nehmen…”! Probierts mal aus! (Warum erwartet die BZgA da eigentlich noch ernstgenommen zu werden, wenn man den Jugendlichen schon ins Gesicht brüllt: “Ich will Dir dazu einfach nix sagen, weil ich meine Du bist zu dumm um mit Deinem eigenen Leben umzugehen.”???

    Egal, wieder mal vom 100en ins 1000te…
    Lest mehr (WISSENSCHAFTLICHE!) Bücher, bevor ihr Substanzen konsumiert und wenn nicht, dann auf jeden Fall bevor ihr Euch eine Meinung zum Thema Drogen leistet!

  59. Nee, gab ne Fehlermeldung.

    War zugespammt.

  60. War zugespammt.

    Ja und? Raus hier, du hast Hausverbot.

    Hättest Dich ja entschuldigen können.

  61. …da hatte se wohl Recht… hier will anscheinend wirklich niemand über Drogenpolitik diskutieren, sondern nur die Bloginhaberin ansagen… naja… dann eben woanders…

  62. hier will anscheinend wirklich niemand über Drogenpolitik diskutieren

    Ich würde schon, nur lohnt sich das zwischen uns beiden kaum, weil die Gemeinsamkeiten zu groß sind 😉

  63. Die Hanfgewächse (Cannabaceae) sind eine Familie der Bedecktsamigen Pflanzen.

    Wichtige Vertreter der Familie sind die beiden Gattungen Hanf (Cannabis) und Hopfen (Humulus). Die Hanfgewächse sind weltweit verbreitet -wiki-

    isses nich paradox???? dieselbe pflanzenfamilie und so ungleich die bewertung. eins is illegal das andere die gefeiertste kulturdroge.

    viele bullen ziehen sich 20 feierabendbiere rein und verprügeln dann familienmitglieder. andere rauchen und tun nix. was is nu schlimmer?

  64. huldigung!

    da haste Dir gut arbeit gemacht das alles mal zusammenzudenken (!) und sogar sehr übersichtlich zusammenzuformulieren (!).

    ich bin beeindruckt und habe eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, einzig vielleicht die betonungen:

    legalisierung aller psychoaktiver substanzen! jetzt!

    drugchecking jetzt!

    bätzing absetzten und durch erfahrene, professionelle expertInnen auf dem sektor psychoaktive substanzen ersetzen (mensch sollte vielleicht langsam mal darüber nachdenken betroffene an diese stelle zu setzten???!!!)!

    und: ich finde es gut das darüber diskutiert wird, schade finde ich das es dazu immer erst so depremierenden anlässen bedarf.

  65. Danke.

    Hoffe, dass durch die Blei-Sache da mal was ins Rollen geraten ist. Wir machen das ja auch nicht, um uns selbst zu bespaßen, sondern, damit sich in der Welt endlich mal was ändert.

    Deswegen – nochmal danke für die Motvation!

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