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	<title>zeitrafferin &#187; umzug</title>
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	<description>Julia Seeliger</description>
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		<title>Ich packe meinen Koffer in Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 15:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Seeliger</dc:creator>
				<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[umzug]]></category>
		<category><![CDATA[verden]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist es wirklich so weit: Ich ziehe aus Berlin weg. Doch halt, nochmal umschauen &#8211; Wie bin ich da eigentlich hingekommen? Wir fahren mit dem Zug &#8230; stundenlang &#8230; &#8230; über Bremen, Braunschweig nach Berlin. Und ein Typ, er hieß Benni, spielte stundenlang dieses monotone Lied von zweifelhafter Schöpfungshöhe auf der Gitarre. Das muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p><!--35048452--></p>
<p>Jetzt ist es wirklich so weit: Ich ziehe aus Berlin weg. Doch halt, nochmal umschauen &#8211; Wie bin ich da eigentlich hingekommen?</p>
<p><em>Wir fahren mit dem Zug &#8230; stundenlang &#8230; </em></p>
<p>&#8230; über Bremen, Braunschweig nach Berlin. Und ein Typ, er hieß Benni, spielte stundenlang dieses monotone Lied von zweifelhafter Schöpfungshöhe auf der Gitarre. Das muss 1996 gewesen sein und wir brauchten für die Strecke Buchholz-Berlin acht Stunden.</p>
<p><span id="more-2221"></span></p>
<p>Jahre später: Braunschweig. Auch mit B, auch schrottig, dafür aber nicht so groß. Gerade hatte ich mein Lehramts-Studium abgebrochen &#8211; ich dachte, ich sei Kindern mit meinem Lebenswandel ein schlechtes Vorbild &#8211; und jobbte beim <a href="http://www.okerwelle.de">Lokalradio</a>. Kurze Zeit später sollte ich nach Bonn ziehen und dort mein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Technikjournalismus#Bonn.2FRhein-Sieg">Technikjournalismus-Studium</a> beginnen. Oder doch Berlin, einfach so? Weil dort riesige Altbauwohnungen in Mitte für tausend Mark zu haben waren? Weil in Berlin so coole Leute wie die von der <a href="http://www.hbk-bs.de/home/">Kunsthochschule Braunschweig</a> wohnten und ständig wieder das Umzugsauto vor <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=Hermannstra%C3%9Fe+2,+38114+Westliches+Ringgebiet,+Braunschweig,+Germany&#038;sll=37.0625,-95.677068&#038;sspn=24.178209,56.25&#038;ie=UTF8&#038;ll=52.276482,10.502543&#038;spn=0.009085,0.027466&#038;t=h&#038;z=15&#038;g=Hermannstra%C3%9Fe+2,+38114+Westliches+Ringgebiet,+Braunschweig,+Germany&#038;iwloc=addr">unserem Haus</a> anrollte, um eine weitere Wohnung 250 Kilometer östlich zu verfrachten? Weil es 2001 eigentlich höchste Zeit war, in Berlin anzukommen, bevor alles vorbei wäre? &#8220;Geh nach Berlin, Julia&#8221;, predigte mir mein damaliger Mitbewohner Ernesto, nachdem er drei Tage in der Hauptstadt verschollen gewesen war, &#8220;In Berlin scheint immer die Sonne&#8221;.</p>
<div id="attachment_2237" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://julia-seeliger.de/wp-content/uploads/2009/01/berlin_himmel.jpg" alt="Himmel über Berlin" title="berlin_himmel" width="580" height="218" class="size-full wp-image-2237" /><p class="wp-caption-text">Himmel über Berlin</p></div>
<p>Die Argumente waren nicht gut genug. Ich zog nach Bonn.</p>
<p>Bonn ist ein Gegenentwurf zu Berlin: Katholisch, pittoresk, bürgerlich. Hier geht man nicht einfach über die Straße, wenn Kinder an der Ampel stehen. Gemächlich zieht es die Schiffe den Rhein herunter, weit reisend vorbei an Burgen und Weinbergen. Der Rhein führt in die Nordsee, nicht nach Berlin. </p>
<p>Berlin war aber immer da. Meine <a href="http://www.fh-brs.de">Fachhochschule</a>: Nur als Tausch für die Hauptstadt errichtet. Ministerien und deutsche Geschichte, wohin das Auge blickt. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat zwei Medienzentren: Eins in Bonn und eins in Berlin. Beide Orte sind auf der ZDF-Wetterkarte vermerkt. Der ICE verkehrte damals noch im regelmäßigen Pendeltakt zwischen Berlin und Bonn. </p>
<p>Und dann kam die Parteipolitik. Da musste ja Berlin kommen. Es ist immer gleich: Dieses Leuchten in den Augen, wenn sie dann beiläufig erzählen: &#8220;Ich ziehe jetzt auch nach Berlin&#8221;. Das ist wie bei Reinald Grebe (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=v1p0neclHpo">&#8220;Berlin, Hallelujah, Berlin!&#8221;</a>) oder Kaiserbase (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=uga_sPZRF70">&#8220;Berlin, du bist so wunderbar&#8221;</a>). Von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=w9b2j2g42nQ">&#8220;Seeed &#8211; Dickes B&#8221;</a> bin ich ab, auch wenn ich manchmal noch &#8220;Im Sommer tust du gut, im Winter tut&#8217;s weh&#8221; summe. Kaum war ich in den <a href="http://www.gruene-jugend.de/gremien/buvo2004_2005.html">Bundesvorstand der Grünen Jugend</a> gewählt, <em>musste</em> ich <em>nach Berlin</em> ziehen. </p>
<div id="attachment_2239" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://julia-seeliger.de/wp-content/uploads/2009/01/bar25.jpg" alt="Bar25, Berlin" title="bar25" width="580" height="195" class="size-full wp-image-2239" /><p class="wp-caption-text">Die Bar25 - im Mai 2005 erlebte ich dort die Neuwahlankündigung</p></div>
<p>Weil das ja klar ist!</p>
<p>Bewusst wohnte ich mit Nicht-Grünen zusammen &#8211; Mit den Jungs und Mädels aus dem Bundesvorstand verbrachte ich ja schon genug Stunden im Zug. Berlin war für uns BuVos auch die Homebase, die uns gemütlich am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Berlin_Zoologischer_Garten">Zoo</a> empfing, wenn wir von Wochenend-Veranstaltungen zurückkamen. Berlin, wo die BVG Tag und Nacht fährt. Wo die Häuser vielstöckig und die Straßen breit und voller Feinstaub sind.</p>
<p>Und außerdem</p>
<ul>
<li>Ost und West</li>
<li>eine Kultur der Rotzigkeit</li>
<li>Großstadtanonymität</li>
<li>Tanzdemos</li>
<li>&#8220;Freibad Wedding&#8221;</li>
<li>Kottbusser Damm 75 // Quadrate und Spiegel</li>
<li>die Spree</li>
<li>der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Treptower_Park">Treptower Park</a></li>
<li>natürlich auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6rlitzer_Park">der Görli</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahnlinie_1_(Berlin)">die schöne U1</a> mit der Fahrt über die Oberbaumbrücke</li>
<li>rumfahren und rauskucken mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Ringbahn">Ringbahn</a></li>
<li>Der Stadtteil Mitte mit der Bundesgeschäftsstelle &#8211; inklusive Garten, in dem wir im Bundestagswahlsommer nicht campen durften</li>
<li>ein kurzes Intermezzo bei <a href="http://www.newthinking.de">neudenk</a></li>
<li>sündhaft teure Boutiquen, in denen ich niemals einkaufte</li>
<li><a href="http://www.motz-berlin.de/motz-der_Laden.html">Motzladen</a> und <a href="http://www.drk-berlin.de/wedpre/secondhand.htm">Kilo-Laden</a>, die beiden Kumpels</li>
<li>meine WG</li>
</ul>
<p>Jetzt muss ich weg von dir, aus Berlin, wo man an der roten Ampel geht, weil die Leute ihre Kinder selbst erziehen können. Immer in Erinnerung bleiben werden die einzigartigen selbstorganisierten Open-Air-Partys im öffentlichen Raum, auf Plätzen, in Parks und Wäldern &#8211; oh ja, in Berlin, da scheint immer die Sonne!</p>
<p>Bildnachweise </p>
<ul>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/maantas/2236674023/">berlynas, two towers</a>: <a href="http://www.flickr.com/people/maantas/">maantas</a> &#8211; Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de">CC-BY-NC</a> </li>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/timopawelz/2292235264/">summer in berlin at bar25</a>: <a href="http://www.flickr.com/people/timopawelz/">Timo Pawelz</a> &#8211; Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de">CC-BY-NC</a></li>
</ul>
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