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5. July 2010 | Trackback | Internet ausdrucken
Rauchverbot: Die grünen Nannies
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Es macht ja nicht immer Spaß, Mitglied der Grünen zu sein. Zum Beispiel im letzten Jahr, als sich 15 Bundestagsabgeordnete bei der Abstimmung um die Netzsperren enthielten. Ohne zu wissen, worum es eigentlich ging – aber die Kinder, die Kinder!
Jetzt wieder so eine Aktion: In Bayern unterstützte man ein Volksbegehren zum Nichtraucherschutz – dieses war gestern erfolgreich und Bayern bekommt jetzt das härteste Rauchverbotsgesetz Deutschlands. Und der bayerische Landesvorsitzende Dieter Janecek, eigentich ganz nett, aber auch schon durch schwarz-grünes Geflirte, strategisch mangelhafte Initiativen auf dem Bundesparteitag (Rostock) und durch Sympathie für Regionalgeld aufgefallen, twitterte gestern abend
Wenn der #Volksentscheid heute erfolgreich ist, wirds Zeit für konsequenten #Nichtraucherschutz in ganz Deutschland. Auf gehts!
Heute morgen bei Facebook sprach er schon von ganz Europa. Und morgen dann .. nun ja.Inzwischen haben mehrere Landesverbände bzw. Fraktionen der Grünen, unter anderem Rheinland-Pfalz, NRW, Sachsen und Thüringen angekündigt, ebenfalls solche Volksbegehren für totale Rauchverbote anzustoßen oder sich an ihnen zu beteiligen. Das Elend geht also weiter.
Dass man sich bei dem bayerischen Vorbild-Volksbegehren mit Spinnern, die in ihrer quasireligiösen Art mit Abtreibungsgegnern vergleichbar sind, gemein gemacht hat – geschenkt. Man wird sich am Infostand schon verstanden haben, denn man hatte ja das gemeinsame Ziel eines harten Rauchverbotsgesetzes ohne Ausnahmen. Erfolgreich euphemisiert heißt das bei denen ja auch nicht “Rauchverbot” sondern “Nichtraucherschutz”.
Leider sind viele Grüne beim Thema Rauchen so drauf, dass sie schnell schon mal das richtige Maß verlieren. Auch der zuständige Fachpolitiker im Bundestag, der drogenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Harald Terpe. Er (oder sein Büro) twitterte gestern als Antwort auf
@korbinian: nein. ich will clubs und kneipen wo dem hedonismus und der gesundheitsschädigung gefrönt werden darf
@terpeundteam: Dann mußt Du auch Leute gut finden, die mit 200 durch die Fußgängerzone brausen.
Terpe hat diesen Tweet inzwischen gelöscht. Und manchen klingt ja noch Bärbel Höhns ganz einfache Lösung in den Ohren: “ein gesetzliches Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern”.
Die Grünen im Saarland in der ungeliebten Jamaika-Koalition scheinen kein anderes politisches Projekt als den Nichtraucherschutz zu haben, so Max Plenert. Und in Österreich schmieden die Grünen jetzt gar ein Anti-Rauch-Bündnis mit den Rechtspopulisten.
Was sagt uns das?
Eigentlich muss man sich nicht so aufregen. Aber die Tendenz nervt. Wieder mal haben die grünen Nannies zugeschlagen und freuen sich feixend an ihrem verbieterischen Erfolg. Undifferenzierte Vergleiche wie der von Terpe werden gezogen. Bei Twitter fallen hehre Worte von der Freiheit, die dort endet, wo die Freiheit der Anderen berührt ist. Entleert.
Wenn die Grünen sich zum Ziel gesetzt haben, eine Partei der sauberen Umwelt, des sauberen Internet und der sauberen Gesundheit zu sein, dann werden sie für mich langsam unattraktiv. Ich muss mir diese lehrerhafte Arroganz nicht mehr geben. Die Arroganz in der falschen Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen. “Mineralwassertrinkende Grüne” schrieb Jürgen Leinemann in seinem Politiker-Buch “Höhenrausch”. Kontrolle und Selbstdisziplin – grüne Werte?
Dieser ganze Quatsch, den die Nannies da regelmäßig veranstalten, ist nicht durch Beschlüsse auf Bundesebene gedeckt. Bei den Netzsperren nicht, und bei der Anti-Rauch-Intiative auch nicht. Für die Initiativen der Landesparteien eigentlich egal, dennoch gut zu wissen.
Eine Verschwörung der Realo-Spießer (“Achse Janecek-Künast”) dürfte das aber nicht sein. Wäre auch Unsinn, wo ist die Anschlussfähigkeit, andere Parteien sind beim Rauchen ja nicht so radikal. Es ist wohl eher eine tiefsitzende Einstellung des “Ich kann es besser und helfe deinem schwachen Fleisch mit einem Verbot”. Was mehr und mehr nervt.
Viele lustige grüne Spontis sind alt geworden und haben nun Kinder. Und die ehemaligen K-Gruppler haben tendenziell wohl eh weniger Probleme mit Verboten.
Bei grünen Parteitagen wird die Zeit, in der zu Innen- und Rechtsthemen diskutiert wird, übrigens gern für Kaffee- und Raucherpausen genutzt. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer. Etwas mehr Theoriebildung könnte nicht schaden. Nicht nur, aber auch im Innen- und Rechtsbereich.
Buchtipp, untermalt von Musik
- Buch: Juli Zeh – Corpus Delicti (Science Fiction: Gesundheitsdiktatur)
- doctr.com: Die Band Slut und Juli Zeh – Healthy Life Experiment
Einsortiert: demokratie, drogen, staat
Verschlagwortet: bayern, grüne, janecek, nannies, nannys, rauchverbot
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103 Responses to “Rauchverbot: Die grünen Nannies”
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nur weil man selbst zu respektlos und faul ist, um kurz vor die Tür zu gehen …
Nein, das ist nicht der Punkt. Sei doch bitte so nett und lies alle Kommentare, wenn das aus dem Artikel deiner Meinung nach wirklich nicht klar wird. Danke.
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@Boris K
Stimmt, schliesslich definieren sie sinnvoll ist und respektvoll ist, darf ich beim Absteigen vom hohen Ross helfen ? -
Tröstlich zu lesen, dass auch andere zur Zeit an der eigenen Partei leiden. Tröstlicher ist aber für mich, dass bei den Grünen noch längst nicht alle auf dem Nanny-Trip sind. Ich fand den staatskritischen Ansatz, den es früher bei den Grünen gab ganz sympathisch.
Ich habe gestern mit “Nein” gestimmt, obwohl ich selbst nicht rauche, und das nicht aus blinder Gefolgschaft zu meiner Partei (FDP). Eine klein Begründung dazu hatte ich vor einiger Zeit in die Tasten gehauen: http://laszlo-riedl.de/wordpress/?p=159
Klar ist Rauchen schädlich und der Geruch von kaltem Rauch steigert nicht gerade mein Wohlbefinden, aber diese Beeinträchtigung ist für mich auch jetzt schon vermeidbar. Nur weil ich mich ohne Rauch wohler fühle, kann ich Dir dennoch den Spaß gönnen. Man kann momentan selbst in der unterfränkischen Provinz weggehen ohne vollgequalmt zu werden. Weshalb die Nannies es nicht ertragen können, dass es auch ein paar Läden gibt, die für sie einfach nicht gemacht sind, will mir immer noch nicht ins Hirn. -
In deiner Aufzählung hast Du Hessen vergessen, liebe Julia.
http://www.gruene-fraktion-hessen.de/cms/presse/dok/346/346445.volksentscheid_zum_nichtraucherschutz_gr@de.html
Vollkommen richtig, die Forderung von Kordula Schulz-Asche!
Rauchfreie Grüße
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Matthias
Vermeidbar? VERMEIDBAR???
Der Qualm war in der Vergangenheit eben NICHT vermeidbar. Für mich als Kunden nicht, und für Arbeitskräfte in der Gastronomie umso weniger. “Tja, liebe|r , ab 22h mieft es hier ab heute wieder. Halte es aus oder kündige” hieß es anlässlich der Lockerung in viel zu vielen Kneipen und Discos meiner Umgebung.
Die Raucherfraktion hat schon immer laut und deutlich gezeigt, dass sie in der Gesamtheit uneinsichtig ist. Wenn außer der Gesetzeskeule nix hilft, dann muss eben die Gesetzeskeule her.
Ich habe mich vor zwei Jahren tierisch gefreut, ENDLICH mal wieder in eine Disco gehen zu können. Dann wurden plötzlich alle Discos (ja, ALLE) in meiner Umgebung wieder zu Raucherclubs.
Sorry, aber meine Gesundheit toppt die Bequemlichkeit eines Rauchers, seine Sucht hier und jetzt zu befriedigen, ohne ins Raucherzimmer oder ins Freie verschwinden zu müssen oder halt mal eine Stunde ohne auszukommen. Sowas nennt man “Abwägung von Rechtsgütern”.
Ja, mir wäre es auch recht, wenn ich die Wahl zwischen einer verrauchten und einer rauchfreien Disco, Tanzclub, etc.pp. hätte und mit den Füßen abstimmen könnte. Mit dem bestehenden Gesetz habe ich die aber nicht. Und ZuHauseBleiben(Müssen) ist Freiheitsberaubung, aber keine Meinungsäußerung.
Nebenbei bemerkt halte ich das Argument von “wer weiß, was passiert wäre, wenn alle zur Abstimmung gegangen wären” für zutiefst undemokratisch. Wenn es den restlichen 65% der Leute in Bayern egal ist, ob und wie sehr sie zugequalmt werden, dann soll bitteschön die Meinung derer zählen, denen es _nicht_ egal ist.
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Götz
@jseeliger: “Nichtraucherschutz” ist also euphemisierend, “Totales Rauchverbot” aber sachlich richtig und neutral formuliert? Wirklich? Unter “totalen Verboten” verstehe zumindest ich etwas anderes. Etwa eine Listung von Tabak im BtMG, Anlage I.
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Man_kennt_sich
In Zukunft werden dann die, die es sich leisten können, schicke Privatpartys feiern (mit Drogen, Zigaretten und und und). Der Rest wird dann von den Plätzen der Stadt vertrieben (Brüsselerplatz Köln oder Admiralbrücke Berlin).
Tolle neue Welt! Soziale Dimension völlig unterschätzt. Aber sind ja nur die “asozialen Raucher”. So “dumm und ungesund”.
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Matthias
Ach ja: re Bahnhof.
Erstmal ist höchstens der Bahnsteig luftig. Der Rest nicht.
Zweitens: ich stehe am Bahnsteig und warte auf den Zug. Links und rechts (hoffentlich, wir wollen der Bahn ja keinen Konkurs wünschen) ausreichend viele andere Leute. Wenn davon ein Drittel vor sich hin qualmt, dann gibt es KEINEN rauchfreien Platz auf dem gesamten Bahnsteig. Höchstens irgendwo ganz am Ende. Ich kann mich also nicht da hinstellen, wo ich will und wo voraussichtlich mein Wagen hält.
bei
Drittens schafft es der gewöhnliche vor sich hinqualmende Ignorant nach wie vor nicht, seine Kippe in Aschenbecher zu entsorgen. Sorry, aber ich finde überall rumliegende Zigarettenstummel einfach nur eklig.Viertens: Es gibt auf jedem Bahnsteig inzwischen Raucherbereiche. Da stehen die Quarzer alle zusammen, unterhalten sich nett über die bösen ihnen-die-Freiheit-raubenden Nichtraucher, qualmen sich nur gegenseitig zu, und haben den Ascher in Reichweite ohne drei Schritte gehen zu müssen. Und wenn der Wind falsch geht, stelle ich mich als NR einfach auf die andere Seite eines solchen Bereichs.
Damit kann ich leben.
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Alex
Ihr Kommentar enthält nicht einen triftigen Grund, was daran falsch sein könnte, Nichtraucher gesetzlich davor zu schützen, mit stinkendem, krebserregendem Rauch in Kontakt zu kommen.
Stattdessen verlagern Sie – wie viele Raucher – die Diskussion auf eine andere Ebene. Die Grünen verbieten etwas, die Grünen haben sich bei einer anderen Abstimmung mal enthalten, die Grünen verwenden teilweise Ihnen nicht genehme Vergleiche.
Macht man wohl, wenn man in der Sache keine Argumente hat, außer ein vermutlich von der Tabaksucht induziertes Unbehagen daran, dass Ihnen jemand das Frönen Ihres Lasters einschränkt.
Ein Nichtraucherschutzgesetz mit Ausnahmen zu torpedieren, führt zu genereller Nichteinhaltung. In Berlin beispielsweise führte die Einführung von Ausnahmen dazu, dass ich nicht eine einzige nette Kneipe mehr kenne, in der man nicht vollgequarzt wird. Als Nichtraucher bekomme ich davon nen rauhen Hals, Kopfschmerzen, meine Klamotten stinken, die Haare auch, und mit etwas Pech droht mal Lungenkrebs.
Wieso sind Sie der Meinung, dass der Gesetzgeber sich hier nicht schützend vor den Bürger stellen soll? Weil das uncool ist, weil man dann oberlehrerhaft wirkt, weil man dann – so wie Abtreibungsgegner auch – etwas verbietet und so quasireligiös wirkt?
Echt sehr dünne und vor allem sachferne Argumentation… -
[…] Stinke-Raucher sind nun gemaßregelt, fein. Das läuft, die grünen Nannys laufen sich schon warm. Aber was ist mit den Stinke-Schwitzern? Und den Stinke-Parfüm-Verwendern? Und den […]
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jessik
und wenn das rumpelstilzchen noch so laut schreit, rot anläuft und mit dem fuß auf den boden stampft, es hat dadurch nicht mehr oder weniger recht und genausowenig wird sich dadurch die welt ändern.
allein die einbildung, dass die ganze welt bekloppt ist und das arme kleine rumpelstilzchen allein im besitz der endgültigen wahrheit ist, schützt es davor sich in zwei hälften zu zerreißen. -
@Julia: Besten Dank für das Klasse Posting – so macht ätzen richtig Spass!
@Timo S.: Das mit dem “Kante geben” soll ja auch gelegentlich im BuVo vorkommen 😉
In Hamburg sollen jetzt übrigens “Konsumräume” für alkoholabhängige Menschen eingerichtet werden (nach Kieler Vorbild), damit diese nicht mehr an Bus- und U-Bahn-Haltestellen mit der Flasche am Hals rumhängen und das ästhetische Empfinden der arbeitenden Bevölkerung belasten. Wer unangenehm auffällt wird halt vergrämt …
Es wird sicher nicht lange dauern, bis sich die “Nannies” von Rauchern, die sich vor Kneipentüren um die großen Aschenbecher scharen, “belästigt” fühlen und die nächste Vertreibungsdebatte starten werden …
@Jörg Sauskat: Du schreibst “Wir haben Geschwindigkeitsbegrenzungen, Promillegrenzen, Lärmschutzregeln etc.” – Ich denke, wenn genau diese Verbote Gegenstand eines Volksbegehrens würden, dann würde ich nicht darauf wetten, dass dabei so eine Verschärfung herauskäme, wie dies gestern in Bayern geschehen ist. Meiner Ansicht nach ist es nämlich nicht der von dir vorgebrachte Verantwortungsdiskurs für die Mehrzahl der der gestern Abstimmenden ausschlaggebend gewesen, sondern allein das persönliche Gefühl des Belästigtseins!
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[…] zum Thema: Von Kindern, Rauchern und Brettern vorm Kopf Ein Volk Rauchverbot: Die grünen Nannies Warum man rauchen sollte Rauchverbot – ein gefährlicher Sieg der Minderheit Wie Bayerns […]
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[…] in Bayern produziert: Eine im Vorhinein der Abstimmung in der taz erschienene Polemik und einen erläuternden Blogeintrag, in dem sie das Regulierungsgebahren der Befürworter mit sonstigem grünen Nannyverhalten (z.B. […]
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Bissig-liberaler Beifall. Es geht doch 😉
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wetterfrosch
Ah, Danke für die Wasserstandsmeldung. Na mal gut, dass ich schon bei den Netzsperren ausgetreten bin.
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offensichtlichDieMehrheit
Wenn diese und die nachfolgenden Kampagnen dazu führt, dass Rauchen in der Gesellschaft ein Verhalten einer verschwindend kleinen Minderheit wird, dann hat jeder Befürworter mehr für eine lebenswerte Umwelt geleistet, als fast alle Gesetzesinitiativen der Grünen in den letzten 30 Jahren zusammen.
Rauchen hat nun mal den Nachteil, dass es nicht ohne massive Kollateralschaden funktioniert. Und diesen kann ich mich NICHT entziehen. Rauchverbote werden täglich tausendmal unterlaufen – die immens aussergewöhnlich hohen Folgekosten im Gesundheitswesen zahlen alle. Da können sich die Raucherfreunde auch nicht mit noch so dümmlichen Vergleichen rausreden.
Die Toleranz der Raucher geht genau soweit, solange der Nikotinpegel nicht unter einen kritischen Wert fällt.
Er reicht noch nicht mal um den Beschäftigten im Gastrogewerbe körperliche Unversehrtheit zuzugestehen. Naja, die müssen ja auch nicht dort arbeiten. Können ja umschulen (Atomphysik oder so…)Gar nicht schön wie eine Sucht ein Wertesystem auseinanderhebelt.
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Erstmal muss man ja sagen, dass die bisherige Wischi-Waschi-Praxis bei Rauchverboten noch viel schlimmer ist.
Raucherclubs und lauter Ausnahmen, ist das die Alternative? Entweder richtig (ohne Ausnahme) oder eben gar nicht.Daher halte ich die Entscheidung in Bayern vor allem für ein Aufräumen und ein Abschaffen des bisherigen Murks.
Im Übrigen würde auch ich bei einem deratigen Volksentscheid mit JA stimmen. Nicht weil ich den armen Rauchen beim Aufhören helfen möchte, oder den Angestellten in Kneipen etwas gutes tun möchte. Als Ehemaliger stört es mich inzwischen, wenn andere in meiner Nähe Rauchen. Ein knallhartes Rauchverbot würde also einfach das Leben für mich angenehmer machen. Ist zwar ein sehr egoistisch Motiv, aber immer noch besser als den Moralapostel zu spielen.
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[…] Jul Don Alphonso und Julia Seeliger über das Rauchverbot / den Nichtraucherschutz in Bayern. Die Meinungen gehen a bisserl […]
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@Jan Erhardt – D ubeweist wieder einmal die Gültigkeit der folgenden Aussage:
“Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche” (F.W. Bernstein)
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“Die Mehrheit hat nicht im Recht”.
Uih, das ist a) ein seltsames Argument in einer Demokratie und wird üblicherweise immer von denen gebracht, die eine Niederlafge nicht akzeptieren wollen. In einer Demokratie ist dieses Argument ungültig.
b) Es geht hier überhaupt nicht um “Recht haben”. Es geht um Rauchen. Das ist im besten Fall für die Nichtraucher nervig bis im schlimmsten Fall krebsauslösend. Man muss über die Gesundheit nicht diskutieren, es reicht mMn der Nervfaktor völlig aus. Wir bringen auch nicht alle einen eigenen Ghettoblaster mit in die Kneipe, weil uns die Musik nicht gefällt. Manches geht halt nicht, wenn man miteinander leben will.
c) Nichtraucher sind in der Mehrheit. Wahrscheinlich gibt es sogar mehr Ex-Raucher als Raucher. Face it ihr Süchtels: Ihr seid die Minderheit.
d) Niemand verbietet euch das Rauchen. An der freien Luft. Reicht das nicht?
e) Die Diskussion über die rücksichtsvollen Raucher ist genauso bescheuert wie die Diskussion über die rücksichtsvollen Hundebesitzer, deren Hunde die Straße vollkacken. Es interessiert nicht, ob 80, 90 oder 95% davon rücksichtsvoll sind. Es ist der Rest der interessiert. Warum regt sich jemand, der bisher rücksichtsvoll war, auf? Er ist doch eh schon vor die Türe gegangen um zu qualmen. Oder vielleicht doch nicht? Zumindest nicht immer? Meine Beobachtung ist folgende: Es reicht *EINER* der anfängt. In einer normalen Kneipe mit 50 Mann reicht eigentlich einer oder zwei aus, die rauchen. Spätestens bei 4 oder 5 ist der Bann gebrochen und die Luft so verqualmt, dass sich auch normalerweise zurückhaltende Raucher ungeniert die Kippe anzünden. Dann qualmen 15 oder 20 und man kann den nächsten Tag abhaken. Wegen Kopfschmerz gesperrt.
f) Warum verteidigen die 90% vernünftigem (haha) rücksichtsvollen Raucher eigentlich die 10% die permanent qualmen, weil sie sich die Gehirnzellen schon weggequalmt haben? Wir reden hier über vielleicht 5% der Bevölkerung. Die Mehrheit raucht nicht, die große Mehrheit der Raucher kann sich zusammenreissen und eine absolute Minderheit will (muss) immer und überall rauchen wollen.
g) Den Nichtraucherschutz für einen Euphemismus zu halten, ist zwar eine gute Basis um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema zu vermeiden, aber als argumentativer Trick SO BLLLIG, dass es weh tut.
h) Wir reden über 3.300 Tote pro Jahr in Deutschland durch Passivrauchen. Das ist mehr als durch zu schnelles Autofahren. Dann können wir das Tempolimit auch abschaffen. Freie Fahrt für freie Bürger.
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thomas jahn
“Die Mehrheit hat nicht immer Recht”.
Verblüffend, aber das ist wirklich so – gottseidank!
ich bin verwundert, dass soviele hier eine so vereinfachte Sichtweise auf die Demokratie haben ..solange sie Ihnen mal geholfen hat.
Wenn die Mehrheit immer Recht hat, dann sind wir in einer Mehrheitsdiktatur! Minderheiten haben auch Rechte, die schützenswert sind.
Es ist wohl richtig, dass man den Nichtraucherschutz in der Gastronomie viel zu lange ignoriert hat. Was jetzt passiert ist aber nicht besser, wie die frühere Ignoranz der Raucher gegenüber Nichtrauchern. Man könnte durchaus jeden zu seinem Recht kommen lassen ohne Nichtraucher dabei zu gefährden.
Man hat’s nur vielerorts nicht wirklich versucht!
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[…] das Fräulein Seeliger weiterhin so unterhaltsame Analysen schreibt, dann werde ich ihr vielleicht auch irgendwann die niveaulosen Hetzartikel gegen die […]
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Tim
Der Roman von Julie Zeh ist doch wirklich ein unpassendes Bespiel. Wenn es einen Weg in die von Zeh skizzierte Zukunft gäbe, dann sicher nicht über das Nichtraucherschutzgesetz.
Es gibt ein besseren Buchtipp: “The Death of Humane Medicine and the Rise of Coercive Healthism” von Petr Skrabanek.
http://bradtaylor.wordpress.com/2009/06/05/petr-skrabanek-books/
Darin beschreibt der Autor schon 1994 den “Green Healthism”
The disintegration of German society after the Versailles treaty created a fertile ground for ideas of racial purity, physical strength and beauty, and for a ‘natural’ way of life. As Robert Proctor documents in his book Racial Hygiene: Medicine under the Nazis, the early days of Nazi Germany saw the revival of the romantic ideals of health. What Germany needed was a ‘new German science of healing’. Deaths from heart disease and cancer were seen as proof of the failure of orthodox, ‘Jewish’ medicine. A ‘natural’ diet, such as wholegrain bread, was recommended for preventing common diseases.
Alcohol and tobacco were described as ‘racial poisons’ or ‘genetic poisons’. To be healthy was a duty of every responsible German citizen. ‘To be healthy and remain healthy is not just your personal business: to be healthy is your duty’, stated one health promotion journal in 1938. The Green movement contains the seeds of a new totalitarianism, but that does not make it Brown. Its existence merely demonstrates that irrationalism is again rampant, and that ‘return to nature’ can again be exploited for totalitarian ends by not-so-green politicians.
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Lieber Tim,
danke für den Hinweis.Ich muss das erstmal lesen.
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_Flin_
Nichtraucherschutz, da lachen ja die Hühner. Außer in den übelsten Kaschemmen durfte in Bayern sowieso nicht mehr geraucht werden. Insofern hätten da die Nichtraucher auch einfach mal draussen bleiben können. Als Raucher blieb man ja auch in sämtlichen Restaurants vor der Tür, wenn man geraucht hat. Toleranz? Ne, man ist ja im Recht. Und das ist außerdem ungesund.
“Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.” Jetzt auch mit den Grünen.
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_Flin_
Sorry für den Doppelpost, aber die Scheinheiligkeit der Nichtraucher hängt mir zum Halse raus. Nikotin ins Betäubungsmittelgesetz und gut ist. Zigarettenhandel mit Knast bestrafen. Aus Amen. Das wäre konsequent.
Aber dann würden ja die 14,3 Mrd. Euro Tabaksteuer flöten gehen. Und das will man dann doch nicht. Ist immerhin das halbe Kindergeld.
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Liebe Julia,
danke für den ehrlichen Beitrag und die Verlinkung unseres Posts zu Slut/Juli Zeh – Thema Gesundheitsdiktatur passt wie die Faust aufs Auge zu der Debatte – sicherlich zugespitzt, aber man muss ja solche Entscheidungen auch im kantschen Sinne zu Ende denken (Handle so, dass die Maxime deines Handelns… u.s.w.) Was heißt ein solches Verbot also in der Konsequenz? – eben – healthy live accident!
Herzlich, S.
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Fabien
Das schöne an den kommenden totalen Rauchverboten ist doch eines:
Es wird eine neue (Untergrund-)kultur der gemeinsamen Abendgestaltung im Privaten geben.
Das werden dann die wahrhaft attraktiven Events sein, während fanatische Nichtraucher frustriert in der sterli-rauchfreien und demnächst wahrscheinlich auch noch musik-armen (Lärmschutz) Gastronomie sitzen dürfen.
Denn die oftmals sehr unterhaltsamen Raucher müssen sich dann ja andere Wege suchen. Das schlimme ist ja: Einige fanatische Nichtraucher wollen Rauchern und Freunden geradezu verordnen noch an der rauchfreien Gastronomie teilzunehmen, anders sind ihre Forderungen ja nicht zu erklären, denn viele Kneipen würden ja pleite gehen, wenn sie wegblieben.
Ich denke aber es wird eher zu illegalen Raucherclubs im Untergrund/Privatwohnungen etc kommen; das werden dann auch die richtig “coolen” Orte werden, aufgrund ihrer Authentizität/Non-Kommerzialität.
Da werden sicherlich auch einige fanatische Nichtraucher dann hinwollen hehe.
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otomo
Wieso wird eigentlich immer von Mehrheit geredet? In Bayern haben 61% von 38% der Wahlberechtigen für das Rauchverbot gestimmt, oder? Macht bei mir immer noch ca. 23% der Wahlberechtigten, die sich dafür entschieden haben. Dem Rest, also 77% wars offensichtlich EGAL bzw. dagegen!
Das einzige was man aus diesem Quorum für Schlüsse ziehen sollte ist, das ein Volksbegehren mind. 60% Wahlbeteiligung haben muß, bevor es verbindlich wird. Sonst ist es kein Volksbegehren sondern die Diktatur einer gut organisierten Minderheit.
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otomo
Die Nichtraucher sind in Kneipen und Discos in der Regel sowieso die mit dem Stock im Arsch. Um 2 Uhr fangen sie an alle 5 Minuten auf die Uhr zu kucken weil sie sich langweilen.Dann gehen sie nach Hause. Das war dann ein wilder Abend.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich würde gerne motorisierten Verkehr in Städten verbieten, da ich mich als radikaler Fahrradnazi von der Luftverschmutzung gefährdet sehe.
Bratwurstbuden auf Volksfesten sind mir auch ein Dorn im Auge. Die stinken meilenweit.
Los, dafür müßten wir doch wohl 23% zusammentrommeln können!
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[…] @UsualRedAnt twittert “Rauchverbot: Die grünen Nannys” mit Link zu einem Blogpost, der witzigerweise wieder von der eingangs zitierten Julia Seeliger stammt. Und es macht […]
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DieMehrheitHatRecht
Auch heute wieder im Programm…
Die SUPERNOVA des Paff Universums
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Inci
liebe julia seeliger,
danke für den interessanten artikel.
ich persönlich sehe, die “nichtraucherschutzgesetze” (nicht nur in deutschland) als eine art blaupause für weit darüber hinausgehende verbote.
denn die forderungen zur reduzierung (und zum späteren totalverbot) für alkohol bedienen sich der gleichen argumentation wie seinerezeit, als die ersten anstrengungen für rauchverbote in angriff genommen wurden.
mittlerweile fordern anti-alkohol aktivisten bereits einen sem FCTC (Framework Convention Tobacco Control) vergleichbaren und verbindlichen rahmenvertrag. der neue name ist auch schon kreiert = FCAC. aktionspläne auf nationaler basis gibt es schon flächendeckend.
die derzeitigen schulungen in tankstellen (wie verkaufe ich keinen alkohol an jugendliche) sprechen eine beredte sprache für die fortschreitende selbstverblödung. immerhin gibt es in deutschland ganz klare regeln, an wen welche art von alkohol verkauft werden darf. diese regelungen hängen überall dort aus, wo alkohol verkauft wird.
mit schrecken habe ich am montag in der printausgabe des spiegel ein kurzinterview mit ulrike höfken gelesen, in dem sie für die kantinen im bundestag und den ministerien einen “Veggie-Day” pro woche fordert. auf landesebene in berlin sind die grünen schon weiter und fordern das auch schon für schulen und kitas.
der schritt in die gastronomie zu einem verpflichtenden fleischfreien tag ist da nicht weit, oder wie von den hamburger jungen grünen gefordert, ein vegetarisches pflichtgericht für die gesamte gastronomie.
ich denke der kamf gegen die stinkenden fleischfresser wird möglicherweise noch vor dem kampf gegen den alkohol vorgenommen werden.
die diffamierende sprache in foren un blogs(stinkende fleischfresser, leichenfresser, etc.) wird bereits zahlreicher.
liebe julia seeliger, was ich zum ausdruck bringen möchte ist, daß wenn sie ein unbehagen ob des “nannyismus” bei den grünen verspüren, sollten sie sich nicht der illusion hingeben, das system von “innen” ändern zu können.
das ist kritischen menschen schon zweimal in deutschland nicht gelungen.
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Liebe Julia Seeliger,
danke für diesen Artikel. Er trifft das Thema sehr gut. Ich hatte in den letzten Wochen und Monaten häufig Gelegenheit, mich mit Mitgliedern der Grünen und auch der SPD zu unterhalten. Interessant dabei ist, dass dieses Gutmenschentum durchaus nicht alle Grünen/SPDler betrifft. Bei der bayerischen SPD gab es zur Frage, ob man Frankenbergers totales Rauchverbot in der Gastronomie unterstützen soll, keine Abstimmungen, das wurde von der Landes-SPD beschlossen. Auch bei den Grünen lief es nicht überall so glatt. Andersdenkende wurden häufig untergebügelt.
Dies hat ja Theresa Schopper eindrucksvoll bewiesen, in dem sie alle, die sich gegen den Volksentscheid der ÖDP engagierten, als “Vasallen der Tabaklobby” bezeichnete. Ich habe selten einen widerlicheren und verlogeneren Wahlkampf erlebt als den, der gerade in Bayern stattgefunden hat.
Allerdings sieht es momentan so aus, dass weder die GAL noch die SPD in Hamburg die ÖDP bei ihrem dortigen Volksentscheid zum totalen Rauchverbot in den Kneipen unterstützt. Das gibt Anlass zu Hoffnung.
Für mich ist die ganze Sache nicht auf das Rauchverbot beschränkt. Wenn man in der Schweiz die Volksabstimmung zum Minarettverbot ansieht oder in Frankreich das Burka-Verbot, dann erkennt man, dass eine tatsächliche oder künstlich errechnete Mehrheit ihre Meinung einer Minderheit aufzwingt. Das halte ich einer Demokratie für unwürdig.
Und das Geplapper von “Nichtraucherschutz” ist so verlogen wie die ganze Kampagne selbst. Denn wo muss in einer Shisha-Bar ein Nichtraucher “geschützt” werden? Wo muss in einem ausgewiesenen Raucherlokal ein Nichtraucher “geschützt” werden? Auch das gerne benutzte Servicepersonal hat in den allermeisten keine Lust auf diesen Zwangsschutz. Im Gegenteil, die, die in Shisha-Bars, in Zigarrenlounges oder einigen kleinen Kneipen arbeiten, sind ab 1. August arbeitslos.
Am widerlichsten fand ich allerdings die Kampagne “Kinder würden rauchfreie Bierzelte wählen”. Wer Kinder instrumentalisiert und für seine Zwecke missbraucht, gehört für mich in die Reihe der Diktatoren und Totalitaristen, die sich immer gerne mit einem Kindlein im Arm oder an der Hand photographieren ließen und lassen.
Ich gestehe jedem zu, seine Paranoia vor Passivrauch auszuleben. Warum muss dieser Irrsinn aber auf alle anderen Menschen übertragen werden? Diese Haltung erinnert mich fatal an Scientology. Nur glauben die nicht nur an die Passivrauchlüge, sondern in erster Linie an Thetanen. Wobei allerdings beides, die Passivrauch-Paranoia und die Thetanen, nichts weiter als Unsinn ist und nur einem Zweck dient: Die Verbreitung der eigenen Meinung durchzupressen.
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Julia, ich finde, du machst es dir hier zu einfach. Ich tue mich in der Tat auch schwer mit dem Jubel um Bevormundungen, aber klar: auch Poltik zum Schutz der “Volksgesundheit” ist erstens eine grüne Tradition (geht Öko-Partei überhaupt ohne eine Haltung des arroganten “wir wissen es besser und zwingen die anderen notfalls zum Glück”), und zweitens sehe ich beim Thema Rauchverbot in der Tat ein Problem darin, dass es eben nicht nur um die eigene Freiheit geht, sondern immer auch um die Freiheit anderer (wo halt der Rauch hinzieht). Das finde ich hier – im Gegensatz zu anderen politischen Themen, die auf Verhaltensregulierung setzen – ein relativ gutes Argument für ein Verbot von Zigaretten etc. in öffentlich genutzten Räumen. Ob es gut genug ist, um damit stark in die Freiheit der RaucherInnen einzugreifen? Da bin ich mir unsicher.
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dj
Das ist wirklich klares und mutiges Statement gegen diese zeitgemäße Form der Teufelsaustreibung, wie sie heute unter der Flagge des “Nichtraucherschutzes” betrieben wird.
Denn dass es längst nicht mehr um den Schutz von Nichtrauchern geht, sollte spätestens dann klar werden, wenn man die vielen hasserfüllten Statements liest, die den Raucher geradezu zum Untermenschen deklarieren. In dieser Situation ist eine sachliche Diskussion, wie gefährlich Passivrauchen wirklich ist, schon gar nicht mehr möglich. Und dabei wäre diese Diskussion dringend notwendig. Denn obwohl Nichtfachmann auf medizinischem Gebiet, bin ich als Physiker und Ingenieur sehr wohl genug vertraut mit statistischen Verfahren, um mühelos erkennen zu können, dass in den offiziellen Studien zu diesem Thema mit gezinkten Karten gespielt wird. Denn bei diesen Studien werden ja keine Toten GEZÄHLT, sondern aus der Untersuchung von relativ kleinen Fallgruppen, hunderte oder wenige tausende Personen umfassend, mit Hilfe statistischer Methoden ein sogenanntes relatives Risiko BERECHNET. Und alle diese Studien laufen auf ein relatives Risiko von ca. 1,2 beim Passivrauch hinaus, wobei es zur gesicherten Erkenntnis statistischer Methodologie gehört, dass ein Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung erst ab einem relativen Risiko von 2 angenommen werden darf. Wie wenig aussagekräftig diese 1,2 sind, wird deutlich, dass andere Untersuchungen ergeben haben, dass das relative Risiko für regelmäßige Milchtrinker an Lungenkrebs zu erkranken bei 2,3 liegt. Und selbst bei starken Rauchern ist der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung immer noch so schwach, daß 9 von 10 von ihnen eben nicht an einer Erkrankung der Atemwegsorgane sterben.
Im Grunde ist das nicht verwunderlich. Denn jenseits aller Dämonisierung ist das Rauchen chemisch gesehen auch nur ein Verbrennungsvorgang einer getrockneten Pflanze bei einer bestimmten Verbrennungstemperatur und produziert deshalb mehr oder weniger die gleichen Verbrennungsprodukte wie andere Verbrennungsprozesse. Ob das Grillfeuer, das Lagerfeuer, aber auch bei weniger gleichen Ausgangsprodukten wie Diesel, Schweröle etc, immer sind die für die Gesundheit als gefährlich eingestuften Stoffe in den Endprodukten des Verbrennungsprozesses zu finden. Zudem sind sie ebenfalls Ergebnis zahlloser anderer chemisch-industrieller Prozesse. Sich hier einen Verursacher herauszupicken und dann noch den, der wohl in Summe einen eher kleinen Anteil stellt, und dann auch noch zu glauben man hätte der Volksgesundheit einen entscheidenen Dienst erwiesen, ist schon ziemlich realitätsfern.
Ginge es wirklich nur um das Rauchen, so würde man angesichts dieser Gesamtumstände einen Kompromiss finden können mit dem beide Seiten leben könnten. Und Kompromiss heißt, BEIDE Seiten müssen zurückstecken.
Aber warum kommt es nicht dazu, warum Erleben wir diese Exzesse und Treibjagden stattdessen? Und das kann seine Erklärung nur in den gesellschaftlichen Umständen und ihrer Bewegung finden. Eines der Hauptprobleme, die uns die globale Entfesselung des Kapitals hinterlassen hat, ist die Abwanderung weniger qualifizierter Arbeit. Zusammen mit der entsprechenden Gesetzgebung ist dadurch am unteren Rand der arbeitenden Klassen eine beträchtliche Schicht von Armen und Tagelöhnern entstanden, die beinahe jeder vernünftigen Lebensperspektive beraubt sind. Und selbstredend ist das der Ausgangspunkt der Erosion der gesamten Gesellschaft: Krimininalität, Verrohung, Drogen, Ghettobildung, Druck auf das Lohnniveau und der Besitzstände der anderen Teile der arbeitenden Klassen. Hinzu kommen die anderen Probleme einer Gesellschaft unter dem Diktat der Profitmaximierung: die Untergrabung der natürlichen Ressourcen, die Verpestung der Umwelt, Zurückdrängung der Staatsaktivitäten durch privates Kapital bei gleichzeitiger Aufblähung der Bürokratie, wachsende Produktion von Schrott statt Qualität, Banken- und Währungskrisen usw. usf.
Natürlich reagieren alle Klassen und Schichten auf diese Entwicklung gemäß ihrer spezifischen und oft vermeintlichen Interessen. Noch geht es den neuen Mittelklassen, den Lehrern und Staatsbeamten, den Ingenieuren und Wissenschaftlern und sonstigen höheren Angestellten, also der Kernklientel der grünen Partei, recht gut, aber sie verspüren den ernstlichen Druck auf ihre Lebensverhältnisse und die fortschreitende Erosion der Gesellschaft. Noch überdauern die Einfamilienhaussiedlungen in den Speckgürteln relativ unbeschadet, aber sie stehen eben in dieser Welt. Und so wie der Arbeiter spontan in seinem ausländischen Klassengenossen einen Konkurrenten sieht, so wendet sich die Mittelklasse spontan gegen die Verderber ihrer noch halbwegs heilen Welt: Gegen die Atomkraft als Sinnbild einer aus den Fugen geratenen Produktion, gegen den Autofetischismus als Sinnbild sinnloser Verschwendung und gegen den Raucher als Sinnbild für Egoismus und Unverstand. Und ich möchte wetten, dass der Prozentsatz der Befürworter im bayrischen Volksentscheid in den entsprechenden Wohnvierteln besonders hoch ist.
Aber der Kampf gegen Sinnbilder wird nichts ändern, man muss sich den Ursachen der betrüblichen gesellschaftlichen Entwicklungen stellen. Andernfalls kommt nur eine heillose Zerstrittenheit im Volk zustande.
Und wo Zwei sich streiten, da freut sich der Dritte. Und das sind die besitzenden Klassen als Nutznießer der herrschenden Verhältnisse. Wobei wir damit endlich beim Sinn und Zweck der ganzen Kampagne angekommen sind.
Deshalb freut mich besonders, dass es auch bei den Grünen noch Personen gibt, die sich gegen diese Entwicklung stemmen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Standhaftigkeit.
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Joerg Sauskat
Liebe Julia Seeliger,
sehe gerade etwas verspätet, dass Du in der taz einen Kommentar über den Ausgang des bayerischen Volksentscheids zum Nichtraucherschutz geschrieben hast. Darin schreibst Du u.a. “Die Gesundheitsterroristen wollen aber auch wirklich jeden Spaß vermiesen.”
Du wirfst anderen vor, das Maß zu verlieren. In diesem Kommentar verlierst Du aber jegliches Maß. Damit hast Du Dich in meinen Augen selbst komplett aus jeglicher ernsthaften drogenpolitischen Diskussion gekickt. -
Philipp Matern
Liebe Julia,
sehr guter und anregender Artikel, auch der in der taz! Tatsächlich war ich (übrigens absoluter Nichtraucher) lange Zeit für ein radikales Rauchverbot, aber mittlerweile habe ich mich überzeugen lassen. RaucherInnen sollen eine Raucherkneipe bekommen können, wenn sie eine wollen. Diese Freiheit muss möglich sein. Eine vernünftige Ausnahmeregelung damit zu vergleichen, per Auto durch eine Fußgängerzone zu rasen, ist schon unglücklich – warum wurde der Tweet sonst gelöscht?
Zum Nachdenken angeregt hat mich ein anderer Vergleich, den wahrscheinlich auch viele ablehnen würden: Das per Volksabstimmung erreichte Minaretverbot in der Schweiz. Auch hier wird die Freiheit des einen durch die Mehrheit der anderen beschnitten – natürlich in ganz anderer Qualität und ohne den Aspekt, dass Zigarettenrauch für Passivraucher gesundheitsschädlich ist. Es bleibt aber das Argument, dass eine entsprechend gut gelüftete Raucherkneipe als Ausnahmeregelung den Nichtrauchern nicht schaden muss – sie müssen sie ja nicht betreten. Moderne Lüftungssysteme können auch jeden MAK-Wert herstellen, den der Arbeitsschutz verlangt. Vor diesem Hintergrund stünde es uns Grünen gut an, erst mal eine Debatte zu führen bevor das Spitzenpersonal präventiv tätig wird…
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Rauchzeichen…
Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden. Er darf nicht, also sollen die andern auch nicht.* “Aber die Kinder, die Kinder!” Seit Zensursulas Angriff auf die Informationsfreiheit sollten bei Begründungen für Verbot……
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Joerg Sauskat
@Philipp Matern: “Zum Nachdenken angeregt hat mich ein anderer Vergleich, den wahrscheinlich auch viele ablehnen würden: Das per Volksabstimmung erreichte Minaretverbot in der Schweiz. ”
Dieser Vergleich ist – mit Verlaub – Blödsinn. Welches Recht mit Verfassungsrang wird denn bitte durch den Schweizer Volksentscheid durchgesetzt? Das Grundrecht auf eine minarettfreie Zone? Gibt es nicht. Ich bin mir sicher, dass ein solcher Volksentscheid in Deutschland nicht möglich wäre, weil er gegen Artikel 4 des Grundgesetzes (Glaubensfreiheit) verstoßen würde.
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Philipp Matern
Lieber Jörg, ich bin mir selbst ebenfalls sicher, dass ein solcher Volksentscheid wie in der Schweiz in Deutschland juristisch nicht möglich ist. Es ging mir auch überhaupt nicht um die Frage juristischer Machbarkeiten (ein absolutes Rauchverbot ist aus formal juristischer Sicht sicherlich einwandfrei möglich) sondern um die Frage, ob es politisch opportun ist, wenn eine Mehrheit das Anliegen einer Minderheit so absolut beschneidet. Ich halte die bayrische Lösung für übertrieben.
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Gulf Hell
ach Julia, hast du es wieder nicht geschafft mit dem Rauchen aufzuhören, trotz gegenteiliger Proklamationen vor einiger Zeit… 🙂
Ich bin für die eigenverantwortliche Freigabe aller Drogen an Erwachsene, wenn sie es wollen und gut informiert sind; aber ich bin trotzdem für das harte Rauchverbot das in Bayern per Volksbegehren durchgesetzt wurde.
Wie passt das zusammen?
Bei diesem harten Rauchverbot geht es für mich nur darum Raucherkrankheiten, wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Lungenkrebs von Passivrauchern, wie den Bedienungen und anderen Gästen zu verhindern, sonst gehts um gar nix. Aber das sind schon viele unfreiwillige Tote, die da verhindert werden. Wie sich jeder alleine abschießen will, ist seine Sache.
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Joerg Sauskat
@Philipp
Hallo Philipp, mir gings auch nicht um die Frage der juristischen Machbarkeit, sondern darum, dass Dein Vergleich hinkte. Beim Rauchverbot gehts nicht um Mehrheit oder Minderheit sondern um die Abwägung von Grundrechten: Freie Entfaltung der Persönlichkeit vs. Körperliche Unversehrtheit. Bei dem Schweizer Minarettentscheid kann ich auf der Seite der Mehrheit keine hochrangigen Rechtsgüter erkennen, die durch Minarette beeinträchtigt würden. -
hering51
@egghat “Dann können wir das Tempolimit auch abschaffen. Freie Fahrt für freie Bürger.” Äh, hab seit gestern kein Nachrichten mehr gesehen, muß also was verpasst haben. Es gibt inzwischen ein Tempolimit in Deutschland? Super.
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Nils
@Joerg Suskat:
“Beim Rauchverbot gehts nicht um Mehrheit oder Minderheit sondern um die Abwägung von Grundrechten: Freie Entfaltung der Persönlichkeit vs. Körperliche Unversehrtheit.”Bei Rauchverboten an Arbeitsplätzen mag die Argumentation ja schlüssig sein, es ist jedoch niemand gezwungen sich in Raucherkneipen zu begeben. Jeder weiß, dass Passivrauchen gsundheitsschädlich sein kann.
Der Vergleich mit dem Tempolimit hinkt mehr als gewaltig, ein passendere Analogie zum Rauchverbot wäre ein Tempolimit auf dem Nürburgring, wenn Beifahrer mit an Bord sind.
Es liegt also mitnichten das Recht auf körperliche Unversehrtheit in der anderen Waagschale, sondern ebenfalls das Recht auf freie Entfaltung: Das Recht, JEDE Kneipe besuchen zu können und in JEDEN Verein eintreten zu können, ohne die Einschränkung hinnehmen zu müssen dass dort die Luftqualität nicht den eignen Vorstellungen von Gesundheit entspricht.
Die bayrische Regelung verbietet ja nun auch vereinsrechtlich organisierte “Raucherklubs” – und entlarvt so die vorgebliche Abwägung der Interessen von Rauchern und Nichtrauchern endgültig als bloßen Vorwand.
Die Chancen stehen gut, dass das Verfassungsgericht den bajuwarischen Gouvernanten aller Couleur eine gründliche Abfuhr verpasst.
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ub56
@dj
exakte Ausführung und sehr gut auf den Punkt gebracht. Es gibt kaum was hinzuzufügen.Mich erstaunt von Rauchgegnern wie Matthias seine recht simple Logik. Wo er hingeht, darf er durch Passivrauch nicht geschädigt werden, dabei wird er bei jedem Schritt den er macht von anderen geschädigt. Für ihn steht unerschütterlich fest, daß passivrauch schädigt, dabei ist das Risiko für ihn kaum berechenbar bzw. vernachlässigbar. Jeder Koch, jeder Küchenangestellte ist lt. BNG-Studie, Mannheim mit Tausenden von Gastroangestellten und jahrelanger Untersuchung, um ein vielfaches gefährdeter. Da diese Stoffe in jedem Restaurant wabern bleibt als Schlußfolgerung nur noch das das Kochen verboten werden muß.
Fragewürdig ist ebenfalls, warum bei mehr als 80%ziger rauchfreier Gastronomie ein Volksbegehren gestartet wird.
Mein Fazit: Es geht nicht um Nichtraucherschutz (Kommentar von Pötschke-Langer WHO-Tabakkontrolle Heidelberg, oft verwechselt mit einer Ärztin des DKFZ: “Der Zweck heiligt die Mittel”, nachdem Frau Pötschke-Langer erfolgreich den Keil zwischen NR und R getrieben hat).
Inzwischen sind wir schon eine Stufe weiter. Der Jugendschutz wird für alle weiteren schärferen Verbote benutzt. Sollten wir dieser Logik weiterhin folgen werden noch ganz andere Verbote entstehen, auch solche, über die Matthias derzeit nicht nachdenkt, ihn aber irgendwann persönlich treffen.
Ja, ja der Blick über den Tellerrand, den können nicht viele.Ich werde die Grünen niemals mehr während meines Erdendaseins wählen.Ich finde es jedoch bemerkenswert, Frau Seeliger, was Sie geschrieben haben.
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Joerg Sauskat
@Nils
Nein, niemand ist gezwungen, sich in Raucherkneipen zu begeben. In der Praxis führt dies leider dazu, dass man in keine Kneipe gehen kann, weil in allen geraucht wird. Vielleicht wirfst Du mal einen Blick in die noch nicht allzu ferne Vergangenheit als es noch kein Rauchverbot gab. In fast 100 Prozent der Kneipen wurde geraucht. Schöne Freiheit.
Der Nürburgring – um Dein Bild zu benutzen – war allgegenwärtig.
Das Verfassungsgericht in Bayern wird die neue Regelung natürlich nicht kippen, weil es sie bereits einmal bestätigt hat.
Dieses Urteil und jenes des Bundesverfassungsgerichtes empfehle ich Dir übrigens wärmstens zur Lektüre hinsichtlich der Frage, welche Grundrechte in der Waagschale liegen. Vielleicht hast Du Glück und kannst Deinen Beitrag noch nachträglich editieren. -
Nils
@Jörg Sauskat:
Nun immerhin das Eingeständnis, dass nicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit in einer Waagschale liegt (“In der Praxis führt dies leider dazu, dass man in keine Kneipe gehen kann, weil in allen geraucht wird”)Es geht also, so Verstehe ich dich, um das Recht überhaupt Kneipen besuchen zu können ohne zugequalmt zu werden.
Dafür habe ich durchaus Verständnis, nur: was spricht denn dann dagegen, dass Kneipen abgeschirmte Raucherbereiche einrichten? Was spricht bitte dagegen, dass Raucher explizite Vereine gründen um ihr Laster unter Ihresgleichen zu frönen?Und nein, ich muss meinen Beitrag nicht editieren. Du hast ja selber bestätigt dass eben nicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit in einer Waagschale liegt. Der Nürburgring mag zwar allgegenwärtig sein, aber es wird ja niemand gezwungen in den Ferrari eines no-risk-no-fun-Freaks einzusteigen. Der Nürburgring ist ja nicht unvermeidbares öffentlichs Straßenland. Ja, wenn es um das Recht auf Nervenkitzel geht.. Oder um das Recht, dem no-risk-no-fun-Freak zu disziplinieren..
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Bernd Liefert
Alles in Allen stellen Sie die Freiheit zu Rauchen über das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Wenn es nach Ihnen gehen würde, sollten Arbeiter in der Gastronomie weiterhin acht Stunden im Rauch stehen.
So eine Einstellung ist hochgradig unsozial.


