Tag Archive | "Musik"

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Pflaumenkuchen und MP3s: GEMA-Aktion von Johannes Kreidler

Posted on 19 September 2008 by admin

Flickr-Fotogalerie zur Aktion

taz: “Kopiert wird ständig”
Süddeutsche: “Der Widerspenstigen Zähmung”
Futurezone: “70.200 Formulare für einen Song”

Heute war die lang erwartete Aktion von Johannes Kreidler, Aktionskünstler und Komponist. Heute morgen um elf fuhr er bei der GEMA am Berliner Wittenbergplatz vor, um der Verwertungsgesellschaft sein Werk “product placements” anzumelden. “product placements” enthält über 70.000 Zitate auf Einzelstücke anderer Musiker.

Ein ganzer Batzen Papier also. In der folgenden Pressekonferenz ging es um die Aktion an sich - müssen wirklich die 70.000 Stücke angemeldet werden, oder aber nur diejenigen, die in der Komposition “erkennbar” sind?

Die GEMA-Presseleute bemühten sich redlich, den anwesenden Aktivist/innen und Musiker/innen klarzumachen, dass es sich doch eigentlich nur um ein großes Missverständnis handele. Die GEMA sei doch nur für die finanzielle Verwaltung der Stücke zuständig, alles andere müssten die Urheber untereinander aushandeln.

Es ging aber auch ziemlich schnell ans Eingemachte - im wahrsten Sinne des Wortes. MP3s wurden mit Pflaumen auf einem Pflaumenkuchen verglichen. Die Leute von der GEMA machten noch einmal deutlich, dass sich Creative Commons und GEMA-Mitgliedschaft diametral widersprächen. Über die Kulturflatrate würde “auf Vorstandsebene” diskutiert, eine “Arbeitsgruppe” zur Kulturflatrate gebe es nicht, weil die GEMA nicht in derartigen arbeite.

Und immer wieder: Schuld sei ja eh der Gesetzgeber. Auf konkrete Nachfrage, was für eine Urheberrechtskonzeption denn dann von der GEMA präferiert würde, man hätte da doch sicherlich Vorstellungen, mussten sie dann doch einräumen: Die GEMA findet das aktuelle Urheberrecht prima.

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Netlabels – die „Graswurzelrevolution“

Posted on 21 August 2008 by admin

Auf Netlabels findet sich zum größten Teil GEMA-freie, frei lizensierte Musik – meist elektronische Klänge, aber auch Hip-Hop und Rock. Auch im Bereich Film gibt es Netlabels. Die Umwälzungen, die sich durch das Internet für die Wirtschaft ergeben, sind in Ansätzen bereits jetzt sichtbar. Janko Röttgers, Autor des Buchs „Mix, Burn and Rip – Das Ende der Musikindustrie“ sieht gerade Nachwuchsbands schon längst in in der Internetwirtschaft angekommen

Sie nutzen Tauschbörsen zu ihrem Vorteil, gründen virtuelle Plattenlabels, lassen ihre Produktionen von ihren Fans finanzieren. Sie vermarkten ihre CDs erfolgreich ohne große Plattenfirma im Rücken. Sie haben es nicht auf das große Geld abgesehen, sondern suchen nur nach ihrer Nische – und entdecken dabei nebenbei das ein oder andere Business-Modell für die Musikwirtschaft des 21. Jahrhunderts.

Die Tür steht offen für eine offene Wissensgesellschaft, in der mehr Menschen als bisher am kulturellen und geistigen Reichtum der Welt teilhaben könnten. Dabei enstehen neue Geschäftsmodelle und neue Formen des Arbeitens.

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Creative Commons und Öffentlich-Rechtliche Anstalten

Posted on 21 August 2008 by admin

Leuchtturm bei den Öffentlich-Rechtlichen ist der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Seit Ende 2007 veröffentlicht der NDR ausgewählte Beiträge aus der Satiresendung xtra3 und aus dem Medienmagazin „Zapp“ – unter Creative Commons. Die Verantwortlichen haben sich für die BY-NC-ND entschieden, also eine eher restriktive Lizenz. Flankiert werden die Freien Inhalte beim NDR mit einem Dossier zu „Freier Kultur“, dort findet sich ein „Ratgeber Technik“, verschiedene Artikel zu technischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Fragestellungen, sowie eine Auflistung derjenigen Creative-Commons-Videos, die der NDR bisher veröffentlichte.

Auch der SWR versuchte sich erfolgreich, wenngleich nicht ganz so ambitioniert wie der NDR, mit „Freier Kultur“: Am 14.Januar 2008 wurde die Radio-Sendung „Unabhängigkeitserklärung – Netlabels als alternativer Vertriebsweg für Musik?“ explizit als „Open Content“ veröffentlicht, sie ist noch heute frei – lizensiert ebenfalls mit BY-NC-ND – auf dem Webangebot des SWR erreichbar. Und auch die Olympia-Comedy der ARD steht unter BY-NC-ND.

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